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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2018

Pädagogisch wertvoll – glaube ich nicht, aber wenn es die Kinder zum Lesen animiert und sie zum Lachen bringt, ist das doch schon sehr viel wert.

Die Krumpflinge - Egon macht Ferien
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Egon ist ein Krumpfling und lebt mit seiner Familie im Keller der Familie Artich. Albi Artich ist traurig, weil seine Nachbarsfreundin mit ihren Eltern über die Sommerferien ans Meer zum Campen fährt und ...

Egon ist ein Krumpfling und lebt mit seiner Familie im Keller der Familie Artich. Albi Artich ist traurig, weil seine Nachbarsfreundin mit ihren Eltern über die Sommerferien ans Meer zum Campen fährt und er muss mit seinen Eltern in ein ödes Wellness-Hotel.

Doch Egon und Albi hecken einen Plan aus, so dass Egon mit in den Urlaub fahren kann. Doch eine Kleinigkeit geht schief. Auch Oma Krumpfling und Professor Krumpfling werden ausversehen mit eingepackt. Dies führt zu jeder Menge Chaos. Ob der Urlaub trotzdem schön wird?

Das Kinderbuch „Die Krumpflinge – Egon macht Ferien“ von Annette Roeder ist der 8. Band über Egon und die Krumpflinge. Aber auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gelingt der Einstieg in die Geschichte sehr gut.

Das Buch ist ideal für Kinder im Grundschulalter. Die Schrift ist sehr groß gehalten, so dass auch Erstleser die Wörter gut erkennen können. Außerdem lockern viele lustige Bilder die Geschichte auf und sorgen für jede Menge Lesespaß bei den Kleinen.

Ähnlich wie bei den Olchis gibt es einige Schimpfwörter zu entdecken und viele Streiche mitzuerleben.

Pädagogisch wertvoll – glaube ich nicht, aber wenn es die Kinder zum Lesen animiert und sie zum Lachen bringt, ist das doch schon sehr viel wert.

Veröffentlicht am 17.03.2018

Eine Geschichte fürs Herz und für die Seele, die tief berührt und dennoch Mut und Hoffnung vermittelt.

So nah, so fern
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„So nah, so fern“ von Alina Stoica ist im Juli 2016 bei dotbooks erschienen.

Alessandra ist eine junge alleinerziehende Mutter. Ihr vierjähriger Sohn Tomás ist ihr Ein und Alles. Als er bei einem Unfall ...

„So nah, so fern“ von Alina Stoica ist im Juli 2016 bei dotbooks erschienen.

Alessandra ist eine junge alleinerziehende Mutter. Ihr vierjähriger Sohn Tomás ist ihr Ein und Alles. Als er bei einem Unfall ums Leben kommt, bricht ihre Welt zusammen und sie sieht keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Doch plötzlich erscheint ihr Tomás als Geist und verspricht, dass er wieder zu ihr zurückkommt. Dafür muss er mit ihrer Hilfe in den nächsten zwei Jahren drei Aufgaben erfüllen, danach würden die beiden wiedervereint werden. Alessandra schöpft aus Tomás nächtlichen Besuchen Kraft und versucht sich wieder dem Leben zu stellen.

Alessandra hat es als Jugendliche nicht leicht gehabt und musste früh lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Tomás war von Anfang an ihr Dreh- und Angelpunkt in der Welt und ihre einzige große Liebe. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass sein Tod sie völlig überfordern wird. Doch Alessandra ist stark und mit Tomás Hilfe und der von ihren Freundinnen schafft sie es, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Auch wenn die Trauer sie nie wirklich ganz verlässt, gelingt es ihr so nach und nach wieder Freude am Leben zu finden.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat aus der Bibel und auch die Besuche von Tomás, der in Gottes Auftrag handelt, machen schnell deutlich, dass es sich bei diesem Buch nicht nur um ein mystisches, spirituelles, sondern auch um ein sehr religiöses Buch handelt. Die Vorstellung, dass wir nach unserem Tod von Engeln empfangen und in den Himmel begleitet werden, hat für mich etwas Tröstliches, ebenso, dass die Verstorbenen im Himmel wiedervereint werden und auf die Übriggebliebenen hinabschauen.

