Profilbild von Kathitintenkleks

Kathitintenkleks

Lesejury Star
offline

Kathitintenkleks ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kathitintenkleks über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Zwischen Nähe und Unabhängigkeit

Die beste aller Beziehungen
0

Die Geschichte handelt von Martina und Gustav, die sich über gemeinsame Kommilitonen kennenlernen. Sie werden ein Paar, doch schnell zeigt sich, dass sie unterschiedliche Vorstellungen von einer Beziehung ...

Die Geschichte handelt von Martina und Gustav, die sich über gemeinsame Kommilitonen kennenlernen. Sie werden ein Paar, doch schnell zeigt sich, dass sie unterschiedliche Vorstellungen von einer Beziehung haben. Während Gustav heiraten möchte, will Martina ihre Freiheit nicht aufgeben. Einerseits hat sie das Gefühl, dass Gustav perfekt zu ihr passt, andererseits fühlt sie sich von seinen Annäherungen zunehmend bedrängt.
Der Roman schildert vor allem Martinas Sicht auf Beziehungen, wobei sie nicht immer sympathisch erscheint.
Obwohl das Buch inzwischen fast 50 Jahre alt ist, wirken seine zentralen Themen — Liebe und Freiheit — bis heute zeitlos. Gleichzeitig liegt im Alter des Werkes auch eine Schwäche: Gustavs Überzeugung, als Christ heiraten zu müssen, wirkt aus heutiger Sicht überholt. Auch der Schreibstil ist eher anspruchsvoll und dadurch stellenweise anstrengend zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Ein Dorf, eine Auszeit und ganz viel Gefühl

Ein Zuhause im Frühling
0

Das Cover vermittelt eine angenehme, warme Frühlingsstimmung. Der sanft geschwungene Titel harmoniert wunderbar mit der einladenden Bank, umgeben von zarten Frühlingsblumen, und macht direkt Lust auf die ...

Das Cover vermittelt eine angenehme, warme Frühlingsstimmung. Der sanft geschwungene Titel harmoniert wunderbar mit der einladenden Bank, umgeben von zarten Frühlingsblumen, und macht direkt Lust auf die Geschichte.
Der Roman beginnt mitten im Geschehen: Ella steigt aus dem Zug und ich bin sofort an ihrer Seite. Genau dieses Gefühl zieht sich durch das gesamte Buch: Man erlebt alles unmittelbar mit und ist ganz nah am Leben der Protagonist*innen.

Im Rahmen einer Auszeit nimmt Ella das Angebot ihrer Tante an, ihr Haus zu hüten. Eigentlich möchte sie sich ganz auf ihre Malerei konzentrieren, doch sowohl ihre Tante als auch das Dorf haben andere Pläne.

Zwar wurde eine ähnliche Geschichte schon oft erzählt, doch jede Erzählweise verleiht ihr eine eigene Note. Besonders gefallen hat mir der warme, einfühlsame Schreibstil, der das Buch zu einem echten Wohlfühlroman macht.

Die beiden Hauptfiguren sind überzeugend und vielschichtig ausgearbeitet. Bei einigen Nebencharakteren bleibt noch etwas Raum für weitere Entwicklung. Die Handlung gestaltet sich abwechslungsreich, da unterschiedliche Themen aufgegriffen und miteinander verwoben werden.

Ich habe ein wenig gebraucht, um ganz in die Geschichte hineinzufinden, doch sobald ich angekommen war, fühlte ich mich wunderbar abgeholt.

Insgesamt hält der Roman, was der Titel verspricht, und bietet eine stimmungsvolle Auszeit zwischen Buchseiten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 03.02.2026

Zwischen Nähe, Schweigen und Enttäuschung

Spielverderberin
0


Das Vorwort verspricht einen Roman über Frauenfreundschaften – ein Versprechen, das für mich leider nicht eingelöst wird. Erzählt wird die Geschichte von Sophie, Lotte und Romy, die sich in der Schulzeit ...


Das Vorwort verspricht einen Roman über Frauenfreundschaften – ein Versprechen, das für mich leider nicht eingelöst wird. Erzählt wird die Geschichte von Sophie, Lotte und Romy, die sich in der Schulzeit kennenlernen. Was nach einer möglichen Dreierfreundschaft klingt, kippt jedoch schnell: Romy drängt sich zwischen Sophie und Lotte und zerstört damit das fragile Gleichgewicht, noch bevor sich die Freundschaft richtig festigen kann. Dass diese Entwicklungen überwiegend in Rückblenden erzählt werden, macht die Dynamik zwischen den Figuren stellenweise schwer greifbar und emotional distanziert.

