Gelungener Krimi, nicht nur für geschichtsinteressierte Leser
SchattenmächteSchon der Anfang des ersten Romans von Rechtsanwalt Michael Menzel macht neugierig.
Angekündigt wird ein Politthriller - aber zunächste sieht alles aus wie ein Routine-Versicherungsfall, den Anwalt Schalei ...
Schon der Anfang des ersten Romans von Rechtsanwalt Michael Menzel macht neugierig.
Angekündigt wird ein Politthriller - aber zunächste sieht alles aus wie ein Routine-Versicherungsfall, den Anwalt Schalei zu bearbeiten hat.
Schnell entwickelt sich die Geschichte um die beiden Hauptfiguren Schalei und Enders, einem pensionierten Ermittler der Mordkommission Frankfurt/M., zu einem spannenden Verwirrspiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
Enders nutzt seine langjährige Berufserfahrung, seine "Spürnase" und seine gute Vernetzung, um den Fall zu lösen. Dabei gerät er immer stärker in einen Strudel verwirrender Ereignisse, die weit über einen "üblichen" Kriminalfall hinausgehen.
Besonders beeindruckend für den geschichtsinteressierten Leser ist die Schilderung von scheinbar realen Geschehnissen der bundesdeutschen Nachkriegszeit ab 1945 und ihre mögliche Beziehung zum vermeintlichen Selbstmord eines ehemaligen Mitarbeiters des Bundesinnenministeriums.
Der konsequente Wechsel der Erzählebenen zwischen der Gegenwart und der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg macht den Thriller spannend und erfordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Ob es wirklich Zusammenhänge zwischen historischen Fakten und dem aktuellen Kriminalfall gibt, überlässt Menzel dem Leser und seiner Phantasie.
Sehr kurzweilig wird die Geschichte erzählt und die Figur des Ermittlers Enders mit viel Humor und Liebe zum Detail gestaltet.
Einige Längen bei der Schilderung der historischen Ereignisse und Nachlässigkeiten auf redaktionellem Gebiet schränken den Lesegenuss nur unwesentlich ein.
Insgesamt ein sehr gelungenes Krimi-Thriller-Debüt des Rechtsanwalts Menzel - man wünscht sich mehr spannende Geschichten von ihm.