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Maria_Katharina

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Veröffentlicht am 30.07.2026

Der erste Seeblick – Liebe oder Flucht?

Liebe auf den ersten Seeblick
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Leonie und ihr Mann Adrian führen eine gemeinsame Bar in Berlin. Diese läuft gut, doch als Paar könnte es etwas besser laufen. Schließlich ist Leonie bereits 37 Jahre alt und wünscht sich Kinder. Adrian ...

Leonie und ihr Mann Adrian führen eine gemeinsame Bar in Berlin. Diese läuft gut, doch als Paar könnte es etwas besser laufen. Schließlich ist Leonie bereits 37 Jahre alt und wünscht sich Kinder. Adrian lässt sich dies noch offen und möchte die freie Zeit noch genießen. Als Leonie ihren Mann allerdings beim Fremdgehen in flagranti erwischt, ändert sich für Leonie alles. Ist das noch ihr Mann? Sie wirft sämtliche Flaschen nach ihm, die ihr gerade in der Bar zur Hand kamen. Sie erkennt sich selbst nicht mehr. Als auch noch Videos im Netz auftauchen ist es für Adrian ein leichtes, ihr Hausverbot zu erteilen. Ihr, Leonie, der eigentlich die Bar gehört. Als sie dann völlig unerwartet einen Anruf von einem Notar am Bodensee erhält, bekommt die Geschichte eine Wendung. Sie hat von ihrer Großmutter, Leonie Senior und väterlicherseits, diesen wunderschönen alten Hof geerbt. Dieser befindet sich am Bodensee, umfasst eine alte Weinstube und einen Weinberg und ein dazugehöriges Haus. Eine Auflage hatte aber Leonie Senior, für Leonie Junior: Leonie muss die Weinstube ein halbes Jahr betreiben, um das Erbe antreten zu können. Für Leonie kein Problem, denn sie hatte die WunderBAR in Berlin, dann kann eine WeinBAR am Bodensee doch keine allzu große Herausforderung sein, oder? Die Nachbarin Hanna stellt sich dabei als äußerst freundlich und hilfreich heraus. Außerdem ist Hanna die Cousine von Max, der nicht nur auf den Weinberg von Leonie einen Blick geworfen hat. Kann Leonie der Versuchung von Max widerstehen und gibt sie ihrer Ehe nochmals eine Chance? Oder fängt Leonie am Bodensee ein neues Leben an und lässt ihr altes Leben in Berlin zurück?


Ein schöner Roman von Silke Neumayer. Die Autorin schreibt von einer Romanze und von Leonies Leben, die gerade mit Höhen und Tiefen zu tun hat. Sie liebt ihr Leben in Berlin, doch als ihr Mann Adrian sie mit einer Angestellten in ihrer Bar betrügt, kann Leonie es nicht fassen. Sie wird kurzerhand zum Internetstar. Durch die ins Netz gestellten Videos, erlebt die Bar einen neuen Höhepunkt. Mehr Gäste, mehr Follower auf der Instagram-Seite. Doch Leonie ist das alles zu viel. Sie will ihr ruhiges Leben wieder zurück und vor allem ihren Mann. Doch kann sie ihm diesen Fehltritt verzeihen?


Leonie will Kinder, eine Familie mit ihrem Mann gründen. Doch dieser lässt sich Zeit und hält seine Ehefrau hin. Da Leonie keine Familie mehr hat, ihre Eltern sind bereits verstorben, kann ich umso mehr verstehen, dass sie sich nach Kindern sehnt. Außerdem tickt ihre biologische Uhr. Dass Adrian Leonie immer weiter hinhält, zeigt eigentlich nur, dass Adrian nie an einer Familie mit Leonie interessiert war. Sie hätte dieses Thema ernster nehmen, sich selber als Frau und ihren Kinderwunsch als Priorität sehen und nehmen sollen.


