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Veröffentlicht am 10.05.2025

Bewegender Auftakt

In Liebe, deine Lina (Mühlbach-Saga 1)
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Die Halbwaise Lina Borger und der Kaufmannssohn Albert Lehnert sind seit langer Zeit ein innig verliebtes Paar. Als Lina schwanger wird, will Albert sie heiraten, doch seine Familie droht ihm mit Enterbung. ...


Die Halbwaise Lina Borger und der Kaufmannssohn Albert Lehnert sind seit langer Zeit ein innig verliebtes Paar. Als Lina schwanger wird, will Albert sie heiraten, doch seine Familie droht ihm mit Enterbung. Albert lässt Lina im Stich.
Ein guter Freund jedoch kommt ihr zu Hilfe: Karl Schäfer, der selbst als »Bankert« aufgewachsen ist und weiß, wie unbarmherzig die Dorfgemeinschaft mit Menschen umspringt, die sich vermeintlich schuldig gemacht haben. Gemeinsam mit ihm verlässt Lina die Enge des Dorfes und geht nach Bremen. Doch anders als Karl sehnt sich Lina nach der Heimat zurück, nach ihren Brüdern und dem Vater. Bei einem Besuch kommt es zu einer folgenschweren Begegnung, die die glückliche Familie zu zerreißen droht.

Wann sind historische Romane für mich am spannendsten? Wenn ich weiß, dass sie auf einer wahren Geschichte beruhen.
„In Liebe, deine Lina“ erzählt die Geschichte von Barbara Leciejewskis Ur-Oma und Oma. Die Autorin schreibt selbst, dass sie lange überlegt hat, ob sie diese Geschichte erzählen soll und ich bin froh, dass sie es getan hat.
Dieser Roman beginnt nicht in einer der großen Städte, sondern in einem kleinen Dorf in der Pfalz. In Mühlbach ticken die Uhren in ihrem eigenen Rhythmus und auch das Zusammenleben folgt ganz eigenen Regeln. Hier ist klar, was sich gehört und was nicht und wer sich nicht an die Regeln hält, gehört nicht dazu. Punkt.
Karl und seine Mutter mussten genau das erleben, denn Karl ist ein „Bankert“. Ein Kind, welches außerhalb der Ehe gezeugt wurde und im schlimmsten Falle ohne Vater aufwächst.
Daher geht er mit seiner Mutter nach Bremen, um später nach Amerika auszuwandern.
Die ärmliche Lina verliebt sich früh in den Kaufmannssohn Albert und auch er liebt sie. Doch als sie schwanger wird, stellen sich seine Eltern gegen die Hochzeit und Albert lässt Lina im Stich. Karl erfährt davon und kommt aus Bremen zurück, um Lina zu sich zu holen und ihr Kind Charlotte als das seine anzuerkennen. Er liebt Lina schon lange und verzichtet für sie auf Amerika. Für beide beginnt eine schöne Zeit, die für Lina aber auch immer eine Zeit des Vermissens darstellt und auch als Charlotte älter wird und Fragen stellt, wird es nicht einfach für Karl und Lina.
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der genau in die damalige Zeit und zum Ort passt. Sie gibt den Dialekt wieder, ohne dass es den Lesefluss stört und zeigt auch sprachlich die gesellschaftlichen Unterschiede und auch die verschiedenen Beziehungen.
Die Figuren sind alle wirklich gut gezeichnet und voller Farbe. Ich konnte mir Linas Opa, Karl, Albert, seine Eltern, Linas Mutter, die Hebamme Christoffel usw. unheimlich gut vorstellen und habe ihre Wege durchweg gerne begleitet.
Es gab in jedem Kapitel etwas Neues, was den Leser mitzieht und weiter mitfiebern lässt.
Linas Weg ist kein einfacher aber die Beziehung zu ihrer Familie, die neue Gemeinschaft mit Karl in Bremen und auch die gesellschaftlichen Ebenen in Mühlbach oder Bremen sind unheimlich spannend.
Die Autorin bringt auch die damaligen politischen Ereignisse mit ein. Sie beschäftigt sich mit den Arbeiteraufständen, den ersten Gewerkschaften, dem Kaiser, dem fehlenden Wahlrecht der Frauen und der großen Spanne zwischen Arm und Reich.
Der Autorin gelingt es, dass das Buch unheimlich spannend, interessant und gut recherchiert wirkt, dabei aber mit viel Gefühl, ohne überladen zu wirken.
Ich habe das Buch verschlungen und war von Linas bewegender Geschichte einfach gefesselt.
Immer im Hinterkopf, dass das meiste davon wirklich so passiert ist.
Ein wirklich toller historischer Roman, der mich sofort zur Fortsetzung greifen lässt!

