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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2021

ein Thriller der Extraklasse

Hirngespenster
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Was für ein Buch. Lange schon konnte ich ein Buch so schwer aus der Hand legen. Und das, obwohl dieser Thriller ganz ohne Gemetzel und Blutvergießen auskomme.

Der Autorin gelingt es nahezu mühelos, den ...

Was für ein Buch. Lange schon konnte ich ein Buch so schwer aus der Hand legen. Und das, obwohl dieser Thriller ganz ohne Gemetzel und Blutvergießen auskomme.

Der Autorin gelingt es nahezu mühelos, den Leser in den Bann zu ziehen. Sie erzählt die Geschichte um Silvie, die seit ihrem Unfall alle motorischen und sprachlichen Dingen verlernt hat und die nun von ihrer einstigen Rivalin gepflegt wird. Diese lebt inzwischen unverhohlen mit dem Mann ihrer Träume, nämlich Silvies Mann, zusammen und kümmert sich auch um die beiden Söhne.

Eine weitere wichtige Rolle spielt Anna - Silvies Schwester, die wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.

Das Buch lebt von seinen Rückblenden, die jeweils aus der Sicht einer der drei Frauen beschrieben ist und von Silvies momentanem Stand ihrer Bemühungen, wieder am Leben teilhaben zu dürfen.

Der Spannungsbogen ist unfassbar groß und hält sich tatsächlich bis ganz zum Schluss. wo wir erfahren dürfen, wie alles zusammenhängt.

Ein grandioser Thriller, von dem ich fast sagen möchte, dass ich sowas in der Art noch nicht gelesen habe. Die Geschichte scheint so vor sich hin zu plätschern und lässt einen doch irgendwie nicht los. Der Autorin gelingt es die Lebenswege der drei Frauen so plastisch vor unserem Auge entstehen zu lassen, dass man sich mittendrin fühlt und ihre Art des Beschreibens ist einfach authentisch und empathisch.

Sehr gelungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2021

Kann man seinen Erinnerungen trauen?

Trauma
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Ein Buch, welches hält, was es auf dem Umschlag verspricht: es ist ein Thriller. Einer von der Sorte, bei dem man ab und an das Atmen vergisst. Einer von der Sorte, in der die Autorin mit dem Leser spielt ...

Ein Buch, welches hält, was es auf dem Umschlag verspricht: es ist ein Thriller. Einer von der Sorte, bei dem man ab und an das Atmen vergisst. Einer von der Sorte, in der die Autorin mit dem Leser spielt und Traum und Wirklichkeit gekonnt verwischen.
Leila wacht in der Psychiatrie auf und versteht die Welt nicht mehr. Ihre Erinnerung hat sich in den letzten Winkel ihrer Seele versteckt und sie weiß nicht mehr, was Sache ist. Lediglich Flashbacks gewähren ihr einen Eindruck in den Schrecken, welchem sie entronnen ist. Ihr zur Seite steht eine Psychologin, die ihr helfen soll, sich wieder zur erinnern.
Gekonnt spielt die Autorin mit den Gefühlen und Eindrücken der Leser, wie auf einem Klavier, welches auch in dem Thriller eine tragende Rolle spielt. Sie schafft es mühelos, das besondere Ambiente einer Psychiatriestation einzufangen und so dem unbedarften Leser ein Gefühl für diesen Ort zu vermitteln. Sie zeichnet Lebensläufe, wie man sie tatsächlich dort vorfindet und schafft es, wertfrei zu beschreiben.
Man leidet mit Leila und spürt ihre Verzweiflung förmlich nach. Ist sie tatsächlich die Mörderin, für die sie der Kommissar hält. Alle Indizien sprechen gegen sie.
Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt und hatte zudem noch das Gefühl, dass das Buch mir etwas zu sagen hat. Ein Thriller, der brillant aufgebaut ist und völlig logisch zum Schluss kommt.
Eine von Herzen kommende Leseempfehlung für alle, die gute Spannungsliteratur zu schätzen wissen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2021

wie alles begann

Du bist wie ich
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Dies ist die Vorgeschichte der „Endlich“ Reihe von Inken Ibsen und kann auch eigenständig gelesen werden – aber Vorsicht: man möchte dann unbedingt wissen, wie sich alles weiterentwickelt.
Ich hatte die ...

Dies ist die Vorgeschichte der „Endlich“ Reihe von Inken Ibsen und kann auch eigenständig gelesen werden – aber Vorsicht: man möchte dann unbedingt wissen, wie sich alles weiterentwickelt.
Ich hatte die Reihe vorher schon gelesen und war neugierig, wie alles angefangen hat und von daher war es ein „Muss“ dieses Buch zu lesen. Es erzählt von dem kleinen beschaulichen Ort Lonstrup in Dänemark, von seinen Bewohnern und den Touristen. Wir werden entführt in die 80 iger Jahre. Dort begegnen wir Leif, einem Fischer mit Leib und Seele, und seiner Frau Freija.
Dies Buch behandelt sie Themen Verlust und Trauer, wie sie im Leben vorkommen und wir dürfen Leif bei seiner Bewältigung über die Schulter schauen. Das Leben geht weiter und schickt manchmal Zeichen, dass es gut ist, weiterzuleben und in diesem Fall ist das ein kleines Touristenmädchen aus Deutschland, welches sich in das Herz von dem raubeinigen Fischer stiehlt.
Wir lesen von Freundschaften, die auf die eine oder andere Probe gestellt werden und von der unbändigen Lust am Leben. Alles durchzogen von einer wundervollen Schreibweise, die einen das Meer fühlen und die Meereslust riechen lässt.
Eine uneingeschränkte Leseempfehlung, weil man alles um sich herum vergessen kann und mit lebt und -leidet und alle diese wunderbaren Menschen in sein Herz schließt. Es ist aus der „Endlich“ Reihe entstanden und schafft es vorzüglich, alle offenen Fragen bezüglich der Freundschaft von Inken und Leif zu beantworten und macht wieder Lust, diese gelungene Reihe noch einmal zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2021

ein Jugendthriller, der es in sich hat

Searching Lucy
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Ein Jugendthriller, der sich sicher auch gut in der Erwachsenenwelt der Bücher bewähren könnte und vielleicht auch wird.
Wir lernen Amber kennen, die erst vor kurzem ihren Vater und dann noch ihre Zwillingsschwester ...


