Sommernächte auf SYLT - lassen Sie sich von dieser Insel verzaubern!
Sommernächte auf SyltSuse plant mit ihrer Agentur Veranstaltungen auf der Insel Sylt. Allerdings hatte sie die Idee, ein erstes Strandfestival zu veranstalten. Dies lässt sich aber so einfach nicht umsetzen, denn dafür hat ...
Suse plant mit ihrer Agentur Veranstaltungen auf der Insel Sylt. Allerdings hatte sie die Idee, ein erstes Strandfestival zu veranstalten. Dies lässt sich aber so einfach nicht umsetzen, denn dafür hat Suse aktuell zu wenig Personal - gut, dass ihre beste Freundin Lia ohnehin gerade in Hamburg strauchelt und ihren Job an den Nagel hängen will - so kann Suse sie problemlos nach Sylt abwerben. Suse und Lia kennen sich seit Kindheitstagen an. Lia war in den Ferien immer bei ihrer Oma in Sylt und hat so Suse kennen gelernt. Lia hatte sich schon damals in Suses Bruder Bastian verliebt - gut, dass er aktuell in Bremen lebt und sie sich erstmal nicht begegnen - obwohl die Gefühle sind längst verstaubt und sie führt ihr eigenes Leben. Lia und Suse sind überzeugte Singles, sie wollen von keinen Männern mehr verletzt werden. Doch Bastian kommt überraschend zu Papa Kurt zurück und zieht dort vorübergehend auch wieder ein, denn er hat sich von seiner Frau Charlotte getrennt, die er in flagranti mit seinem besten Freund erwischt hat. Lia versucht Bastian aufzuheitern - doch gelingt ihr das auch? Und was macht das mit ihren eigenen Gefühlen? Kann sie über diesen stehen oder werden sie ihr zum Verhängnis? Suse verschreibt sich derweil ganz der Arbeit, arbeitet von früh bis spät und oft kann sie auch nachts kein Auge zumachen. Doch als der sympathische Frontmann der Band, Ben Rothe, in der Agentur auftaucht bringt er sie aus dem Konzept. Als er dann auch noch seine Gitarre auspackt und Suse ein Lied vorspielt, zieht er sie in seinen Bann. Sie wird von ihren eigenen Gefühlen überrannt und kann nur noch schwer an etwas anderes denken als an Ben. Eigentlich kennen sich die beiden von früher, denn Ben wohnte bis zu seinem Durchbruch als Musiker auch auf Sylt. Er ist sehr einfühlsam Suse gegenüber und versteht sie mehr, als sie ihn verstehen kann oder will. Suse möchte weiterhin mit Ben sehr professionell umgehen, doch ihre Gefühle kommen ihr in die quere. Doch können Suse und Lia über ihren Schatten springen und der Liebe eine Chance geben? Dass sich beide Frauen in die Männer Hals über Kopf verliebt haben, steht außer Frage. Doch können sie den Mut auch aufbringen und „Ja“ zu ihnen sagen?
Die Autorinnen Stephanie Jana und Ursula Kollritsch haben ein wunderschönes Buch verfasst. Nicht nur das Cover zieht den potentiellen Käufer sofort in seinen Bann. Mit dem Liegestuhl, dem Picknickkorb und dem wunderschönen Sonnenuntergang vermittelt das Cover direkt einen leichten aber dennoch liebevollen Roman. Man sieht die Dünen und den Leuchtturm - typisch für Sylt - und man träumt von genau diesem Ort, dass man selbst in dem Liegestuhl sitzt und vielleicht gerade dieses Buch in den Händen hält.
Auch die Geschichte ist wunderbar. Man fiebert mit Lia und Suse mit. Die beide wachsen einem ans Herz und ich finde diese Freundschaft wunderbar. Sie verstehen sich und beide kennen die Geschichte voneinander. Sie haben über all die Jahre nie den Kontakt abgebrochen oder einschlafen lassen - im Gegenteil. Sie bewahren diese wunderbare und wertvolle Freundschaft. Beide haben keinen Partner und sind sich auch einig, dass sie ohne Männer besser sind, oder etwa doch nicht? Das Thema Männer beschäftigt sie im Summer of Love sehr und man kann die Gefühle von den beiden Damen nachvollziehen. Schade finde ich, dass man die Gedanken von Bastian und Ben nicht zu lesen bekommt. Ich wüsste gern, was die beiden über die Geschichte denken und was deren Ansporn war, bei den beiden Frauen dran zu bleiben. Vor allem Ben hat mit Suse sehr zu kämpfen. Er verliebt sich aber kann er Suse auch von sich und der Welt überzeugen? Oder bleibt ihm das Glück mit Suse verwehrt? Er blick hinter die Fassade von Suse und beginnt sie zu verstehen. Mehr als Suse sich selbst verstehen kann.
Die Geschichte mit Kurt ist etwas speziell. Auf der einen Seite finde ich ihn wunderbar, er ist humorvoll und er gibt der Geschichte den gewissen Touch. Aber zwischendurch kam er mir etwas zu überdreht vor. Mit seinen Frauen, dass er auf Biegen und Brechen noch eine Frau vor seinem 70. Geburtstag an seiner Seite sehen will. Mit Druck funktioniert doch grad in der Liebe nichts. Das müsste auch er wissen, oder? Auf der anderen Seite finde ich es schön, dass sich die Familie (Suse, Bastian und Papa Kurt) so harmonisch gibt. Keine Streitereien, nur Zusammenhalt und Liebe. Und schließlich finden alle drei ihre Liebe - oder?
Das Ende ist für mich etwas zu abrupt. Ich hätte mich über eine kurze Geschichte zwischen den beiden in Wien gefreut. Wie kommt Suse an, was unternehmen sie, wie lernen sie sich kennen, welche Gemeinsamkeiten haben sie? Der Leser erfährt auf all den Seiten kaum etwas über Ben - was macht er, wenn er sich gerade nicht mit der Musik beschäftigt, was mag er, was mag er nicht? Der Epilog wäre für mich eher noch eine Geschichte vor dem Epilog gewesen und der Epilog selbst hätte einmal noch Lia und Basti aber auch Suse und Ben behandeln dürfen. Dieses offene Ende wie ich es doch nennen würde, finde ich nicht so richtig passend, denn ansonsten wurde die Geschichte wunderbar erzählt. Mit allen Höhen und Tiefen...
Alles in allem ist es ein sehr wunderschöner und wundervoller Roman, der über die tiefen Gefühle geht. Über das Vertrauen in einer Beziehung, über das lieben lernen. Und alte Gefühle überwinden. Aber allen voran steht die Familie und die Freundschaft, auf die man sich verlassen kann, wenn es wirklich darauf ankommt.