Getrunken dazu: beruhigender Kamillentee
Mein Leserherz sagt: Karl ist Balsam für jedes geschundene Herz
Gehört dazu: Santa Lucia

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2025

Köstlicher Sommerroman

Ein Sommer voller Himbeereis
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Wie jeden Sommer zaubert Pauline im Eiscafé ihrer fränkischen Heimat herrliche Kreationen für ihre Gäste. Ob sinnliche Sorten oder liebevoll dekorierte Eisbecher – Eis ist Paulines Leidenschaft. Und es ...

Wie jeden Sommer zaubert Pauline im Eiscafé ihrer fränkischen Heimat herrliche Kreationen für ihre Gäste. Ob sinnliche Sorten oder liebevoll dekorierte Eisbecher – Eis ist Paulines Leidenschaft. Und es könnte alles so schön sein, wären da nicht Paulines Geldsorgen und ihr gebrochenes Herz. Um sich abzulenken, streift Pauline oft durch den Antiquitätenladen ihrer Ersatzgroßmutter Anna und versteckt dort heimlich Zettel mit ihren Wünschen. Eines Tages findet sie dabei die Nachricht eines Unbekannten und fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Ganz im Gegensatz zu Annas arrogantem Enkel Christian, der plötzlich ständig in Paulines Laden auftaucht.

Auf der Suche nach einem Sommerroman mit sympathischen Figuren, kleinen Gefühlsmomenten und viel leckerem Eis?
„Ein Sommer voller Himbeereis“ von Persephone Haasis bringt genau diese Mischung und entführt den Leser in ein gemütliches Eiscafé in der Altstadt, in der Pauline das Beste, selbstgemachte Eis verkauft, welches durch seinen Geschmack liebste Erinnerungen weckt.
Doch leider machen auch die Geldsorgen vor Pauline nicht halt und dazu soll auch noch ein Einkaufszentrum gebaut und dafür die halbe Altstadt abgerissen werden. Zu allem Übel stielt sich der arrogante Enkel ihrer Nachbarin in ihren Laden und ihr Herz.
Das Buch ist eine schöne Sommerlektüre, die auf jeden Fall richtig Lust auf Sonne und Eiscreme macht. Es lebt von den Figuren, den sich langsam anbahnenden Gefühlen, den leckeren Eiskreationen und kommt mit wenig Drama aus.
Ich gestehe, dass dieses Buch schon ein wenig vorhersehbar ist und mich nicht groß überraschen konnte aber umso mehr konnte ich mich zurücklehnen und die Geschichte einfach geschehen lassen.
Es gab dadurch ein paar kleinere Längen, aber ich habe Pauline, Florence, Anna und Christian gerne bis zum Ende begleitet.
Wenn man Lust auf eine köstliche, leichte Sommerromanze hat, dann ist „Ein Sommer voller Himbeereis“ auf jeden Fall das Richtige.

Getrunken dazu: Himbeertee und Zitronenlimo
Mein Leserherz sagt: Köstlich und schön, wie ein Eis in der Sonne
Gehört dazu: „Sunchyme“ von Dario G

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 05.05.2025

Spannender Jugendthriller

Seven Ways to Tell a Lie
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In der idyllischen Kleinstadt Wane erschüttert ein Video die Highschool: Ein Schulbus stürzt in eine Schlucht und geht in Flammen auf. Niemand überlebt. Jonah traut seinen Augen nicht – denn er selbst ...

In der idyllischen Kleinstadt Wane erschüttert ein Video die Highschool: Ein Schulbus stürzt in eine Schlucht und geht in Flammen auf. Niemand überlebt. Jonah traut seinen Augen nicht – denn er selbst kommt in dem Video vor, zusammen mit seinen ehemals besten Freunden. Doch der Unfall ist nie passiert!
Schnell begreift Jonah, dass es sich um ein Deepfake handelt. Aber nicht nur das: Irgendjemand hat es auf ihre dunkelsten Geheimnisse abgesehen. Um das Schlimmste zu verhindern, muss die zerbrochene Clique wieder zusammenfinden und sich ihrer Vergangenheit stellen. Doch da taucht schon das nächste Video auf.

Colin Hadler hat mit „Seven Ways To Tell A Lie” einen neuen Jugendthriller rausgebracht, der den Leser lange ratlos mitgrübeln lässt.
Unsere Hauptfigur ist Jonah, lebt in der Kleinstadt Wane. In der Stadt ist nicht viel los, die Privatschule konkurriert mit der Städtischen und besonders die Reichen und Schönen des Ortes achten mehr auf den äußeren Schein als alles andere.
Jonah hat bzw. hatte seine Freunde und war zufrieden. Doch dann ist seine Freundin Enya verschwunden und die Clique auseinandergegangen.
Plötzlich tauchen Deepfakevideos auf, die nach und nach die schlimmsten Geheimnisse der Clique veröffentlichen. Die Freunde müssen wieder zusammenkommen, um das Ganze aufzuhalten.
Die Stimmung des Buchs ist so düster wie das Cover. Auf allem liegt ein Schatten. Ich musste immer wieder an einen Wald voller großer, dunkler Tannen denken.
Die Figuren sind authentisch und trotz des Genres auch irgendwie sympathisch.
Die Geschichte baut sich Stück für Stück auf und je mehr Jonah versucht über die Deepfakes herauszufinden, umso mehr erfährt der Leser über die vergangenen Ereignisse und die Geheimnisse der Protagonisten. Doch je mehr man weiß, umso unklarer wird alles.
Das hat die Spannung bis zum Ende aufrechterhalten und man konnte gut miträtseln.
Das Ende hat nochmal einen obendrauf gesetzt, konnte mich jedoch nicht ganz zufrieden stellen. Es war sehr dramatisch und wirkte dabei etwas konstruiert.
Aber im Gesamten hat das Buch Spaß gemacht. Definitiv ein spannender Jugendthriller.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Lieblingsbuch!

Yours Truly
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Briana Ortiz' Leben könnte besser laufen: Sie steht kurz vor der Scheidung, ihr kranker Bruder braucht eine Organspende und um die Beförderung zur Chefärztin muss sie mit Neuankömmling Jacob Maddox konkurrieren. ...

Briana Ortiz' Leben könnte besser laufen: Sie steht kurz vor der Scheidung, ihr kranker Bruder braucht eine Organspende und um die Beförderung zur Chefärztin muss sie mit Neuankömmling Jacob Maddox konkurrieren. Sie will ihn hassen. Anstatt die Situation zu entschärfen, tritt Jacob von einem Fettnäpfchen ins nächste … Bis Briana einen Brief von ihm bekommt. Einen sehr, sehr netten Brief, in dem sich herausstellt, dass er nicht der Teufel höchstpersönlich ist – sondern introvertiert, witzig und immer mehr ein guter Freund. Doch das ändert sich, als Jacob auch noch bereit ist, Brianas Bruder eine Niere zu spenden. Briana beginnt sich zu fragen: Ist Jacob nur das Match für ihren Bruder oder auch für sie selbst?