Ein Jugendthriller, der sich sicher auch gut in der Erwachsenenwelt der Bücher bewähren könnte und vielleicht auch wird.
Wir lernen Amber kennen, die erst vor kurzem ihren Vater und dann noch ihre Zwillingsschwester Lucy verloren hat. Was mit beiden geschehen ist, ist völlig unklar, also besteht Hoffnung, dass sie noch leben und Amber macht sich auf die Suche. Ihre Mutter stürzt, ob diesem Verschwinden, völlig ab und Amber muss sich nun auch noch um ihren kleinen Bruder und um die Mutter kümmern. Ihre Art damit umzugehen ist, dass sie in die Häuser der potentiellen Verdächtigen eindringt und nach Spuren sucht.
Es ist atmosphärisch ein sehr dunkles Buch, welches auch durch die Playliste unterstrichen wird, die die Autorin unter Verwendung des Buchtitels bei Spotify hochgeladen hat. Die Autorin schafft es mühelos, den von ihr gezogenen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und ihm immer wieder „Futter“ zu geben. Gerade die Schilderung der Einbrüche lässt einem das Blut gefrieren, weil man immer mitfiebert, ob alles gut geht. Die Charaktere sind gut beschrieben und Ambers Art mit Menschen und Dingen umzugehen, lässt die Schwere der Thematik etwas auflockern. Der Schreibstil ist flüssig und eindrücklich, wenngleich sich oft der Jugendsprache bedient wird und ich mit manchen „Ausdrücken“ Schwierigkeiten hatte. Aber, so reden die Kids eben.
Durch Ambers Einbrüche bekommt man einen guten Blick hinter die Fassaden der Menschen aus ihrem Umfeld, was mir sehr gut gefallen hat, auch wenn diese Art der Verarbeitung nicht mein Weg wäre. Aber es wird klar, dass nicht immer alles Gold ist, was glänzt und dass der Schein oft mehr trügt, als einem bewusst ist.
Ein Buch voller Atmosphäre, voller Gefühl und voller Probleme, die das Leben mitunter so mit sich bringt. Thematisch ist von Alkoholabhängigkeit, Schuld, Selbstverletzung, Missbrauch alles mit von der Partie. Ein Buch, was thematisch gut aufgreift, mit welchen Widrigkeiten sich manch Jugendlicher konfrontiert sieht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2021

Ein wahres Schatzkästchen, voller wundervoller Fotos

Lebens-Kraft Lebendig-Sein
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Ein seltenes Kleinod halte ich hier in meinen Händen und ich weiß nicht so recht, ob es ein Buch oder doch eher ein Bildband ist. Schwer ist es – durch als die phantastischen Fotos, die das Buch, neben ...

Ein seltenes Kleinod halte ich hier in meinen Händen und ich weiß nicht so recht, ob es ein Buch oder doch eher ein Bildband ist. Schwer ist es – durch als die phantastischen Fotos, die das Buch, neben dem Erzähltem zu etwas Einzigartigem machen.

Nicht selten fragt man sich in einer Lebenskrise, woher einem noch die Kraft kommen soll, das alles zu bewältigen. Und lange schon spürt man vielleicht nicht mehr, dass man lebendig ist. Da kommt das Buch wie gerufen – es stellt die Lebens-Ur-Kraft ganz praktisch und ganz bebildert dar. Von der Kraft, Erdplatten zu verschieben, bis hin zu der Kraft, die in den Pflanzen steckt und sie jedes Frühjahr aufs Neue sprießen lässt.

Weg von der Schwere, die das Leben belastet, lädt das Buch dazu ein, im Moment zu leben und sich an der Schönheit der Natur und auch an den Gaben des Einzelnen und die der Mitkreaturen zu erfreuen. Auch die Natur erholt sich nach sogenannten Katastrophen und bringt auf scheinbar verlorener Erde neues Leben hervor.

Die Bilder sind mit Liebe ausgesucht worden und manchmal beschleicht einen das Gefühl, dass man der Autorin ganz nah sein darf – als hätte sie ihr Fotoalbum für uns geöffnet, um uns zu zeigen: es lohnt sich, wieder aufzustehen, wieder an das Leben und die Lebendigkeit zu glauben.

Wie man aus ihren Zeilen entnehmen kann, kennt auch die Autorin die dunklen Stunden des Lebens und hat Dinge erfahren, auf die sie sicher gut und gerne verzichtet hätte, aber genau das macht die Echtheit dieses Bildbandes so spürbar. Sie weiß, wovon sie schreibt und sie weiß, dass es weitergeht und das Leben sich seine Bahn bricht.

Ein unglaublicher Mutmacher, unterstrichen durch die passenden Aufnahmen, in einer Zeit, in der man sich in der Leere zu verlieren glaubt. Kein strenges „Du musst… Du solltest..“ sondern ein liebevolles an die Hand nehmen: Schau, ich zeig Dir was.

Eine Lektüre, die man nicht ausgelesen haben kann. Zu vielfältig die Texte und Bilder, die den Leser immer wieder dazu einladen, das Wunderwerk in die Hand zu nehmen und zu staunen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere