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Veröffentlicht am 01.02.2026

Einblicke in die harte Welt des Turn-Leistungssports

Die Routinen
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Amik sitzt im Publikum der Turn-Europameisterschaften, als sie den schweren Sturz von Izzy beobachtet. Diese hat jahrelang mit ihr ein Zimmer geteilt und gilt als neue Hoffnungsträgerin, während Amik selbst ...

Amik sitzt im Publikum der Turn-Europameisterschaften, als sie den schweren Sturz von Izzy beobachtet. Diese hat jahrelang mit ihr ein Zimmer geteilt und gilt als neue Hoffnungsträgerin, während Amik selbst es nach vielen erfolgreichen Wettkämpfen nicht mehr in den Kader geschafft hat. Nun sitzt sie am Krankenbett der komatösen Izzy und reflektiert ihren eigenen Werdegang. Parallel dazu erzählt ein kollektives Wir die Geschichte all der Turnerinnen, die seit den 1960er Jahren viel geopfert haben, um erfolgreich zu sein – ihre Kindheit, ihre Gesundheit und noch mehr.

Der Roman beginnt mit dem Sturz von Izzy, nach dem ich jedoch erst einmal nicht erfuhr, wie es ihr geht. Stattdessen beginnt nach wenigen Seiten das kollektive Wir mit seinen Erinnerungen, beginnend bei Nadia Comaneci. Es erzählt von der harten Arbeit der Turnerinnen im Leistungssport, dem damit verbundenen Druck und den Erwartungen von Außen. Die Trainer:innen treiben die Mädchen psychisch bis an ihre Grenzen, schlagen sie und lassen sich dann für die sportlichen Erfolge feiern. Diese Passagen lesen sich wie ein erzählendes Sachbuch und nahmen mich mit durch die Jahrzehnte bis in die Gegenwart zu Simone Biles und Larry Nassar.

Amik ist im Gegensatz dazu eine fiktive Person, die ähnliches erlebt wie die historischen Vorbilder und die als Ich-Erzählerin die Leser:innen nah an sich heranlässt. Hautnah konnte ich mitverfolgen, wie sie mithilfe eines starken Willens und Ehrgeiz ihre Karriere im Turnsport aufbaut und was sie dafür in Kauf nehmen muss. Ihre Eltern werden kaum erwähnt, für Freunde bleibt keine Zeit, die Beziehung zu den anderen Turnerinnen schwankt zwischen Zusammenhalt und Konkurrenz, ihr ganzes Leben gilt dem Sport. Im Gegenzug erhält sie viel Druck und wenig Anerkennung. Dass sie sportlich lange Zeit sehr erfolgreich war wird kaum erwähnt, an diese schönen Erinnerungen verschwendet sie kaum einen Gedanken. Was bleibt ist eine ernüchternde Bilanz und die Erkenntnis, das sich Amiks Schicksal immer wieder auf ähnliche Weise wiederholt.

Dass unter der glitzernden Oberfläche der Welt des Turnsports Abgründe lauern, ist keine neue Information. Son Lewandowski gelingt es, ihre Leser:innen nah an die Schicksale der Turnerinnen heranzuholen und sie nicht nur mit Amik mitfühlen zu lassen, sondern auch mit all den Generationen an Turnerinnen, wobei die Frage aufkommt, wieso das System schon so viele Jahrzehnte voller Selbstverständlichkeit bestehen kann. Zentrale Sätze werden häufig wiederholt und prägen sich damit besonders ins Gedächtnis ein. Mir persönlich haben die Passagen des kollektiven Wirs etwas besser gefallen als Amiks Geschichte, hier fehlte mir in der Gegenwart die Entwicklung der Figuren. Wer tiefer in die Welt des Turn-Leistungssports eintauchen und hinter die Fassade blicken möchte, der ist bei „Die Routinen“ genau richtig.

Veröffentlicht am 11.01.2026

Emotionaler und spannender Abschluss der Trilogie

Three Shattered Souls
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Mithilfe des Wasserzepters konnten Mikail, Sora, Aeri und Royo aus Khitan entkommen. Auf Gaya bleibt ihnen jedoch kaum Zeit zu verschnaufen, denn dank eines astronomisch hohen Kopfgelds sind die die meistgesuchten ...