„Yours Truly“ Von Abby Jimenez hat mich umgehauen!
Das ganze Buch ist einfach zum Wohlfühlen. Die Autorin hat ein Buch geschaffen, mit einem tollen Setting, unheimlich sympathischen Figuren und einer Handlung, die mich immer wieder zum Grinsen und Auflachen gebracht hat.
Briana und Jacob sind unsere Hauptfiguren und werden von absolut liebenswerten Freunden und Familien begleitet.
Briana und Jacob haben zwar manchmal ein paar Kommunikationsschwierigkeiten, sind aber ansonsten so süß, respektvoll und liebenswert miteinander, dass man einfach dahinschmilzt.
Wer ein Buch mit großem Drama und Konflikt sucht, ist hier auf jeden Fall falsch.
Die Geschichte braucht keinen großen Knall und gibt dem Leser lediglich ganz viel Gefühl und Sympathie, so dass man mitfiebert und darauf wartet, dass es auch endlich Brianna und Jacob verstehen.
In der Geschichte thematisiert die Autorin auch starke Themen, wie Organspende, Sozialphobien und Kindsverlust. Sie geht aber auch hierbei mit viel Fingerspitzengefühl heran und lässt ihre Figuren super damit umgehen.
Ich habe das Buch gelesen und gehört und war beide Male total begeistert und hatte von Anfang bis Ende ein gutes Gefühl. Das Buch gehört auf jeden Fall direkt zu meinen Lieblingsbüchern!

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Verworren und spannend, in Vergangenheit und Gegenwart

Das Geheimnis der toten Mädchen: Thriller
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Gegenwart: Eine junge Historikerin wird tot im Keller des Stadtarchivs entdeckt. Zunächst sieht alles nach einem tragischen Unfall aus, aber Kriminalkommissar Oliver Bergmann hat Zweifel. Noch bevor die ...

Gegenwart: Eine junge Historikerin wird tot im Keller des Stadtarchivs entdeckt. Zunächst sieht alles nach einem tragischen Unfall aus, aber Kriminalkommissar Oliver Bergmann hat Zweifel. Noch bevor die Obduktion seinen Verdacht bestätigt, stirbt ein weiteres Opfer auf mysteriöse Weise durch einen Stromschlag. In dessen Wohnung stößt Oliver auf ein rätselhaftes Buch mit einer unheilvollen Nachricht des Täters. Die Warnung ist klar: Jeder, der es aufschlägt, muss sterben. Oliver glaubt nicht an düstere Prophezeiungen, doch während seiner Ermittlungen gerät er immer tiefer in einen Strudel aus tödlichen Geheimnissen...
Zons 1506: Mitten im Wald entdeckt Stadtsoldat Bastian Mühlenberg den leblosen Körper einer Frau. Sofort nimmt er eine Gruppe Wilderer fest. Doch bevor die Tote beerdigt werden kann, ist sie plötzlich spurlos verschwunden. Niemand hat etwas gesehen oder gehört. Während Bastian fieberhaft nach Antworten sucht, geschieht ein weiterer Mord. Und nicht nur das: Die erste Leiche taucht wieder auf, aber auf verstörende Weise verändert. Angst und Schrecken greifen um sich. Wer stört die Totenruhe? Bastian ahnt nicht, dass er einem Geheimnis auf der Spur ist, das tödlicher nicht sein könnte.

„Das Geheimnis der toten Mädchen“ ist der 15. Band der „Zons“-Reihe von Catherine Shepherd. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden. Man lernt einfach nur die Hauptfiguren besser kennen, die Geschichten sind aber in sich abgeschlossen.
Ich bin ein großer Fan von Catherine Shepherd und wurde auch in diesem Buch wieder sofort von ihrem Schreibstil mitgerissen.
Wie in den anderen Zons-Büchern, gibt es einen Erzählstrang in der Vergangenheit und einen in der Gegenwart. In der Vergangenheit sterben junge Frauen und tauchen verstümmelt wieder auf. In der Gegenwart stirbt eine Studentin und sie bleibt nicht die einzige Tote.
Bastian Mühlenberg von der Zonser Stadtwache, muss 1506 ebenso akribisch ermitteln, wie Oliver Bergmann von der Kripo heute.
Der Fall ist wirklich verworren und ich habe unheimlich lange hin und her überlegt, neue Theorien gesponnen und sie dann wieder verworfen.
Dieses Mal spannt die Autorin den Leser wirklich auf die Folter und man bleibt lange im Unklaren. Am Ende dröseln sich die verworrenen Erzählstränge dann aber auf und verbinden sich zu einem schlüssigen Ende. Auch die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart ist gelungen.
Ich bin und bleibe ein Fan der Bücher und kann sie jedem, egal ob Fan oder nicht, wirklich empfehlen.

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