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Lynn253

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2025

Spannende Geschichte mit tollen Charakteren

These Ancient Flames 1: Awake
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Bereits das Cover von "These Ancient Flames: Awake" ist absolut magisch und der Rest des Romans steht dem in nichts nach.
Mit dem Einstieg habe ich mich allerdings etwas schwergetan. Die erste Seite hat ...

Bereits das Cover von "These Ancient Flames: Awake" ist absolut magisch und der Rest des Romans steht dem in nichts nach.
Mit dem Einstieg habe ich mich allerdings etwas schwergetan. Die erste Seite hat mich recht verwirrt zurückgelassen und ich habe ein bisschen gebraucht, um mich in der Geschichte zurechtzufinden. Aber das Weiterlesen hat sich definitiv gelohnt!

Das Setting beinhaltet eine spannende Mischung aus moderner Welt und magischem System, inklusive magischer Linien, die angezapft und zur schnellen Fortbewegung genutzt werden können, und natürlich Drachen. Das Magiekonzept ist spannend und gut erklärt, und auch die verschollenen Drachen sind faszinierend. Hier war für mich vor allem der Glaube an die Drachen und der unterschiedliche Umgang damit ein interessantes Element.

Der Schreibstil war angenehm und die Geschichte spannende erzählt - nicht zu schnell und nicht zu langsam. Auch die wechselnden Perspektiven haben für mich gut gepasst und zu der Erzählung beigetragen.
Zudem gab es immer wieder spannende Wendungen, vor allem zum Schluss hin nochmal.

Positiv hervorheben möchte ich noch die unterschiedlichen und komplexen Charaktere. Erzähler sind Meiling, Leibwächterin im ersten Kanton und Raven, Prinz des verfeindeten Reichs. Meiling ist stark, mutig, loyal und aufrichtig; außerdem verleiht ihr ihre Position als Leibwächterin eine interessante Perspektive. Raven ist dagegen etwas undurchschaubarer, macht aber eine spannende Charakterentwicklung durch. Abgerundet wird die Reisegruppe durch Tao, Prinz des ersten Kantons und Meilings bester Freund; sowie Cole, Ravens bester Freund.

Ich habe lediglich einen kleineren Kritikpunkt zum Titel: der klingt zwar schön, aber hätte es eine deutsche Variante nicht auch getan? Der Roman ist doch im Original auch auf deutsch geschrieben.

Insgesamt aber eine spannende Geschichte mit tollen Charakteren.

Veröffentlicht am 13.08.2025

Spannendes Sachbuch mit vielen neuen Einblicken

Im Schatten von Giganten
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Ich bin absolut begeistert von "Im Schatten von Giganten". Es ist kein Nachschlagewerk oder trockenes Sachbuch, sondern wunderschön gestaltet und wirklich angenehm zu lesen. Der Inhalt geht nicht unbedingt ...

Ich bin absolut begeistert von "Im Schatten von Giganten". Es ist kein Nachschlagewerk oder trockenes Sachbuch, sondern wunderschön gestaltet und wirklich angenehm zu lesen. Der Inhalt geht nicht unbedingt in die Tiefe, sondern liefert auf sehr nahbare Weise einen umfassenden Überblick über lauter Lebewesen in unserer Umgebung, auf die wir normalerweise gar nicht so achten.

Die Autorin hat einen sehr schönen Erzählstil, und holt einen als Leser gut ab. Beschreibungen von Beobachtungen in der Natur, persönliche Erfahrungen sowie allerlei Hintergrundinformationen wechseln sich ab. Zusätzlich gibt es Infokästen, die einzelne Sachverhalte genauer erläutern. So erfährt man insgesamt lauter spannende Fakten und es interessante Zusammenhänge werden aufgezeigt. Das Buch war für mich lehrreich, aber auf eine angenehme, erzählerische Art. Die Autorin erzählt auch immer wieder sehr persönlich von ihrer eigenen Herangehensweise und ihren Erfahrungen, sodass ihre Faszination für das Thema wirklich greifbar wurde.

Gefallen hat mir auch, dass einige Kernaussagen und interessante Fakten fettgedruckt am Rand stehen, so kann man einfach durch das Buch durchblättern und an der spannendsten Stelle mit dem Lesen beginnen.

Auch das Cover gefällt mir sehr und passt gut zu dem auch ansonsten wirklich schön gestalteten Buch. Die Fotos im Innern sind ebenfalls sehr schön, sie zeigen Landschaften und Tiere in ihrem Lebensraum. Toll gefunden hätte ich es lediglich noch, wenn ein paar mehr Bilder oder Zeichnungen einzelne Aspekte aus dem Text mit einem wissenschaftlichen Hintergrund beleuchten hätten.

Veröffentlicht am 13.08.2025

Faszinierendes Erzählkonzept

Treppe aus Papier
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Erzählt wird in "Treppe aus Papier" aus der Perspektive eines Gebäudes, eines Wohnhauses, dass die Gedanken all jener kennt, die sich in seinen Mauern bewegen. Es erzählt von der Familie Sternheim mit ...

