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Kathi1984

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2024

Historisches Setting

Die Gräfin
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Irma Nelles hat einen Roman, der in einem faszinierendem und historischem Setting spielt, verfasst. Die Handlungsidee ist sehr vielversprechend.
Die Autorin versteht es, die Atmosphäre der Epoche lebendig ...

Irma Nelles hat einen Roman, der in einem faszinierendem und historischem Setting spielt, verfasst. Die Handlungsidee ist sehr vielversprechend.
Die Autorin versteht es, die Atmosphäre der Epoche lebendig werden zu lassen und kann mit detaillierten Beschreibungen punkten.
Die Spannung war für mich jedoch nicht an allen Stellen gegeben. Einige der Charaktere wirken auf mich blass und nicht tiefgründig. Die Handlung ist komplexer, als es die Charaktere sind.
Zudem zieht sich die Erzählug stellenweise etwas in die Länge, was das Lesevergnügen mindern kann. Insgesamt ist "Die Gräfin" ein solides Werk, das historische Romane-Liebhaber ansprechen könnte, aber in puncto Dramatik und Figurenentwicklung an Potenzial verschenkt.
Von meiner Seite aber eine klare Kauf- und Leseempfehlung für angenehme Lesestunden!!

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Veröffentlicht am 17.08.2024

Humorvolle Geschichten eines Millenials

Geile Zeit
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Niclas Seydack, Jahrgang 1990, beschreibt seine Generation auf eine ganz besonders lustige Erzählweise. In vielen einzelnen kleinen Geschichten pickt sich Seydack eine Anekdote aus der Jugend dieser Generation.
Alle, ...

Niclas Seydack, Jahrgang 1990, beschreibt seine Generation auf eine ganz besonders lustige Erzählweise. In vielen einzelnen kleinen Geschichten pickt sich Seydack eine Anekdote aus der Jugend dieser Generation.
Alle, die auch dieser Generation angehören, werden durch jede einzelne Geschichte zum Schmunzeln angeregt und können sich in den Autor hineinfühlen. Konnten wir unsere Kindheit zunächst bei Freibadpommes und Süßigkeitentüten vollkommen unbeschwert genießen, stellte der 11. September 2001 unweigerlich eine Zäsur der Gesellschaft und ihren Bedingungen dar. Fortan beschreibt Seydack das Leben in einer dunklen Zeit, die von verschiedenen Schwierigkeiten geprägt ist. Trotz der Umstände beschreibt er das Leben der Millenials auf immer wieder humorvolle Art und Weise.

Die Lektüre war eine Freude und hat schöne Lesestunden bereitet. Selbst dieser Geneation angehörig, konnte ich mich in die einzelnen Geschichten und Themen einfühlen. Teilweise habe ich die Situationen genauso erlebt wie Seydack. Vor allem die große Ernüchterung nach vielen unbezahlten Praktika in Kombination mit hohen Mieten – das echte Leben – konnte ich sehr nachfühlen.

Absolute Kauf- und Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Kurzweilige Sommerlektüre

Die Blütenfreundinnen
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Eine für mich vollkommen neue Autorin hat mir mit ihrem Roman schöne Lesestunden bereiten können.
Kristin, Nicole und Lena warten in München auf einen Zug, der nicht kommt und sie nach Hamburg nach Hause ...

Eine für mich vollkommen neue Autorin hat mir mit ihrem Roman schöne Lesestunden bereiten können.
Kristin, Nicole und Lena warten in München auf einen Zug, der nicht kommt und sie nach Hamburg nach Hause bringen soll. Unerwartet lernen die drei noch Antonia kennen und aus den vier Frauen wird eine lustige Combo, die sich in guten und schlechten Lebenslagen fortan beisteht.
Jede Frau für sich hat ein eigenes Päckchen zu tragen, sei es durch eine Trennung oder berufliche Schieflagen. Trotz allem können die vier sich gegenseitig unterstützen, Halt geben und gemeinsam lachen. Alle Charaktere sind authentisch dargestellt und der Leser kann sich in einzelnen Situationen gut in die Frauen hineinversetzen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht der einzelnen Frauen erzählt. Das Buch ist absolut kurzweilig geschrieben und eine perfekte Sommerlektüre.

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Veröffentlicht am 26.07.2024

Äußerst düstere Dystopie

Das Lied des Propheten
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2023 hat Paul Lynch für seinen neuesten Roman den britischen Booker Prize gewonnen. Eine größere Auszeichnung kann ein Literat in Großbritannien nicht bekommen. Umso gespannter war ich auf diesen Roman, ...

2023 hat Paul Lynch für seinen neuesten Roman den britischen Booker Prize gewonnen. Eine größere Auszeichnung kann ein Literat in Großbritannien nicht bekommen. Umso gespannter war ich auf diesen Roman, da ich den Autor bislang noch nicht kannte.

Der Roman stellt eine Dystopie dar, in der sich alles um den blinden Propheten Aidan dreht. Aidan findet sich in einer Welt wider, die stets grausam und erbarmungslos erscheint. Aidan selbst ist eine komplexe Figur, die zum einen durch Weisheit gekennzeichnet ist, aber darüber hinaus sehr zerbrochen wirkt. Eilish ist in diesem Roman die starke weibliche Hauptprotagonistin, die versucht, die heile Welt für ihre Familie aufrechtzuerhalten. Auch als ihr Mann Larry spurlos verschwindet, womöglich aufgrund der Geheimpolizei, muss sie für ihre vier Kinder stark bleiben.

Das Buch spielt in Irland, könnte allerdings in jedem anderen europäischen Land spielen. Lynch fühlt sich im Setting seiner Heimat schriftstellerisch sicher.
Die Thematik könnte nicht aktueller sein. Politische Einflechtungen, kriegsähnliche Zustände, gesellschaftliche Werte, die unser zwischenmenschliches Dasein prägen sollen und vor allem die Gefahren, die lauern, wenn alles aus dem Ruder läuft, stehen hier im Mittelpunkt.

Lynch ist in diesem Roman sprachlich bildgewaltig und einzigartig anspruchsvoll. Nicht nur die bildliche Sprache ist einzigartig, sondern auch die lose Aneinanderreihung von Wortfetzen, die eine wörtliche Rede ersetzen, machen die Lektüre zunächst für den Leser sehr anstrengend. Nach einer Weile hat man sich an den Sprachstil gewöhnt, ist aber sicherlich nicht Jedermanns Sache.

Alles in allem eine anspruchsvolle Lektüre mit gesellschaftlich wichtigen Aspekten, die zum Nachdenken anregen.

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Veröffentlicht am 02.07.2024

Guter zweiter Teil

Zwischen den Sommern
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„Zwischen den Sommern“ von Alexa Henning von Lange ist bereits der zweite Band der Heimkehr-Trilogie und steht Band 1 in nichts nach.
Mittels alten Tonbandkassetten unternimmt Isabell, die in die Nähe ...

„Zwischen den Sommern“ von Alexa Henning von Lange ist bereits der zweite Band der Heimkehr-Trilogie und steht Band 1 in nichts nach.
Mittels alten Tonbandkassetten unternimmt Isabell, die in die Nähe von ihrer Großmutter Klara gezogen ist, eine Zeitreise in die Zeit, als Klara eine junge Frau gewesen ist. Der Roman spielt in der Zeit von 1920 bis ca. 1960.
Der Großteil spielt in der Nazizeit und ist von einer düsteren Stimmung geprägt, die die Hauptprotagonisten zunächst nicht wahrnehmen, sind sie doch wie viele zu jener Zeit von den Zeichen der Zeit überzeugt.
Klara und Gustav haben geheiratet und sie legen ihren gemeinsamen Lebensmittelpunkt neben ein Frauenbildungsheim. Ungewöhnlich für die Zeit, kann Klara die Leitungsposition als Frau übernehmen. Für Tolla, das jüdische Mädchen, welches Klara lange Zeit bei sich versteckt hat, hat Klara einen sicheren Ort im Ausland gefunden. Als Gustav schließlich in den Krieg eingezogen wird, muss Klara ihre volle weibliche Kraft entfalten und ihr Leben zunächst allein meistern.

Klara ist für mich eine starke Persönlichkeit, die ihren Weg gehen muss. Gustav bleibt in Band 2 der Trilogie eher blass und nicht in Erinnerung. Vor allem die Emotionen und Gedanken von Klara werden thematisiert. Die Lektüre von Band 1 ist für das Verständnis des zweiten Bandes auf jeden Fall hilfreich.

Alexa Henning von Lange zeigt mit ihrem Roman auf, wie wichtig Kommunikation über historische Ereignisse zwischen den Generationen ist und Zeiten dafür genutzt werden sollten, bevor es zu spät ist.
Alles in allem ist „Zwischen den Sommern“ eine gelungene Fortsetzung der Heimkehr-Trilogie.

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