Natur im Ungleichgewicht
Die HerdeWie in seinen Vorgängerbüchern schafft der Autor in diesem wieder ein fiktionales, aber mögliches Szenario für seinen Ökothriller. Eine Herde Elefanten bricht aus dem Süden von China aus einem Nationalpark ...
Wie in seinen Vorgängerbüchern schafft der Autor in diesem wieder ein fiktionales, aber mögliches Szenario für seinen Ökothriller. Eine Herde Elefanten bricht aus dem Süden von China aus einem Nationalpark auf gen Norden und verbreitet damit unbeabsichtigt Angst und Schrecken.
Im Norden Chinas soll auch ein neuer Staudamm gebaut werden, der das Ökosystem des Flusses und die geschützte Zwerggans massiv beeinträchtigen würde. Der schwedische Zoologe Peter Danielsson will das verhindern und sieht auch das Wandern der Elefantenherde als ein Alarmzeichen.
Da jedoch niemand auf ihn hört, versucht er mit allen Mitteln die Elefantenherde zu schützen, auf die mittlerweile Jagd gemacht wird. Dabei lernt er die leitende Ingenieurin des Staudammprojekts und ihre Mutter näher kennen.
Zur gleichen Zeit jagt sein Vater in Mexiko genauso leidenschaftlich einer bahnbrechenden archäologischen Entdeckung hinterher. Beide riskieren ihr Leben, um Erkenntnisse zu gewinnen und zu schützen.
In anderen Teilen der Welt beginnen andere Tierarten sich ebenfalls merkwürdig, auffällig und bedrohlich zu verhalten.
Bis zur Auflösung am Ende des Buches lässt der Autor die Lesenden im Dunkeln tappen, was es mit diesen Phänomenen auf sich hat. Durch die kurzen Kapitel und den ständigen Perspektivwechsel hält er die Spannung hoch. Die Erklärung für das seltsame Verhalten der Tiere ist so einfach, wie plausibel und wird hier nicht verraten.
Der Autor hat seinen Thriller wieder fest in der Wirklichkeit verankert, was das sehr informative Nachwort noch einmal nachdrücklich darlegt. Das Cover mit dem massiven Elefantenkopf (leider ein afrikanischer) ist sehr eindrucksvoll und passt zu Titel und Geschichte.
Insgesamt ein spannender Ökothriller, der uns wieder vor Augen stellt, was es bedeuten kann, wenn der Mensch „einfach mal wieder so“ in die Natur eingreift, die Landschaft verändert, das Artensterben vorantreibt und nur an sich selber denkt. Thilo Winters Botschaft kommt an!