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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2019

Angenehme Geschichte, die aber Spannung und Fieber vermissen lässt.

Verborgen im Gletscher
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Der Kriminalkommissar a.D. Konrad nimmt seine Ermittlungen zu einem alten Fall wieder auf, nachdem die Leiche überraschend im Gletscher gefunden wurde. Schnell vermutet er eine Verbindung zu einem Unfall ...

Der Kriminalkommissar a.D. Konrad nimmt seine Ermittlungen zu einem alten Fall wieder auf, nachdem die Leiche überraschend im Gletscher gefunden wurde. Schnell vermutet er eine Verbindung zu einem Unfall mit Fahrerflucht. Weitere Zusammenhänge zwischen den Fällen suchend, geht Konrad – zum Ärgernis der im Dienst stehenden Beamten – seinen Vermutungen nach. Er nimmt jede Spur auf, sei sie noch so klein. Dabei bleibt er hartnäckig und provoziert auch den ein oder anderen Zeugen.
Parallel erfahren wir mehr über Konrads Familie, den Tod seiner Frau und die zweifelhafte Vergangenheit des Ermittlers und auch die kriminellen Machenschaften seines Vaters, der ebenfalls ermordet wurde. Konrad versucht auch im Fall seines Vaters, weitere Anhaltspunkte zu finden und recherchiert auch hier in alle nur möglichen Richtungen.
Arnaldur Indridason führt uns in ein detailliert beschriebenes tristes und graues Island, das jedoch von vielen verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Zum einen werden wir auf die Folgen der globalen Erwärmung auf die Gletscher aufmerksam gemacht, dann werden uns die finanzielle Lage Islands und dessen Bewohner vor Augen geführt und wir erfahren einiges über das alltägliche Leben auf der Insel.
Während die Person Konrad und die Nebencharaktere eher blass beschrieben werden und ich mit keinem der Charaktere so richtig warm werde, ist die isländische Kultur und Lebensweise interessant zu lesen. Konrads Familiengeschichte gerät nicht so richtig in den Vordergrund, ist aber zu präsent um nur Nebengeschichte zu sein.
Die Ermittlungen selbst werden mit wenig Spannung und eher als zähes Nachfragen und im Trüben fischen dargestellt. Der Aha-Effekt am Ende der Geschichte bleibt für mich persönlich leider aus.
Fazit:
Die Geschichte hat leider kaum Potential für Krimifans, die auf Nervenkitzel, Mitfiebern und Mit-Ermitteln stehen. Die isländische Lebensweise wird jedoch so schön beschrieben, dass man Fernweh bekommt und sich die Orte der Geschichte gern persönlich anschauen möchte. Kein Pageturner, aber angenehme „Nebenlektüre“.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Stimmung
  • Figuren
Veröffentlicht am 16.10.2019

Eines meiner Highlights in diesem Jahr.

Die Flammen der Dämmerung
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Im dritten Teil der Reihe tauchen wir tiefer in Ineveras Geschichte ein. Wir erfahren ihren Werdegang zur Damajah. Für mich persönlich gewinnt der Charakter damit viel an Sympathie, lässt jedoch meine ...

Im dritten Teil der Reihe tauchen wir tiefer in Ineveras Geschichte ein. Wir erfahren ihren Werdegang zur Damajah. Für mich persönlich gewinnt der Charakter damit viel an Sympathie, lässt jedoch meine immer wieder auftretenden Vermutungen bestehen, dass das Wüstenvolk mehr von niederen Trieben gesteuert ist als sie selbst es wahrhaben wollen. Inevera geht über Leichen wenn es ihr oder Jardir nutzt. Auch wenn ihr Lebenslauf so manches Verhalten erklärt, zeigt ihre Geschichte, dass Krasianer ohne Mitleid nach dem Gesetz des Stärkeren leben.
Nachdem wir Inevera näher kennengelernt haben springt die „aktuelle“ Handlung des dritten Teils zwischen Thesa und Krasia bzw. dem eroberten Land „Everams Füllhorn“ hin und her.
Eingewoben in diese Geschichte erleben wir Abban in Höchstform seiner Handelskunst. Zudem bemerken wir, dass er nicht so unterwürfig einem Gebieter wie Ahmann dient, sondern als erstes seinen eigenen Vorteil zu nutzen weiß. Weiterhin erweist er sich als schlauer Stratege und Ratgeber für Jardir, der aber auch den Thesanern nicht schaden möchte.
Die Verbindung zwischen Jardir und Leesha wird ebenso auf eine harte Probe gestellt wie die der drei Freunde Arlen, Rojer und Leesha. Dennoch scheinen sich die Bindungen, die die drei eingehen zu Gunsten aller Menschen zu entwickeln.
Überraschenderweise stelle ich am Ende des Buches fest, dass ich Arlen die Wut und die Vorwürfe an Jardir in dem Maße gar nicht zugetraut habe und umgekehrt hätte ich Jardir nicht die Trauer um seinen einstigen Freund, den par’chin, und die Entwicklung der Geschichte zugestanden.
Fazit:
Peter V. Brett überrascht wieder ein Stück mehr, indem er die detailliert ausgearbeiteten Charaktere in die Fortsetzung der spannenden und aufreibenden Geschichte einbettet. Trotz des Umfangs wird die Geschichte nicht langweilig. Man kann die Zeitsprünge gut einordnen und auch die unterschiedlichen Orte gut abgrenzen. Beim Lesen wird immer wieder klar, dass die Rückblicke und Werdegänge der Charaktere wichtig und sinnvoll eingebunden sind und sich an dem gewählten Platz gut entfalten können.
Das Buch ist eines meiner Jahreshighlights 2019.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Mein bisheriges Highlight in diesem Jahr! Eine leise Geschichte zweier kaputter Seelen.

Alte Sorten
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Sally und Liss begegnen sich zufällig an einem Weinberg. Diese Begegnung soll jedoch ihrer beider Leben verändern. Sally ist weggelaufen. Weg von den Eltern, weg von der Klinik, in der sie psychologisch ...

Sally und Liss begegnen sich zufällig an einem Weinberg. Diese Begegnung soll jedoch ihrer beider Leben verändern. Sally ist weggelaufen. Weg von den Eltern, weg von der Klinik, in der sie psychologisch betreut werden sollte, weg von der Schule….von ihrem bisherigen Leben. Liss ist geblieben. In ihrem Alltag, den sie von klein auf kennt. Sie konnte nur kurz in ein anderes Leben schauen und musste dann in ihr altes Leben zurück. Über die schwere Arbeit auf dem Hof von Liss lernen sich die beiden kennen und erfahren langsam, behutsam und in Etappen die Details in der Vergangenheit der anderen. Sie decken teils hart und teils vorsichtig wunde Punkte auf und finden Wege, diesen eine Heilungschance zu geben.
Die Geschichte von Sally und Liss ist wunderschön in den Kontext des Hoflebens eingebettet. Neben den detaillierten Beschreibungen der Natur und der Arbeitsabläufe auf dem Hof faszinieren mich die Schreibweise und die Perspektiven am meisten. Herr Arenz bedient sich einem feinen, leisen Stil, der mich sehr anspricht. Die Wortwahl ist sehr genau, ich würde sogar sagen ordentlich und trägt Gefühle, Eindrücke und Bilder schön in die Gedanken des Lesers. Erfahrungen, Empfindungen und Sichtweisen der Protagonisten werden durch verschiedene spezifische Stilfärbungen in der Sprache deutlich. Damit zeichnet der Autor ein weiches detailliertes Foto der Charaktere, in die man schnell hineinfindet.
Sehr genossen habe ich die Beschreibungen der Natur und der Tätigkeiten auf dem Hof. In dieser Geschichte gehen diese Darstellungen weit über das, was ich bisher kannte, hinaus. Vorgänge wie Schnaps brennen, Kartoffeln ernten und Herbsten werden in Einzelheiten beschrieben, ohne zu langweilen. Im Gegenteil. Die detaillierten Schilderungen wecken nicht nur Interesse sondern lassen den Hauptstrang der Geschichte mehr an Bedeutung gewinnen. Sallys Neugier und Liss Lehre vertiefen die Charakterdarstellung der beiden und bindet das Umfeld, in dem die beiden agieren, rund in die Geschichte ein.
Fazit:
Ewald Arenz hat mich mit diesem Buch sehr fasziniert. Die Kombination aus Psychologie, Landarbeit und fast schon Wissenschaft der Pflanzenvielfalt hat mich während des Lesens im gesamten immer wieder überrascht. Ich konnte mich dank des schönen, flüssigen und klaren Schreibstils schön in die Geschichte hinein lesen und glaube, schon im Mai sagen zu können: Ich habe mein Highlight in diesem Jahr gefunden. Es gibt viele Autoren, die ich gern lese, aber dass es ein für mich noch neuer Autor geschafft hat, mit diesem Buch auf Platz 1 meiner Favourites zu kommen, hätte ich nicht gedacht. Vielen Dank dafür!

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 29.04.2019

Magische Cupcakes – sogar für Erwachsene

Cassandra Carpers fabelhaftes Café
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Emma erlebt in diesem Buch was Freundschaft, Zusammenhalt und eben auch Magie bedeuten. Als Emma auf der Flucht vor Mitschülern, die sie ständig ärgern, in die Cupcakery von Cassandra Carper stolpert, ...

Emma erlebt in diesem Buch was Freundschaft, Zusammenhalt und eben auch Magie bedeuten. Als Emma auf der Flucht vor Mitschülern, die sie ständig ärgern, in die Cupcakery von Cassandra Carper stolpert, beginnt für sie ein magisches Abenteuer.
Sie erfährt, dass es magische Cupcakes gibt, dass es Fabelwesen gibt und dass es mitten in London einen geheimen Stadtteil voller Hexen, Zauberer und Magie gibt. Doch Cassandra ist plötzlich verschwunden. Niemand kann ihr erklären warum und wohin, das Café gibt es noch, jedoch scheint alle Magie daraus gewichen zu sein. Nach und nach tauchen seltsame Gestalten in der Nähe von Emma auf und es geschehen Dinge, die nicht normal sind. Zu allem Überfluss hat sie auch noch ein großes schweres Buch, das sie einfach nicht verlassen will.
Zu Emmas Glück findet sie in Paula und Ben Freunde, die ihr bei einer schweren Aufgabe beistehen: Cassandra Carper zu retten. Diese ist entführt worden, erfahren die Kinder, und niemand weiß so richtig wie man sie zurückholen kann. Mit Hilfe von Cassandras Freunden und einigen Fabelwesen, die so allerhand Missgeschicke verursachen, finden die Kinder, Hexen und Zauberer einen Weg, Cassandra zu retten. Jedoch stellt dies Emma und ihre Freunde vor eine fast unlösbare Aufgabe. Wird es Ihnen gelingen, Cassandra zu retten und die Magie in der Welt zu erhalten?
Fazit:
Als ich mit dem Lesen begann war mir nicht ganz klar, ob ich grade tatsächlich ein Kinderbuch lese. Bei all der „schweren Kost“, die ich sonst durchstöbere, war es überraschend schön und erfreulich, einfach mal locker in eine Geschichte hineinzufinden und schnell stellte ich fest, dass auch ich als Erwachsene von der Magie der Geschichte vereinnahmt wurde. Wie auch meine geliebten Krimis, Romane oder historischen Geschichten hat mich Mona Herbst in die Welt der Cupcakes gezogen. Mit viel Liebe und immer auch irgendwie einer Verbindung zur Realität verfolgte ich Emma und ihre Freunde bei ihrer Aufgabe, Cassandra zu retten. Oft musste ich schmunzeln über die Missgeschicke der Hexen, Fabelwesen oder auch der Kinder. Dennoch blieb die Spannung erhalten und damit auch der Spaß an der Geschichte.

  • Cover
  • Geschichte
  • Figuren
  • Fantasie
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 19.04.2019

Wieder einmal ein angenehmes Lesevergnügen!

Origin
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Robert Langdon reist nach Bilbao, um im Guggenheim Museum seinen ehemaligen Studenten zu treffen und einer Präsentation beizuwohnen, die beweisen soll, dass Religion unnötig und falsch ist. Die Entdeckungen ...

Robert Langdon reist nach Bilbao, um im Guggenheim Museum seinen ehemaligen Studenten zu treffen und einer Präsentation beizuwohnen, die beweisen soll, dass Religion unnötig und falsch ist. Die Entdeckungen des Edmond Kirsch sollen die Entstehungsgeschichte der Menschheit revolutionieren und sogar die Zukunft des menschlichen Lebens voraussagen und beweisen können.
Aufgrund eines „Zwischenfalls“ wird die Präsentation jedoch beendet bevor Kirsch seine Entdeckungen der Welt zeigen kann. Langdon und die Kuratorin des Museums Ambra Vidal flüchten mit Hilfe von Edmonds Computerprogramm und versuchen, den PC mit der Präsentation zu finden und diese im Sinne Edmonds zu veröffentlichen. Dabei geraten sie wie in den bekannten Langdon-Geschichten gewohnt mehr als einmal in Lebensgefahr. Langdon und Vidal lassen jedoch nichts unversucht.
Parallel werden im Internet Gerüchte gestreut. War das spanische Königshaus in die Vorgänge im Guggenheim Museum involviert? Ist die palmarianische Kirche schuld, dass die Präsentation nicht abgeschlossen wurde? Wer ist der mysteriöse Killer, der nun Langdon und Vidal verfolgt? Und wer streut überhaupt diese Gerüchte?
Dan Brown versteht es wie in den „Vorgängerbüchern“ uns niemals zu langweilen und uns immer neugierig zu halten. Lange erfahren wir nicht was Kirsch entdeckt hat, immer wieder verdächtigen wir andere Personen, Intrigen zu spinnen und falsche Fährten zu legen. Und wie gewohnt kommt es am Ende anders als wir dachten. Erst in den letzten Kapiteln habe ich den „richtigen Riecher“ gehabt und meine Vermutung hat sich bestätigt. Jedoch auch hier war es eine vage Idee was Täter und Planung der Ereignisse angeht. Die Spannung bleibt durch das ganze Buch erhalten und ich muss sagen, dass die Thematik, die ja von Anfang an gewagt ist, nicht in einer fantastischen, konstruierten Präsentation endet. Die Auflösung der Fragen, die sich während des Lesens stellen ist einfach zu verstehen und durchaus plausibel genug, um unser Weltbild bzgl. der Fragen „Woher kommen wir? Wohin gehen wir?“ um eine Möglichkeit zu erweitern. Fachlich mag ich da falsch liegen, da ich kein Physiker, Mathematiker und/oder Biologe bin. Aber in Bezug auf die Geschichte, mit der Dan Brown mich leider viel zu kurz unterhalten hat, ist der rote Faden gut gesponnen.

Fazit:
Robert Langdon in seinem Element. Er löst – wenn auch diesmal recht wenige – Rätsel und knackt den ein oder anderen Code. Der Leser erhält Einblicke in Kunst und Kultur und ich muss gestehen, dass ich so einige Bauwerke und Sachverhalte der Geschichte während des Lesens recherchiert habe. Neben der eigentlichen Geschichte ist dies für mich ein Highlight bei Dan Brown.
Es lohnt sich, Robert Langdon auf seinem neuesten Abenteuer zu folgen!