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Maria_Katharina

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Herzflut - zwischen Selbstliebe und Heilung

Herzflut
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Sara und Miles lernen sich auf einer Party kennen. Schon nach wenigen Minuten fühlt sich Sara zu Miles so hingezogen wie zu sonst niemanden. Und obwohl sich Sara schwer tut, Bindungen mit Männern aufzubauen, ...

Sara und Miles lernen sich auf einer Party kennen. Schon nach wenigen Minuten fühlt sich Sara zu Miles so hingezogen wie zu sonst niemanden. Und obwohl sich Sara schwer tut, Bindungen mit Männern aufzubauen, hat sie dieses Mal das Gefühl, mit Miles könnte es leichter werden. Sie fühlt sich verstanden von ihm. Er fühlt sich ebenfalls von ihr verstanden. Sie denken, gemeinsam können sie es dieses Mal schaffen. Schaffen, an eine Beziehung zu glauben. Doch diese Beziehung ist anders, denn Sara kann kaum körperliche Nähe zulassen. Jede Berührung ist eine Herausforderung für sie. Miles akzeptiert dies und sie kommunizieren offen und ehrlich, was sie wollen und wo ihre Grenzen sind. Nach drei Monaten können sie sich endlich berühren. Händchen halten und irgendwann kam auch der erste Kuss. Doch beide wollten mehr. Doch geht mehr auch? Was bedeutet MEHR, wenn MEHR sich wie eine Gefahr, wie ein schleichender Tod anfühlt? Und wenn die Heilung Zeit braucht, wie findet man dann zueinander? Können Sara und Miles so lange warten und aufeinander Rücksicht nehmen, dass diese Beziehung Bestand hat?

Charlotte Paradise hat einen Roman über Liebe und Wut, über Angst und Verzweiflung, über Nähe und Sehnsucht und über Mut und Verantwortung geschrieben. Kein klassischer Liebesroman, sondern ein Roman, der Tabuthemen beschreibt. Es werden sämtliche Tabuthemen thematisiert. Ob es über eine Stressreaktion ist, die Sara Bauchschmerzen und Übelkeit versuchen bzw. zu Darmproblemen führt. Ob es der weibliche Körper an sich ist oder ob es die Periode ist. Die Themen werden alle sehr liebevoll und mit viel Respekt beschrieben.

Sara machte eine bzw. die schwierigste Zeit in ihrem Leben durch. Sie versteht mit Hilfe ihrer Therapeuten, warum sie diese körperliche Nähe nicht zulassen kann. Warum sie all diese Dämonen in ihrem Kopf hat. Und warum sie auch oftmals nicht länger leben möchte. Suizidale Gedanken gehören zu dem Buch genau so dazu, wie die Erregung des weiblichen Körpers.

Für mich war das Buch gerade auch zum Anfang sehr schwer. Die anfangenden Sätze, die jedoch nicht beendet werden - der Leser weiß oftmals nicht sofort, was die Autorin einem damit sagen will. Man tut sich schwer, die Zusammenhänge und die Zerrissenheit von Sara und Miles zu verstehen. Umso mehr man sich jedoch zum Ende des Buches durcharbeitet, umso klarer werden diese Gedanken. Sowohl von Miles und Sara, als auch von dem Leser. Erst da kann er so richtig begreifen, wie schwer die seelische Belastung von Sara sein muss. Erst da begreift auch der Leser, wie tief dieses Buch geht.

Was Sara in ihren jungen Jahren bereits erfahren ist, wünscht man niemanden. Sie hat aber alles verdrängt. Als sie nach und nach die Themen gemeinsam mit ihren Therapeuten bespricht und aufarbeitet, kommt immer mehr Wahrheit ans Licht.

Ein thematisch schweres Buch, das aber mit sehr viel Respekt, Liebe und Fürsorge geschrieben wurde. Die Themen werden so liebevoll beschrieben und aufgearbeitet, dass es für den Leser eine geradezu „leichte“ Lektüre ist.

Ein wichtiges Buch mit Tiefgang und wichtigen Themen.

