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Veröffentlicht am 21.11.2019

"Unaussprechlich GUT!"

Poppy
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Cover:
Das Buchcover zu POPPY besticht durch seine Schlichtheit und die Farbwahl. Für einen Psychothriller doch eher ungewöhlich wurde der Hintergrund in einem seichten und etwas gesprenkelten Grauton ...

Cover:
Das Buchcover zu POPPY besticht durch seine Schlichtheit und die Farbwahl. Für einen Psychothriller doch eher ungewöhlich wurde der Hintergrund in einem seichten und etwas gesprenkelten Grauton gehalten. Mittig sind zwei wunderschöne scharlachrote Klatschmohnblüten abgebildet. Sie strahlen Erhabenheit und Stärke, sind aber auch genauso zartblättrig.

Im unteren Drittel ist in Großschrift und in einem selbigen Rotton der Titel des Psychothrillers abgebildet.

Inhalt:
POPPY. Ein intelligentes und aufgeschlossenes Mädchen, gefangen in einer kleinen Wohnung in einem heruntergekommenen Vorstadtviertel.

Ihre Mutter alleinerziehend.

Ihr Vater sucht in Köln die Musik wurde ihr gesagt, doch was das genau bedeutet, weiß sie nicht. Aber vielleicht sieht sie ihn irgendwann wieder.

An ihrem sechsten Geburtstag beginnt für Poppy ein neues Leben. Sie und ihre Mutter ziehen in ihr gemeinsames neues Zuhause bei Herrn Onkelmann. In ein Haus, einer Villa gleich. Noch nie hatte Poppy so viele Spielsachen. Die schönsten, teuersten und doch ... irgendetwas ist bei ihr anders. Doch sie weiß nicht was.

Herr Onkelmann liebt es Zeit mit ihr zu verbringen, mehr sogar als mit ihrer Mutter.

„Poppy, du musst dich nie vor mir verstecken, weißt du das denn nicht?“, sagt er.
Hilfe, denkt Poppy.
"Ups und Upsala."

Ihre Mutter hingegen liebt das neue High Society Leben. In auffällig bunte und körperbetonende Kleidung gehüllt, einem teuren Duftwässerchen auf ihrer Haut, versucht sie ihrem neuem Ehemann weiterhin zu gefallen. Sie führt für sich ein Leben in Saus & Braus ...

Fazit:
Wer die Thriller und Psychothriller von Astrid Korten gelesen hat weiß, dass sie einen unverwechselbaren Schreibstil hat. Dunkle und schwere Szenen die einem auf dem Brustkorb haften, einem nach Atem ringen lassen. Mit einem Hauch eingebetteter Poesie gibt sie ihren Büchern einen Pfiff.

Als ich von dem Psychothriller POPPY hörte wusste ich noch nicht viel über das Buch.

Schon bereits im Vorfeld teilte mir die Autorin mit, dass das Buch etwas ganz besonderes sei. Von Beginn an gab es diese gewisse Bindung beim Niederschreiben der Geschichte von Poppy, die übrigens auf einer wahren Begebenheit beruht.

Da hielt ich nun dieses Buch in den Händen. Das Buchcover gefiel mir von Beginn an. Es ist zurückhaltend und doch ein absoluter Eyecatcher. Die Farbgestaltung einem Psychothriller eher unüblich und doch erkannte ich die Autorin in diesem wieder.

Wie also begann ich meine Reise in die Vergangenheit von Poppy. Ich wollte ganz unbefangen sein. Die ersten Kapitel einfach auf mich wirken lassen. Poppy kennenlernen, ihr Sein, Tun, Handeln, ihr Leben.

Erinnern kann ich mich nur noch, wie ich die letzte Seite zuklappte. Es war 3:27 Uhr.

Vorab möchte ich sagen, dass es das bisher stärkste Buch der Autorin ist.

Astrid Korten hat die Szenen mit Poppy so emotional und tiefgründig wiedergeben. Ihren Charakter so kindlich und getreu ausgearbeitet, dass ich richtig fundamentale Gefühle für dieses Kind entwickelt habe. Es beschützen wollte.