Auch wenn dieses Buch ein sehr emotionales Thema aufgegriffen hat, das einen zu Tränen rührt – schließlich will keine Mutter erleben, ihr Kind zu Grabe tragen zu müssen – so enthält es doch um einiges mehr als nur Trauer und Verzweiflung. Es hinterlässt beim Leser das Gefühl von Glaube, Vertrauen und Zuversicht, spendet Hoffnung und macht Mut. Aber dennoch werden auch die Themen Rache und Vergebung, Schuld und Trauerbewältigung, sowie Angst angesprochen.

„So nah, so fern“ liest sich sehr gut, ich wurde von der Geschichte gefangen genommen und Tomás Schicksal hat mich noch einige Zeit danach bewegt. Die Erzählperspektive ist eine allwissende und somit bekommt jeder Charakter sein Gehör und kann dem Leser seine Emotionen vermitteln. Die Charaktere werden anschaulich dargestellt und gerade Janas Schuldgefühle und die des Lastwagenfahrers konnten von mir gut nachvollzogen werden, ebenso Alessandras Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die sich Stück für Stück in Zuversicht wandeln.

Fazit:
Eine Geschichte fürs Herz und für die Seele, die tief berührt und dennoch Mut und Hoffnung vermittelt.

Veröffentlicht am 01.03.2018

Fazit: Angenehme Lesestunden gefüttert mit ein paar Hintergrundinformationen zum Thema Wölfe.

Winterherz
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„Winterherz“ von Tania Krätschmar ist im November 2010 erschienen.

Die Biologin Ella lebt abgeschieden in einer Waldhütte und arbeitet an einer wissenschaftlichen Abhandlung über Wölfe und deren Rückkehr ...

„Winterherz“ von Tania Krätschmar ist im November 2010 erschienen.

Die Biologin Ella lebt abgeschieden in einer Waldhütte und arbeitet an einer wissenschaftlichen Abhandlung über Wölfe und deren Rückkehr nach Deutschland. Wölfe sind ihre große Leidenschaft und sie wünscht sich nichts sehnlicher, als deren Spuren in ihrem Waldgebiet zu entdecken.

Doch nicht alle in der Region teilen diese Hoffnung. Die meisten stehen den Wölfen eher skeptisch oder gar feindlich gegenüber. Aufklärungsarbeit, um das Image der Wölfe zu verbessern, steht deswegen bei Ella ganz oben auf ihrer To-Do-Liste. Dementsprechend ist es nicht gerade förderlich, dass ihr Wolf-Hund-Mischling eines Tages ausreißt und ausgerechnet vor einem Museum, das gerade von einer Kindergruppe besucht wird, auftaucht. Zumal der Museumsbesitzer Sander Wölfe hasst.

Um diesen Fehler wieder gut zu machen, sucht Ella den Kontakt mit dem undurchsichtigen, zurückhaltenden Sander. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine gewisse Zuneigung zwischen den beiden, aber Sanders Abneigung gegen die Wölfe droht alles zu gefährden.
Neben der Liebesgeschichte, die sich sehr langsam entwickelt, erfährt der Leser sehr viel Wissenswertes über Wölfe – ihr Jagdverhalten, die Lebensumstände und die Gründe für die Angst der Menschen vor dem Wolf.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig, der Plot ist interessant, weist allerdings hier und da ein paar Längen auf. Trotzdem gibt es auch immer wieder kleinere Spannungsbögen, die das Buch durchaus interessant und lesenswert machen.

Die Geschichte wird aus einer allwissenden Perspektive erzählt. Zwischendrin gibt es immer mal wieder Rückblenden von Sander über seine Vergangenheit, womit der Leser so nach und nach erfährt, worin sein Wolfshass begründet ist (wobei man diesen Grund im Ansatz schon sehr schnell erahnen kann).

Die Charaktere sind authentisch herausgearbeitet. Ihre Gefühle und Eigenarten sind gut nachvollziehbar.

Das Cover ist recht schlicht, es zeigt Wolfsspuren im Schnee und einen Zweig Beeren. Damit ist zum einen das Thema Wölfe und zum anderen der Winter mit aufgegriffen. Außerdem verbreitet das Bild eine romantische Atmosphäre (meine TB-Ausgabe hat ein anderes Cover, als das hier gezeigte)

Fazit:
Angenehme Lesestunden gefüttert mit ein paar Hintergrundinformationen zum Thema Wölfe.

