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Veröffentlicht am 12.04.2026

Kontrovers & Spannend

ZIMMER 706
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Bereits bei der Leseprobe hat mich das schon in seinen Bann gezogen. Allein die Thematik finde ich von der Autorin originell gewählt. Ich habe bisher noch nichts vergleichbares gelesen. Schon allein aus ...

Bereits bei der Leseprobe hat mich das schon in seinen Bann gezogen. Allein die Thematik finde ich von der Autorin originell gewählt. Ich habe bisher noch nichts vergleichbares gelesen. Schon allein aus dem Grund, dass es (glaube ich) nicht allzu viele Bücher über Frauen, die eine Affäre haben, gibt.
Die Autorin schafft es von Anfang an durch die gefährliche Situation von James und Kate, gefangen in einem Hotel, welches von Terroristen belagert wurde, eine Spannung aufzubauen, die sich durch das ganze Buch zieht. Auch wenn wir als Leser sehr viel in die Vergangenheit mit Kate reisen um herauszufinden wie ihre Beziehung zu ihrem Ehemann Vic ist, wie sie sich kennen gelernt haben, wie sie ihre Familie gegründet haben usw., befinden wir uns immer wieder in der Gegenwart in diesem Hotelzimmer. Und das waren für mich tatsächlich die spannendsten Szenen.

Der Schreibstil ist flüssig und einfach, weshalb ich das Buch super schnell durchgelesen habe.
Was mir besonders gut gefallen hat, dass sie genau beschrieben hat wie Kate James kennen gelernt hat und wie es zu der Affäre kam. Ganz unaufgeregt, ganz ohne Drama. Einfach wie es im echten Leben eben manchmal passieren kann. Es gibt nicht diesen "einen" Grund. Kate ist eine Frau, die beides sein will. Ehefrau/Mutter und eine Frau, die leidenschaftlichen Sex hat. Dass das nicht alles mit derselben Person funktionieren kann ist gar nicht mal so ungewöhnlich. Dieses Thema war wirklich perfekt für eine Leserunde, da es ganz viel Diskussionsmaterial zu bieten hatte! Man kann darüber streiten ob es nun richtig ist wie sie sich verhält oder nicht. Schlussendlich hat es mir gefallen, mal zu lesen, dass nicht jede Frau die eine perfekte Rolle einnimmt. Nein, wir Frauen machen auch Fehler, wir sind nicht perfekt und wir leben nicht nur für die Familie.


Achtung Spoiler:



Vom Ende war ich leider sehr enttäuscht, was rückwirkend auch leider meine ganze Bewertung zu dem Buch etwas verändert hat. Ich habe deutlich mehr Handlung erwartet! Und die ganze Zeit beim Lesen ging ich davon aus "naja irgendwas passiert noch" - aber nein, leider nicht.. Das hat mich schon etwas ratlos zurückgelassen. Der Fokus lag im Endeffekt stark auf Kate`s Leben und ihre Affäre und wenn ich das von Anfang an gewusst hätte, wäre ich am Ende vielleicht nicht so enttäuscht gewesen.

Im Großen und Ganzen ist es nichtsdestotrotz ein sehr gutes Buch, dass mal eine ganz andere Perspektive zeigt und ich werde es auf jeden Fall weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Burnout und die Hürden der Arbeitswelt

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen
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In diesem Buch begleiten wir die Erzählerin der Geschichte auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben. Jahrelang war sie im gleichen Beruf tätig bis sie nicht mehr konnte. Burnout. Und auf einmal fängt sie ...


In diesem Buch begleiten wir die Erzählerin der Geschichte auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben. Jahrelang war sie im gleichen Beruf tätig bis sie nicht mehr konnte. Burnout. Und auf einmal fängt sie von Null an. Sie sehnt sich nach einer Tätigkeit ohne Verantwortung, ohne Druck. Einfach nur da sitzen und monoton irgendeiner Arbeit nachgehen. Trocken und auf amüsante Weise erzählt sie von ihrem eintönigen Arbeitsalltag. Und doch steckt hinter jedem Job eine kleine Herausforderung und manchmal passieren seltsame Dinge, für die es keine richtige Erklärung gibt.

Insgesamt sind es fünf Jobs, die alle ihre Eigenheiten haben. Was mich ehrlich gesagt an der Geschichte am meisten fasziniert hat: Die Tatsache, dass die Erzählerin in jedem einzelnen ihrer Jobs wirklich intelligente Schlüsse gezogen hat und sich mehr eingebracht hat als von ihr gefordert war. Man hat durchgehend gemerkt wie klug sie ist. Sie hätte auch einfach stupide ihrer Arbeit nachgehen können, aber stattdessen war sie neugierig und hatte den Ehrgeiz Dinge herauszufinden, die anderen völlig egal war.

Das Buch ist mal etwas ganz anders gewesen als das was ich bisher kannte. Die Erzählweise sehr unaufgeregt, wenig Spannung, viele nebensächliche Details, was es manchmal schwer macht dran zu bleiben, aber trotzdem sympathisch. Ich konnte mich sehr gut in die Situation der Protagonistin hineinversetzen. Auch wenn ich selbst noch keinen Burnout hatte, kann ich es doch nachvollziehen wie anstrengend und überfordernd die Arbeitswelt sein kann. Je besser man in seinem Job ist, desto größer wird die Verantwortung und der Anspruch an sich selbst. Das erzeugt Druck und die Gefahr steigt, dass die eigene psychische Gesundheit darunter leidet. Bis man irgendwann vielleicht nicht mehr kann. Bis man ausgebrannt ist. Doch nur weil man aussteigt heißt es nicht, dass man aufhört gut zu sein. Eine Arbeit ohne jegliche Forderung kann genauso zermürbend sein. Das kann sich anfühlen wie ein Teufelskreis und ich finde das Buch beschreibt diese Thematik sehr gut.

PS: als Foodlovie fand ich es richtig toll , dass das Thema „Essen“ in dem Buch eine große Rolle gespielt hat und mehrmals habe ich durchs lesen ein klein bisschen Hunger bekommen. Auf jeden Fall hab ich mir Yakisoba Nudeln schmecken lassen, als ich mit dem Buch fertig war

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