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Mirali

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2018

Sehr interessante Story - dennoch ausbaufähig

The House - Du warst nie wirklich sicher
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Das Cover, der Titel und die ersten Seiten, als Syd und Jack anfingen die Geschichte aus ihrer jeweiligen Sicht zu erzählen, versprachen einiges und eine großartige Spannung. Ich bekam die Empfindung, ...

Das Cover, der Titel und die ersten Seiten, als Syd und Jack anfingen die Geschichte aus ihrer jeweiligen Sicht zu erzählen, versprachen einiges und eine großartige Spannung. Ich bekam die Empfindung, dass es sich hier um eine Horror- und Spukgeschichte rund um ein Haus in London drehte sollte - doch es kam doch ziemlich anders. Schnell merkte man, dass diese Geschichte in eine ganz andere Richtung laufen wird und sich somit auch das Genre ändert. Dennoch war ich nicht enttäuscht, ich bin ja für vieles offen.

Die Erzählweise, dargestellt wie in einem Tagebuch von zwei Personen hat mich sehr angesprochen. Ich finde, dass man so viel besser in die Psyche der Charakter einsteigen kann, sie so besser versteht, besser mitfühlt und im Endeffekt auch die Geschichte einfach besser verstehen kann. Leider konnte man in dieser Geschichte viel zu schnell sich einiges selber zusammenreimen. Die Spannung nahm oft sehr schnell zu, konnte aber nicht lange verweilen. Man wusste was passiert und so ließ man es eher um sich selber im Klaren zu sein, dass man recht hatte. Viele Nebenstränge waren sehr gut geschrieben, hätten aber wesentlich besser beleuchtet werden können. Auch noch ein paar auftretende Charakter hätten besser beschrieben werden können oder man hätte man zu ihnen sagen können um so noch tiefer in die Geschichte an sich zu gehen. Leider blieben für mich am Ende viel zu viele Fragen offen, das Ende kam viel zu schnell und abrupt - als wäre keine Zeit mehr gewesen um es richtig zuende zu schreiben.


Die Idee um meinen machtsüchtigen Vater, deren Konsequenzen, Missbrauch, Drogen und die Abhängigkeit, die mit dem all dahergeht war wirklich gut, hätte aber noch besser umgesetzt werden sollen. Ich hoffe, dass der Autor in seinen nächsten Titeln einfach tiefer in die Geschehnisse geht und es noch besser verpackt.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Psychologie
  • Erzählstil
  • Spannung
Veröffentlicht am 21.03.2018

Interessante Idee - Der Rest ist nicht überzeugend

Körpersammler
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Hier bei Körpersammler dreht sich alles um eine besondere Gabe. Der Specialagent Magnus Craig besitzt sie, die Gabe des „Scheins“. So kann er den Täter als auch die Opfer erkennen, obwohl von ihnen nichts ...

Hier bei Körpersammler dreht sich alles um eine besondere Gabe. Der Specialagent Magnus Craig besitzt sie, die Gabe des „Scheins“. So kann er den Täter als auch die Opfer erkennen, obwohl von ihnen nichts mehr vorhanden ist – außer ihrem eigenen Schein. Durch diese Gabe ist es ihm möglich die Tatorte anders zu betrachten und die Fälle auf seine Art und Weise zu lösen. Eine ganz neue „Taktik“, eine ganz neue Idee, die hier im Buch sehr schön behandelt wird.

Das Cover des Buches ist somit gar nicht so irreführend wie am Anfang gedacht, jedoch bietet der Titel enorm viel Spielraum und ich glaube kaum, dass jemand überhaupt auf die Idee kommen würde, dass das Buch eher das Leben und die Taten des Special Agents betrachtet, als wieder einmal die Taten eines Serienmörders. Die ersten Seiten hatten es mir sehr angetan, ich war total gespannt darauf was noch passieren wird, wohin der Weg führt und was nun dieser „Schein“ mit sich bringt. Leider wurde ich dann enttäuscht, von Kapitel zu Kapitel immer etwas mehr. Die Darstellung der einzelnen Figuren war toll, keine Frage. Man konnte mitfühlen, man konnte sie sich wirklich gut vorstellen, man konnte sie lieben und man konnte sie hassen. Dies wurde wirklich super geschrieben. Der tolle Schreibstil zog sich auch durch das gesamte Buch, da kann man absolut nichts gegen sagen. Der Schreibstil war flüssig, nachvollziehbar und immer gut verständlich. Die Idee hinter diesem Buch hätte man aber wirklich anders umsetzen müssen.


Ich hatte zeitweise das Problem, dass ich es einfach nicht mehr weiterlesen wollte. Es war so langweilig geschrieben, so unspannend, es waren Informationen mit dabei, die alles nur noch in die Länge gezogen haben und absolut nicht notwendig waren. Der Augenmerk lag definitiv nicht auf den Opfern oder der Tat, sondern nur auf dem „Schein“ und auf dem Special Agent. Für mich war und ist dieses Buch kein Thriller. Wenn mal Spannung aufkam, dann wurde sie genauso schnell wieder zunichte gemacht. Die Sätze manchmal zu lang, zu tiefgehende Beschreibungen von Dingen, die einfach niemanden interessierten und ja – die meisten Geschichten waren einfach Lückenfüller. Die Geschichte hätte definitiv besser ausgebaut werden müssen.
Was mich besonders gestört hat – es gab überhaupt keine Informationen darüber wieso der Täter das tat, was er tat. Manche finden dies vielleicht nicht wichtig, aber für mich gehört es dazu. Als ob mir etwas verschwiegen worden wäre. Dafür habe ich mich also durch das Buch gekämpft um dann so abgespeist zu werden.
Anscheinend handelt es sich um den ersten Teil einer ganzen Reihe. Für manche vielleicht spannend und es kann ja auch sein, dass es besser wird, aber mir ist die Lust auf alles vergangen. Das Thema fande ich irgendwann nur noch nervig, auch nicht wirklich gut durchdacht und für mich auch nicht logisch. Solche Bücher sind nichts für mich. Leider.

  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Tempo
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 23.10.2017

Interessantes Thema - leider nicht überzeugend umgesetzt

Sie zu strafen und zu richten
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"Sie zu strafen und zu richten" von Luke Delanay war für mich das erste Buch des Autor's und somit auch der erste Band in dem DI Sean Corrigan die Hauptfigur darstellte. Ein "Rächer des Volkes", das Internet, ...

"Sie zu strafen und zu richten" von Luke Delanay war für mich das erste Buch des Autor's und somit auch der erste Band in dem DI Sean Corrigan die Hauptfigur darstellte. Ein "Rächer des Volkes", das Internet, Opfer, die live gedemütigt und sogar ermordet wurden, Spielchen der Banken und Politiker und unterschiedliche Charaktere. Es hätte so gut werden können und enttäuschte mich dennoch. Das Thema ist mehr als aktuell, neuartig und meiner Meinung absolut interessant. Die Kombination mit der Liveübertragung und der Tatsache, dass die Zuschauer abstimmen können wie es mit den Opfern weitergeht, fesselte mich zum Anfang sehr. Die Charaktere wie DI Sean Corrigan, Anna, Sally und Addis hätten unterschiedlicher kaum sein können. Auch dies hätte zu einer großen Spannung führen können. So war der Ansatz richtig, wurde aber nicht überzeugend umgesetzt.



Der Auftakt erfolgte schnell, impulsiv und unberechenbar. Man wurde beim Lesen in eine Welt geworfen, die ich mir nicht hätte vorstellen können. Alles ging schnell, man kam kaum hinterher und sprang von einer Geschichte zur nächsten. Ein toller Auftakt, so sollte ein Buch starten. Das erste Opfer wurde gleich für schuldig besprochen und ermordet, man hatte Mitleid, dennoch etwas Verständnis für den Täter und war sofort gefesselt. Ja man war, denn dies blieb leider nicht so. Schon nach den ersten Kapiteln flaute das Ganze ab. Die Gespräche zwischen den Charakteren waren meist viel zu lang, viel zu verwirrend und meist auch einfach unnötig. Wenn Gespräche meist einfach nichts mehr mit der eigentlichen Handlung zutun haben, dann schaltet man schnell ab und kommt zu der Versuchung einfach mal schnell weiterzublättern. Die Vorstellung einiger Zuschauer und die nähere Betrachtung derer waren wie aus dem Zusammenhang gerissen und haben für mich immer noch keinen Klaren Existenzgrund. Sie hatten nichts für die Geschichte getan und somit auch nichts für das Buch. Leider wurde die Handlung von mal zu mal auch schwächer, man konnte sich meist denken was kommt, die Spannung ging schnell zurück und man las es eigentlich nur noch damit man irgendwann fertig wird. Zudem kam noch die Tatsache, dass ich einfach die Charaktere nicht kannte und so den meisten Sachen nicht wirklich folgen konnte. Es hat mich schlichtweg auch einfach nicht interessiert. Ich hätte viel lieber noch mehr zu den Opfern gehört, noch mehr zum Täter, noch mehr in die Psyche dessen gehen. Einfach tiefer in das Geschehen hineintauchen. Alles wurde nur sehr oberflächig angekratzt und war mir nicht tiefgründig genug.

Das Ende kam dann doch ziemlich überraschend und endete so wie es begang. Schnelllebig, impulsiv und kaum nachzuvollziehen. Genauso sollte ein Thriller sein, aber das auch das ganze Buch hindurch und nicht nur am Anfang und am Ende. Ich muss ehrlich sagen, dass ich die anderen Bände zu DI Sean Corrigan nicht lesen möchte. Dennoch würde ich dem Autor noch eine Chance geben. Denn sein Schreibstil war ansonsten sehr gut, leicht zu verstehen, flüssig und angenehm zu lesen. Vielleicht war es einfach das Thema was doch nicht gut gewählt wurde. Es hätte wirklich besser laufen können.

  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Originalität
  • Authentizität