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Veröffentlicht am 23.06.2026

The Road between us - unser gemeinsamer Weg

The Road Between Us
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Als Clea’s Vater einen Schlaganfall erleidet und die Eltern entscheiden, nach Two Pines Port zu gehen, bricht für Clea eine Welt zusammen. Sie soll von New York City nach Two Pines Port ziehen? In einen ...

Als Clea’s Vater einen Schlaganfall erleidet und die Eltern entscheiden, nach Two Pines Port zu gehen, bricht für Clea eine Welt zusammen. Sie soll von New York City nach Two Pines Port ziehen? In einen alten Leuchtturm und dessen Haus? Doch als sie auf Casper und Josie, seiner jüngeren Schwester, trifft, ändert sich ihr Leben. Sie lernt die beiden besser kennen und genießt plötzlich die Freundschaft zu ihnen. Denn: sie muss ich zum ersten Mal in ihrem Leben nicht verstellen um dazu zu gehören. Doch bei der reinen Freundschaft bleibt es leider nicht. Sie verliebt sich in ihren besten Freund, Casper. Doch dieser erwidert ihre Liebe nicht, als sie am Abschlussball ihn küssen will, gibt er ihr klar zu verstehen, dass er nur an einer Freundschaft zu ihr interessiert sei. Als die Zeit für Cleas Abreise immer näher rückt, da Clea Two Pines Port verlassen will und nach Florida ziehen möchte, um Meteorologie Wissenschaften zu studieren, schmiedet Casper einen Plan. Mit einem Roadtrip entlang der Küste Maines möchten sie sich voneinander verabschieden. Clea hegt Zweifel, ob sie mit Casper in dem Campingbus die Zeit verbringen kann, schließlich liebt sie ihren besten Freund. Dieser Liebeskummer bringt sie sogar soweit, dass sie den Trip mit Casper fast absagen will. Doch dieser Roadtrip ist die beste Entscheidung von den beiden. Sie besuchen anstatt Sehenswürdigkeiten Essenswürdigkeiten und schlemmen sich durch die Orte. Dabei ist es egal, ob sie die Bestellung in einem schicken Restaurant, auf einem Festival oder bei einem Foodtruck aufgeben. Die gemeinsame Zeit wird ihnen keiner mehr nehmen. Als Casper dann Clea mitteilt, dass er nicht das Hotel seiner Mutter übernehmen will und auch das angepeilte IT-Studium nicht starten, sondern lieber Koch werden möchte, ist die erste Überraschung für Clea perfekt. Kommen sich Clea und Casper auf dem Roadtrip näher? Oder bleibt Casper bei der rein freundschaftlichen Beziehung zu Clea? Hat er denn keine Gefühle für seine beste Freundin? Und wie wird sich ihre Freundschaft entwickeln, wenn Clea plötzlich alleine nach Florida geht?

Yvy Kazi schreibt einen Roman über die Freundschaft. Freundschaft zwischen Mann und Frau aber auch die Freundschaft zwischen Eltern und Kind. Clea geht in der Freundschaft zu Casper und Josie komplett auf. Auf dem Roadtrip lernt man ihre frühere Clique rund um Larissa kennen und merkt, wie verkrampft sie ist. Dabei wollte Clea früher unbedingt dazu gehören. Doch sie hatte sich nach eigenen Angaben angepasst. Jetzt fühlt sie sich frei. Clea und Cas haben die gleichen Hobbys und verbringen so viel Zeit miteinander. Sie liebt den Leuchtturm, den sie in eine eigenen Bibliothek verwandelt hat. Und doch träumt sie von Casper und ihr als Liebespaar. Keine einfache Situation. Viele haben sich doch schon mal in ihren besten Freund verliebt. Doch wenn man den Mut hat, seine Liebe zu gestehen bleibt man entweder alleine und mit dem Liebeskummer zurück oder man geht dieses Wagnis ein. Sollte jedoch diese Liebe nicht funktionieren, hat man seinen besten Freund und den Liebhaber verloren. Eine verzwickte Situation.

Die Autorin schreibt aber auch das Buch über Mut. Mut für das Studium die eigenen Komfortzone zu verlassen. Mut sich gegen die Vorstellung der Eltern für einen anderen Beruf zu entscheiden. Mut, seinem besten Freund von seinen Gefühlen zu erzählen. Mut einen Roadtrip zu machen, obwohl so viel passieren kann. Doch am Ende wird doch dieser Mut mit einem positiven Gefühl belohnt: Zufriedenheit, Glück und Liebe. Zufriedenheit, wenn alles geklappt hat, Glück weil man diese wundervolle Erfahrungen machen konnte und Liebe für diese wundervolle Zeit, die man gemeinsam hatte.

Die Blindheit von Casper wurde ganz liebevoll beschrieben. Die alltäglichen Situationen kann er mithilfe seines Assistenzhundes und mit seinen kleinen Hilfsmittelchen super meistern. Aber was wird auf dem Roadtrip? Ich hatte ehrlich gesagt ein etwas mulmiges Gefühl. Aber zu unrecht. Casper meistert die Situationen mehr als souverän. Klar, ab und an benötigt er Hilfe, aber durch sein perfektes Gedächtnis (wie habe ich was hingelegt oder wo liegt was) findet er sich schnell zurecht. Überfürsorge mag er dafür gar nicht - was ich natürlich verstehen kann. Ständig auf Dein Handicap hingewiesen zu werden, bringt keinen weiter.

Ein wunderschöner Roman - ich hoffe auf einen zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Au revoir und Tschüss - mach’s gut, altes Leben!

Au revoir und tschüss
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Caro lebt in Deutschland mit ihrem Mann Holger und ihren beiden Söhnen. Sie arbeitet in der Universitätsbücherei und hält ihrem Mann den Rücken frei. Als eines Tages wieder einmal der Chef und seine Gattin ...

Caro lebt in Deutschland mit ihrem Mann Holger und ihren beiden Söhnen. Sie arbeitet in der Universitätsbücherei und hält ihrem Mann den Rücken frei. Als eines Tages wieder einmal der Chef und seine Gattin von Holger, recht spontan zum Abendessen vorbeikommen, überdenkt Caro einmal mehr ihr Leben. War’s das?, oder kommt doch noch etwas. Die Ehe zwischen Caro und Holger ist eigentlich nur noch ein Zusammenleben der Eltern, und nicht mehr. Caro verspürt schon lange den Wunsch, die französische Sprache noch besser zu erlernen. Sie fahren zwar regelmäßig nach Frankreich in den Urlaub und Caro kann die guten Französisch-Kenntnisse einsetzen, doch dies reicht ihr noch nicht. Sie liebt Frankreich und dessen Sprache. Da kommt eine Sprachreise genau richtig. Als Caro immer mehr über diese Idee nachdenkt, und auch noch Holly, ihrer besten Freundin erzählt, wird es immer klarer in ihrem Kopf. Caro muss diese Sprachreise für sich selbst unternehmen. Endlich wieder etwas für sich selbst machen. Dabei lernt sie ihren Sprachlehrer schon vor dem Sprachunterricht kennen. Sie versteht sich mit den Teilnehmern des Kurses so gut, sodass ihr das lernen nicht schwer fällt. Es ist aber nicht nur eine Sprachreise, sondern vielmehr eine Reise zu sich selbst. Caro lernt wieder, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und etwas nur für sich zu tun. Der Abschied aus Frankreich fällt ihr jedoch immer schwerer, denn sie hat sich in diesen kleinen Ort verliebt. Oder auch noch in jemanden? Aber es ist kein Abschied für immer, oder?

Gudrun Lochte schafft es in ihrem Roman, die Hauptcharaktere sehr präzise und genau zu beschreiben. Man fährt zusammen mit Caro nach Frankreich und lebt mit ihr an der Seite diese 7 Wochen. In diesem Land, in dem es eine ganz andere Esskultur gibt, wie hier in Deutschland. Das Essen wird nahezu vergöttert. Aber auch diese wunderbare Sprache, der ich selbst leider nicht mächtig bin, höre ich gerne. Man lebt zusammen mit Caro - lernt sie kennen und schätzen. Ich kann mir das Leben als Mutter, welche zwar berufstätig, aber dennoch für den Haushalt zuständig ist, sehr gut vorstellen. Sie kommt in Deutschland bei ihrer Familie zu kurz. Sie funktioniert, ist immer da. Aber so wirklich sieht sie schon lange keiner mehr. Da kommt die Sprachreise genau richtig. Sie findet in diesen 4 kurzen Wochen wieder zu sich. Was will sie? Was wollte sie schon immer? Wie wollte sie nie werden? Und soll das Leben wieder so weitergehen wie bisher, oder will sie aktiv daran was ändern? Was kann sie tun, um wieder gesehen zu werden?