Dieses Drama am Bodensee mit ihrem Mann ist mir ehrlich etwas zu viel und auch Leonie wird es zu viel. Sie hätte auf ihre Intuition hören sollen. Adrian spielt mit ihr. Als er auf einem öffentlichen Platz wieder um die Liebe seiner Frau buhlt – offensichtlicher geht es gar nicht mehr. Er setzt Leonie unter Druck – wer will schon vor so vielen Leuten nein sagen? Nein zu einer Ehe, die sie ohnehin will und zu Kindern? Doch kann sich ein Mensch innerhalb so kurzer Zeit so sehr verändern?


Die Geschichte erzählt von einem stressigen Leben und den Nachteilen als Barbesitzerin. Man arbeitet meist nachts und somit steht man auf, wenn andere schon längst in der Arbeit sitzen. Oft führt so ein Leben zur Einsamkeit, da Familie und Freunde oft einer anderen geregelten Arbeit mit „normalen“ Arbeitszeiten nachgehen.


Für mich persönlich ist dieses Buch etwas zu oberflächlich gehalten. Die Geschichte hat noch keine Tiefe bzw. nicht genug davon. Diese hätte noch ausgearbeitet werden können, als Leonie im Weinberg half und sich an die Zeit als kleines Mädchen zurückerinnert. Sie erinnert sich an die Zeiten mit ihren Eltern und der Großmutter zurück, bei der sie gewohnt haben, bevor sie nach Berlin zurückgezogen sind. Hier hätte man am Ende nochmals darauf eingehen können, um zu sagen, dass genau diese Momente Leonie daran erinnert haben und dazu gebracht haben, den Neuanfang am Bodensee zu wagen.


Auch aus den Tagebüchern der Oma hätte man noch mehr herausholen können. Vielleicht sogar ab und an einen kleinen Passus daraus zitieren. Auch Max hat mich noch nicht ganz abgeholt. Er nimmt zu wenig Raum ein, wird zu wenig beschrieben. Warum verzeiht er Leonie so plötzlich? Dass er an Leonie interessiert ist, merkt man durch seine ständigen Besuche, aber dass er Leonies Verhalten einfach so hinnimmt, scheint mir etwas zu unrealistisch.


Auch der Abschluss mit Adrian ist etwas zu schnell. Hier hätte ich mir Leonis Gedanken dazu gewünscht: warum bekommt Adrian ihre WunderBAR? Hier hatte Leonie all ihre Ersparnisse reingesteckt und noch einen Schuldenberg zu tilgen. Ja, diese Schulden bekommt auch Adrian überschrieben, aber warum verkauft sie diese nicht für einen realistischen Preis? Dieses Geld könnte sie in die Renovierung ihres Hauses am Bodensee investieren und auch in die WeinBAR. Ihre privaten Rücklagen gingen bereits dem Ende zu – das wurde mehrfach beschrieben. Deswegen kann ich dieses Verhalten umso weniger verstehen.


Vielleicht hätte ein Prolog hier nochmals mehr Aufschluss geben können. Wenn die Scheidung von Leonie beschrieben worden wäre – und deren Gedanken an die WunderBAR – und auch die Beweggründe für die neue Zukunft am Bodensee, denn auch diese bleiben dem Leser verwehrt. Leonie hätte genau so gut in Berlin die WunderBAR weiter betreiben können und den neuen Standort am Bodensee nach dem halben Jahr aufgeben können, was sie aber nicht tut.


Alles in allem war es jedoch ein schöner Roman. Das Setting war sehr gut ausgebaut, man kann sich den Bodensee geradezu vorstellen. Ein schöner Sommerroman, der eigentlich mehr Potential gehabt hätte.

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Veröffentlicht am 21.07.2026

Die Liebe zu Büchern – wie groß kann sie sein?

Adalina und die Liebe zu den Büchern
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Adalina wuchs in einem der armen Bergdörfer Süditaliens auf. Während in Norditalien bereits die Wirtschaft einen Aufschwung bekommen hat, sind in Süditalien vor allem die Dörfer noch ärmlich. Die meisten ...

