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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2025

Leider ganz anders als erwartet...

I Know Where You Buried Your Husband
8

Manchmal ist ein Buch wie eine Reise: Es beginnt spannend, verliert sich zwischendurch und schafft es am Ende nicht ganz, die Erwartungen zu erfüllen. Genau so habe ich I Know Where You Buried Your Husband ...

Manchmal ist ein Buch wie eine Reise: Es beginnt spannend, verliert sich zwischendurch und schafft es am Ende nicht ganz, die Erwartungen zu erfüllen. Genau so habe ich I Know Where You Buried Your Husband erlebt.

Die Leseprobe hatte mich damals sofort überzeugt: Die Figuren wirkten facettenreich, die Ausgangssituation brisant und voller Möglichkeiten. Besonders der Einstieg, der die weiblichen Charaktere gleich in den Vordergrund stellt, versprach ein temporeiches und lebendiges Leseerlebnis. Auch das erste Zusammentreffen mit Pan deutete auf eine gewisse Spannung hin, die neugierig auf den weiteren Verlauf machte.

Leider konnte die Geschichte dieses Versprechen nicht einlösen. Das Mittelstück war für mich extrem zäh. Anstatt den Handlungsbogen voranzutreiben, drehte sich die Erzählung immer wieder im Kreis um die Belastungen, Sorgen und Vergangenheitsgeschichten der Frauen. Eine gewisse psychologische Tiefe mag hier beabsichtigt gewesen sein, doch die fast ununterbrochene Schwere empfand ich als ermüdend. Mir fehlte die Leichtigkeit, der Witz, der subtile schwarze Humor, den ich mir von einem Roman mit einem solch pointierten Titel eigentlich erhofft hatte.

Das letzte Drittel las sich dann wieder etwas flüssiger, hinterließ jedoch einen zwiespältigen Eindruck. Es traten unerwartete Wendungen auf, doch vieles wirkte gleichzeitig verquer und ließ am Ende offene Fragen zurück, die nicht den Eindruck von Raffinesse, sondern von Unausgewogenheit vermittelten.

Zusammenfassend würde ich sagen: Marie O’Hares Debütroman hat seine Stärken im Ansatz – interessante Figuren und ein provokanter Titel –, doch die Umsetzung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Wer auf Humor, Tempo und spannende Entwicklungen hofft, dürfte hier enttäuscht werden. Wer sich hingegen für komplexe Frauenfiguren und deren innere Kämpfe interessiert, kann vielleicht eher etwas aus der Lektüre ziehen.

Für mich persönlich überwiegt leider die Ernüchterung. Ich hätte mir mehr Biss, mehr Dynamik und einen klareren Handlungsfokus gewünscht. Empfehlen würde ich das Buch daher nicht.

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  • Schwarzer Humor
Veröffentlicht am 20.08.2025

Mit diesem Ende habe ich nicht gerechnet

Eine von uns
0

Da ich die Leseprobe spannend und geheimnisvoll fand, hatte ich mich ursprünglich für eine Leserunde zu Samantha Hayes’ Buch Eine von uns beworben – leider ohne Erfolg. Umso größer war meine Freude, als ...

Da ich die Leseprobe spannend und geheimnisvoll fand, hatte ich mich ursprünglich für eine Leserunde zu Samantha Hayes’ Buch Eine von uns beworben – leider ohne Erfolg. Umso größer war meine Freude, als ich auf LovelyBooks eine Hörrunde entdeckte und dort ausgewählt wurde.
Das Hörbuch hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Allerdings fand ich es zunächst etwas irritierend, dass die Stimme von Gina auch die Rückblicke in die Vergangenheit liest, die oft aus Erzählerperspektive geschildert sind.
Bei den Stimmen der Sprecherinnen war ich lange Zeit unschlüssig: Einerseits wirkten sie für mich stellenweise etwas zu alt und distanziert für die Rolle. Andererseits passte genau das überraschend gut zur Atmosphäre des Romans – geheimnisvoll und vor allem voller unausgesprochener Spannungen. Zu Beginn benötigte ich auch ein paar Kapitel, um die verschiedenen weiblichen Charaktere klar zu unterscheiden. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher formen sich die Figuren und ihre Beziehungen. Es entfaltet sich ein spannendes Netz aus Lügen, Geheimnissen und unterschwelligen Spannungen und die Geschichte entwickelte bald eine große Sogwirkung.
Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, und die vielen Wendungen haben mich wirklich überrascht und gefesselt.

Ein atmosphärisch dichtes Hörbuch, das durch psychologische Spannung und viele unerwartete Wendungen überzeugt. Für alle, die Familiengeheimnisse lieben und sich gerne auf komplexe Figuren einlassen, eine klare Empfehlung !

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Lektüre über Liebe, Schmerz, Familie und das, was unausgesprochen bleibt

Alles, was wir niemals sagten
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Holly Miller gelingt es mit Alles, was wir niemals sagten, eine zutiefst bewegende Geschichte zu erzählen, die den Leser emotional einnimmt. Im Mittelpunkt steht die Jugendliebe von Neve und Jamie, die ...

Holly Miller gelingt es mit Alles, was wir niemals sagten, eine zutiefst bewegende Geschichte zu erzählen, die den Leser emotional einnimmt. Im Mittelpunkt steht die Jugendliebe von Neve und Jamie, die unter keinem guten Stern steht: Die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren, stößt bei Jamies Eltern auf deutliche Ablehnung. Sie versuchen mit subtiler Manipulation und Druck, das junge Paar auseinanderzubringen.

Fast jeder Charakter trägt seine eigenen inneren Konflikte mit sich herum, was zu einer Vielzahl von Spannungen und Missverständnissen führt. Als Leser wird man so in ein Geflecht von Emotionen hineingezogen, das sowohl Wut als auch Mitgefühl hervorrufen.

Besonders gefallen hat mir das sehr emotionale, letzte Drittel des Romans: Hier entfalten sich die Geheimnisse vollständig, Zusammenhänge klären sich, und die Charaktere werden mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen konfrontiert. Diese Auflösung ist so ergreifend und tragisch-schön, dass sie kaum jemanden unberührt lassen dürfte.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt aus meiner Sicht jedoch: Nach der emotional wuchtigen Auflösung kam das Ende für mich etwas abrupt. Ich hätte mir gewünscht, die Geschichte hätte noch ein wenig Raum erhalten, um die Ereignisse nachwirken zu lassen.

Trotzdem überwiegt die Begeisterung für diesen intensiven Roman. Alles, was wir niemals sagten ist eine gefühlvolle, aufwühlende und unvergessliche Lektüre über Liebe, Schmerz, Familie und das, was unausgesprochen bleibt.

Ein Buch für alle, die emotionale Geschichten lieben und bereit sind, sich von einem Buch das Herz brechen – und zugleich wärmen – zu lassen.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
3

GIRLS TRIP - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
Jan Gangsei entführt in ihrem außergewöhnlichen Young-Adult-Krimi, erschienen im ONE-Verlag, die Leser:innen schon nach wenigen Seiten ...

GIRLS TRIP - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
Jan Gangsei entführt in ihrem außergewöhnlichen Young-Adult-Krimi, erschienen im ONE-Verlag, die Leser:innen schon nach wenigen Seiten mitten ins Geschehen. Mit raffinierten Zeit- und Perspektivwechseln hält sie den Spannungsbogen durchgehend hoch. Geeignet ist der Roman für Leser:innen ab 14 Jahren und bedient bekannte Tropes wie Locked Room, Unreliable Narrator und Missing Person.

Bevor es für sie aufs College geht, organisiert Giselle – wohlbehütet aufgewachsen und bereits seit jungen Jahren stets im Fokus der Medien – für sich und drei ihrer Klassenkameradinnen Vivian, Emi und Maggie zu einer exklusiven Yacht-Tour im Atlantik ein. Absichtlich spreche ich von Klassenkameradinnen statt von Freundinnen, denn schon bald zeigt sich, dass das Band zwischen den Vieren mehr Schein als Sein ist. Eifersucht und Intrigen bestimmen das Miteinander, und so wundert es zum Schluss kaum, dass Giselle das Ende der Reise nicht mehr erlebt. Tatsächlich hat nahezu Jeder an Bord der ESCAPE einen triftigen Grund, Giselle aus dem Weg zu schaffen.

Für mich war es das erste Buch von Jan Gangsei, aber sie hat mich definitiv als neuen Fan gewonnen.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 25.07.2025

Packender Thriller in düsterer Atmosphäre

Die Villa am See (Psychothriller)
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„Die Villa am See“ von Rose Hard ist ein fesselnder Psychothriller, der im FeuerWerke Verlag erschienen ist.

Nach einem schweren Autounfall erwacht Jessie ohne jegliche Erinnerung an ihr vorheriges Leben. ...

„Die Villa am See“ von Rose Hard ist ein fesselnder Psychothriller, der im FeuerWerke Verlag erschienen ist.

Nach einem schweren Autounfall erwacht Jessie ohne jegliche Erinnerung an ihr vorheriges Leben. In der kühlen Atmosphäre der Villa, die einst den verstorbenen Eltern ihres besorgten Verlobten gehörte, soll sie nun genesen. Doch Albträume, bruchstückhafte Erinnerungen und verstörende Visionen lassen Jessie an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifeln. Die unnahbare Haushälterin und der grantige Gärtner erschweren ihr das Ankommen zusätzlich – beide verhalten sich zunehmend seltsam und verdächtig.

Auch zu ihrem Verlobten kann Jessie keine echte Vertrauensbasis aufbauen, sodass sie bald an allen Menschen in ihrer Umgebung zweifelt.

Rose Hard versteht es hervorragend, die Leser gemeinsam im Dunkeln zu lassen. Immer wenn ich glaubte, ein Motiv oder die Wahrheit hinter den Ereignissen erkannt zu haben, wurde ich von der Handlung überrascht und meine Vermutungen über den Haufen geworfen. Das Ende war daher eine Überraschung.

Ein kleiner persönlicher Funfact: Es ist tatsächlich schon das zweite Buch hintereinander, in dem die Hauptfigur ihr Gedächtnis verloren hat.

Mein Fazit: Ein spannender Thriller – absolut lesenswert, auch wenn man sonst eher selten zu diesem Genre greift!

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