Spannung entsteht durch die ständige Andeutung eines Ereignisses, das erklärt, warum Romy den Kontakt zu Sophie (und Lotte) abrupt abbricht. Dieses Schweigen zieht sich durch den gesamten Roman und hinterlässt vor allem bei Sophie eine Leerstelle, die spürbar bleibt – die Auflösung erfolgt jedoch erst ganz am Ende.
Besonders berührt hat mich Sophies Unsicherheit. Als Dorfkind konnte ich ihre Gefühle gut nachvollziehen: das Fremdsein in der Stadt, das ständige Zweifeln am eigenen Auftreten, etwa wenn sie in Köln auf eine Party geht und das Gefühl hat, nicht dazuzugehören. Diese Zerrissenheit zwischen der Geborgenheit des Dorfes und der Sehnsucht nach der Stadt ist für mich eine der stärksten Ebenen des Romans.

Romy hingegen blieb mir emotional verschlossen. Ich empfand sie als egoistisch, stark ichbezogen und wenig empathisch. Ihr plötzlicher Kontaktabbruch wirkte auf mich kalt und rücksichtslos – weniger wie ein notwendiger Schritt als vielmehr wie ein Weglaufen vor Verantwortung. Für Sophie war dieser Bruch schmerzhaft, aber rückblickend vielleicht auch befreiend.

Das Ende konnte mich dennoch nicht überzeugen. Es wirkte auf mich unlogisch und nicht ausreichend durchdacht. Insgesamt vergebe ich daher 3 von 5 Sternen für ein Buch, das mich stellenweise berührt hat, mich als Ganzes jedoch leider nicht erreichen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2025

Starker Auftakt

Über die Toten nur Gutes
0

Mads Madsen ist kein gewöhnlicher Trauerredner. Er will mehr als bloße Floskeln sprechen, er will die Wahrheit erzählen. Als sein Kindheitsfreund Patrick bei einem Unfall stirbt und Mads die Trauerrede ...

Mads Madsen ist kein gewöhnlicher Trauerredner. Er will mehr als bloße Floskeln sprechen, er will die Wahrheit erzählen. Als sein Kindheitsfreund Patrick bei einem Unfall stirbt und Mads die Trauerrede halten soll, stößt er bei seiner Recherche auf Fragen, die nicht nur die Rede, sondern auch sein eigenes Leben verändern. Denn schon bald wird klar: hinter Patricks Tod steckt mehr, als es zunächst scheint.

Besonders begeistert mich Andreas Izquierdos Sprache. Sie ist bildhaft, lebendig und voller Gefühl, man liest nicht einfach nur, man taucht ein. Mit Mads hat er eine Figur geschaffen, die man sofort ins Herz schließt: empathisch, eigenwillig, manchmal naiv, aber immer mit Charme und Wärme. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet, vom schrulligen Vater bis zum treuen Kollegen vom Bestattungsinstitut. Sie geben der Geschichte Tiefe und machen sie bunt und menschlich.
Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Humor und Emotion. Mal ist er spannend und treibt das Herz in die Höhe, mal berührend und still, dann wieder überraschend witzig. Dass die Handlung an einigen Stellen eher ungewöhnlich und nicht immer realistisch wirkt, habe ich nicht als Nachteil empfunden, im Gegenteil: gerade das verleiht der Geschichte ihren besonderen Reiz. Man liest nicht wegen harter Ermittlungsarbeit, sondern wegen der einzigartigen Figuren und der unvorhersehbaren Wendungen.
„Über die Toten nur Gutes“ ist ein Auftakt, der Spaß macht, berührt und mitreißt. Ein Krimi, der nicht nur spannend ist, sondern auch voller Herz steckt und der Lust auf mehr Geschichten mit Mads Madsen macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2025

Emotional, aber etwas zäh

Versprich mir, dass du tanzt
0

Das Cover ist sehr schön gestaltet und der farblich abgestimmte Farbschnitt passt gut zur Stimmung des Buches. Der Einstieg hat mich sofort berührt, weil die Trauer um Adams Tod und Lilys Gefühlswelt so ...

Das Cover ist sehr schön gestaltet und der farblich abgestimmte Farbschnitt passt gut zur Stimmung des Buches. Der Einstieg hat mich sofort berührt, weil die Trauer um Adams Tod und Lilys Gefühlswelt so eindrücklich beschrieben werden. Auch das Versprechen, das Lily ihrem Mann gibt, lässt die Geschichte spannend wirken.
Im weiteren Verlauf wurde die Geschichte allerdings zunehmend zäh. Zwar ist die Handlung nachvollziehbar, doch viele Entwicklungen basieren auf glücklichen Zufällen, die für mich zu sehr darauf ausgelegt wirken, die Geschichte voranzutreiben. Das Ende hätte zudem deutlich kürzer erzählt werden können, auf rund 100 Seiten weniger wäre die Wirkung vermutlich stärker gewesen. In der vorliegenden Länge wirkte das Buch auf mich unnötig aufgebläht.
Ein gefühlvoller Einstieg mit starker Grundidee, die sich für mich jedoch im Verlauf durch zu viele Zufälle und Längen verliert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere