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Veröffentlicht am 07.05.2021

Trotz spannender Momente kein "Pageturner"

Die Katze und die Leiche in der Scheune
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Zum Inhalt: Clarice Beech, Töpferin und leidenschaftliche Tierretterin, begibt sich nach einem Hinweis auf die Suche nach dem vermissten Kater einer Freundin - und findet mehr als nur - in diesem Fall ...

Zum Inhalt: Clarice Beech, Töpferin und leidenschaftliche Tierretterin, begibt sich nach einem Hinweis auf die Suche nach dem vermissten Kater einer Freundin - und findet mehr als nur - in diesem Fall - den flauschigen Dreibeiner. Bei der Leiche, auf der Clarice nach einem Sturz unglücklicherweise zum Liegen kommt, handelt es sich um eine Dorfbewohnerin, die Clarice flüchtig gekannt hat: Rose oder, wie sie offenbar früher hieß, Sharon.
Welchen Grund hatte sie, ihre Identität zu verschleiern, und hat das etwas mit ihrer Ermordung zu tun?
Schon bald tun sich erste Hinweise auf, und Clarice muss bald erkennen, dass ihr der Mörder vielleicht näher steht, als ihr lieb ist...

Insgesamt ist "Die Katze und die Leiche in der Scheune" unterhaltsam, zieht sich allerdings leider auch immer wieder ein bisschen. Das liegt unter anderem an der manchmal etwas zu ausführlichen und detailreichen Beschreibung von Clarices "nicht-detektivischen" Aktivitäten, die die Handlung nicht wirklich nach vorne bringen oder bereichern, sondern eher etwas ablenken.
Verwirrend war teilweise auch die große Zahl an Charakteren, sowohl menschlicher als auch tierischer Natur, und wie diese zueinander in Beziehung stehen. Eine kleine Aufstellung wäre hier sicher hilfreich gewesen.
Die Charaktere, die mit Clarice eng in Verbindung stehen, waren anschaulich beschrieben, einige wurden einem mit der Zeit richtig sympathisch. Es gab aber auch Personen aus Clarices Bekanntenkreis, die mir mit der Zeit immer unsympathischer wurden und zu denen ich keine richtige Verbindung aufbauen konnte. Hier fehlte mir etwas der "Tiefgang".
Meinen Eindruck fand ich ein wenig in Clarices Interaktionen mit ihnen gespiegelt, die auf mich etwas gefühlskarg wirkten. Insgesamt kam Clarices emotionales Erleben und ihr "innerer Monolog" meiner Meinung nach etwas zu kurz, wodurch die Erzählung manchmal etwas flach ausfällt.
Unterhaltsam wird die Geschichte dennoch durch den fließenden Erzählstil, der immer wieder mit kleinen Anekdoten, einer feinen Prise trockenem Humor, viel Ernst und ungewöhnlichen, aber interessanten Sprachbildern angereichert ist.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 28.05.2020

Herrlich kauziger Krimi mit einigen Wirrungen

Mord in Sunset Hall
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Eigentlich will Agnes Sharp nur gemeinsam mit den anderen Mitbewohnern ihrer Alten-WG in Ruhe ihren Lebensabend genießen. Doch da gibt es so viel, das die Ruhe stört: Der kaputte Treppenlift. Die kaputte ...

Eigentlich will Agnes Sharp nur gemeinsam mit den anderen Mitbewohnern ihrer Alten-WG in Ruhe ihren Lebensabend genießen. Doch da gibt es so viel, das die Ruhe stört: Der kaputte Treppenlift. Die kaputte Hüfte. Die Tote im Schuppen. Die Tote auf der Veranda der Nachbarn. In ihrem kleinen Örtchen scheint ein skrupelloser Killer umzugehen, der es auf ältere Damen abgesehen hat.
Das kann die WG natürlich nicht auf sich beruhen lassen, und gemeinsam mit Schildkröte Hettie machen sie sich daran, den Mörder zu schnappen - und schon bald scheint es so, als würden sie ihm ausgerechnet in ihrer eigenen Vergangenheit auf die Spur kommen...

"Mord in Sunset Hall" besticht mit messerscharfen Dialogen, rasanten Entwicklungen, vielen (überraschenden) Wendungen und einer großen Portion schwarzem Humor. Die verschiedenen Charaktere sind wunderbar scharf umrissen und so verschieden wie kauzig, sodass man sie einfach sofort ins Herz schließen muss.
Der Erzählstil ist charmant, locker-leicht, bisweilen herrlich boshaft und fließt nur so dahin. Eins ist sicher: Langeweile kommt mit dieser Lektüre nicht auf!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2020

Sara Lintons erster Fall

Belladonna
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Sara Linton, Kinderärztin und Rechtsmedizinerin, ist mit ihrer Schwester beim Mittagessen, als sie auf der Toilette des Restaurants eine schwer verletzte Frau findet. Trotz aler Bemühungen vonseiten Saras ...

Sara Linton, Kinderärztin und Rechtsmedizinerin, ist mit ihrer Schwester beim Mittagessen, als sie auf der Toilette des Restaurants eine schwer verletzte Frau findet. Trotz aler Bemühungen vonseiten Saras stirbt die Frau, und es werden Ermittlungen eingeleitet - geführt ausgerechnet von Saras Ex-Mann Jeffrey.
Auch Sara wird in ihrer Funktion als Rechtsmedizinerin eingebunden, doch zunächst scheinen sämtliche Ermittlungen ins Leere laufen. Bis es schließlich so scheint, als gebe es eine Verbindung zu Saras Vergangenheit...

Der Thriller lässt sich Zeit, alle Charaktere erst einmal einzuführen, die Haupthandlung entwickelt sich zunächst langsam. Stattdessen tauchen wir ein in die schwierige Beziehung zwischen Jeffrey und Sara und das chaotische Innenleben der Schwester des Opfers, die zudem ebenfalls an den Ermittlungen beteiligt ist.
Man merkt, dass die Erzählweise darauf ausgelegt ist, dem Leser die Charaktere, die uns über mehrere Bücher hinweg begleiten werden, sympathisch zu machen. Dies führt jedoch mitunter auch zu ein paar (verschmerzbaren) Längen.
Wer am Ball bleibt, wird mit einem fulminanten Showdown belohnt, der einige Geheimnisse lüftet - nicht nur des Mörders, sondern auch der Ermittler.
Nina Petris Art zu lesen ist angenehm unaufgeregt (manche würden vielleicht auch sagen etwas monoton), was mir persönlich gut gefiel. Es passt zu der Art, wie der Thriller sich entwickelt, und man kann ihr gut folgen.
Wer kein Problem mit einigen eher unappetitlichen Details bei den Obduktionen hat, der macht mit diesem Hörbuch nichts falsch!

  • Sprecherin
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 15.05.2020

Ein Thriller der etwas anderen Art

VERGESSEN - Nur du kennst das Geheimnis
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Kirsty und ihre Familie haben eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem die Depression ihres Mannes in einem Selbstmordversuch gipfelte, scheint der Zeitpunkt perfekt für einen Neuanfang in Kirstys alter ...

Kirsty und ihre Familie haben eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem die Depression ihres Mannes in einem Selbstmordversuch gipfelte, scheint der Zeitpunkt perfekt für einen Neuanfang in Kirstys alter Heimat Wales, wo sie gemeinsam Mit ihrem Mann und ihrer Mutter eine Pension eröffnen möchte.
Doch noch bevor diese überhaupt eröffnet ist, drängt sich ein Schatten aus der Vergangenheit zurück in ihre Familie: Selena, Kirstys Cousine, die sie eigentlich seit Vorfall, der damals zu dem Bruch zwischen den Mädchen führte, nie wiedersehen wollte.
Doch dann wird Selena ermordet, und Kirsty wird klar, dass damals vielleicht nicht alles so war, wie es schien...

Der Thriller greift geschickt verschiedene Themen und Schicksale auf und verflicht sie untrennbar miteinander. Im Verlauf der Geschichte wird immer klarer, dass alle Beteiligten eine lichte und eine dunkle Seite haben - sogar Kirsty, die eigentlich immer erpicht war, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten.
Doch die Bedrohung, die scheinbar gleichzeitig von außen wie von innen zu kommen scheint, zermürbt nicht nur sie langsam, aber sicher. Irgendwann ist sich niemand mehr sicher, wem er eigentlich trauen kann, und vor allem, wer die geheimnisvolle, schöne Selena eigentlich tatsächlich war...Und wenn man dann als Leser schon selbst nicht mehr weiß, was man glauben soll, präsentiert Douglas die Lösung in einem stillen Höhepunkt - der überraschender nicht sein könnte.
Die Geschichte wird packend und kreativ erzählt, mit einigen Wendungen und viel Liebe zum Detail. Auch die Charaktere werden recht plastisch herausgearbeitet, der Erzählstil ist angenehm flüssig.
Für Thriller-Fans eine Geschichte, die für Kurzweil sorgt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2020

Bewegende Dystopie mit Tiefgang

Gestohlene Erinnerung
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Der New Yorker Detective Barry Sutton sieht sich neuerdings mit einem beängstigenden Phänomen konfrontiert, dem False Memory Syndrome, das mittlerweile sogar Menschen in den Selbstmord treibt.
Auch die ...

Der New Yorker Detective Barry Sutton sieht sich neuerdings mit einem beängstigenden Phänomen konfrontiert, dem False Memory Syndrome, das mittlerweile sogar Menschen in den Selbstmord treibt.
Auch die Hirnforscherin Helena Smith hat mit dem Thema Erinnerung zu tun. Sie versucht, mithilfe einer besonderen Erfindung Alzheimer-Patienten dabei zu helfen, ihre kostbarsten Erinnerungen zu bewahren.
Doch dann gerät ihre Erfindung in die falschen Hände, und schon bald müssen die beiden eng zusammenarbeiten, um eine drohende Katastrophe abzuwenden...

Zu Beginn wartet das Buch mit viel Know How zum Thema Hirnforschung, Erinnersungsforschung und Theorien zum Raum-Zeit-Kontinuum auf. Leider erzeugt das bisweilen auch gewisse Längen. Hat man sich aber erst einmal hineingelesen, nimmt das Buch so richtig an Fahrt auf, und ein Ereignis jagt das andere.
Die Geschichte wird in einem angenehm fließenden Schreibstil aus zwei Perspektiven erzählt: Der von Helena Smith, deren Erfindung in den falschen Händen viel Schaden anrichten könnte, und Barry Sutton, der mit den Auswirkungen des False Memory Syndrome zu kämpfen hat. Beide Figuren sind wunderbar plastisch dargestellt und entwickeln sich über die gesamte Erzählung hinweg auf beeindruckende Art und Weise. Am Ende trennt man sich mit der letzten Seite tatsächlich nur ungern von den beiden.
Zunächst verfolgen wir als Leser, wie beide für sich mit ihren eigenen Dämonen kämpfen und versuchen, das richtige zu tun.
Als die beiden schließlich zusammentreffen, merken sie nicht nur, dass sie einander brauchen, um eine Katastrophe zu verhindern, sondern verlieben sich ineinander. Von da an beginnt für sie ein Abenteuer, das das Raum-Zeit-Kontinuum zu sprengen scheint und bis zum Ende voller Romantik, Tragik und Hoffnung den Leser in seinen Bann zieht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere