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Veröffentlicht am 15.09.2016

Lecker

Viviens himmlisches Eiscafé
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Das richtige Buch in dieser sommerlichen Hitze der letzten Tage und ein Buch, das ich genossen habe zu lesen. Auch wenn ich mit Beendigung des Buches nur eines wollte: EIS.

Bereits mit dem total verspielten ...

Das richtige Buch in dieser sommerlichen Hitze der letzten Tage und ein Buch, das ich genossen habe zu lesen. Auch wenn ich mit Beendigung des Buches nur eines wollte: EIS.

Bereits mit dem total verspielten und stimmigen Cover hat mich das Buch auf den ersten Blick überzeugt und es zu kaufen war eher ein „Schnellschuss“. Aber einer, den ich nicht bereut habe.

Ich fand die Gefühle der beiden Schwestern, die nach dem Tod der Großmutter ein Eiscafe erben, gut herausgearbeitet. Anstatt groß zu trauern, wie es die meisten Menschen tun würden, verfallen sie sofort in Aktionismus, um sich abzulenken. Sie wollen das Vermächtnis der Großmutter erfüllen und das Cafe retten.

Dass es ihnen natürlich gelingt, ist vorhersehbar – sicher. Aber der Weg dahin, mit den Höhen und Tiefen und der Lernphasen, ist meiner Meinung nach sehr gut beschrieben. Hier hat mir besonders gut der Ausflug von Anna in die Eisschule nach Florenz gefallen. Zum einen, weil ich diese Stadt liebe, seit ich sie letztes Jahr besucht habe und zum anderen natürlich, weil man doch einiges über die Herstellung der süßen Köstlichkeiten erfahren konnte.

Dass die beiden Schwestern zum Anfang der Geschichte Partner haben, die Beziehungen dann auseinander gehen und beide sich wieder neu verlieben war fast vorhersehbar. Aber es tut der Geschichte keinen Abbruch.

Die Nebencharaktere sind ebenso gut beschrieben wie die Hauptfiguren, auch wenn ich da natürlich bestimmte Vorlieben entwickelt habe und andere einfach nur hätte schütteln können.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und locker und daher leicht und gut lesbar. Es macht Spaß zu lesen und die geeignete Sommer-Strand-Eiscafe-Lektüre.

Am Ende wird natürlich alles gut. Aber das Highlight des Buches ist für mich dann noch der Anhang, der auf die fast perfekte Geschichte noch eine Schippe drauflegt: Eisrezepte

Eine wunderbare Idee, das Buch damit abzurunden und auch wenn ich keine Eismaschine besitze – es macht Lust, die ein oder andere Sorte auszuprobieren.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein berührendes Buch

Über uns die Nacht
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Der Erstlingsroman der Autorin und Journalistin Anat Talshir ist keine einfache Lektüre, aber eine die fesselt.

Die Liebe zwischen einem Araber und einer Jüdin in Jerusalem ist keine einfach Liebe, das ...

Der Erstlingsroman der Autorin und Journalistin Anat Talshir ist keine einfache Lektüre, aber eine die fesselt.

Die Liebe zwischen einem Araber und einer Jüdin in Jerusalem ist keine einfach Liebe, das ist von vornherein klar. Und es ist auch klar, dass es ein Happy End im eigentlichen Sinne nicht geben wird. Denn diese Liebe darf nicht sein.

Ich war, auf Grund des Themas und des Handlungsortes sehr auf diese Geschichte gespannt und wurde nicht enttäuscht. Ich bekam eine Geschichte der leisen Töne. Eine Geschichte, die uns die Vorgänge in Jerusalem näher bringt. Eine Geschichte, die keine lauten Worte braucht, um zu bestehen.

»Elias und Lila kamen sich näher und gingen wieder auf Abstand, wie Schattenspielpuppen, die einander umkreisten, schneller und langsamer wurden, zu einer Musik tanzten, die nur sie beide hören konnten.« (S. 57)

Man merkt, dass die Autorin Anat Talshir Journalistin ist und mit Worten umgehen kann.

Ihre Erzählweise zeigt ein großes Einfühlungsvermögen, als sie die wechselhafte und schmerzhafte Geschichte ihrer Heimat beschreibt. Sie zeigt mit Worten alle Facetten einer großen Liebe, all die Gefühle: Liebe, Verzweiflung, Verlangen.

»Sich in Dich zu verlieben, das heißt, die Einfachheit spüren, etwa ganz Elementares, Starkes spüren.« (S. 81)

Sie beschreibt Situationen und Ereignisse plastisch und real, man meint „mittendrin statt nur dabei“ zu sein. Gerade die Beschreibungen der unglaublichen Landschaften haben mich fasziniert. Wogegen mich die Beschreibungen der Teilung der Stadt, die Reaktionen der Menschen dort – Juden und Araber – und die Präsenz der Gewalt schockiert haben.

Anat Talshir spielt mit den Gefühlen des Lesers und schafft es dabei immer, den Leser zu fesseln und in den Bann zu ziehen.

Elia’s Beruf als Teehändler bringt es mit sich, das Tee eine große Rolle spielt und man somit auch etwas über den Anbau, die Unterschiede und die Teezeremonien erfährt. Dabei schafft Frau Talshir es, nicht schulmeisterhaft zu wirken, sondern Interesse zu wecken.

Sie hat es aber auch geschafft, bei mir Interesse für das Thema Jerusalem und für die Menschen in den Gebieten zu wecken.

„Über uns die Nacht“ ist ein sehr gefühlvolles, tragisches Buch. Ein Buch, das Emotionen weckt, bewegt, berührt. Ein Buch, das sich zu lesen lohnt. Ein Buch, das man nicht verschlingen sollte sondern das wirken soll.

Ein Satz ging mir nahe – hat er doch auch in der heutigen Zeit für viele Menschen leider eine große Bedeutung. »Ein Flüchtling zu sein ist schlimmer als zu sterben.« (S. 122)

Veröffentlicht am 15.09.2016

Diese Praline schmeckte nicht

Die letzte Praline
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Der vorliegende kulinarische Krimi aus der Feder von Carsten Sebastian Henn ist der 3. Band einer Reihe und kam als Rezensionsexemplar von Piper ins Haus.

Der Autor wird als „König des kulinarischen Kriminalromanes“ ...

Der vorliegende kulinarische Krimi aus der Feder von Carsten Sebastian Henn ist der 3. Band einer Reihe und kam als Rezensionsexemplar von Piper ins Haus.

Der Autor wird als „König des kulinarischen Kriminalromanes“ betitelt, die Presse lobt seine Bücher in den höchsten Tönen. Eine Tatsache, die mich eigentlich eher abschreckt. Doch der Klappentext und das appetitlich aussehende Cover hat mich hier doch eher zum Zugreifen und Lesen gebracht.

Wird der Autor den Vorschuss-Lorbeeren gerecht? Ist er wirklich ein „König“ auf dem Gebiet des kulinarischen Krimis?

Er wird es, meiner Meinung nach, nur teilweise. Fangen wir beim Lob an …

Faszinierend fand ich, wie viel Hintergrundwissen zum Thema Schokolade; deren Herstellung und Verarbeitung; der Autor in die Geschichte einstreut, ohne jedoch belehrend oder schulmeisterlich zu wirken. Auch die Beschreibungen der Orte in Belgien – untere anderem Brügge und Knokke-Heist – sind sehr stimmungsvoll und detailliert. Ich selbst war schon mehrfach in Brügge und hab mich bei den Beschreibungen gleich an die wundervolle Stadt zurückerinnert.

Gerade bei dem Hintergrundwissen zum Thema Schokolade merkt man, dass Herr Henn auch Restaurantkritiker ist und sich mit dem Thema beschäftigt hat.

Diese Beschreibungen waren für mich das Highlight der Geschichte.

Die Story an sich; die Weltmeisterschaft der Chocolatiers und die dort passierenden Morde; konnten mich nicht wirklich fesseln. Sie war überzogen, wechselte zwischen langweiligen Phasen und überstürzten Handlungen ab.

Die Protagonisten sind, meines Erachtens, zu überspitzt gezeichnet. Professor Dr. Dr. Adelbert Bietigheim ging mit mir seiner arroganten und von sich selbst überzeugten Art schon nach wenigen Seiten gehörig auf die Nerven. Sympathiepunkte konnte diese Figur bei mir bei weiten nicht sammeln. Pit, selbsternannter „Bodyguard“ des Professors und ehemaliger Taxifahrer erfüllt so ziemlich jedes Klischee eines Rockers.

Aber auch die anderen Figuren konnten bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass die Geschichte mehr oder weniger an mir vorbei rauschte.

Ein bisschen versöhnt wurde ich dann am Ende der Geschichte — gab es doch im Anhang ein ausführliches Glossar zum Thema Schokolade und ein paar wunderbare Rezepte.

Ob ich noch einmal einen Krimi aus der Feder des Autors mit dem Herrn Professor Dr. Dr. Bietigheim lesen würde, weiß ich noch nicht. Obwohl mit der 4. Teil – der sich mit Whisky beschäftigt – schon sehr interessieren würde.

Abschließen möchte ich meine Rezension mit drei Zitaten aus dem Buch, die mir sehr gut gefallen haben:

»… Dabei wusste doch jeder: Je größer die Pfeffermühle, desto schlechter der Koch« (S. 64)

»Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen … erst hast Du Spaß, dann wirst Du dick« (S. 70)

»… Ich geh jetzt was Essen. Fritten, keine Schokolade. Schokolade ist nur was für Komiker.« (S. 75)

Veröffentlicht am 15.09.2016

bitter-süßen Orangen

Ismaels Orangen
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Es ist mein zweites Buch einer israelischen Schriftstellerin und auch dieses hat mich sehr berührt und begeistert.

Über einige historische Ereignisse, die in der Welt passiert sind, weiß ich leider nur ...

Es ist mein zweites Buch einer israelischen Schriftstellerin und auch dieses hat mich sehr berührt und begeistert.

Über einige historische Ereignisse, die in der Welt passiert sind, weiß ich leider nur sehr wenig. Der Konflikt in Israel ist einer davon und so war ich froh, auf dieses Buch gestoßen zu sein. Die Autorin Claire Hajaj verarbeitet in diesem Werk ein wenig ihre eigenen Lebensgeschichte – ist auch sie zwischen den beiden Welten aufgewachsen.

Vielleicht gerade deswegen haben ihre Figuren eine ganz eigenartige Tiefe, eine Charakterisierung, die ihre Handlungsweisen glaubhaft machen können.

Historische Fakten werden mit einer Liebesgeschichte verwoben, die zu keiner Zeit ins kitschige abdriftet, sondern immer sehr behutsam erzählt wird.

Ihr Schreibstil und ihre Erzählweise sorgen dafür, dass die Geschichte vor dem inneren Augen lebendig wird. Ich hatte zu großen Teilen die Figuren und Handlungsorte beinahe plastisch vor Augen. Ihr gelingt es damit, den Leser die Geschichte nicht nur Revue passieren sondern direkt erleben zu lassen. Man ist dabei, erlebt die schönen, aber auch die schrecklichen und verstörenden Momente mit.

Die Entwicklung der Figuren im Laufe der Geschichte ist sehr glaubhaft erklärt, gerade bei dem Hintergrund wäre „Friede, Freude, Eierkuchen“ irgendwie fehl am Platz. Dennoch habe ich gerade über das Ende auf der einen Seite den Kopf geschüttelt, auf der anderen Seite aber Verständnis entwickelt.

Was mich im Laufe der Geschichte ein wenig gestört hat, waren zwei Punkte.

Zum einen die immer wieder vorkommenden arabischen und jüdischen Begriffe. Dafür gibt es zwar am Ende des Buches ein großer Anhang, in denen die Worte erklärt werden. Aber gerade am Anfang musste ich meinen Lesefluss immer wieder unterbrechen, um nachzuschauen was dieses oder jenes Wort bedeutet.

Auf Grund der Vielfalt, der weiter Fächerung der Geschichte wirkt das Buch an einigen Stellen sehr langatmig und ermüdet, dann aber kommen wieder Passagen, Abschnitte und Kapitel, die nur so dahin fliegen.

Für mich war, trotz der beiden Kritikpunkte, dieses Buch ein purer Lesegenuss und ich bedanke mich beim Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Enttäuscht :-(

Wolfgang muss weg!
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Was mich an dem Buch sofort, auf den ersten Blick, angesprochen hat, war das Cover und der witzig anmutende Titel. Und so habe ich mich gefreut, dass ich dieses Buch auf der LLC 2015 von der Autorin signiert ...

Was mich an dem Buch sofort, auf den ersten Blick, angesprochen hat, war das Cover und der witzig anmutende Titel. Und so habe ich mich gefreut, dass ich dieses Buch auf der LLC 2015 von der Autorin signiert bekommen konnte.

Nun habe ich es zu Ende gelesen und musste sehr lange über die Rezension nachdenken. Warum? Weil ich, wenn ich ganz ehrlich bin, mit dem Buch nicht viel anfangen konnte.

Das erste Drittel des Buches habe ich komplett gelesen, der Schreibstil der Autorin war erfrischend und die Geschichte versprach etwas anders zu sein.

Dann jedoch ermüdete mich das Lesen. Die Story wurde absolut schräg – schräger als es ihr gut tut. Die Autorin vermischt mehrere Genre’s und es wurde immer haarsträubender.

Weniger wäre hier auf jeden Fall mehr gewesen. Man hätte die Geschichte mit Sicherheit auch erzählen können, wenn man nicht zu viel gewollt hätte.

So saß ich dann oft kopfschüttelnd da, hab dann stellenweise nur noch quer gelesen. Ich wollte wissen, worauf das ganze hinaus soll und das weiß ich irgendwie immer noch nicht. Nicht alles erschließt sich mir als Leser komplett.

Abschließend muss ich leider sagen, das die Geschichte nicht halten konnte, was Cover und Titel, und vielleicht auch der Klappentext, versprochen haben.

Von mir gibt es daher – mit viel Augen zudrücken – 2 ½ Sterne.