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Veröffentlicht am 25.10.2025

Gauner gibt es überall

Arosa - wo auch Gauner Urlaub machen
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In diesem Roman lernt man das schweizerische Alpenparadies von einer anderen Seite kennen. Statt winterliche Idylle, gibt es hier kleine und größere kriminelle Handlungen, gerne auch mit einer unerwarteten ...

In diesem Roman lernt man das schweizerische Alpenparadies von einer anderen Seite kennen. Statt winterliche Idylle, gibt es hier kleine und größere kriminelle Handlungen, gerne auch mit einer unerwarteten Wendung. Obwohl ich eigentlich nicht der große Fan von Kurzgeschichten bin, machte ich ,bei dem von mir sehr geschätzten Autor,eine Ausnahme und wurde nicht enttäuscht.

Mit etwas schwarzem Humor, versteckten Lebensweisheiten und viel Schalk im Nacken präsentiert der Autor teilweise amüsante, teilweise hochkriminelle Geschichten.

Mehr als einmal habe ich mich dabei ertappt, dass ich Verständnis für die Ganoven aufgebracht habe,ups,das geht ja gar nicht.

Meistens waren es die unbedachten Kleinigkeiten welche zur Entlarvung der Täter führten,doch einiges blieb ungesühnt.

Ich habe beim Lesen viel geschmunzelt und teilweise laut gelacht.Mein Favorit war die Reinigungskraft ,welcher der Zufall ein raffiniertes Geschäftsmodell quasi vor die Füße warf,was ihr einen sorglosen Lebensabend bescherte.

Dass die Geschichten in Vergangenheit,Gegenwart und eine sogar in der Zukunft spielten,war besonders reizvoll.

Das Buch hat mir angenehme Lesestunden beschert ,ich vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Weitervererbte Traumata

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Klappentext übernommen:
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nicht weiß, woher er kommt. Sein Alter wird geschätzt,er erhält den Namen, Hartmut und ...

Klappentext übernommen:
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nicht weiß, woher er kommt. Sein Alter wird geschätzt,er erhält den Namen, Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze für einander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, wird ihre Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen Folgen haben.

Meine Meinung:

Am Beispiel der fiktiven Protagonisten, erzählt die von mir sehr geschätzte Autorin, eine Geschichte, die fassungs - und sprachlos macht. Es ist kaum zu begreifen, welch schreckliche Erfahrungen Tausende von Kindern in so genannten „christlichen Heimen“ machen mußten.Die Tatsache,dass alle Kinder nur Nummern ,anstelle von Namen hatten,ist nur ein Indiz von vielen, was für die menschenverachtende Führung dieser Heime sprach. Grausame Folter, verschimmeltes Essen,unmenschliche Strafen und Versuche mit nicht zugelassenen Medikamenten,die der Ruhigstellung dienten,gehörten zum Alltag.
Die Geschichte wird im Wechsel von verschiedenen Zeiten erzählt und erstreckt sich über mehrere Generationen.
Obwohl das Buch an manchen Stellen kaum auszuhalten ist ,enthält es auch Passagen,in welchen den Protagonisten etwas Freude zuteil wurde.
Erneut ein Buch ,was mich sehr bewegt zurücklässt ,ich vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Und ab und zu ein weißer Elefant

Sonnenaufgang Nr. 5
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Der 19 jährige Jonas hat gerade sein Germanistikstudium geschmissen und möchte in Zukunft als Ghostwriter sein Geld verdienen.Seine erste Kundin ist die alternde Diva Stella, die in einem Pavillon an ...

Der 19 jährige Jonas hat gerade sein Germanistikstudium geschmissen und möchte in Zukunft als Ghostwriter sein Geld verdienen.Seine erste Kundin ist die alternde Diva Stella, die in einem Pavillon an der Nordsee lebt. Ihr Haus ist gefüllt mit Biografien und jedes Buch enthält Zettel, die ihre Gedanken bergen.Gemeinsam tauchen sie in Erinnerungen ein,denn auch Jonas hat eine problematische Vergangenheit.
Neben den beiden Hauptcharakteren sind es die unterschiedlichen Menschen in Stellas Umgebung, welche denm Roman das gewisse Etwas geben. Der Maler Geraldo, der in Stella verliebt ist und ihr zu Ehren immer wieder Sonnenaufgänge malt. Paul und sein Hund „Guter Junge“,Nessa ,die in Jonas verliebt ist,Bentje ,die jeden Tag an der Bushaltestelle auf ihren lange verstorbenen Mann wartet und einige mehr.
In vielen Gesprächen,die oft sehr temperamentvoll sind ,aufgrund des exzentrischem Wesens der Diva,lernen alle aus ihren Erinnerungen,um zu einem zufriedenen Leben zu finden
Der Autor ist ein Meister der leisen Töne,die tief ins Herz gehen.
Auch wenn der Roman nicht ganz die Qualität des „ Buchspazierers“ erreichen konnte,habe ich es mir mit Begeisterung vorlesen lassen und vergebe vier Sterne.Die

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Narben auf der Seele

Was man nicht sieht, ist doch da
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Hans ist zehn Jahre, als er ohne das Wissen der Eltern, unter fadenscheinigen Gründen von der Schule abgeholt und in ein Erziehungsheim verbracht wird. Dort haben, fast zehn Jahre nach dem Krieg, immer ...

