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Veröffentlicht am 24.06.2024

Die Krisen einer Ehe und ein Fund mit großer Wirkung

Mit jeder kleinen Entscheidung
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Nach einer Beinahe Affäre ihres Mannes und einigen weiteren Krisen in ihrer Ehe, entschließt sich Claires Mann Stephen, das Jobangebot in einer renommierten Anwaltskanzlei in Atlanta anzunehmen. Um einen ...

Nach einer Beinahe Affäre ihres Mannes und einigen weiteren Krisen in ihrer Ehe, entschließt sich Claires Mann Stephen, das Jobangebot in einer renommierten Anwaltskanzlei in Atlanta anzunehmen. Um einen Neustart zu schaffen, kauft er eine alte Südstaatenvilla mit einer ganz eigenen Geschichte, in der Claire schon bald auf ein umfangreiches Geheimnis der dort vor 150 Jahren lebenden Charlotte Thursmann stößt. Mit jeder weiteren Entdeckung sieht sie in der tapferen Charlotte weit mehr Ähnlichkeiten, die Auswirkungen auf beider Leben hatten.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ziemlich schwer in die Geschichte reinfinden konnte. Zwar faszinieren mich Südstaatengeschichten und der Teil um Charlotte hat mir auch richtig gut gefallen, aber mit Claire und Stephen konnte ich leider nicht warm werden. Das große Thema dieses Buches ist Untreue, Ehebruch und dem Umgang damit. Das wird ziemlich ausführlich geschildert mit allen Aufs und Abs, Vorwürfen, Misstrauen, Unterstellungen, Missverständnissen und Streitereien, dass es mir im Laufe der Zeit einfach zu viel und wiederholend war.

Ich hab versucht, mich in beide Seiten hineinzuversetzen und auch die Gefühle der Tochter dabei zu verstehen, dennoch fand ich beide Elternteile sehr anstrengend und egoistisch, alles völlig festgefahren und sturköpfig. Auch die liebgemeinten Ratschläge der sympathischen Historikerin Bernice Tollwood sind immer wieder abgeschmettert worden und obwohl Claire sie für ihren Glauben und ihr umfangreiches Bibelwissen bewundert, ist ihr Herz wie versteinert, was die gesamte Situation so gut wie chancenlos macht.

Ich musste das Buch etappenweise lesen, weil ich nicht reinkam und es mir schwerfiel, der festgefahrenen und sich doch häufig wiederholenden Handlung zu folgen. Auch wenn es ein aktuelles Thema ist, war es mir einfach zu langatmig und die Diskussionen ermüdend.

Einzig die Rückblicke in die Tagebücher von Charlotte und der Zeit der Sklaverei haben für ein wenig Schwung und Abwechslung gesorgt.

Ein abruptes Umdenken findet auf einmal statt, was für mich viel zu spät und damit etwas unglaubwürdig wirkte.

Und die christlichen Aspekte waren trotz gut gemeinter Absicht oft belehrend, stellenweise nicht ganz nachvollziehbar, eine Aussage fand ich sogar richtig anmaßend und eher wie ein deftiger Regenschauer, statt sanft und gut dosiert.

Dieses Hin und Her macht es insgesamt etwas schwer das Buch zu beurteilen, gerade weil ich mir unter dem Titel und der Inhaltsbeschreibung etwas anderes vorgestellt hatte.

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Selbstlose Liebe, ein großes Herz und Gottes Gnade- berührender christlicher Roman

Eine Rose, die im Sand erblüht
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Zu diesem Buch fiel mir der Spruch ein: Wer eine Rose wirklich liebt, der akzeptiert auch seine Dornen, und wer einen Menschen wirklich liebt, der akzeptiert auch seine Fehler.

Genauso eine Rose ist die ...

Zu diesem Buch fiel mir der Spruch ein: Wer eine Rose wirklich liebt, der akzeptiert auch seine Dornen, und wer einen Menschen wirklich liebt, der akzeptiert auch seine Fehler.

Genauso eine Rose ist die Tochter des sympathischen, selbstlosen und herzensguten Ehepaares David und Helena Garcias. Selbstverliebt, arrogant, fordernd und undankbar unterstellt Isabella ihren Eltern, ihrer einzigen Tochter ihr Glück nicht zu gönnen, sondern sie immer wieder aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen, wo sie sich wohlfühlt und ein angenehmes Leben führen kann und möchte. Als sie nach New Mexiko in ihr Elternhaus zurückkehren soll, wird der zuverlässige und treue Mitarbeiter Aaron Bailey zu ihrer Sicherheit abgestellt, allerdings gehört ihr Herz dem Nachbarsohn Diego Morales.

Erst zu Hause erfährt sie, was es mit dem Wunsch ihrer Eltern, ihre Tochter nach Hause zu holen auf sich hat. Viel zu spät erkennt sie, was sie mit ihrem Verhalten all die Jahre angerichtet hat, beobachtet die Wohltätigkeit und daraus resultierende Dankbarkeit der Bewohner der von ihren Eltern gegründeten Stadt Silver Veil, ihre Selbstlosigkeit und ihren unerschütterlichen Glauben an Gott und die Menschlichkeit.

Isabellas Art hat mich als Leserin anfangs wirklich an meine Grenzen gebracht, so geschockt und entsetzt war ich von ihrem Verhalten und der Art, wie sie mit anderen umgegangen ist und wie egoistisch sie ihre Wünsche und Forderungen stellt. Aber gleichzeitig hab ich es genossen, nach und nach zu sehen, wie diese dornige Rose aufgrund von Missverständnissen und Unkenntnis der Umstände ihrer Eltern langsam aufblüht und lernt, Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen, sich in andere hineinzuversetzen und ihre verletzten Gefühle nicht als Ausrede für Undankbarkeit und ungerechter Vorwürfe zu nutzen.
Diese Kehrtwendung und Wandlung war so unglaublich schön zu lesen, wie sie durch das Beispiel ihrer Eltern, sowohl was ihre unerschütterliche Liebe zueinander aber auch zu den Menschen und ihren starken Glauben lernt, ihre Sorgen und Ängste Gott anzuvertrauen und ihr Leben in seine Hand zu legen, damit sie vernünftige Entscheidungen treffen kann.

Aaron mit seiner großen Geduld, seiner treuen Freundschaft zu seinem Mentor und dem Wissen, dass Gott Menschen ändern kann, man aber auch schlechtes Verhalten ehrlich ansprechen muss hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es gibt einiges zu schmunzeln, ein gewisser Spannungsbogen baut sich auf, es gibt lustige wie auch emotionale Situationen, die einem sehr nahegehen und für Gänsehautmomente sorgen.

Großartig ist auch die Botschaft hinter dem Buch, dass auch wir bereit sind aus Fehlern zu lernen und nicht erwarten können, um Vergebung unserer Fehler zu bitten, wenn wir selbst nicht dazu bereit sind, anderen zu vergeben. Selbstlose Liebe, ein großes Herz und Gottes Gnade leuchten in diesem Buch wie eine Rose, die samt ihrer Dornen ein Geschenk Gottes und jede einzelne in seinen Augen wertvoll ist.

Von mir eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.06.2024

Handlung und Charaktere leider nicht überzeugend mit vielen Längen

Ich finde dich wieder
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Der Klappentext hat schon so einige Erwartungen geschürt, zumal ich bereits einen anderen Roman des Autoren gelesen habe und wieder gespannt war, was uns dieses Mal erwartet.

Tom Baldwin, ein berühmter ...

Der Klappentext hat schon so einige Erwartungen geschürt, zumal ich bereits einen anderen Roman des Autoren gelesen habe und wieder gespannt war, was uns dieses Mal erwartet.

Tom Baldwin, ein berühmter Schriftsteller zieht sich nach einem schweren Autounfall, bei dem sein kleiner Sohn ums Leben kam, auf die Florida Keys zurück. Seine Vergangenheit und das Familienleben waren nicht gerade berauschend, sein Schwiegervater hat ihn von Anfang an abgelehnt und Tom hat auch nicht viel zum Familienglück beigetragen.

Doch eines Tages erreicht ihn eine anonyme Nachricht, sein Sohn würde noch leben und diese Nachricht reicht aus, um sein komplettes Leben auf den Kopf zu stellen und nach allen Seiten hin zu recherchieren. Für ziemliche Ablenkung sorgt allerdings das Ehepaar, an das er das kleine Häuschen auf seinem Grundstück vermietet. Je mehr kuriose Vorkommnisse auftreten, desto verbissener versucht Tom, der Glaubhaftigkeit dieser Nachricht auf den Grund zu gehen.

So weit so gut und von der Thematik fand ich es auch interessant. Doch in der Umsetzung haben mich die vielen vulgären Ausdrücke, der vorsätzliche Ehebruch, die Brutalität, die selbstverliebte Art von Tom und das provokante Auftreten der ehemaligen Polizistin und neuen Mieterin Kay gestört. Ich bin leider mit den jeweiligen Personen überhaupt nicht warm geworden.

Obwohl Tom seine Geschichte aus der Ich-Perspektive schreibt und zeitweise auch die Leser wie ein Publikum anspricht, ist da kein verständnisvoller Funken übergesprungen. Auch wenn man seine Vatergefühle und den Schmerz des Verlustes nachvollziehen kann, konnte er mit seinem restlichen Verhalten nicht punkten. Obwohl es gewisse Spannungsmomente gab, so wurden diese immer suspekter, blieben aber weitestgehend auf der Strecke und ich hab mich stellenweise wirklich gelangweilt und etliches nur noch überflogen, zu offensichtlich war der Verlauf.

Das erhoffte Ende war dann sehr abrupt und kurz, wobei etliche Fragen offenblieben und mich insgesamt ziemlich unzufrieden zurückgelassen, so dass ich auch kein weiteres Buch des Autors mehr lesen werde.

Sehr schade, aber von mir gibt es hier leider keine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.06.2024

Denn die Liebe versagt nie - wundervolles Finale einer großartigen Faithful New Adult Trilogie

Love Never Fails
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Was für ein unglaublich schönes Finale dieser Faithful New Adult Trilogie. Von allen Teilen hat mir dieser ganz besonders gefallen, authentisch, perfekt unperfekt und mit einer besonderen Botschaft bezüglich ...

Was für ein unglaublich schönes Finale dieser Faithful New Adult Trilogie. Von allen Teilen hat mir dieser ganz besonders gefallen, authentisch, perfekt unperfekt und mit einer besonderen Botschaft bezüglich dem Lauf des Lebens und der Art, wie man mit Schicksalsschlägen und Veränderungen umgeht.

Mit Ennie erlebt man eine zwar perfektionistische aber gleichzeitig auch tapfere junge Frau, die ihren Bruder in dessen Café am Ammersee unterstützt, auch wenn sie mit Backen und Servieren einfach nichts anfangen kann, egal wie sehr sie sich bemüht. Das bringt sie oft an ihre Grenzen, worüber ich häufig Schmunzeln musste, denn hier ist Kopfkino vorprogrammiert, andererseits hätte ich sie auch liebend gern mal in den Arm genommen und gesagt, dass es mir genauso geht und man eben nicht alles können muss, nur damit andere einen mögen und brauchen.

Mit dem jungen Koch Julius, der schon im vorherigen Roman erwähnt wird und dessen Unglück in der Hotelküche von Nora Lichtenbergs Wellnesshotel weitreichende Folgen auf sein Leben hat, wird hier eine Figur gezeichnet, der mit sich seinem Schicksal hadert, dessen Umstände sogar dazu geführt haben, Zweifel an allem, sogar an seinem Verhältnis zu Gott zu haben.

Doch was wäre man ohne Freunde, deren Zuspruch, eine Alternative und eine neue Chance, die man erkennen und zupacken muss, auch wenn es am Horizont düster aussehen mag.

Ich hab diese Geschichte so sehr gefühlt, konnte beide Seiten gut verstehen, deren Ängste, Unsicherheit, das Auf und Ab der Gefühle und dem Wunsch, die Uhr wieder zurückdrehen zu können.

Mit einer Leichtigkeit verknüpft die Autorin hier eine gewisse Tragik mit etlichen humorvollen Szenen, eine tolle Mischung, ohne die Thematik runterzuspielen. Durch Ennies Vorliebe für Buchklassiker und ihre Vorstellung, gewisse Romanfiguren für ihr eigenes Leben zu deuten, hat man noch zusätzliche herrlich amüsante Begebenheiten, die mich wirklich begeistern konnten.

Hier geht es um das Annehmen und Akzeptieren von Wendungen im Leben, auf die man keinen Einfluss hat, ebenso wie die Hilfe und Unterstützung von Freunden und Menschen die einen lieben. Das Verstehen, dass Zweifel durchaus berechtigt sein können, Gott aber immer da ist, um zu stützen, Halt zu bieten und das Gefühl zu geben, niemals in einer Situation allein zu sein. Gutes kann auch perfekt sein, man muss nur die neuen Chancen und Möglichkeiten sehen.

Ein Wohlfühl-Herzensroman, der volle 5 Sterne verdient.

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Veröffentlicht am 14.06.2024

Es liest sich wie ein Film - großartig, spannend, mitreißend, sehr emotional - Lesehighlight

Savannah – Aufbruch in eine neue Welt
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Ungewollt schwanger wird Nellie Bernstein vom eigenen Vater verstoßen und sucht Unterschlupf bei ihren Verwandten. Doch auch hier findet sie keine dauerhafte Bleibe und gemeinsam mit ihrem neuen Ziehvater ...

Ungewollt schwanger wird Nellie Bernstein vom eigenen Vater verstoßen und sucht Unterschlupf bei ihren Verwandten. Doch auch hier findet sie keine dauerhafte Bleibe und gemeinsam mit ihrem neuen Ziehvater schließt sie sich dem Sozialreformer James Oglethorpe bei seiner Schiffsreise nach Amerika an, der eine neue Kolonie in Savannah gründen will.

In 4 Teilen und dem Zeitraum von 1732-1739 erlebt man nach und nach die ersten Eindrücke um die Geschehnisse von Nellie in Preußen, ihre mühsame Flucht zu ihren Verwandten, die entbehrungsreiche Schiffsreise in ein Land, das allen Reisenden völlig fremd ist und eine große Herausforderung darstellt.
Von der ersten bis zur letzten Seite verschlingt man diesen wundervollen Roman, in dem viele historische Details einfließen und faszinierend von der neuen Besiedelung Georgias durch Vertriebene Auswanderer erzählt.

All die neuen Eindrücke in der neuen Heimat, die beeindruckende wilde Landschaft, die Macht und Vielfalt der Natur, in der sie versuchen müssen in Harmonie und Einklang zu leben ebenso wie mit dem dort bereits lebenden Indianerstamm der Yamacraw, von denen sie eine Menge lernen haben mich total fasziniert und trotz des Umfangs des Buches gab es keine Längen.

Die Autorin schafft es, sämtliche Bilder im Kopf entstehen zu lassen, in die Geschichte einzutauchen und das Gefühl zu haben, selbst ein Teil davon zu sein. Es gibt viele Schicksalsschläge, emotionale Momente, es zerreißt einem stellenweise das Herz. Gleichzeitig kann man aber auch eine Menge lachen, besondere Freundschaften erleben, der Spannungsbogen hält durchgehend an, es gibt immer neue Ereignisse und Wendungen aber auch tolle romantische Augenblicke und sogar ganz leichte christliche Aspekte, die aber nicht aufdringlich sind, sondern wie ein Hoffnungsschimmer und Anker wirken.

Gegenseitige Hilfe, aber auch erste Streitigkeiten und die Versuche, das Verbot von Sklaverei und Alkohol zu umgehen sorgen für zusätzlichen Spannungsfaktor, ebenso wie Standesunterschiede, die bei einigen Personen so stark ausgeprägt sind, dass es hier immer wieder zu Reibereien kommt.

Mit Nellie zeichnet die Autorin eine junge, mutige Frau, der das Schicksal schlimm mitgespielt hat und die dennoch in sich ruhend immer positiv bleibt, selbst wenn die Rückschläge und Verluste noch so heftig sind. Dadurch ist sie in der neuen Kolonie eine Stütze für all die Menschen, die vor lauter Verzweiflung aufgeben wollen, aber auch für ihre Freunde, für die sie wie ein Fels in der Brandung ist.

Es ist wirklich ein Lesegenuss, für mich auch ein Lesehighlight, weil es einfach so authentisch, mitreißend und bewegend geschrieben ist und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, die wir im Herbst erwarten dürfen.

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