Profilbild von Literaturgarten

Literaturgarten

Lesejury-Mitglied
offline

Literaturgarten ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Literaturgarten über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2018

Tulpen aus Amsterdam

Tulpengold
0 0

Rezension

Inhalt:
Wir befinden uns Im Jahr 1636 in der Stadt Amsterdam.
Der junge Pieter, ein witziger und intelligenter Malerlehrling kommt einer Mordserie auf die Spur, in die auch sein Meister Rembrandt ...

Rezension

Inhalt:
Wir befinden uns Im Jahr 1636 in der Stadt Amsterdam.
Der junge Pieter, ein witziger und intelligenter Malerlehrling kommt einer Mordserie auf die Spur, in die auch sein Meister Rembrandt verwickelt wird.
Pieter liebt die Mathematik, logische Schlussfolgerungen seiner eigenen Überlegungen und stellt auch gern die Handlungen seiner Mitmenschen in den Mittelpunkt seiner alles hinterfragenden Gedankenwelt.
In Amsterdam kursierte zur damaligen Zeit der Handel um wertvolle Tulpenzwiebel-Papiere, die von allen Bevölkerungsschichten heiss begehrt und gekauft wurden.
Kann der Handel mit den kleinen , etwas unscheinbaren Tulpenzwiebeln etwas mit den Morden zu tun haben?

MEINE MEINUNG:
Das hübsche Tulpencover hat mich angesprochen und eine Verbindung zwischen einem Historienroman und den charaktervollen Frühlingsblumen erschien mir lesenswert und ungewöhnlich.
Die Autorin Eva Völler , auch bekannt unter dem Namen Charlotte Thomas, hat ein sehr lebhaftes und bunt wirkendes Bild der Stadt Amsterdam beschrieben, welche mich sofort in diesen Trubel hineingetragen hat.
Die zugefrorenen Grachten, auf denen sich Schlittschuhläufer tummeln , die Atmosphäre der Fischmärkte und die rauchige Tabakluft der Schankwirtschaften haben mich tief in die damalige Zeit versetzt.
Die Atmosphäre und der Duft nach Leinöl und Firniss der Malwerkstätten grosser Künstler, wie Rembrandt , hat ein übriges dazu getan.
Der Tulpenhandel versprach Spannung und Verwicklungen.

Der witzige und etwas lebensfremde Pieter wirkte auf mich allerdings wie ein kauziger Eigenbrötler und seine laufenden mathematischen Berechnungen und Gedankengänge haben mich immer wieder aus dieser tollen Lesestimmung herausgerissen. Da ich keine begeisterte Krimileserin bin, konnte mich auch die allmähliche Verwicklung in eine kriminalistische Recherche nicht wirklich fesseln.
Ich habe mich einfach ein wenig gelangweilt und wirkliche Spannung auf die Ergreifung des Mörders kam bei mir nicht auf.
Das tut mir ein wenig leid um das tolle Thema des Tulpenhandels und die wunderbare Stadt Amsterdam. Die Autorin hat darüber sehr gut informiert, aber ich hätte mir mehr menschliche Verwicklungen und Beschreibungen der unterschiedlichen Protagonisten im gesamten Roman gewünscht. Pieter war zwar nett, aber für mich als Leserin eben kein ausreichend fesselnder Charakter - und Sympathieträger. Der ganze Roman hat bei mir durch diese kleinen Schwächen leider einen blassen, eigentümlichen Leseeindruck hinterlassen.
Meine Bewertung: VIER ****STERNE für dieses tolle Buch mit kleinen Schwächen.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Lübbe Verlag für dieses schöne Rezensionsexemplar.