Profilbild von Sarra

Sarra

Lesejury-Mitglied
offline

Sarra ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sarra über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2026

Zwischen Selbstzweifeln und leiser Hoffnung

The Romance Rivalry
0

Das Buch The Romance Rivalry von Susan Lee handelt von Irene, die am Anfang eher wie eine sehr introvertierte Person wirkt. Sie schreibt Buchrezensionen und hat eine große Fangemeinde. Jetzt beginnt sie ...

Das Buch The Romance Rivalry von Susan Lee handelt von Irene, die am Anfang eher wie eine sehr introvertierte Person wirkt. Sie schreibt Buchrezensionen und hat eine große Fangemeinde. Jetzt beginnt sie ihr Collegeleben und möchte ihr Leben komplett verändern. Vor allem wünscht sie sich, zum ersten Mal einen Freund zu haben. Dort trifft sie allerdings auf ihren größten Rivalen Aiden, der auch Rezensionen schreibt.

Das Buch ist sehr lustig geschrieben und lässt sich leicht lesen. Irenes Gedanken sind teilweise mega unterhaltsam, manchmal aber auch ein bisschen anstrengend. Sie ist eine richtige People Pleaserin und zweifelt so sehr an sich selbst und daran, geliebt zu werden, dass es stellenweise echt traurig ist.

Ich habe mich während der Leseprobe vor allem wegen eines Zitats für das Buch entschieden: „Ich weiß, dass wir alle Liebe und Respekt verdienen.“ Leider checkt Irene das erst sehr, sehr spät und auch nicht zu hundert Prozent. Trotzdem hat mir das Buch ziemlich gut gefallen.

Es werden viele Tropes angesprochen und sogar als Kapitel benannt. Ich kannte mich mit diesen Begriffen am Anfang gar nicht aus und fand es deshalb erstmal etwas schwierig. Mit der Zeit kommt man aber rein und lernt sogar ein bisschen was dazu.

Aiden ist eher selbstbewusst und zeigt Irene, dass man nicht immer jedem gefallen muss und auch Kritik äußern darf, vor allem bei Rezensionen. Es ist erst meine zweite Rezension und ich bin echt froh, dass ich das Buch gelesen habe, weil ich mich bei meiner ersten noch nicht wirklich getraut habe zu kritisieren. Gerade deshalb finde ich es schön, wenn ein Buch etwas im Leser auslöst und sogar dazu führt, dass man etwas verändert.

Am Ende wechselt die Perspektive noch einmal von Irene zu Aiden, was ich richtig gut fand. Ich hätte mir gewünscht, dass es solche Perspektivwechsel schon früher und öfter gegeben hätte.

Das Buch zeigt auch sehr gut, wie man in diesem Alter mit Identitätsproblemen struggelt. Nach der Schule weiß man oft nicht, wohin man will oder was man machen soll. Es zeigt, dass einen Wege manchmal einfach zu dem führen, was man am Ende wird, man muss nur irgendwo anfangen. Das finde ich besonders passend für junge Erwachsene.

Zum Cover: Ich finde es süß und mag, dass Menschen darauf abgebildet sind. Es ist vielleicht ein bisschen kitschig, aber das passt eigentlich ganz gut zum Buch. Insgesamt finde ich das Cover schön, auch wenn mich die Leseprobe viel mehr gecatcht hat als das Cover.

Ich möchte mit einem sehr schönen Zitat enden:
„Bücher sind mehr als nur Geschichten auf dem Papier, sie sind ein Spiegelbild der Menschheit.“

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 10.03.2026

Wenn selbst ein hartes Herz zu fühlen beginnt

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
0

Reue, Macht und Liebe. Wörter, die Menschen in ihren Bann ziehen, insbesondere dann, wenn sie gut verfasst werden. In diesem Teil geht es um die im ersten Band noch als Antagonistin auftretende Jia, die ...