Erzählt wird in "Treppe aus Papier" aus der Perspektive eines Gebäudes, eines Wohnhauses, dass die Gedanken all jener kennt, die sich in seinen Mauern bewegen. Es erzählt von der Familie Sternheim mit ihrer Tochter Ruth, die den Nationalsozialismus erleben. Sie sind Anfeindung, Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt. Erleben Schulverbot, Berufsverbot und die brutale Zerstörung und Plünderung ihres Geschäfts durch die SA. Gleichzeitig lebt die Familie Thon in dem Gebäude, die sich aktiv am nationalsozialistischen System beteiligt. Man erfährt wie ihre Tochter, Irma, die strenge Erziehung ihre Mutter und Großmutter erträgt, wie sie sich trotz Verbots mit Ruth Sternheim anfreundet. Aus ihrer kindlichen Sicht erfährt man wie ihr Vater, Nazi von Anfang an, Denunzianten in der Wohnung begrüßt und ihre Aussagen aufnimmt.

In unserer Gegenwart trifft die nun 90-jährige Irma auf die 15-jährige Nele. Nele tut sich in der Schule schwer, auch mit Geschichte. Gerade geht es da um die Gründung der BRD. Und Irma bietet ihr an, zu helfen, schließlich war sie dabei. Die beiden kommen ins Gespräch und Nele beginnt nachzudenken, nachzuforschen, will wissen was mit ihren Großeltern war und welche Rolle sie im Nationalsozialismus gespielt haben. Ihre Fragen und ihre Suche nach Antworten stoßen bei Eltern und Freunden vor allem auf Unverständnis und Ablehnung.

Erzählt wird dabei nicht in chronologischer Reihenfolge. Für das Haus scheint alles gleichzeitig zu geschehen, Ereignisse sind eher an Raum als an Zeit geknüpft. Dadurch wird nicht chronologisch erzählt, sondern eher assoziativ, raumbezogen. Es war für mich nicht immer ganz leicht, direkt einzuordnenden, welche Szenen nun vor oder nach anderen passiert sind. Aber dieses Hin- und Herspringen in der Zeit mit dem Raum als Fixpunkt trägt zum einzigartigen Erzählstil dieses Romans bei und sorgt für eine ganz eigenen Faszination.

Erzählt wird überhaupt sehr wortgewaltig. Gleich der erste Satz nimmt mehrere Seiten ein. Teilweise muss man sich konzentrieren, um den Sätzen zu folgen. Trotzdem fällt es nicht schwer, sich auf die Geschichte einzulassen. Ich war schnell in den Bann gezogen!

Einzig das Cover leuchtet mir nicht ganz ein. Es zeigt einen langen Flur in leuchtend bunten Farben. Das passt nicht ganz dazu, wie ich mir das Haus aus seinen Erzählungen vorstelle - ein historisches Gebäude, in dem vor allem die lange Treppe hinauf- und hinuntergelaufen wird.

"Treppe aus Papier" ist ein eindrucksvoller Roman über Erinnerung, Verantwortung und die Spuren, die Geschichte in Menschen und Orten hinterlässt. Es ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt. Darüber, wie wir mit unserer Vergangenheit umgehen. Und was wohl ein Gebäude erzählen würde, wenn es könnte.

Veröffentlicht am 26.07.2025

Interessante Geschichte, die ihr Potential noch nicht ganz ausschöpft

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Um ein Missgeschick auszubessern setzt die 20-jährige Emelin Magie ein, die sie eigentlich gar nicht haben sollte. Und dabei beobachtet sie auch noch der grausame Vollstrecker der Fae-Königin, genannt ...

Um ein Missgeschick auszubessern setzt die 20-jährige Emelin Magie ein, die sie eigentlich gar nicht haben sollte. Und dabei beobachtet sie auch noch der grausame Vollstrecker der Fae-Königin, genannt „Silent Death“. Doch anstatt ihr Schicksal seinem blutrünstigen Ruf gemäß direkt zu besiegeln, entführt er sie auf die Insel der Fae und weiht sie schließlich in einen Plan ein, bei dem sie ihm helfen soll.

Man stößt hier auf eine Fantasy-Welt, die zweifellos sehr interessante Elemente enthält, unterschiedliche magische Wesen beispielsweise, und ein geheimnisvolles Labyrinth. Am besten gefallen hat mir das Magie-Konzept: Und zwar wird Magie mittels Farben gewirkt, die magisch begabte Personen allen möglichen Gegenständen in ihrer Nähe entziehen können. Die verschiedenen Primärfarben lassen sich dabei für unterschiedliche Arten von Magie einsetzten. Auch wenn ich dies für eine faszinierende und originelle Idee halte, so habe ich doch immer noch ein paar Fragen zu dem Konzept. Was ist beispielsweise mit dem Licht? Farbe entsteht doch letztendlich erst, wenn Licht auf einen Gegenstand fällt? Ich hätte mich über etwas mehr Theorie zu dem Magiekonzept, seiner Funktionsweise und Grenzen sehr gefreut.

Auch über die Welt an sich hätte ich gerne noch mehr erfahren. Beispielsweise scheint es Götter zu geben, aber mir ist nie so richtig klar geworden, welche Rolle diese im Alltag der Menschen spielen. Auch habe ich mich gefragt, welche Berufe es in der Welt der Fae gibt? Welche Rolle spielt Bildung? Wissenschaft? Religion? Die Fae haben eine grausame Königin, aber wie genau sieht das politische System der Menschen aus? Welche Normen und Werte prägen sie Gesellschaft?

Die Handlung ist zweifellos spannend, vollkommen unerwartete Wendungen bleiben allerdings leider aus. Insgesamt habe ich das Buch aber sehr gerne gelesen. Vom Sprachstil her war die Geschichte sehr angenehm zu lesen und auch die Ereignisse folgten für mich weder zu schnell noch zu langsam aufeinander.

Auch ist Emelin eine interessante Protagonistin. Mitunter handelt sie recht impulsiv, sodass ich ihre Entscheidungen nicht immer ganz nachvollziehen konnte. Sie wandelt sich auch ziemlich schnell von der ruhigen, dienstbeflissenen Tochter des ersten Kapitels zu einer klugen, willensstarken Frau, der sich von dem Fae-Vollstrecker nicht einschüchtern lässt und mitunter erstaunlich strategisch agiert. Im Laufe der Geschichte lernt Emelin auch die Sprache der Fae, welche sich von der der Menschen zu unterscheiden scheint. Hier hätte ich es schön gefunden, wenn diese fremde Sprache wirklich mit eigenen Wörtern in Erscheinung getreten wäre anstatt nur erwähnt zu werden. Gefragt habe ich mich auch, weshalb der Vollstrecker der Fae Königin "Silent Death" genannt wird, wenn in der deutschen Übersetzung doch ansonsten keine englischsprachigen Ausdrücke auftauchen. Das hat für mich nicht ganz gepasst.

Für mich insgesamt eine spannende Geschichte, die ihr volles Potential noch nicht ganz ausschöpft. Ich bin aber gespannt auf den nächsten Band!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.07.2025

Schöne Geschichte für zwischendurch

The Fake Out – Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung?
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In The Fake Out trifft die Bibliothekarin Mae in ihrer Kleinstadtbibliothek auf den NFL-Star Chris. Trotz ihrer völlig unterschiedlichen Lebenswelten – und vor allem dank Chris' Hartnäckigkeit – freunden ...

In The Fake Out trifft die Bibliothekarin Mae in ihrer Kleinstadtbibliothek auf den NFL-Star Chris. Trotz ihrer völlig unterschiedlichen Lebenswelten – und vor allem dank Chris' Hartnäckigkeit – freunden sich die beiden an und gehen schließlich eine Fake-Verlobung ein, um Chris in der Öffentlichkeit ein besseres Image zu verschaffen.

Die Geschichte ist unterhaltsam erzählt und punktet für mich mit einer erfrischend ungewöhnlichen Protagonistin. Mae ist eigensinnig, unabhängig, gelegentlich kratzbürstig – und dabei zutiefst loyal gegenüber den Menschen in ihrem Umfeld. Sie stellt ihre eigenen Bedürfnisse konsequent hinten an, was sie gleichzeitig stark und verletzlich macht. Im Vordergrund standen immer wieder ihre Enttäuschungen, vor allem durch männliche Bezugspersonen wie ihren Vater oder Ex-Freund, die ihr Verhalten nachhaltig prägen. Hier hätte ich mir stellenweise gewünscht, dass weitere Facetten ihres Charakters beleuchtet worden wären. Gleiches gilt für Chris: freundlich, hilfsbereit, ehrlich, gutaussehend – quasi ein Märchenprinz. Ein paar Ecken und Kanten hätten seiner Figur meiner Meinung nach gutgetan und ihn authentischer wirken lassen.

Thematisch dreht sich vieles um Familie, Gemeinschaft und den öffentlichen Druck, der mit Chris' Bekanntheit einhergeht. Der im Klappentext erwähnte geheimer Buchclub, auf den Chris besteht, taucht dagegen nur sporadisch auf. Und auch Chris’ Karriere in der NFL bleibt erstaunlich blass – man erfährt kaum etwas über den Sport selbst. Das hat mich etwas irritiert, da ich erwartet hätte, dass dieser Teil seines Lebens präsenter wäre.

Der Schreibstil ist locker, flüssig und angenehm zu lesen. Lediglich einige eingestreute englische Ausdrücke wie „weird“ wirkten auf mich etwas deplatziert und passten nicht ganz zu Maes sonstigem Sprachstil.

Der Plot ist schlüssig und kurzweilig und auch das Ende hat mir gut gefallen. Besonders gelungen fand ich auch die zahlreichen Nebenfiguren, sie sehr zur Unterhaltung beigetragen habe. Maes beste Freundin beispielsweise bringt mit ihrer Neigung zu anhaltenden Racheaktionen – insbesondere gegenüber Maes Ex-Freund und jetzigem Bürgermeister – eine gute Portion Humor in die Geschichte, auch wenn sie stellenweise etwas überzeichnet wirkt.

Insgesamt ist The Fake Out eine charmante, unterhaltsame Geschichte mit Witz und Herz – auch wenn ich mir inhaltlich an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.