Adalina wuchs in einem der armen Bergdörfer Süditaliens auf. Während in Norditalien bereits die Wirtschaft einen Aufschwung bekommen hat, sind in Süditalien vor allem die Dörfer noch ärmlich. Die meisten jungen Menschen ziehen deswegen weg und hoffen auf bessere Jobs und auf ein besseres Leben im Norden Italiens. Da die Kinder in den Schulen immer weniger werden und die Situation an Traurigkeit für die Kinder immer höher wurde, beschloss der junge Lehrer Antonio La Cava, die Situation zu ändern. So kaufte er eine Ape und lies sie durch seinen Freund und Mechaniker zu einem rollenden Büchermobil umbauen. Innen versteckt er Bänke und Kissen, auf denen die Kinder Platz nehmen können, wenn er ihnen aus einem der Bücher vorliest oder Fragen beantwortet. Außen sind die Bücher durch Glasschränke geschützt, Kinder können aber bereits erkennen, welche Bücher der Maestro dabei hat. Mit diesem Konzept fährt er Schulen an und besucht auch einige Regionen am Nachmittag, um den Kindern die Zeit zu verkürzen. Dabei lernen sie den Maestro kennen und schätzen. Eine dieser besuchten Kinder war auch Adalina. Sie liebte diese Stunden mit dem Maestro und hat eine gewaltige Ehrfurcht vor ihm. Er unterstützte sie in all dem, was sie tat, und bestärkte den Willen, Schriftstellerin zu werden. Auch Adalina verlies in jungen Jahren ihr Bergdorf und ging nach Pisa, um dort ein paar Bücher zu schreiben und ihr Geld als Touristenführerin zu verdienen. Als sie einen neuen Roman schreiben soll, kehrt sie in ihre Heimat zurück. Sie verbringt dort glückliche Stunden und lässt das Bibliomotocarro wieder aufleben. Mit ihrer Unterstützung gelingt es dem Maestro und auch ihr, den Kindern wieder ein Strahlen in das Gesicht zu zaubern. Doch die Fahrten mit der Ape dauern – kann es sich Adalina leisten, ständig unterwegs zu sein, oder kann sie auf Unterstützung vor Ort hoffen? Wie gelingt es ihr, den Roman zu schreiben und doch die Bergdörfer anzufahren? Und wie soll sie finanziell über die Runden kommen? Die Übernachtungen in dem Gasthof kosten Geld und wenn sie den Roman schreiben kann, müsste sie auch die Vorauszahlung wieder rückerstatten? Wird sie es schaffen, alles zusammen zu halten?

Eine wundervolle Geschichte von Tessa Hansen. Eine Geschichte, die Berührt und die einem zum Nachdenken anregt. Der Maestro Antonio ist ein wundervoller Charakter. Er verbringt nicht nur seine Nachmittage als junger Lehrer bei den Kindern, sondern widmet sein gesamtes Leben den Kindern. Vormittags unterrichtet er als Lehrer, nachmittags besucht er die Kinder außerhalb. Als er in die Rente ging, fährt er vormittags auch die Schulen in der Umgebung an und beschert den Kindern so eine wundervolle Unterrichtsstunde. Dies schafft er allerdings nur durch seine wundervolle Frau Maria. Sie hält ihm den Rücken frei und beschwert sie nie, dass er kaum Zeit für sie hat.

Auf der anderen Seite ist die finanzielle Situation in dem Buch sehr gut beschrieben, ohne zu jammern. La Cava hat schon immer einen Teil seines Gehalts bzw. später jetzt seiner Rente in das Bibliomotocarro einfließen lassen. Die Anschaffung der Ape, die Reparaturen, die Beschaffung der Literatur für Kinder – all das kostet Geld. Er nimmt keine Fördermittel in Anspruch, nur seine Besuche lässt er sich etwas bezahlen. Doch dies reicht bei weitem nicht aus. Die Schulen geben Geld, Veranstalter buchen ihn, um den Kindern schöne Stunden zu bescheren, doch letztendlich reicht das alles nicht aus. Er muss einen Teil seines Geldes in seine Berufung investieren, um über die Runden zu kommen.

Die Vertrautheit und das Vertrauen an sich wird ebenfalls beschrieben. Die Kinder dürfen sich ohne einen Ausweis ohne eine Notiz einfach so ein Buch aus dem Bibliomotocarro ausleihen. Der Maestro glaubt an die Kinder und deren Vernunft und Gewissheit, dass sie die Bücher wieder zurückgeben werden. Unvorstellbar, wenn man darüber nachdenkt, bei uns in einer Bibliothek ohne Ausweis sich einfach ein Buch auszuleihen. Unsere Bürokratie über alles. Aber auch das Vertrauen der Eltern an den Maestro, dass er sich um die Kinder kümmert, wenn sie bei ihm sind und schöne Stunden mit ihm verbringen. Ein wunderschönes Gefühl, wenn man den Kindern so viel Vertrauen und Geborgenheit entgegenbringt, wie es Antonio oder auch Adelina ihm gleichtut.

Auch von mir bekommt dieser Mann nur allerhöchsten Respekt. Dieser Herr investiert nicht nur seine Zeit, sondern auch sein privates Geld in die Besuche der Kinder. Um den Kindern eine schöne Kindheit zu bescheren und um ihnen Bücher und das Lesen näher zu bringen. Wer kommt ihm da gleich? Oder wer verhält sich in unserem Bekanntenkreis ähnlich? Eigentlich nur unsere Eltern, die uns unterstützen, egal weshalb und wofür. Aber sonst? Kennen wir jemanden, der so selbstlos sich und sein Geld aufopfert für andere? Ehrlicherweise ich nicht.

Die Geschichte handelt aber auch von der Freundschaft. Antonio hat seinen Freund, den Mechaniker Vincenzo. Dieser hilft ihm sehr. Er ist nicht nur als Freund für ihn da, sondern auch als Mechaniker, wenn die Ape Hilfe benötigt. Er haushaltet mit dem wenigen Geld, dass Antonio aufbringen kann und verzichtet auf eine Bezahlung seiner Arbeitsleistung. Genau das macht Freundschaft aus. Vincenzos Sohn Gianluca hatte als Kind ebenfalls diese Stunden mit dem Maestro genossen. Deswegen weiß er, wie wichtig diese Fahrten nicht nur für Antionio selbst, sondern auch für die Kinder sind. Auch Adelina ist eine Freundin von Antonio. Sie hilft und unterstützt ihn, als er es am meisten brauchte. Und sie schafft es, mit einem neuen Konzept diese Geschichte weiter zu leben.

Auch die Einsamkeit als junge Frau wird kurz thematisiert. Als junger Mensch kann man sich schnell einsam fühlen. Umso wichtiger ist es, Freundschaften zu schließen – am besten mit gleichaltrigen. Dies ist schwierig, wenn es kaum gleichaltrige in einem Dorf gibt, da alle weggezogen sind. Doch Adalina schafft es, Freundschaften aufzubauen, die ihr guttun. Sie schafft es, Verbindungen zu leben die ihr gut tun. Die sie unterstützen und das Bibliomotocarro.

Ein wunderschönes Buch mit Tiefgang und ganz viel Gefühl. Ein Roman – kein klassischer Liebesroman – sondern ein Roman für das Leben. Vor allem aber ein Roman für den echten Maestro, denn diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Tessa Hansen schafft es, dem echten Maestro etwas zurückzugeben: nämlich Aufmerksamkeit durch diesen wundervollen Roman. Lasst uns alle wieder etwas mehr so werden, wie der Maestro es uns vorlebt.

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Herzflut - zwischen Selbstliebe und Heilung

Herzflut
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Sara und Miles lernen sich auf einer Party kennen. Schon nach wenigen Minuten fühlt sich Sara zu Miles so hingezogen wie zu sonst niemanden. Und obwohl sich Sara schwer tut, Bindungen mit Männern aufzubauen, ...

Sara und Miles lernen sich auf einer Party kennen. Schon nach wenigen Minuten fühlt sich Sara zu Miles so hingezogen wie zu sonst niemanden. Und obwohl sich Sara schwer tut, Bindungen mit Männern aufzubauen, hat sie dieses Mal das Gefühl, mit Miles könnte es leichter werden. Sie fühlt sich verstanden von ihm. Er fühlt sich ebenfalls von ihr verstanden. Sie denken, gemeinsam können sie es dieses Mal schaffen. Schaffen, an eine Beziehung zu glauben. Doch diese Beziehung ist anders, denn Sara kann kaum körperliche Nähe zulassen. Jede Berührung ist eine Herausforderung für sie. Miles akzeptiert dies und sie kommunizieren offen und ehrlich, was sie wollen und wo ihre Grenzen sind. Nach drei Monaten können sie sich endlich berühren. Händchen halten und irgendwann kam auch der erste Kuss. Doch beide wollten mehr. Doch geht mehr auch? Was bedeutet MEHR, wenn MEHR sich wie eine Gefahr, wie ein schleichender Tod anfühlt? Und wenn die Heilung Zeit braucht, wie findet man dann zueinander? Können Sara und Miles so lange warten und aufeinander Rücksicht nehmen, dass diese Beziehung Bestand hat?

Charlotte Paradise hat einen Roman über Liebe und Wut, über Angst und Verzweiflung, über Nähe und Sehnsucht und über Mut und Verantwortung geschrieben. Kein klassischer Liebesroman, sondern ein Roman, der Tabuthemen beschreibt. Es werden sämtliche Tabuthemen thematisiert. Ob es über eine Stressreaktion ist, die Sara Bauchschmerzen und Übelkeit versuchen bzw. zu Darmproblemen führt. Ob es der weibliche Körper an sich ist oder ob es die Periode ist. Die Themen werden alle sehr liebevoll und mit viel Respekt beschrieben.

Sara machte eine bzw. die schwierigste Zeit in ihrem Leben durch. Sie versteht mit Hilfe ihrer Therapeuten, warum sie diese körperliche Nähe nicht zulassen kann. Warum sie all diese Dämonen in ihrem Kopf hat. Und warum sie auch oftmals nicht länger leben möchte. Suizidale Gedanken gehören zu dem Buch genau so dazu, wie die Erregung des weiblichen Körpers.

Für mich war das Buch gerade auch zum Anfang sehr schwer. Die anfangenden Sätze, die jedoch nicht beendet werden - der Leser weiß oftmals nicht sofort, was die Autorin einem damit sagen will. Man tut sich schwer, die Zusammenhänge und die Zerrissenheit von Sara und Miles zu verstehen. Umso mehr man sich jedoch zum Ende des Buches durcharbeitet, umso klarer werden diese Gedanken. Sowohl von Miles und Sara, als auch von dem Leser. Erst da kann er so richtig begreifen, wie schwer die seelische Belastung von Sara sein muss. Erst da begreift auch der Leser, wie tief dieses Buch geht.

Was Sara in ihren jungen Jahren bereits erfahren ist, wünscht man niemanden. Sie hat aber alles verdrängt. Als sie nach und nach die Themen gemeinsam mit ihren Therapeuten bespricht und aufarbeitet, kommt immer mehr Wahrheit ans Licht.

Ein thematisch schweres Buch, das aber mit sehr viel Respekt, Liebe und Fürsorge geschrieben wurde. Die Themen werden so liebevoll beschrieben und aufgearbeitet, dass es für den Leser eine geradezu „leichte“ Lektüre ist.

Ein wichtiges Buch mit Tiefgang und wichtigen Themen.

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Veröffentlicht am 23.06.2026

The Road between us - unser gemeinsamer Weg

The Road Between Us
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Als Clea’s Vater einen Schlaganfall erleidet und die Eltern entscheiden, nach Two Pines Port zu gehen, bricht für Clea eine Welt zusammen. Sie soll von New York City nach Two Pines Port ziehen? In einen ...

Als Clea’s Vater einen Schlaganfall erleidet und die Eltern entscheiden, nach Two Pines Port zu gehen, bricht für Clea eine Welt zusammen. Sie soll von New York City nach Two Pines Port ziehen? In einen alten Leuchtturm und dessen Haus? Doch als sie auf Casper und Josie, seiner jüngeren Schwester, trifft, ändert sich ihr Leben. Sie lernt die beiden besser kennen und genießt plötzlich die Freundschaft zu ihnen. Denn: sie muss ich zum ersten Mal in ihrem Leben nicht verstellen um dazu zu gehören. Doch bei der reinen Freundschaft bleibt es leider nicht. Sie verliebt sich in ihren besten Freund, Casper. Doch dieser erwidert ihre Liebe nicht, als sie am Abschlussball ihn küssen will, gibt er ihr klar zu verstehen, dass er nur an einer Freundschaft zu ihr interessiert sei. Als die Zeit für Cleas Abreise immer näher rückt, da Clea Two Pines Port verlassen will und nach Florida ziehen möchte, um Meteorologie Wissenschaften zu studieren, schmiedet Casper einen Plan. Mit einem Roadtrip entlang der Küste Maines möchten sie sich voneinander verabschieden. Clea hegt Zweifel, ob sie mit Casper in dem Campingbus die Zeit verbringen kann, schließlich liebt sie ihren besten Freund. Dieser Liebeskummer bringt sie sogar soweit, dass sie den Trip mit Casper fast absagen will. Doch dieser Roadtrip ist die beste Entscheidung von den beiden. Sie besuchen anstatt Sehenswürdigkeiten Essenswürdigkeiten und schlemmen sich durch die Orte. Dabei ist es egal, ob sie die Bestellung in einem schicken Restaurant, auf einem Festival oder bei einem Foodtruck aufgeben. Die gemeinsame Zeit wird ihnen keiner mehr nehmen. Als Casper dann Clea mitteilt, dass er nicht das Hotel seiner Mutter übernehmen will und auch das angepeilte IT-Studium nicht starten, sondern lieber Koch werden möchte, ist die erste Überraschung für Clea perfekt. Kommen sich Clea und Casper auf dem Roadtrip näher? Oder bleibt Casper bei der rein freundschaftlichen Beziehung zu Clea? Hat er denn keine Gefühle für seine beste Freundin? Und wie wird sich ihre Freundschaft entwickeln, wenn Clea plötzlich alleine nach Florida geht?

Yvy Kazi schreibt einen Roman über die Freundschaft. Freundschaft zwischen Mann und Frau aber auch die Freundschaft zwischen Eltern und Kind. Clea geht in der Freundschaft zu Casper und Josie komplett auf. Auf dem Roadtrip lernt man ihre frühere Clique rund um Larissa kennen und merkt, wie verkrampft sie ist. Dabei wollte Clea früher unbedingt dazu gehören. Doch sie hatte sich nach eigenen Angaben angepasst. Jetzt fühlt sie sich frei. Clea und Cas haben die gleichen Hobbys und verbringen so viel Zeit miteinander. Sie liebt den Leuchtturm, den sie in eine eigenen Bibliothek verwandelt hat. Und doch träumt sie von Casper und ihr als Liebespaar. Keine einfache Situation. Viele haben sich doch schon mal in ihren besten Freund verliebt. Doch wenn man den Mut hat, seine Liebe zu gestehen bleibt man entweder alleine und mit dem Liebeskummer zurück oder man geht dieses Wagnis ein. Sollte jedoch diese Liebe nicht funktionieren, hat man seinen besten Freund und den Liebhaber verloren. Eine verzwickte Situation.

Die Autorin schreibt aber auch das Buch über Mut. Mut für das Studium die eigenen Komfortzone zu verlassen. Mut sich gegen die Vorstellung der Eltern für einen anderen Beruf zu entscheiden. Mut, seinem besten Freund von seinen Gefühlen zu erzählen. Mut einen Roadtrip zu machen, obwohl so viel passieren kann. Doch am Ende wird doch dieser Mut mit einem positiven Gefühl belohnt: Zufriedenheit, Glück und Liebe. Zufriedenheit, wenn alles geklappt hat, Glück weil man diese wundervolle Erfahrungen machen konnte und Liebe für diese wundervolle Zeit, die man gemeinsam hatte.

Die Blindheit von Casper wurde ganz liebevoll beschrieben. Die alltäglichen Situationen kann er mithilfe seines Assistenzhundes und mit seinen kleinen Hilfsmittelchen super meistern. Aber was wird auf dem Roadtrip? Ich hatte ehrlich gesagt ein etwas mulmiges Gefühl. Aber zu unrecht. Casper meistert die Situationen mehr als souverän. Klar, ab und an benötigt er Hilfe, aber durch sein perfektes Gedächtnis (wie habe ich was hingelegt oder wo liegt was) findet er sich schnell zurecht. Überfürsorge mag er dafür gar nicht - was ich natürlich verstehen kann. Ständig auf Dein Handicap hingewiesen zu werden, bringt keinen weiter.

Ein wunderschöner Roman - ich hoffe auf einen zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Au revoir und Tschüss - mach’s gut, altes Leben!

Au revoir und tschüss
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Caro lebt in Deutschland mit ihrem Mann Holger und ihren beiden Söhnen. Sie arbeitet in der Universitätsbücherei und hält ihrem Mann den Rücken frei. Als eines Tages wieder einmal der Chef und seine Gattin ...

Caro lebt in Deutschland mit ihrem Mann Holger und ihren beiden Söhnen. Sie arbeitet in der Universitätsbücherei und hält ihrem Mann den Rücken frei. Als eines Tages wieder einmal der Chef und seine Gattin von Holger, recht spontan zum Abendessen vorbeikommen, überdenkt Caro einmal mehr ihr Leben. War’s das?, oder kommt doch noch etwas. Die Ehe zwischen Caro und Holger ist eigentlich nur noch ein Zusammenleben der Eltern, und nicht mehr. Caro verspürt schon lange den Wunsch, die französische Sprache noch besser zu erlernen. Sie fahren zwar regelmäßig nach Frankreich in den Urlaub und Caro kann die guten Französisch-Kenntnisse einsetzen, doch dies reicht ihr noch nicht. Sie liebt Frankreich und dessen Sprache. Da kommt eine Sprachreise genau richtig. Als Caro immer mehr über diese Idee nachdenkt, und auch noch Holly, ihrer besten Freundin erzählt, wird es immer klarer in ihrem Kopf. Caro muss diese Sprachreise für sich selbst unternehmen. Endlich wieder etwas für sich selbst machen. Dabei lernt sie ihren Sprachlehrer schon vor dem Sprachunterricht kennen. Sie versteht sich mit den Teilnehmern des Kurses so gut, sodass ihr das lernen nicht schwer fällt. Es ist aber nicht nur eine Sprachreise, sondern vielmehr eine Reise zu sich selbst. Caro lernt wieder, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und etwas nur für sich zu tun. Der Abschied aus Frankreich fällt ihr jedoch immer schwerer, denn sie hat sich in diesen kleinen Ort verliebt. Oder auch noch in jemanden? Aber es ist kein Abschied für immer, oder?

Gudrun Lochte schafft es in ihrem Roman, die Hauptcharaktere sehr präzise und genau zu beschreiben. Man fährt zusammen mit Caro nach Frankreich und lebt mit ihr an der Seite diese 7 Wochen. In diesem Land, in dem es eine ganz andere Esskultur gibt, wie hier in Deutschland. Das Essen wird nahezu vergöttert. Aber auch diese wunderbare Sprache, der ich selbst leider nicht mächtig bin, höre ich gerne. Man lebt zusammen mit Caro - lernt sie kennen und schätzen. Ich kann mir das Leben als Mutter, welche zwar berufstätig, aber dennoch für den Haushalt zuständig ist, sehr gut vorstellen. Sie kommt in Deutschland bei ihrer Familie zu kurz. Sie funktioniert, ist immer da. Aber so wirklich sieht sie schon lange keiner mehr. Da kommt die Sprachreise genau richtig. Sie findet in diesen 4 kurzen Wochen wieder zu sich. Was will sie? Was wollte sie schon immer? Wie wollte sie nie werden? Und soll das Leben wieder so weitergehen wie bisher, oder will sie aktiv daran was ändern? Was kann sie tun, um wieder gesehen zu werden?

Es ist kein Roman, wie man ihn kenn. Kein klassischer Liebesroman. Es ist ein Roman vom Leben. Aber dieser beschreibt vielmehr den Mut von Caro, etwas zu verändern. Als sie den gut aussehenden Armand im Zug zum ersten Mal sieht, habe ich mir gedacht, vielleicht ist das ja ihr Lehrer. Und so ist es. Sie sehen sich zum zweiten mal in Paris. Und obwohl er ihr Retter in der Not ist und die Gasse kennt, wo sie später Ada trifft, fragt sie ihn nie danach. Sie hätte auf ihrer Heimreise noch einmal bei Ada vorbeischauen können, aber das macht sie nicht. Auch im Epilog vermisse ich noch einen Satz über Armand. Nur durch ihn und seinem Sprachkurs in dieser unglaublichen Kulisse, schafft es Caro, sich selbst zu überwinden und nach vorne zu sehen. Er setzt diesen Sprachkurs so ohne Zwang auf, dass das Wissen mehr spielerisch, statt rein theoretisch vermittelt wird. Ich hätte es schön gefunden, wenn sie ihn nach Deutschland eingeladen - oder bei Ihrer Rückkehr nach Frankreich besucht hätte. Schade. Ich finde, so merkt man einmal mehr, wie der Charakter einer Person ist. Caro hat durch Armand diese besonderen Personen und ihre zukünftigen Geschäftspartner kennen- und lieben gelernt und mit ihnen, ihren ersten Schritt in ihre Freiheit geschafft.

Übertragen auf das eigene Leben, stelle ich mir seit dem Roman vermehrt die Frage, ob ich in meinem Leben gerade in einer Sackgasse stecke oder nicht. Wars das mit dem Leben oder nicht? Obwohl ich keine Mutter bin, war ich nach Beendigung des Buches am überlegen, was ich vom eigenen Leben will. Was will ich erreichen? Wohin will ich? Vielleicht schreibe ich mir auf, was ich will. Und hole mir dann dieses Schriftstück hervor, wenn ich in der Versuchung bin, von meinem Weg abzukommen, denn: der Roman lässt den Leser sein eigenes Leben überdenken. Er vermittelt ein wichtiges Thema. Die Frau kehrt nach einer bestimmten Zeit wieder in Teilzeit in ihren Beruf zurück. Daneben kommt der Haushalt, die Kindererziehung und alles, um was sich noch gekümmert werden muss. Für den Mann ändert sich nach einer Geburt eher weniger, aber für die Frau deren gesamtes Leben. Deswegen ist es so wichtig, dass man sich immer wieder selbst frägt, was man vom eigenen Leben will, und ob man glücklich ist. EIne offene Kommunikation mit dem Partner ist deshalb auch immer sehr wichtig, damit beide merken, was und wohin sich das Leben gerade verändert.

Das Cover ist für mich sehr schön. Eine Frau, die das Leben genießt. Und so ergeht es Caro in Frankreich. Sie schaltet vom Leben ab und man merkt als Leser richtig, wie sie aufblüht und wieder nach vorne sieht. Sie strotzt gerade so vor Lebensfreude in Frankreich. Als Leser freut man sich, dass es ihr gut geht.

Alles in allem ist es aber ein sehr schöner Roman. Eine wundervolle Geschichte in Frankreich, von welchem man nur lernen kann.

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