Veröffentlicht am 17.02.2018

Wer auf Chick-Lit steht, wird dieses Buch lieben. Wer mit überzogenem Humor nichts anfangen kann, sollte besser die Finger davonlassen.

Kopf aus, Herz an
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Der Roman „Kopf aus, Herz an“ von Jo Watson ist ein Liebesroman – im Bereich des Chick-Lit angesiedelt, der im Juni 2017 erschienen ist. Bei dem Buch handelt es sich um den ersten Teil der „Destination-Love“-Reihe. ...

Der Roman „Kopf aus, Herz an“ von Jo Watson ist ein Liebesroman – im Bereich des Chick-Lit angesiedelt, der im Juni 2017 erschienen ist. Bei dem Buch handelt es sich um den ersten Teil der „Destination-Love“-Reihe. Der zweite Teil „Herz auf Anfang“ ist im Dezember 2017 erschienen.

Nachdem Lilly den schlimmsten Tag ihres Lebens hinter sich hat – von ihrem Verlobten vor dem Traualtar stehen gelassen – versinkt sie in ihrem Kummer. Aus einer plötzlichen Eingebung heraus packt sie ihre Sachen und tritt alleine die Flitterwochen nach Thailand an. Bereits im Flugzeug lernt sie den düsteren Damien kennen und das Schicksal hält noch ein paar weitere Begegnungen der beiden für sie bereit. Damien zeigt Lilly wie das Leben fernab von Plänen und Struktur aussehen kann, doch Lilly muss erst lernen, ihren Kopf auszuschalten und auf ihre Gefühle zu hören.

Der Leser wird direkt in die geplatzte Hochzeit katapultiert, damit gewinnt die Protagonistin schon mal sehr viel Mitgefühl und Verständnis für ihre anschließenden Handlungen – auch wenn diese teilweise schon sehr überzogen erscheinen. Im Traumkleid vor der Traumhochzeit mit dem angeblichen Traummann verlassen zu werden, ist wohl der Albtraum von den meisten Frauen, so dass die anschließende Depression gut nachvollziehbar ist.

Allerdings neigt Lilly sehr dazu, sich von einer desaströsen Situation in die nächste zu begeben, was auf der einen Seite für die nötige Portion Humor im Buch sorgt, auf der anderen Seite aber teilweise auch schon sehr an den Haaren herbeigezogen wirkt.
Lilly ist ein sehr strukturierter Mensch, der für alles einen Plan hat und jede Eventualität mit einkalkuliert. Umso härter trifft sie der Schlag, als ihre ganzen Pläne mit einem Mal zerbrechen. Damien zeigt ihr, dass das Leben auch spontan sein kann, dass es nicht nur schwarz und weiß, sondern auch Grautöne gibt und hilft ihr, auch mal über den eigenen Schatten zu springen.
Die Entwicklung der Charaktere hält sich in Grenzen. Lilly macht einen sehr oberflächlichen, vorurteilsbehafteten Eindruck und strotzt – bedingt durch die Situation - nur so vor Selbstmitleid. Im Laufe des Buches zeigen sich zwar Ansätze einer Entwicklung hin zu mehr Spontanität und Tiefe, allerdings verfällt sie bis zum Schluss immer wieder in ihre alten Muster und urteilt vorschnell über ihre Mitmenschen.

Da die Geschichte aus der Sicht von Lilly geschrieben ist, bleibt Damiens Entwicklung (oder Nicht-Entwicklung) dem Leser verborgen. Trotzdem war er mir von seiner Art her sympathischer als Lilly. Auch wenn er den Eindruck eines unsteten Menschen macht, erscheint seine Lebenserfahrung deutlich größer zu sein als Lillys.

Der Schreibstil ist nicht anspruchsvoll (erwartet aber auch keiner bei dem Genre), dafür aber angenehm flüssig und liest sich sehr gut. Das Buch ist sehr humorvoll, auch wenn es teilweise schon ins Lächerliche abdriftet. Neben dem Humor gibt es auch ein paar romantische, gefühlvolle Stellen, die aber schnell wieder von der nächsten Katastrophe abgelöst werden.

Das Cover vereint Pastelltöne mit Schwarz und sorgt damit für den nötigen Hingucker, auch wenn das Motiv an sich recht unscheinbar ist.

Fazit:
Wer auf Chick-Lit steht, wird dieses Buch lieben. Wer mit überzogenem Humor nichts anfangen kann, sollte besser die Finger davonlassen. Es war für mich ein sehr kurzweiliges Buch, bei dem ich viel schmunzeln konnte, auch wenn es manchmal schon dem Fremdschämen nahekam.

Veröffentlicht am 15.02.2018

Ein schönes, genreverbindendes Werk

Brennende Träume
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Der Roman „Brennende Träume“ von Alina Stoica ist im Mai 2016 bei dotBooks erschienen.

Bianca wird seit einiger Zeit von Albträumen gequält, in denen sie sich im Schottland des 16. Jahrhunderts befindet ...

Der Roman „Brennende Träume“ von Alina Stoica ist im Mai 2016 bei dotBooks erschienen.

Bianca wird seit einiger Zeit von Albträumen gequält, in denen sie sich im Schottland des 16. Jahrhunderts befindet und als Hexe den qualvollen Tod auf dem Scheiterhaufen findet. Durch Hypnose findet sie heraus, dass es sich bei den Träumen um Erinnerungen aus einem früheren Leben handelt. Um mehr über ihr früheres Leben zu erfahren, reist sie nach Edinburgh. Die Begegnung mit dem gutaussehenden Justin löst bei ihr starke Gefühle und ein Wiedererkennen aus, sie spürt, dass auch er etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Bianca begibt sich auf Erkundungstour und deckt ein düsteres Geheimnis auf.

Als ich im Zuge der Lesewinter-Challenge mir meine Bücher aussuchen sollte, dachte ich beim Anblick des Covers zu Brennende Träume, dass es sich dabei um einen einfachen Liebesroman handelt. Das Bild der jungen Frau mit der idyllischen Landschaft im Hintergrund und auch der Name des Buches (auch wenn der Name für den Inhalt der Geschichte passend ist) könnte auf eine seichte „Schnulze“ hindeuten. Deswegen hatte es mich im ersten Moment auch nicht angesprochen. Erst durch den Klappentext und durch die Rezensionen der anderen Teilnehmer wurde mein Interesse an dem Buch geweckt.

Direkt von der ersten Seite an bin ich in die Geschichte eingetaucht und habe Biancas Leben und ihre Albträume miterlebt. Der Erzählstrang gliedert sich in zwei Teile, der Gegenwart und den Träumen/Visionen/Erzählungen der Protagonisten über die Vergangenheit. Die Gegenwart wird aus personaler Sicht erzählt, ebenso die Vergangenheit von Bianca. Die Erzählungen von Miriam und Tommy sind in der ersten Person geschrieben. Durch die Verwendung der Kursivschrift für die Visionen erkennt man als Leser gleich, dass es sich um den anderen Erzählstrang handelt.

Der Erzählstil ist flüssig und lässt das Kopfkino detailreich laufen. Neben den Liebesromanelementen enthält das Buch auch historische Passagen und in geringem Rahmen sogar ein paar Berührungspunkte zum Krimigenre. Durch die Abwechslung wird die Spannung im Roman hochgehalten.

Die Charaktere werden anschaulich und glaubhaft geschildert. Ich konnte ihre Gefühle – vor allem Biancas Feuerphobie – sehr gut nachvollziehen und mich in sie hineinversetzen. Die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung, als Bianca hinter das Geheimnis ihrer Vergangenheit kommt. Der weitere Verlauf des Romans ist dann allerdings recht vorhersehbar. Auch das Ende kommt nicht gänzlich überraschend, lässt Bianca und den Leser allerdings für einen Moment in Schockstarre verfallen.

Ich muss sagen, ich bin sehr froh, dass ich durch die Challenge auf das Buch aufmerksam geworden bin und mich nicht von dem Cover habe beirren lassen. Dieses Buch ist alles andere als eine seichte Schnulze, sondern ein sehr schönes, genreverbindendes Werk, das mir einige spannende, unterhaltsame Lesestunden beschert hat.

Fazit:
Ein schönes, genreverbindendes Werk.