Reue, Macht und Liebe. Wörter, die Menschen in ihren Bann ziehen, insbesondere dann, wenn sie gut verfasst werden. In diesem Teil geht es um die im ersten Band noch als Antagonistin auftretende Jia, die jedoch im zweiten Teil in den Vordergrund rückt. Sie reist in die Vergangenheit zurück, um ihre Schwester Sora zu retten. In ein altes Korea, geprägt von der Kulisse eines vergangenen Reiches: ein König, eine Akademie und ein Künstler, der seiner Leidenschaft nicht nachgehen kann. Denn seine Kunst verbirgt eine dunkle Seite, die ihn innerlich zerfrisst. Eigentlich sollte er ihr Feind sein, doch stattdessen entwickelt sich eine Beziehung, die Herzen schneller und höher schlagen lässt.

In der Vergangenheit lernt Jia, als Mann verkleidet, an einer Akademie (ja, Bildung war damals leider oft Männersache) nicht nur sich selbst besser kennen, sondern auch Menschen, die ihr zeigen, was wahre Freundschaft und Liebe bedeuten. Ihr einst so hartes Herz beginnt sich zu verändern.

All das gelingt der Autorin Tea Hong in ihrem zweiten Teil "Chosen" der Dilogie Prinzessin der tausend Diebe, einem Fantasy-Liebesroman, auf unglaublich gekonnte Weise zum Leben zu erwecken. Allein das Cover zieht einen in seinen Bann: Man fühlt sich direkt in die Vergangenheit versetzt. Eine starke Frau hält ein Schwert, hinter ihr steht ein hübscher Mann, die Hälfte seines Gesichts durch das Schwert verschleiert. Ein Bild, das den Leser vor Neugier beinahe nervös macht. Man möchte das Buch sofort in die Hand nehmen und loslesen.

In ihrem Fantasy-Liebesroman vereint die Autorin große Themen wie Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Selbstfindung. Das Ganze ist historisch eingebettet und vermittelt, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so erscheint, eine subtile politische Botschaft. Sie zeigt, wie zu viel Macht einen Menschen in den Ruin treiben kann. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass Stärke (auch körperliche Stärke) keineswegs nur Männern vorbehalten ist. In diesem Buch ist es nämlich die Frau, die die stärkste von allen ist.

Mit ihrem Mana, einer Art magischer Kraft, kämpft Jia gegen mächtige und böse Kreaturen, die auf eine beeindruckende Weise die Fantasie anregen. Manchmal kommt man aber nicht ganz hinterher. Die Kämpfe gegen diese Wesen sind lebendig und eindrucksvoll beschrieben: wie sie ihr Schwert "schwingt", wie sie sich behauptet und auch, wie sie unhöfliche Männer vermöbelt, die es durchaus verdient haben.

Dieses Buch ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher geworden. Es hat mein Herz erobert. Man begleitet Jias Entwicklung Schritt für Schritt und erlebt, wie sie sich langsam verändert. Besonders die Stellen über Freundschaft haben mein Herz weich werden lassen. Ich wurde dabei wirklich emotional. Auch die Entwicklung ihrer Liebe, ein Gefühl, von dem sie nie gedacht hätte, es einmal zu erleben, ist unglaublich schön nachzuvollziehen.

Insgesamt werden die Emotionen sehr tief dargestellt, sodass man als Leser wirklich mitfühlen kann. Auch die Darstellung von Leidenschaft und dem Schmerz, sie aus bestimmten Gründen nicht ausleben zu können, berührt einen sehr. Prinzessin der tausend Diebe – Chosen regt dazu an, sich auch mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen.

Es ist eines dieser Bücher, die man nach der letzten Seite schließt und dann noch eine halbe Stunde einfach sitzen bleibt, weil man über alles nachdenken muss. Und selbst Wochen später denkt man noch einmal über die tiefen, bedeutungsvollen Worte nach.

Ein wirklich schönes Werk.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy