Außergewöhnlich
Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essenAllein schon der Titel von Kikuko Tsumuras Roman "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" spricht Bände! Die Ich-Erzählerin startet nach einem Burnout in Kooperation mit ihrer Beraterin von ...
Allein schon der Titel von Kikuko Tsumuras Roman "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" spricht Bände! Die Ich-Erzählerin startet nach einem Burnout in Kooperation mit ihrer Beraterin von der Arbeitsagentur einige Arbeitsversuche; Grundbedingung sei es dabei, dass die Arbeit nicht anstrengend sei, sie nicht fordere, gewissermaßen so ganz nebenher und leicht von der Hand geht. Die Lesenden begleiten die Protagonistin bei fünf höchst unterschiedlichen Arbeitsversuchen: Eine reine , digitale Überwchungstätigkeit mit Berichterstattung, das Entwerfen von gesprochener Werbung für eine bestimmte Buslinie, die Entwicklung von Wissenshäppchen und Life-Hacks zum Abdruck auf Snacktüten, die Erneuerung von pädagogisch ausgerichteten Plakaten in der Gemeinde, bis hin zu einer einfachen Bürotätigkeit (Kartographieren des Parks) mitten in einer abgelegenen Waldhütte. Doch so leichtgängig und anspruchslos die Tätigkeiten zunächst scheinen, allesamt haben ihre Tücken, es kommt zu seltsamen und bisweilen unheimlichen Vorkommnissen - und in der Konsequenz muss sich die Ich-Erzählerin dann doch in jedem Job mehr einbrigen, als zunächst beabsichtigt. Nett zu lesen, ein Sammelsurium von kafkaesken Absurditäten... Aber was ist die Botschaft der Autorin? Da kann ich nur sagen: Selber lesen, denn die Botschaft entsteht beim Lesenden!