Es ist kein Roman, wie man ihn kenn. Kein klassischer Liebesroman. Es ist ein Roman vom Leben. Aber dieser beschreibt vielmehr den Mut von Caro, etwas zu verändern. Als sie den gut aussehenden Armand im Zug zum ersten Mal sieht, habe ich mir gedacht, vielleicht ist das ja ihr Lehrer. Und so ist es. Sie sehen sich zum zweiten mal in Paris. Und obwohl er ihr Retter in der Not ist und die Gasse kennt, wo sie später Ada trifft, fragt sie ihn nie danach. Sie hätte auf ihrer Heimreise noch einmal bei Ada vorbeischauen können, aber das macht sie nicht. Auch im Epilog vermisse ich noch einen Satz über Armand. Nur durch ihn und seinem Sprachkurs in dieser unglaublichen Kulisse, schafft es Caro, sich selbst zu überwinden und nach vorne zu sehen. Er setzt diesen Sprachkurs so ohne Zwang auf, dass das Wissen mehr spielerisch, statt rein theoretisch vermittelt wird. Ich hätte es schön gefunden, wenn sie ihn nach Deutschland eingeladen - oder bei Ihrer Rückkehr nach Frankreich besucht hätte. Schade. Ich finde, so merkt man einmal mehr, wie der Charakter einer Person ist. Caro hat durch Armand diese besonderen Personen und ihre zukünftigen Geschäftspartner kennen- und lieben gelernt und mit ihnen, ihren ersten Schritt in ihre Freiheit geschafft.

Übertragen auf das eigene Leben, stelle ich mir seit dem Roman vermehrt die Frage, ob ich in meinem Leben gerade in einer Sackgasse stecke oder nicht. Wars das mit dem Leben oder nicht? Obwohl ich keine Mutter bin, war ich nach Beendigung des Buches am überlegen, was ich vom eigenen Leben will. Was will ich erreichen? Wohin will ich? Vielleicht schreibe ich mir auf, was ich will. Und hole mir dann dieses Schriftstück hervor, wenn ich in der Versuchung bin, von meinem Weg abzukommen, denn: der Roman lässt den Leser sein eigenes Leben überdenken. Er vermittelt ein wichtiges Thema. Die Frau kehrt nach einer bestimmten Zeit wieder in Teilzeit in ihren Beruf zurück. Daneben kommt der Haushalt, die Kindererziehung und alles, um was sich noch gekümmert werden muss. Für den Mann ändert sich nach einer Geburt eher weniger, aber für die Frau deren gesamtes Leben. Deswegen ist es so wichtig, dass man sich immer wieder selbst frägt, was man vom eigenen Leben will, und ob man glücklich ist. EIne offene Kommunikation mit dem Partner ist deshalb auch immer sehr wichtig, damit beide merken, was und wohin sich das Leben gerade verändert.

Das Cover ist für mich sehr schön. Eine Frau, die das Leben genießt. Und so ergeht es Caro in Frankreich. Sie schaltet vom Leben ab und man merkt als Leser richtig, wie sie aufblüht und wieder nach vorne sieht. Sie strotzt gerade so vor Lebensfreude in Frankreich. Als Leser freut man sich, dass es ihr gut geht.

Alles in allem ist es aber ein sehr schöner Roman. Eine wundervolle Geschichte in Frankreich, von welchem man nur lernen kann.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Kein Sommer ohne August oder: 12 Sommer mit August

Kein Sommer ohne August
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Charlie Henderson. Oder doch eher Charlie Peches French? Doch wer ist wer? Eigentlich ist es dieselbe Person. Doch von Anfang an. Charlie lebt mit ihrer Mutter Cassie in Liberty Beach. Eines Tages lernt ...

Charlie Henderson. Oder doch eher Charlie Peches French? Doch wer ist wer? Eigentlich ist es dieselbe Person. Doch von Anfang an. Charlie lebt mit ihrer Mutter Cassie in Liberty Beach. Eines Tages lernt sie August in der Buchhandlung One Last Chapter kennen und rennt zum ersten Mal in ihrem Leben davon. Sie lernen sich aber nach und nach immer besser kennen - intensiver als je zuvor. Doch August lebte eigentlich in New York und besucht nur immer seine Großmutter Molly in den Sommerferien - im August. Also haben Charlie und August jedes Jahr drei Wochen zeit, sich weiter kennen zu lernen und die gemeinsame Zeit so intensiv wie nur möglich zu nutzen. Doch beide verlieben sich ineinander. Und doch ist es Charlie, die keine Beziehung zu August will, denn sie hat Angst davor, August ein für alle mal zu verlieren. Sie liebt ihn so sehr, dass sie sich einredet, nicht gut genug für ihn zu sein. Nicht gut genug, seine Freundin zu sein oder nicht gut genug, um zur Familie zu passen. Sie bekommen die schlimmsten Schicksalsschläge der jeweils anderen Person mit. Und sind füreinander da. Wie immer. Freunde für immer. Das ist das Motto, an dem sie festhalten. Doch als sie anfangen, an eine Beziehung zu glauben, läuft Charlie wieder davon. Ohne Rücksicht auf Verluste - sie gibt niemanden bescheid und verabschiedet sich von niemanden. Sie verlässt Liberty Beach und fängt bald ein neues Leben in London an. Sie lässt Charlie Peches French zurück und beginnt als Charlie Henderson ein neues Leben. Die Ehe mit Jim war nur notwendig, um ein gültiges Visum zu bekommen und war eine reine Scheinehe, denn ihr Herz gehört in Wahrheit immer noch August. Als jedoch Molly stirbt und ihr die Buchhandlung One Last Chapter vererbt, steht Charlie nach 10 Jahren wieder in ihrer Heimat, der sie doch eigentlich den Rücken zugekehrt hat. Doch da ist auch August Green. Die Liebe ihres Lebens. Wird sie ihre Gefühle wieder vor August verstecken und in ihr Leben nach London zurückkehren oder wird sie das Erbe von Molly Green antreten? Und was ist mit August? Wird Charlie es schaffen, mit ihm einen vernünftigen Konsens zu betreiben oder holen sie die alten Gefühle ein?

Lucy Astner hat einen wunderbaren Roman für Buchbegeisterte geschrieben und für Romantiker. Der Leser spürt ab der ersten Minute, was in Charlie vor geht. Sie liebt August Green. Mehr als sie jemanden lieben könnte. Doch sie verbietet sich diese Liebe, aus Angst diese enge Freundschaft, die sie gemeinsam haben, aufs Spiel zu setzen. Und auch, weil sie mitbekommt, wie ihre Mutter unter ihren Beziehungen leidet - sie führt keine glückliche Beziehung, sondern zieht oft die falschen Männer an sich, die sie unglücklich zurücklassen. Auch deswegen flüchtet sich Charlie in die Welt der Bücher. Sie liebt das Lesen. Aber noch mehr liebt sie die Buchhandlung One Last Chapter und August Green. Sie verbringen jede Minute gemeinsam und umso tiefer die Freundschaft geht, umso mehr verlieben sie sich ineinander. Und diese Liebe begegnet ihnen beiden. Charlie verletzt August immer wieder, um sich von ihm fern zu halten und ihre Liebe zu schmälern. Aber diese Liebe hat Bestand. Sie überbrückt auch einen Kontinent.

Die Autorin schreibt aber nicht nur über die Liebe, sondern vor allem über die Freundschaft. Über die Freundschaft, die Charlie mit Molly hat. Auch wenn sie nicht viel miteinander sprechen, merkt der Leser, wie viel Molly Charlie bedeutet und umgekehrt. Sie verstehen sich blind, Molly erwartet von Charlie keine Erklärungen, keine Geständnisse. Sie vertraut Charlie blind. Aber auch zwischen der Freundschaft von Charlie und August. Zwölf Sommer waren August und Charlie quasi Freunde. Mal mehr, mal weniger. Mit mehr oder weniger offiziellen Gefühlen füreinander. Doch die Freundschaft überwiegt. Ihnen ist es wichtig. Immer wieder wird betont, wie wichtig die Freundschaft zwischen ihnen ihnen ist.

Aber Lucy Astner beschreibt auch die Fehler, die gemacht werden, wenn wir alles perfekt machen wollen. Wir übersehen dabei den anderen und dessen Gefühle. Wir übersehen uns selbst, was wir wollen und was wir erreichen wollen. Wir weichen vom eigenen Leben ab, um es perfekt machen zu können und verlieren uns dabei selbst. Aber am Ende sind wir nicht glücklich, sondern haben einen ganz anderen Weg eingeschlagen, wie wir eigentlich einschlagen wollten. Gerade in Beziehungen ist es doch wichtig, mit sich selbst im reinen zu sein, sich selbst ernst und wichtig zu nehmen und dabei klar zu kommunizieren, was man will. Hätte Charlie und August früh genug klar kommuniziert, wäre deren Leben vermutlich viel eher viel besser verlaufen. Oder eben auch nicht.

Für mich eine absolute Herzensempfehlung. Ein wunderbarer Roman. Vielen Dank, Lucy Astner!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Sommernächte auf SYLT - lassen Sie sich von dieser Insel verzaubern!

Sommernächte auf Sylt
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Suse plant mit ihrer Agentur Veranstaltungen auf der Insel Sylt. Allerdings hatte sie die Idee, ein erstes Strandfestival zu veranstalten. Dies lässt sich aber so einfach nicht umsetzen, denn dafür hat ...

Suse plant mit ihrer Agentur Veranstaltungen auf der Insel Sylt. Allerdings hatte sie die Idee, ein erstes Strandfestival zu veranstalten. Dies lässt sich aber so einfach nicht umsetzen, denn dafür hat Suse aktuell zu wenig Personal - gut, dass ihre beste Freundin Lia ohnehin gerade in Hamburg strauchelt und ihren Job an den Nagel hängen will - so kann Suse sie problemlos nach Sylt abwerben. Suse und Lia kennen sich seit Kindheitstagen an. Lia war in den Ferien immer bei ihrer Oma in Sylt und hat so Suse kennen gelernt. Lia hatte sich schon damals in Suses Bruder Bastian verliebt - gut, dass er aktuell in Bremen lebt und sie sich erstmal nicht begegnen - obwohl die Gefühle sind längst verstaubt und sie führt ihr eigenes Leben. Lia und Suse sind überzeugte Singles, sie wollen von keinen Männern mehr verletzt werden. Doch Bastian kommt überraschend zu Papa Kurt zurück und zieht dort vorübergehend auch wieder ein, denn er hat sich von seiner Frau Charlotte getrennt, die er in flagranti mit seinem besten Freund erwischt hat. Lia versucht Bastian aufzuheitern - doch gelingt ihr das auch? Und was macht das mit ihren eigenen Gefühlen? Kann sie über diesen stehen oder werden sie ihr zum Verhängnis? Suse verschreibt sich derweil ganz der Arbeit, arbeitet von früh bis spät und oft kann sie auch nachts kein Auge zumachen. Doch als der sympathische Frontmann der Band, Ben Rothe, in der Agentur auftaucht bringt er sie aus dem Konzept. Als er dann auch noch seine Gitarre auspackt und Suse ein Lied vorspielt, zieht er sie in seinen Bann. Sie wird von ihren eigenen Gefühlen überrannt und kann nur noch schwer an etwas anderes denken als an Ben. Eigentlich kennen sich die beiden von früher, denn Ben wohnte bis zu seinem Durchbruch als Musiker auch auf Sylt. Er ist sehr einfühlsam Suse gegenüber und versteht sie mehr, als sie ihn verstehen kann oder will. Suse möchte weiterhin mit Ben sehr professionell umgehen, doch ihre Gefühle kommen ihr in die quere. Doch können Suse und Lia über ihren Schatten springen und der Liebe eine Chance geben? Dass sich beide Frauen in die Männer Hals über Kopf verliebt haben, steht außer Frage. Doch können sie den Mut auch aufbringen und „Ja“ zu ihnen sagen?


Die Autorinnen Stephanie Jana und Ursula Kollritsch haben ein wunderschönes Buch verfasst. Nicht nur das Cover zieht den potentiellen Käufer sofort in seinen Bann. Mit dem Liegestuhl, dem Picknickkorb und dem wunderschönen Sonnenuntergang vermittelt das Cover direkt einen leichten aber dennoch liebevollen Roman. Man sieht die Dünen und den Leuchtturm - typisch für Sylt - und man träumt von genau diesem Ort, dass man selbst in dem Liegestuhl sitzt und vielleicht gerade dieses Buch in den Händen hält.

Auch die Geschichte ist wunderbar. Man fiebert mit Lia und Suse mit. Die beide wachsen einem ans Herz und ich finde diese Freundschaft wunderbar. Sie verstehen sich und beide kennen die Geschichte voneinander. Sie haben über all die Jahre nie den Kontakt abgebrochen oder einschlafen lassen - im Gegenteil. Sie bewahren diese wunderbare und wertvolle Freundschaft. Beide haben keinen Partner und sind sich auch einig, dass sie ohne Männer besser sind, oder etwa doch nicht? Das Thema Männer beschäftigt sie im Summer of Love sehr und man kann die Gefühle von den beiden Damen nachvollziehen. Schade finde ich, dass man die Gedanken von Bastian und Ben nicht zu lesen bekommt. Ich wüsste gern, was die beiden über die Geschichte denken und was deren Ansporn war, bei den beiden Frauen dran zu bleiben. Vor allem Ben hat mit Suse sehr zu kämpfen. Er verliebt sich aber kann er Suse auch von sich und der Welt überzeugen? Oder bleibt ihm das Glück mit Suse verwehrt? Er blick hinter die Fassade von Suse und beginnt sie zu verstehen. Mehr als Suse sich selbst verstehen kann.

Die Geschichte mit Kurt ist etwas speziell. Auf der einen Seite finde ich ihn wunderbar, er ist humorvoll und er gibt der Geschichte den gewissen Touch. Aber zwischendurch kam er mir etwas zu überdreht vor. Mit seinen Frauen, dass er auf Biegen und Brechen noch eine Frau vor seinem 70. Geburtstag an seiner Seite sehen will. Mit Druck funktioniert doch grad in der Liebe nichts. Das müsste auch er wissen, oder? Auf der anderen Seite finde ich es schön, dass sich die Familie (Suse, Bastian und Papa Kurt) so harmonisch gibt. Keine Streitereien, nur Zusammenhalt und Liebe. Und schließlich finden alle drei ihre Liebe - oder?

Das Ende ist für mich etwas zu abrupt. Ich hätte mich über eine kurze Geschichte zwischen den beiden in Wien gefreut. Wie kommt Suse an, was unternehmen sie, wie lernen sie sich kennen, welche Gemeinsamkeiten haben sie? Der Leser erfährt auf all den Seiten kaum etwas über Ben - was macht er, wenn er sich gerade nicht mit der Musik beschäftigt, was mag er, was mag er nicht? Der Epilog wäre für mich eher noch eine Geschichte vor dem Epilog gewesen und der Epilog selbst hätte einmal noch Lia und Basti aber auch Suse und Ben behandeln dürfen. Dieses offene Ende wie ich es doch nennen würde, finde ich nicht so richtig passend, denn ansonsten wurde die Geschichte wunderbar erzählt. Mit allen Höhen und Tiefen...


Alles in allem ist es ein sehr wunderschöner und wundervoller Roman, der über die tiefen Gefühle geht. Über das Vertrauen in einer Beziehung, über das lieben lernen. Und alte Gefühle überwinden. Aber allen voran steht die Familie und die Freundschaft, auf die man sich verlassen kann, wenn es wirklich darauf ankommt.

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