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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2020

Ich fühlte mich ein wenig im Regen stehen gelassen..

Drowning - Tödliches Element
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Carl kommt erst im Krankenhaus wieder zu sich, was passiert ist, weiß er nicht. Nach einem tragischen Ereignis am See, bei dem sein Bruder Rob ertrunken ist, kann sich Carl an nichts erinnern. Nur Neisha, ...

Carl kommt erst im Krankenhaus wieder zu sich, was passiert ist, weiß er nicht. Nach einem tragischen Ereignis am See, bei dem sein Bruder Rob ertrunken ist, kann sich Carl an nichts erinnern. Nur Neisha, die ehemalige Freundin seines Bruders, kann ihm helfen, seine Erinnerung wieder zu finden. Doch diese hat zunächst panische Angst vor ihm, Carl kann sich nicht erklären, warum. Als ob das alles nicht bereits schlimm genug wäre, wird Carl immer wieder von Visionen seines toten Bruders geplagt. Er hört seine Stimme, sieht ihn sogar - und Rob ist ihm alles andere als freundlich gesinnt. Wird Carl verrückt? Oder ist sein Bruder tatsächlich hinter ihm her?


Das Buch hat fantastisch angefangen - die bedrückende, dunkle Atmosphäre konnte man gut spüren. Einen leichter Schauer, wie ihn sich die Autorin Rachel Ward erhofft hatte, konnte ich zwar zu keiner Zeit bemerken (vermutlich habe ich dafür einfach schon zuviel in dieser Richtung gesehen und gelesen) aber ich leugne nicht, dass die düstere Stimmung auch mich berührt hat.

Das Innenleben des Protagonisten, anfangs noch gekonnt und glaubhaft dargestellt, driftete leider bald ins übersteigerte, unglaubhafte ab. Seine Schuldgefühle, anfangs noch gut nachvollziehbar, waren bald nur noch fehl am Platz. Auch die Reaktionen einiger Handelnder konnte ich nicht wirklich nachvollziehen.

Ab der Hälfte ging es leider stetig bergab - als Leser hatte man das Gefühl, in der Geschichte auf der Stelle zu treten, alles wiederholte sich, die Spannung war weg. Das Ende war zu erahnen und dennoch nicht schlüssig. Ich fühlte mich danach etwas mit meinen Gedanken allein gelassen, zu vieles wurde nicht erklärt.

Für Jugendliche Genre - Starter durchaus empfehlenswert, begeisterten Thriller Fans rate ich hiervon allerdings ab. Drei Sterne gibt es dennoch, für den angenehmen Schreibstil und den guten Start - hätte es so geendet, wie es angefangen hat, wäre ich ein durchaus zufriedener Leser.

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Veröffentlicht am 17.04.2020

Sheila Levine war für mich schon lange vor der letzten Seite tot.

Sheila Levine ist tot und lebt in New York
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New York in den 70ern - und Sheila Levine ist mittendrin. Ein kreativer Job, eine schicke, hippe Wohnung und ein attraktiver Mann zum heiraten - so ihr Plan. Ein Job als Lehrerin, eine sichere Wohnung ...

New York in den 70ern - und Sheila Levine ist mittendrin. Ein kreativer Job, eine schicke, hippe Wohnung und ein attraktiver Mann zum heiraten - so ihr Plan. Ein Job als Lehrerin, eine sichere Wohnung und ein bodenständiger, jüdischer Mann zum heiraten - so der Plan ihrer Mutter. Funktionieren will beides nicht so wirklich. So beschließt Sheila sich das Leben zu nehmen - sie plant ihren Tod und schreibt ihren Abschiedsbrief, in dem sie mit allem abrechnet.


Erwartet hatte ich so einiges - vor allen Dingen aber eine lustige Geschichte um eine emanzipierte Frau, die versucht, ihren eigenen Weg durchs Leben zu gehen. Einer Frau, die zunächst allen Hindernissen trotzt, immer wieder vor diversen Problemen steht und diese aber mit ihrer zynischen Art löst - oder zumindest übergeht.

Bekommen habe ich eine Frau, die auch mit 30 noch nicht erwachsen ist, naiv und voller Selbstmitleid. Sheila Levine drängt sich immer wieder selbst in eine Opferrolle - und ihren Stolz hatte sie in der Mitte des Buches bereits mehrmals in die Tonne geschmissen. Auf die Idee, in sich wieder zu beschaffen, kommt sie erst gar nicht. Sicher, es ist nicht leicht, wenn von allen Ecken und Enden Druck gemacht wird und sich der passende Mann zum heiraten einfach nicht finden lässt - ein bisschen mehr Selbstständigkeit, mehr Biss, hatte ich mir aber schon erwartet.