Parallel zu dem grandiosen widergespiegelten Charakter von Poppy geschah es, dass ich auch negative Gefühle für gewisse Charaktere entwickelte, da sie mich entsetzt, wütend und fassungslos zurückgelassen haben.

Zeitgleich dachte ich an die Größe und Stärke die Poppy mit jedem Kapitel weiterentwickelt und genau diese Stärke, gepaart mit Ehrfurcht, wollte ich ihr entgegenbringen.

Also las ich weiter. Satz für Satz, Seite um Seite, von Kapitel zu Kapitel, was nicht nur dem sehr persönlichen, emotionalen sowie authentischen Schreibstil der Autorin lag.

Einzigartig hat sie den Weg von Verletzlichkeit zu einer starken Persönlichkeit geebnet.

Es war eine Mischung aus Leid und Freude Poppy auf ihrem Weg zu begleiten. Das Buch findet einen guten Abschluss, der für mich auch unbedingt notwendig war.

Ich kann mir gar nicht vorstellen wie es für POPPY sein mag, ihre eigene Geschichte zu lesen.

Von mir bekommt dieser Psychothriller eine absolute Leseempfehlung, nebst meiner Hochachtung und einen großen Dank an Poppy, dass sie uns hat an ihrem Leben teilhaben lassen. Und natürlich auch ein Dank an die Astrid Korten. Denn durch sie kennen wir erst POPPY.

5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.08.2019

"Mein Jahresendhighlight 2017!"

The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten
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Cover:
Der Cover des Thriller hätte mich im Buchhandel definitiv zum Stehenbleiben und Kauf verleitet.
Nicht nur der Klappentext kling vielversprechend, auch das Cover mit deinen Farbtönen, bestehend aus ...

Cover:
Der Cover des Thriller hätte mich im Buchhandel definitiv zum Stehenbleiben und Kauf verleitet.
Nicht nur der Klappentext kling vielversprechend, auch das Cover mit deinen Farbtönen, bestehend aus einer schwarzen Umrandung, einer weißen Mittelfläche und darauf der Titel des Buches in roten kräftigen Farben. Über dem Titel die seitliche Schattierung eines Affen.

Inhalt:
The Forth Monkey Killer, kurz 4MK, hat bereits einige Opfer zu verzeichnen.
Fünf Jahre ist Detective Sam Porter mit diesem Fall betraut, doch bisher keine Spur. Keine Anhaltspunkte... sein Modus Operandi immer der gleiche ...
Er hinterlässt kleine in weiß verpackte Päckchen, die mit einer schwarzen Kordel verbunden sind.
Immer drei pro Opfer, mit immer dem gleichen Inhalt.
Dieses Mal ist das vorgefundene Päckchen an den ermittelnden Detective persönlich adressiert ...
Es gibt also ein neues Opfer!

Als Sam Porter am Tatort eintrifft, findet er den Besitzer des Päckchens auf dem Asphalt klebend vor. Denn der Mann der das Päckchen bei sich trug, wurde beim Überqueren der Straße von einem LKW erfasst. Porter findet darüber hinaus ein Tagebuch und weitere kleinere Utensilien in seinen Taschen.

Detective Sam Porter ist fassungslos... so soll es nun mit seiner jahrelangen Suche nach dem 4MK enden?

Zunächst gilt es aber, das Opfer zu benennen und zu finden, denn wie soll es Überleben, wenn der Entführer tot ist?
Er beginnt das Tagebuch von dem Four Monkey Killer zu lesen, in der Hoffnung, Hinweise auf den Verbleib des Opfers finden zu können und begibt sich dabei in die Vergangenheit eines Serienkillers.

Ein Wettlauf gegen die Zweit beginnt!

Fazit:
Ich bin über einen anderen Blog auf diesen Thriller aufmerksam geworden und fieberte seiner deutschen Veröffentlichung entgegen. Am Erscheinungstag flitzte ich dann in den Buchhandel meines Vertrauens und holte mir den 544 Seiten Thriller.

