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Veröffentlicht am 20.05.2020

Rasanter Polit-Thriller

Achtzehn
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Axel Sköld ist ein Journalist durch und durch. Viele sensationelle Features hat er schon herausgegeben, und nun dürfte er wieder einer tollen Geschichte auf der Spur sein.
Doch der vehemente Widerstand, ...

Axel Sköld ist ein Journalist durch und durch. Viele sensationelle Features hat er schon herausgegeben, und nun dürfte er wieder einer tollen Geschichte auf der Spur sein.
Doch der vehemente Widerstand, der ihm von einigen Seiten entgegen wirkt, macht ihm die Arbeit nicht leicht - aber bestärkt ihn darin, auf der richtigen Spur zu sein.
Bei seinen Recherchen, die ihn immer weiter in die Vergangenheit und zu einer einflussreichen Geheimgesellschaft führen, begibt er sich bald selbst in große Gefahr.

Der Journalist Axel Sköld ist bekannt für seine gut recherchierten und brisante Fälle aufdeckenden Features.
Nun haben Videos ihn auf die Spur eines Mannes gebracht, der offensichtlich verantwortlich ist für 3 Morde in den 80er Jahren, einer davon ist der Mord an Ministerpräsident Olof Palme.
Doch als er der Geschichte weiter auf den Grund gehen will, wird er suspendiert und zieht sich zurück.
Doch es erreichen ihn Informationen, die es nicht zulassen, die Geschichte ruhen zu lassen.
Als ihn dann auch noch eine einflussreiche Person engagiert, alles lückenlos aufzuklären und ihm dafür viel Geld anbietet, weiß er, dass er auf der richtigen Spur ist.

Bald schon ist er hinter einer politisch und wirtschaftlich einflussreichen Geheimgesellschaft her, die sogar mit einem Königsmord in Verbindung stehen dürfte.
Und diese Geheimgesellschaft scheint immer noch ihre Stricke zu ziehen.

Meine Meinung:
Axel ist ein gewissenhafter und risikofreudiger Journalist, der nicht zurückschreckt, in Wespennester zu stechen. Dadurch lauern viele Gefahren auf ihn.
Seine Kollegin Stina, die mit ihm ein Büro teilt, hilft ihm bei seinen Nachforschungen manchmal aus. Mit ihr und ihrem behinderten Sohn David verbindet ihn auch ein freundschaftliches Verhältnis. Doch auch sie schweben bald in Lebensgefahr.
Der alte, skurrile Geschichtsprofessor Skrak kann durch sein Wissen einiges zur Aufklärung beitragen, doch auch auf ihn lauern Gefahren.
Axels geheimnisvoller Informant Xenon, ein Hacker durch und durch, kann immer wieder ein wenig Licht ins Dunkel bringen.
Und auch die Politikerin Lova Magnussons, die Axel schon aus seine Jugendzeit kennt, ist in diesen Fall verwickelt. Ob sie immer mit offenen Karten spielt?

Anton Berg ist selbst Journalist und hat schon viele preisgekrönte Dokumentationen veröffentlicht. Dass er sich nun an das Metier Krimi wagt finde ich sehr gelungen.
Durch die vielen Bezüge zur Geschichte fragt man sich doch oft: ist dies nun Fiktion oder kann es nicht doch so gewesen sein?
Dies macht die ganze Story zu etwas Besonderem.
Durch die kurzen Kapitel ist das Erzähltempo sehr hoch und die Spannung steigt und steigt.

Wer also skandinavische Thriller mit Polit-Bezug mag, der sollte diesen unbedingt lesen.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 15.04.2020

Die perfekte Urlaubslektüre

Mord in Barcelona
2

Auf dem historischen Friedhof Montjuïc in Barcelona wird die Leiche einer deutschen Unternehmerin gefunden. Der Kommissar Jaume Soler und seine Kollegen finden anfangs nicht viele Anhaltspunkte und tappen ...

Auf dem historischen Friedhof Montjuïc in Barcelona wird die Leiche einer deutschen Unternehmerin gefunden. Der Kommissar Jaume Soler und seine Kollegen finden anfangs nicht viele Anhaltspunkte und tappen völlig im Dunkeln. Jaumes resolute Schwester Montse und seine überfürsorgliche Mutter mischen sich daraufhin in die Ermittlungen ein, weil sie das Mordopfer flüchtig kannten.
Montses Interesse an Bastian ist jedoch nicht nur kriminalistischer Natur, was sie noch einige Male in Gefahr bringen wird. Bastian verschweigt einiges, und dies führt zu einigen Problemen, nicht nur mit der Polizei.
Nach und nach führen die Spuren in die Vergangenheit, und diese sind nicht immer gleich zu entwirren. Die Vergangenheit ruht nicht.............und sie läßt sich nicht verleugnen.