Mithilfe des Wasserzepters konnten Mikail, Sora, Aeri und Royo aus Khitan entkommen. Auf Gaya bleibt ihnen jedoch kaum Zeit zu verschnaufen, denn dank eines astronomisch hohen Kopfgelds sind die die meistgesuchten Personen der vier Reiche. Während sich Fürst Seok zum König ausrufen lässt, obwohl König Joon überhaupt nicht gestorben ist, stellt sich für die Gruppe die Frage, mit wem sie sich verbünden können. Erneut spielt so manch einer ein doppeltes Spiel. Werden sie sich behaupten können?

Nach den spannenden Ereignissen des zweiten Bandes wird es in diesem abschließenden Teil der Trilogie schnell wieder brenzlig. Mikail, Sora, Aeri und Royo hatten darauf gehofft, in Gaya ihre Kräfte zu sammeln und sich die nächsten Schritte in Ruhe zu überlegen. Doch bald schon findet der nächste Angriff auf ihr Leben statt. Mithilfe des Wasserzepters bewegt sich die Gruppe nun in großer Geschwindigkeit von einem Ort zum anderen, wodurch das Tempo hoch ist und ich schnell wieder mittendrin war.

Die Kapitel sind erneut aus wechselnden Perspektiven geschrieben und ich konnte mich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen. Die erlebten Verluste haben vor allem Mikail und Sora schwer zugesetzt. Inzwischen ist der Gruppe klar, dass sie weitermachen müssen, bis sie ihre Ziele erreicht haben oder der Tod auf sie wartet. Auch Tiyung kommt wieder zu Wort, dieser ist noch immer mit Hana unterwegs und versucht, die Gruppe zu finden oder ihr zu helfen.

Was mir an der Reihe wirklich gut gefällt sind die vielen unerwarteten Wendungen. Es gibt zahlreiche Geheimnisse und es ist oftmals nicht klar, wer hier eigentlich wem helfen will. Zweckbündnisse werden plötzlich wieder verworfen und es kommt unerwartete Hilfe, mit der man nicht gerechnet hätte. Am Ende warten eine große Schlacht und viele emotionale Szenen, welche die Reihe wirklich gelungen abschließen. Mich hat dieser finale Band wie auch die ganze Trilogie sehr gut unterhalten können!

Veröffentlicht am 26.11.2025

Ein quatschiges Drehradbuch

Dreh-das-Rad-Buch: Füttere dein Monster
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Aus dem Usborne Verlag haben wir schon mehrere Kinderbücher, zum Beispiel ein Gucklochbuch und Bände aus der „Kennst du schon“-Reihe. Im Vergleich zu diesen hat „Füttere dein Monster“ ein etwas größeres ...

Aus dem Usborne Verlag haben wir schon mehrere Kinderbücher, zum Beispiel ein Gucklochbuch und Bände aus der „Kennst du schon“-Reihe. Im Vergleich zu diesen hat „Füttere dein Monster“ ein etwas größeres Format, damit das große Drehrad genug Platz hat und auch von kleinen Kinderhänden genutzt werden kann. Die erste Interaktion findet schon auf dem Cover statt, hier können mit dem Rad die Augen des hungrigen Monsters verändert werden.
Die Texte sind relativ kurz und auch insgesamt wirkt das Buch nicht zu überfrachtet. Auf jeder Seite ist das hungrige Monster zu sehen, das per Drehrad gefüttert werden muss. So wird das Kind beim Vorlesen eingebunden und kann immer auch selbst aktiv werden. Das ganze ist ein Quatschbuch, zum Beispiel lehnt das Monster eine Fischgräte und ein Spielzeugauto ab, um sich dann über eine Stinkesocke zu freuen. Da entweicht vor auch mal ein dicker Pups. Ich habe hier keinen pädagogisch wertvollen Text erwartet, dass sich das Monster vor Zahnpasta ekelt finde ich aber kontraproduktiv.

Die witzigen Illustrationen laden dazu ein, das Monster wieder und wieder zu füttern. Insgesamt ist das Buch ab etwa zwei Jahren geeignet – vorher fällt es den meisten Kindern wohl eher schwer, alle Witze zu verstehen. Ein quatschiges Drehradbuch für alle, die beim Vorlesen viel Spaß haben wollen.

Veröffentlicht am 09.11.2025

Wie viele Leben kannst Du retten?

Die Spur der Vertrauten
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Goliath ist ein Schützer. Wenn sich innerhalb seiner Reichweite jemand in Gefahr befindet, dann kann er nicht umhin, einen Rettungsversuch zu starten. Inzwischen hat er zehn Leben gerettet, im Gegenzug ...

Goliath ist ein Schützer. Wenn sich innerhalb seiner Reichweite jemand in Gefahr befindet, dann kann er nicht umhin, einen Rettungsversuch zu starten. Inzwischen hat er zehn Leben gerettet, im Gegenzug sind seine Arme inzwischen durch Prothesen ersetzt. Doch nur wer vor der Volljährigkeit elf Leben rettet ist ein Tugendhafter und kann den Weg der Heiligung einschlagen. Goliath läuft die Zeit davon. Als er davon hört, dass mehrere junge Erwachsene spurlos verschwunden sind, weiß er: Diesen Fall muss er lösen, dann hat er genug Leben auf seinem Konto. Bei seinen Nachforschungen begegnet ihm die Vertraute Claire. Zunächst widerwillig tun die beiden sich zusammen, ohne zu ahnen, dass ihr Handeln bald von Bedeutung für den gesamten Kontinent sein wird.

Ich habe die Spiegelreisenden-Reihe der Autorin sehr gerne gelesen und mich daher auf ein neues Buch aus ihrer Feder geschmückt. Erneut beweist Christelle Dabos, dass sie großartiges Worldbuilding betreiben kann. Ich fand die Idee der verschiedenen Talente, die innerhalb einer individuellen Reichweite erzwungenermaßen zugunsten des Wir ausgeübt werden müssen, spannend. Dabei gibt es nicht nur Dinge wie reparieren, rechnen oder zuhören, sondern so ziemlich alles. Die Autorin weiß das geschickt einzusetzen, um im Handlungsverlauf immer wieder für Überraschungen zu sorgen.

Schnell hatte ich mich in die Welt der durchs Wir gesteuerten Instinkte eingefunden und war mittendrin in einem spannenden Kriminalfall. Doch dabei bleibt es nicht. Die Geschichte zieht bald sehr viel größere Kreise. Ein schwerwiegendes Geheimnis ruft verschiedene Parteien auf den Plan, die schon zahlreiche Leben gerettet haben und gleichzeitig bereit sind, über Leichen zu gehen. Die Geschichte ist temporeich und spannend, die Überlegungen rund um das Handeln im Wohl des Wirs haben aber auch durchaus philosophische Züge. Zum Ende hin fand ich das Handeln einiger Personen zu naiv und ich hätte mir im Hinblick auf die Ursprünge der Instinkte noch mehr Aufklärung gewünscht. Insgesamt konnte mich die Geschichte wirklich gut unterhalten, weshalb ich sie gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 06.11.2025

Vorfreude auf Weihnachten

Die kleine Rittereule feiert Weihnachten
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Die kleine Rittereule freut sich gemeinsam mit Früher Vogel auf Weihnachten. Es werden Plätzchen gebacken, Geschenke verpackt, Weihnachtslieder gesungen, im Schnee gespielt und natürlich wird der Baum ...

Die kleine Rittereule freut sich gemeinsam mit Früher Vogel auf Weihnachten. Es werden Plätzchen gebacken, Geschenke verpackt, Weihnachtslieder gesungen, im Schnee gespielt und natürlich wird der Baum geschmückt. Auch die Freunde der beiden sind mit dabei. Am Ende heißt es dann: Frohe Weihnachten!

Das Buch ist mein erstes von der kleinen Rittereule und mit seinen dicken Pappseiten super für die kleinen Hände meines Sohnes geeignet. Er war sofort schockverliebt in die liebevollen Zeichnungen. Eigentlich wollte ich es nur ein paarmal mit ihm lesen und dann noch mal für ein paar Wochen auf Seite packen. Doch er hat es gleich zu seinem neuen Favoriten erkoren und damit die Vorbereitung auf die Weihnachtszeit eingeläutet.

Auf den einzelnen Seiten steht nicht viel Text, sondern wir sehen Rittereule und Früher Vogel bei den Weihnachtsvorbereitungen mit ihren Freunden. Die Bilder, auf denen die beiden gemeinsam mit den Drachen Schlitten fahren und den Baum schmücken, schaut sich mein Sohn am allerliebsten an. Die Geschichte vermittelt die Nachricht, dass das schönste an Weihnachten die gemeinsam verbrachte Zeit mit denen ist, die man gern hat. Ich kann dieses schöne Pappbilderbuch für die Weihnachtszeit mit den Kleinsten wärmstens weiterempfehlen!