Ich begann direkt zu lesen. Zunächst lernen wir den ermittelnden Detective und Protagonisten des Thrillers kennen. Details zu ihm werden erst nach und nach erzählt und bilden seine ganze eigene Geschichte.

Nach nur wenigen Kapiteln steigen wir in das Tagebuch des 4MK ein und bekommen einen Blick auf seine Vergangenheit in der Ich-Erzählperspektive. Das lässt ihn noch nahbarer erscheinen und den Verlauf seiner Geschichte kann aus nächster Nähe mitverfolgt werden.

Die verschiedenen Handlungsstränge (welche es nicht, möchte ich nicht erwähnen ) sind gut perfekt gewählt, dazu übersichtlich und geben einem einen Einblick auf die gesamten Ermittlungen und das Gesamtgeschehen.

Diese hat der Autor perfekt genutzt, um Cliffhanger zu setzen, die einem förmlich die Haare raufen lassen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es hat einfach eine perfekte Mischung.
Gute Ermittlerarbeit, tolle Charaktere und eine gehörige Portion von Tötungen und Kopfkino inklusive.

Schreibstil und Dialoge sind durchweg ansprechend und flüssig, manchmal mit Schmunzelfaktor. Kleinere Rechtschreibfehler sind mir aufgefallen, aber nicht gravierend oder störend.

Gegen Ende werden die Kapitel kürzer und man kommt aus dem Blättern nicht mehr heraus. Ein sehr tolles und gelungenes Ende, was ich nie und niemals erwartet hätte!

Ich vergebe 5 Sterne, wenn ich mehr geben könnte, würde ich es tun.

Veröffentlicht am 27.08.2019

"WOW! Er übertrifft sich mit Band II!"

The Fourth Monkey - Das Mädchen im Eis
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Cover:
Das Buchcover des zweiten Teils der Sam-Porter-Reihe zeigt gefrorenes und mit Schnee bedecktes Wasser. Im oberen Drittel wurde das Eis freigelegt und im Wasser ist das Gesicht einer jungen Frau ...

Cover:
Das Buchcover des zweiten Teils der Sam-Porter-Reihe zeigt gefrorenes und mit Schnee bedecktes Wasser. Im oberen Drittel wurde das Eis freigelegt und im Wasser ist das Gesicht einer jungen Frau ersichtlich. Ihre Augen sind geschlossen. Sie schläft den ewigen Schlaf im Eis. Der Buchtitel wurde hier bildlich umgesetzt.

Inhalt:
Nach seinem letzten Zusammentreffen mit dem Fourth Monkey Killer wird Detective Sam Porter mit immer wiederkehrenden Alpträumen konfrontiert. Anson Bishop lässt ihn nicht los. Dennoch hat er die Arbeit wieder aufgenommen.

Er wird an einen See gerufen, an dem ein Vater mit seinem Sohn Eisfischen wollten. Unter dem gefrorenen Eis finden sie die Leiche einer jungen Frau, die seit mehreren Wochen vermisst wird. Doch sie trägt nicht ihre Kleidung, und auch ist der See bereits seit mehreren Monaten zugefroren.
Der Tatort wurde inszeniert. Bis ins kleinste Detail geplant. Ist der Four Monkey Killer zurückgekehrt?

Als die Medien von dem Mord erfahren und auch, dass ein weiteres Mädchen vermisst wird, sind diese sich ziemlich sicher. HE IS BACK! Doch Sam Porter ist anderer Meinung. Er begibt sich auf eigene Ermittlungen. Gerät ins Visier weiterer Behörden und wird letztlich selbst zum Gejagten.

Sein Ermittlungsteam versucht währenddessen das neue Opfer lebend aufzuspüren. Sie ermitteln ohne Unterlass und jedes noch so kleine Detail. So etwas wie beim ihrem letzten Fall darf nie wieder passieren. Doch warum ist Sam Porter auch für sie nicht erreichbar?
Eine Jagd für alle Beteiligten beginnt.