Meine Meinung:

„Mord in Barcelona“ ist die perfekte Urlaubslektüre. Das Cover zeigt eine wunderschöne, perfekte Urlaubsidylle, in die man sofort gerne eintauchen möchte. Doch der Schein trügt.
Gespickt mit anschaulichen Beschreibungen des malerischen Barcelonas wird die Geschichte rund um die Ermordung einer deutschen Urlauberin erzählt.
Diese Figur wirft zu Beginn einige Fragen auf, doch mit der Zeit kristallisiert sich ein genaueres Bild der Toten heraus.

Der sympathische Comissari Jaume entwickelt sich von einem schweigsamen, stillen Ermittler zu einem scharfsinnigen, gut beobachtenden Kommissar, der zu guter Letzt die richtigen Rückschlüsse zieht. Jaume ist ein bescheidener, schweigsamer und überlegter Charakter, der ruhig und besonnen agiert. Mit einer Ausnahme: wenn er Auto fährt.

Seine Schwester Montse ist da etwas anders. Resolut, vorlaut und sich keinen Regeln unterwerfend begibt sie sich nicht nur einmal in Gefahr. Doch auch sie hat einige Fragen mit der Vergangenheit offen. Ihre laute und oft rücksichtslos scheinende Art machen sie für mich nicht unbedingt anziehend. Doch wünscht man ihr doch privates Glück, was ihr anscheinend bis jetzt versagt geblieben ist.

Jaumes Mutter Ignacia hält immer noch ihre „strenge“ Hand über ihre beiden erwachsenen Kinder. Ob sie diese jemals erwachsen werden läßt?

Der Sohn des Mordopfers, Bastian, entwickelt sich im Laufe der Geschichte von einem Angehörigen zu einem Verdächtigen.
Er ist für mich Widerspruch in sich: unehrlich, provokant, dann wieder trieft er von Selbstmitleid, im nächsten Moment ist er aggressiv und unberechenbar. Doch auch er ist nur Produkt seiner Vergangenheit und seiner offenen Fragen, die er an das Leben hat.

Ana, zu Beginn eine Randfigur, die viele Fragen aufwirft, wird im Laufe der Geschichte eine überaus wichtige Erscheinung, die man gar nicht für möglich gehalten hätte.

Isabella Esteban hat hier eine schöne Urlaubslektüre aufgelegt, die als Mischung von Reiseführer und Krimi durchgehen könnte.
Gespickt mit anschaulichen und malerischen Beschreibungen der engen Gassen, schönen Plätze und pittoresken Schauplätze Barcelonas ist dieser Krimi, der ganz ohne Brutalität oder Gewalt auskommt, gut lesbar.
Die Protagonisten sind durchwegs auf ihre Art sympathisch und könnten unterschiedlicher nicht sein.
Die einzelnen Kapitel sind mit Charakter, Datum und Uhrzeit betitelt, was anfangs etwas verwirrend scheinen mag. Doch schon nach einigen Kapiteln fällt es leicht, die einzelnen Handlungsstränge zu verfolgen. Durch diese Schreibart wird die Spannung gut aufgebaut und gehalten und die Lust weiterzulesen gesteigert.
Das Buch beginnt leicht und locker, doch zur Mitte des Buches nimmt die Handlung an Spannung und Tempo deutlich zu. Ab dann wollte ich das Buch nicht mehr weglegen. Denn die immer wieder neuen Wendungen, die die Geschichte nimmt, haben doch immer wieder neue Fragen für mich aufgeworfen.

Fazit:
Dieser Krimi von Isabella Esteban, die als Brigitte Pons in Deutschland lebt, ist ein netter, lockerer Krimi mit überraschenden Wendungen.
Durch die malerischen Beschreibungen der schönen Plätze von Barcelona gepaart mit den Beschreibungen seiner Bewohner und den kulinarischen Besonderheiten bekommt man richtige Reiselust. War man schon einmal in Barcelona, erkennt man vieles wieder.
Der etwas zaghafte Beginn der Handlung wird durch die immer wieder überraschenden Wendungen bald Wett gemacht und die spannende Reise in die Vergangenheit nimmt Fahrt auf und macht überaus Spaß.



  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzähltstil
  • Figuren