Hans ist zehn Jahre, als er ohne das Wissen der Eltern, unter fadenscheinigen Gründen von der Schule abgeholt und in ein Erziehungsheim verbracht wird. Dort haben, fast zehn Jahre nach dem Krieg, immer noch ehemalige Nazis, das Sagen. Sein Alltag ist fortan von Strenge und unglaublichen Schikanen seitens der so genannten „Erzieher“ und einem Kind bestimmt.Auch durch einen Geistlichen werden körperliche Züchtigungen durchgeführt.Der einzige Lichtblick ist der Gärtner,welchem er bei der Arbeit zur Hand geht.Er gibt ihm Herzenswärme und hilft in manchen verzweifelten Situationen.

Meine Meinung:

Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt. Der Schreibstil ist knapp und wirkt teilweise emotionslos, was zu Anfang gewöhnungsbedürftig war,im Nachhinein betrachtet aber gut zu dieser Geschichte passte. Meine Gefühle beim Lesen wechselten zwischen Traurigkeit, Mitleid mit einer geschundenen Kinderseele und Fassungslosigkeit über die Methoden, welche in diesem Erziehungsheim herrschen.

Die Liebe ,welche ihm der Gärtner zuteil werden ließ,gab ihm einen gewissen Halt,konnte aber die vielen anderen Defizite nicht ausgleichen.

Nach seinem vierjährigen Heimaufenthalt wird er,völlig verändert ,wieder ins Leben entlassen.Danach gibt es einen großen Zeitsprung und man erlebt den Protagonisten als alten,einsamen Mann .Demzufolge bleiben etliche lose Fäden,verbunden mit vielen Fragen zurück.Auch wenn dadurch Raum für eigene Gedanken bleibt, hätte ich gerne etwas über den dazwischen liegenden Zeitraum erfahren.

Die Geschichte läßt mich sehr nachdenklich zurück und wird noch etwas nachhallen.Von mir vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Mit Musik geht vieles leichter

Der Plattenspieler unter der Dachschräge
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Der Protagonist Sigi räumt das Haus seiner verstorbenen Mutter aus und erinnert sich beim Betrachten der Diasammlung an seine Jugend zurück.Jeder Abschnitt beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung,die ...

Der Protagonist Sigi räumt das Haus seiner verstorbenen Mutter aus und erinnert sich beim Betrachten der Diasammlung an seine Jugend zurück.Jeder Abschnitt beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung,die dann ausführlich erläutert wird.

Gemeinsam mit dem inzwischen 16 jährigen Protagonisten erlebt man eine Zeitreise in die siebziger Jahre. Damals war vieles anders, besser oder schlechter? das liegt im Auge des Betrachters.Auf eine humorvolle Weise beschreibt der Autor Sigis Alltag,der von vielen Problemen ,sowohl im schulischen – als auch im privaten Bereich belastet wird. Die Ehe seiner Eltern, in welcher ist schon lange kriselte, zerbricht, nachdem der Vater in betrunkenem Zustand ,mit fremder Begleitung,das Familienauto zu Schrott gefahren hat.Seine Mutter zieht aus, und Sigi befindet sich nun alleine mit seinem Vater und der zunehmend dement werdenden Oma im Haus. Sein Rückzugsort ist die Dachschräge, wo sich seit kurzem ein Plattenspieler, den er sich vom Geld des Ferienjobs gekauft hat, befindet. Die Musik hilft ihm dabei, seine Probleme vorübergehend auszublenden.

Auch in der Schule läuft nicht alles rund, trotzdem kämpft er mit großem Selbstbewusstsein für seine Rechte. Sigi beschäftigt er sich auch immer mehr mit dem anderen Geschlecht. Er möchte die Mädchen beeindrucken und eine Freundin haben. Deshalb will er auch unbedingt abnehmen, was ihm nach mehreren Anläufen gelingt.Natürlich geht es auch um das Lebensgefühl der damaligen Zeit, die Erfahrungen in der Tanzschule, Kinofilme, Musik und einiges mehr,eine Rolle.Was mich in dem Zusammenhang sehr nachdenklich stimmt, ist der all zu großzügige Umgang mit Alkohol und Nikotin.

Ich würde gerne Sigis Weg weiter begleiten und hoffe, es gibt demnächst ein neues Buch.

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