Fazit:
The Fourth Monkey Killer - Geboren, um zu tören war im letzten Jahr mein Buchhighlight. Als ich hörte, dass der zweite Teil noch dieses Jahr erscheinen soll, erschien mir die Wartezeit unendlich lang.

Mit 688 Seiten erhielt ich ein ziemliches dickes Buchpaket. Da auch meine Bloggerkollegin black ´nd beautiful ein Fan des FMK ist, haben wir beschlossen das Buch gemeinsam zu lesen. Also haben wir es in, aufgrund der dicke des Buches, relativ große Abschnitte unterteilt.

Ich war gespannt, ob J. D. Barker das Buch mit Spannung und einer guten Story füllen konnte.

Und Büchereulen, was soll ich sagen. Ich glaube, dass hatte ich bisher bei noch keinem Buch, dass ich sagen kann: "WOW! Er übertrifft sich mit Band II!"

Schon der Einstieg ließ mir den Atem stocken. Sofort hatte ich wieder das Bild von Anson Bishop vor Augen. Die Story aus Band I war sofort wieder präsent und auch für Leser die den ersten Band nicht kennen, wird vieles und auch wichtiges im weiten Stoyverlauf erwähnt.

Dennoch möchte ich nicht vorweg greifen und würde aufgrund des Voranschreitens des Storyboardes dazu raten, zunächst den ersten Band zu lesen. Wer dennoch mit dem zweiten beginnt, wird höchstwahrscheinlich eh den ersten Band noch lesen wollen.

Der Autor hat sich viele Gedanken um den Folgeband gemacht. In "Das Mädchen im Eis" herrschte ganzseitig eine spannungsvolle und beklemmende Atmosphäre. Es ist sehr bildlich und brutal beschrieben, was für mich manche Szenen hat sehr realistisch werden lassen. Der Thriller besitzt sehr viel Detailreichtum rund um die Ermittlungen und alles wirkt stimmig. Die Charaktere hingegen weisen sehr wenig Persönliches aus, aber dennoch entwickelt man Sympathie für sie. Kann ihr Denken und Handeln nachempfinden. Lediglich über Sam Porter als einer der Protagonisten ist mehr aus seiner Vergangenheit bekannt.

Wie auch im Vorgängerband wird die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln erzählt. Daher kommt es auch zu Szenenwechseln und jede Menge Cliffhangern. Manchmal hat der Autor ein wenig Erbarmen mit dem Leser und setzt mit dem nächsten Kapitel eine Fortsetzung. Aber eben auch nur "manchmal". Die verschiedenen Charakter- und Perspektivenwechsel bringen die Grundstory voran. Man erkennt Verbindungen und ein Konstrukt, was sich mit Fortschreiten des Buches zusammenfügt. Man möchte vielleicht meinen, dass unterschiedliche Erzählstränge zu einer gewissen Verwirrung führen, den kann ich zumindest in "Das Mädchen im Eis" beruhigen. Ihr werdet euch an alles erinnern!

Um nicht zu viel aus dem Buch selbst zu verraten möchte ich nur noch anmerken, dass wir auch hier wieder in einem Tagebuch lesen werden. Wann, wo und wie müsst ihr aber selbst herausfinden.

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass wir das Buch förmlich eingesogen haben. Seite für Seite, Spannungsaufbau, AHA-Erkenntnisse, jede Menge Gänsehautmomente und ein imposantes Ende!

Die letzte Seite klappte um und mir der Mund auf.
5 Sterne.

Veröffentlicht am 22.08.2019

"Wenn Verlustängste das Leben übermannen!"

Harz
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Cover:
Im Hintergrund stapeln sich in Dunkelheit aufgestellt Kartons übereinander. Der TITEL "HARZ", mittig, imposant, aufdringlich, und in einem Bernsteinfarbton abgebildet. In den Buchstaben ist kleines ...

