Leider ganz anders als erwartet...
I Know Where You Buried Your HusbandManchmal ist ein Buch wie eine Reise: Es beginnt spannend, verliert sich zwischendurch und schafft es am Ende nicht ganz, die Erwartungen zu erfüllen. Genau so habe ich I Know Where You Buried Your Husband ...
Manchmal ist ein Buch wie eine Reise: Es beginnt spannend, verliert sich zwischendurch und schafft es am Ende nicht ganz, die Erwartungen zu erfüllen. Genau so habe ich I Know Where You Buried Your Husband erlebt.
Die Leseprobe hatte mich damals sofort überzeugt: Die Figuren wirkten facettenreich, die Ausgangssituation brisant und voller Möglichkeiten. Besonders der Einstieg, der die weiblichen Charaktere gleich in den Vordergrund stellt, versprach ein temporeiches und lebendiges Leseerlebnis. Auch das erste Zusammentreffen mit Pan deutete auf eine gewisse Spannung hin, die neugierig auf den weiteren Verlauf machte.
Leider konnte die Geschichte dieses Versprechen nicht einlösen. Das Mittelstück war für mich extrem zäh. Anstatt den Handlungsbogen voranzutreiben, drehte sich die Erzählung immer wieder im Kreis um die Belastungen, Sorgen und Vergangenheitsgeschichten der Frauen. Eine gewisse psychologische Tiefe mag hier beabsichtigt gewesen sein, doch die fast ununterbrochene Schwere empfand ich als ermüdend. Mir fehlte die Leichtigkeit, der Witz, der subtile schwarze Humor, den ich mir von einem Roman mit einem solch pointierten Titel eigentlich erhofft hatte.
Das letzte Drittel las sich dann wieder etwas flüssiger, hinterließ jedoch einen zwiespältigen Eindruck. Es traten unerwartete Wendungen auf, doch vieles wirkte gleichzeitig verquer und ließ am Ende offene Fragen zurück, die nicht den Eindruck von Raffinesse, sondern von Unausgewogenheit vermittelten.
Zusammenfassend würde ich sagen: Marie O’Hares Debütroman hat seine Stärken im Ansatz – interessante Figuren und ein provokanter Titel –, doch die Umsetzung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Wer auf Humor, Tempo und spannende Entwicklungen hofft, dürfte hier enttäuscht werden. Wer sich hingegen für komplexe Frauenfiguren und deren innere Kämpfe interessiert, kann vielleicht eher etwas aus der Lektüre ziehen.
Für mich persönlich überwiegt leider die Ernüchterung. Ich hätte mir mehr Biss, mehr Dynamik und einen klareren Handlungsfokus gewünscht. Empfehlen würde ich das Buch daher nicht.