Die überspitzten Klischees, was alles jüdische betrifft waren anfangs noch lustig, nach 30 Seiten ist da allerdings die Luft raus und man kann es einfach nicht mehr hören. Jüdische Männer hier, ein jüdisches Mädchen tut sowas nicht da.. nein, auf Dauer ist das wirklich nichts.

Die ersten Seiten des Buches sind amüsant und viel versprechend. Bald kommt der Leser allerdings an einen Punkt, an dem er Sheila Levine nur noch schütteln möchte. Man hofft, dass sie endlich aufwacht und ihr Leben in die Hand nimmt - aber man hofft vergeblich. Die Geschichte plätschert dahin, immer wieder kommen neue Dinge, die Sheila das Leben schwer machen. Und sie lernt nicht dazu. Kein bisschen. Sie kriegt einfach nichts auf die Reihe - und mit nichts meine ich nichts.

Ich habe an diesem Buch schnell den Spaß verloren. Statt Lust gab es sehr schnell Frust - die beiden übrigen Sternchen gibt es für den gut gelungenen Start und den angenehmen Schreibstil.

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Veröffentlicht am 15.04.2020

„Diamonds are a girl’s best friend“ – von wegen!

Ringlein, Ringlein
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Diverse Juweliere in Augsburg werden überfallen, neben einigen Rohdiamanten verschwindet auch noch ein weltbekannter Diamantring - den die Journalistin Charlotte Schwab dann an der Hand der berühmten Schauspielerin ...

Diverse Juweliere in Augsburg werden überfallen, neben einigen Rohdiamanten verschwindet auch noch ein weltbekannter Diamantring - den die Journalistin Charlotte Schwab dann an der Hand der berühmten Schauspielerin Vera Schneider entdeckt. Charlotte wird immer tiefer in den Fall verstrickt, denn als Vera, deren Biographie sie schreiben sollte, niedergestochen wird, gibt es für Charlotte kein zurück mehr. Doch wenn das nur alles wäre, mit dem sie sich rumschlagen muss. Dazu kommen noch die üblichen Probleme mit ihrer pubertierenden Tochter und auch noch ein leises Kriseln im Paradies bei ihrer Beziehung mit dem Staatsanwalt Michael, der momentan die Überfalle auf die Juweliere bearbeitet..


Durch die sympathische Protagonistin Charlotte wird man als Leser sofort in den Bann des Buches gezogen. Bei den kleinen und großen Auseinandersetzungen mit ihrer Tochter kann wohl jeder mitfühlen, der selbst Kinder hat oder sich noch gut an die Zeit erinnern kann, in der man selbst schon wahnsinnig erwachsen, die Mutter aber dummerweise anderer Meinung war - ich musste mehr als einmal schmunzeln.

Dieses Buch besticht nicht durch nervenzereißende Spannung, sondern durch gut recherchierte, realistische Ermittlungsarbeit und durch die Nähe der handelnden Personen zum Leser. Hobbyermittler, wie ich selbst normalerweise einer bin, bleiben hier auf der Strecke, der Täter ist bereits auf den ersten Seiten bekannt. Normalerweise würde ich das als Minuspunkt empfinden, hier hat es meinem Spaß am Lesen allerdings keinen Abriss getan.

Katrin Jacob hat einen wunderbaren, lockeren Schreibstil, die Konversationen wirken durchweg authentisch.

Ich habe hier fast nichts auszusetzen, den einzigen kleinen Minuspunkt gibt es für's Cover. Es ist sicher passend, würde mich aber davon abschrecken das Buch zu kaufen.

Alles in allem: Wenn ich könnte, würde ich 4,5 Sterne vergeben. Lasst euch nicht vom Cover abschrecken, durch die Geschichte, die sich dahinter verbirgt, wird man mehr als entschädigt!

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Veröffentlicht am 13.04.2020

Es geht um so viel mehr..

Abaton (Band 3)
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Edda und Simon landen nach ihrer Flucht bei hochspezialisierten Rebellen mitten in der Nordsee, wo sie mit ihnen den letzten Schlag gegen Gene-Sys und die Macht des Geldes planen. Linus bleibt verschwunden, ...

Edda und Simon landen nach ihrer Flucht bei hochspezialisierten Rebellen mitten in der Nordsee, wo sie mit ihnen den letzten Schlag gegen Gene-Sys und die Macht des Geldes planen. Linus bleibt verschwunden, die beiden Freunde können keine Verbindung zu ihm aufnehmen. Bei der Befreiung von Eddas Großmutter wurden die Freunde getrennt. Als die Rebellen von ihren Widersachern vernichtet werden, bleibt nur noch eine Chance: Edda und Simon müssen Linus finden um das Abaton zu erwecken und zu verhindern, dass die gesamte Menschheit zu willenlosen Marionetten gemacht wird.


Ich habe diesen Roman ohne jegliches Vorwissen gelesen, die beiden Vorgänger kenne ich nicht. Deshalb fiel es mir zugegebenermaßen nicht leicht, mich in die Geschichte einzufinden, gewissen Zusammenhänge sind mir auch jetzt, nach beenden der Lektüre, noch nicht ganz klar. Ohne die beiden anderen Bände zu kennen, würde ich dieses Buch also nicht empfehlen. Zu oft hatte ich ein leicht unbefriedigtes Gefühl beim Lesen, weil ich einiges nicht einordnen konnte. Dafür auch die beiden Sternchen Abzug.

Nichts desto weniger hatte ich Freude beim Lesen. Abaton - Im Bann der Freiheit hat mich in die verschiedensten emotionalen Gemütslagen gebracht. Einmal war ich sehr bedrückt, im nächsten Moment musste ich grinsen und später war ich dann zutiefst berührt. Ohne näher auf den Inhalt einzugehen bleibt hier anzumerken, dass dieses Buch ein wundervolles, berührendes Ende hat.
Auch kommt man nicht umhin, über sein eigenes Leben nach zu denken. Brauche ich wirklich alles, was ich habe? Ist da vielleicht noch mehr als Arbeit, Familie und Technik? Sollte man sich vielleicht öfter auf sich selbst besinnen?

Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet - Perfekte Romanhelden sucht man hier vergebens, man findet sich eher ein bisschen selbst wieder, mit all den Fehlern und Macken, die ein Mensch nun einmal so hat. Besonders zwei Nebencharaktere, Sudden und Olsen, haben es mir angetan. Mehr noch als die Protagonisten.

Alles in allem, Daumen hoch für dieses Buch - wenn man die beiden Vorgänger kennt.

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Veröffentlicht am 11.04.2020

Realitätsnah und fesseln!

Führers Vermächtnis
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Der junge Jurist Hendrik Römer bekommt einen Traumjob angeboten, einen Arbeitsplatz bei einer Umweltorganisation mit guter Bezahlung. Ohne lange darüber nachzudenken und ohne genau zu wissen, was ihn erwartet ...

Der junge Jurist Hendrik Römer bekommt einen Traumjob angeboten, einen Arbeitsplatz bei einer Umweltorganisation mit guter Bezahlung. Ohne lange darüber nachzudenken und ohne genau zu wissen, was ihn erwartet nimmt er den Job bei der Offensiven Natur an und lässt seine Freundin Lilliane in Berlin zurück. Doch alles kommt anders, als Hendrik sich das vorgestellt hatte - hinter der Offensiven Natur steckt die Naziorganisation ODESSA, dir kurz davor steht, ihr größtes Ziel zu verwirklichen: Die Errichtung des Vierten Reiches mitten in Deutschland. Auch sein alter Studienfreund Cornelius hat sich zu Hendriks Entsetzen den Nazis angeschlossen. Als dann auch noch seine Freundin Lilliane entführt wird, befindet sich Hendrik in einem Albtraum
Kann er Cornelius wieder auf den rechten Weg bringen und seine Freundin retten? Und vor allen Dingen - kann er die Errichtung des vierten Reiches noch verhindern?


Packend von der ersten Seite an - Kristina Herzog hat einen sehr angenehmen, leichten Schreibstil. Dieses Buch ist, trotz des etwas bedrückenden Themas, gut nebenbei zu lesen.

Alles wirkt erschreckend real - sicher hat man hier keine Dokumentation vor sich und ein paar kleine logische Schwachstellen lassen sich in jedem fiktiven Werk finden, aber das Grundgerüst ist schlüssig. Und man kommt nicht umhin, sich beim Lesen darüber Gedanken zu machen, wie einfach es doch wäre, Deutschland wieder mit dieser falschen Ideologie zu beseelen.

Sobald man als Leser in der Geschichte drin ist, bleibt der Spannungsbogen konstant aufrecht erhalten, man hat kaum Zeit durchzuatmen, und das, was man gerade miterlebt hat, zu verdauen, denn die Ereignisse reihen sich konstant aneinander. Ein paar Seiten mehr hätten in meinen Augen nicht geschadet, aber Lesen unter permanenter Hochspannung hat auch seinen ganz besonderen Reiz.

Alles in allem ein überaus gelungenes Buch, das ein paar Stunden Spannung und später vermutlich auch ein wenig Nachdenken garantiert.

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