Cover:
Im Hintergrund stapeln sich in Dunkelheit aufgestellt Kartons übereinander. Der TITEL "HARZ", mittig, imposant, aufdringlich, und in einem Bernsteinfarbton abgebildet. In den Buchstaben ist kleines Geäst und Blumen erkennbar,

Inhalt:
Ein abgelegenes Stück Inselland: Kopf genannt. Zu einer weiteren, größeren Insel, nur durch den schmalen Hals verbunden. Ein weiter Fahrtweg. Kaum ein jemand verirrt sich auf das Anwesen der Haarders, seit ...

Das war früher anders. Die Haarders waren bekannt für ihre gute Schreinerarbeit. Für ihre Verbundenheit zu Tier und Natur. Doch das Leben wird einem nicht nur geschenkt, man muss es auch bestreiten. Und so passiert es, dass Jens Haarder in seinem Leben auch etwas verliert, das ihm viel bedeutet hat.

Nie wieder möchte er diesen Schmerz fühlen. Nie wieder etwas in seinem Leben missen.
Und so finden immer mehr "Dinge" den Weg zum Hof der Haarders. Mal in der einen, mal in der anderen Ecke.
Um seine einzige Tochter Liv nicht auch noch zu verlieren, meldet er sie bei den hiesigen Behörden für tot. Ertrunken bei einem Ausflug auf dem Meer. Die Suche durch Hubschrauber und Rettungsteams vergebens. Liv ist gleichzeitig lebendig und auch tot.

Sie lebt abgeschirmt von der Außenwelt auf dem Hof der Eltern weiter. Die Dunkelheit ist ihr bester Freund. Ihr Vater verbringt viel Zeit mit ihr. Liebt sie, behütet sie.
Ihre Mutter ist ebenfalls sehr einfühlsam und liebevoll zu ihr. Doch sie frisst ihre Probleme immer mehr in sich hinein.

Fazit:
Liebe Büchereulen, bei meiner Inhaltsbeschreibung werdet ihr euch nun fragen, wo genau ist denn da der Thriller? Und genau diese Frage habe ich mir auch gestellt. Für mich ist HARZ eine Mischung aus Psychothriller und Dramatik.

Das Buch wird überwiegend aus der Sicht von Liv in der Vergangenheit erzählt. Kindgetreu, naiv und manchmal erschreckend altklug berichtet sie von den Geschehnissen aus der Vergangenheit.
Die Autorin beschreibt parallel dazu in einigen Kapiteln auch die Kinderjahre von Jens Haarder und wie er später seine Frau Maria kennen lernte, Liv´s Mutter.

Die Beziehung von Jens Haarder zu seiner Tochter Liv wird sehr detailliert beschrieben. Sehr frühzeitig baut der Leser eine sehr intensive Beziehung zu den Charakteren auf. Die Beweggründe und auch das Verhalten jedes einzelnen Charakters, sei er erwachsen oder noch kindlich, wurde präzise dargestellt und dabei nicht ausschweifend umschrieben.
So, wie die einzelnen Personen, wird auch die Umgebung beschrieben. Oftmals konnte ich mir diesen Hof mit seiner Werkstatt, den Tieren und auch die angrenzenden Wälder bildlich sehr genau vorstellen.

Jeder hat sein ganz individuelles Bild von Unordnung und Durcheinander im Kopf. Durch den Erzählstrang wird dieses individuelle Bild nur noch intensiviert.

Stellenweise ging mein Gemütszustand von einem Lächeln über zu Fassungslosigkeit, Ekel, Missverständnis und sodann wieder über zu Mitleid.

Dieser Thriller behandelt ein paar wichtige Themen in Bezug auf Gesellschaftlichkeit und einer gewissen Ignoranz gegenüber seinen Mitmenschen. Doch auch, dass Elternliebe auf ganz unterschiedliche Weise gelebt werden kann. Es zeigt, wie Kinder sich ihrem Umfeld anpassen.

Das Buch ist für mich vieles. In knapp 300 Seiten schafft es die Autorin, dass man nicht nur über das Storyboard spricht, sondern noch "darüberhinaus" denkt.
Doch für mich ist es kein Thriller. Psychothriller vielleicht aufgrund der subtilen und teilweise gegen Ende erdrückenden Stimmung.

Hätte ich es gelesen, wenn es im Genre Drama eingeordnet gewesen wäre? Wohl eher nicht.
Für mich ist es ein gutes, solides und sehr durchdachtes Buch. Flüssig zu lesen und sehr kurzweilig. Gegen Ende mochte ich es kaum aus der Hand legen. Es ist gefüllt mit vielen Details, die man zunächst vielleicht gar nicht so wahrnimmt, im Nachhinein jedoch ein Ganzes formen.

Von mir gibt es 4 Sterne.

Veröffentlicht am 12.08.2019

"FLOPP-SELLER!"

Cari Mora
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Inhalt:
CARI MORA. Eine schöne und gefährliche junge Frau aus Sierre Leone, die ihr neues Glück in den USA versucht. Als Tierliebhaberin arbeitet sie in einer Tierstation. Ihr "Zuhause" nennt sie ein Anwesen ...

Inhalt:
CARI MORA. Eine schöne und gefährliche junge Frau aus Sierre Leone, die ihr neues Glück in den USA versucht. Als Tierliebhaberin arbeitet sie in einer Tierstation. Ihr "Zuhause" nennt sie ein Anwesen eines bekannten Mafiosi. Als eine Art Hausmeisterin sorgt sie dafür, dass das Haus voller Kuriositäten, Instand gehalten wird. Als sich eines Tages eine Film-Crew einmietet stellt sich ihr ein vollkommen haarloser Mann vor, in dessen Augen sie das Böse erkennt.

Cari erkennt sofort, dass dieses Team keine Arbeiter aus der Filmindustrie darstellen. Kurz nachdem sie das Haus verlässt, lassen die Leichen nicht lange auf sich warten.

Fazit:
Was erwartet man von einem Autor nach der Schaffung von "HANNIBAL LECTER" und der Anpreisung des Verlags mit den Worten: "Hannibal Lecter hat einen Nachfolger. Er ist erbarmungslos. Und er kann dich fühlen." Genau dieser Nachfolger heißt Hans-Peter und ist Deutscher oder hat deutsche Vorfahren. Okay, für seinen Namen kann eigentlich niemand was und so auch nicht Hans-Peter, dennoch ist es etwas abstrus und klischeehaft. So als essen wir nur Sauerkraut.

Hans-Peter ist ein gefährlicher und einflussreicher Mann. Zu Beginn des Buches erfahren wir etwas über ihn. Dann nimmt die gesamte Handlung des Buches eine völlig andere Wendung. Es geht um einen Schatz. Einen versteckten Schatz in dem Anwesen eines bekannten Mafiosi. Cari Mora wird zu einem Bindeglied zwischen den verschiedenen Clans.

Für mich waren die Beschreibungen der Personen sehr oberflächlich, bis auf Cari Mora, die Protagonistin des Buches. Von ihr erfahren wir so manch grauenvolles aus der Vergangenheit damit es für uns nicht zu unrealistisch erscheint, dass sie nicht nur wunderschön, humorvoll und auch liebenswert ist, sondern auch eine weibliche Kampfmaschine.

Kommen wir zum Schreibstil. Holprig, viele Sprünge im Geschehen. Viele Namen die nur einmal zu Beginn auftauschen, dann wieder zum Ende des Buches. Wenig facettenreich. Das Spannungslevel ist leider unterirdisch. Ich weiß nicht ob Thomas Harris versucht hat mit einzelnen blutigen und sexistischen Szenen das Buch interessanter zu gestalten. Aber für mich wirkte es eher vulgär und unprofessionell.

Leider kann ich dem Buch nur ein Gutes abgewinnen. Nämlich die humorvolle Beschreibung eines Mannes, der eine Kuckucksuhr reparieren möchte und vorher deren "Krankheitsstand" bei der Besitzerin ermittelt.
Von mir gibt es 1 Stern.