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Veröffentlicht am 01.08.2017

Der Auftragskiller

Blood on Snow. Der Auftrag
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Olav ist Auftragskiller. Er ist gut in seinem Job und so bekommt er auch von seinem Chef einen Auftrag, den dieser nicht vielen zutraut: Olav soll Corina, die Frau seines Chefs ermorden. Doch was macht ...

Olav ist Auftragskiller. Er ist gut in seinem Job und so bekommt er auch von seinem Chef einen Auftrag, den dieser nicht vielen zutraut: Olav soll Corina, die Frau seines Chefs ermorden. Doch was macht ein Auftragskiller, dem Gefühle dazwischenkommen?

Da das Buch mit 187 Seiten ziemlich kurz ist, ist es schwer, nicht zuviel zu verraten. Durch den Hype, der in den sozialen Medien um dieses Buch aufgebaut wurde, habe ich damit gerechnet, dass das Buch mich nicht schlafen lassen würde - doch das war kein Problem. Das Buch baut zwar Spannung auf und nimmt einen mit, aber eher als neutralen Beobachter. Olav erzählt aus der Ich-Perspektive, so dass man das Gefühl hat, man steht neben ihm, ist vielleicht ein guter Freund (was Auftragskiller üblicherweise nicht haben) oder eine Art Therapeut, dem Olav alles erzählt. Das beginnt schon damit, das Olav zu Beginn erklärt, warum er nicht z.B. Zuhälter geworden ist, sondern Auftragskiller.

Der Titel ist durchaus wörtlich zu nehmen: Wir befinden uns im Dezember 1977, kurz vor Weihnachten und in Oslo werden gerade die Kälterekorde geknackt, was mit viel Schnee einhergeht. Nebenbei werden auch einige Tropfen Blut auf Schnee vergossen. Anders als bei anderen Büchern, die in den 60ern/70ern spielen hatte dieses Mal allerdings nicht das "Zeitreise-Feeling", bei dem man sich wundert, warum nicht einfach jemand ein Handy zückt. Woran genau das lag, kann ich nicht sagen, vielleicht ist das auch der Kürze des Buches geschuldet - oder der Tatsache, dass es eben oft darum geht, dass keiner rechtzeitig zum Telefon kommt bzw. die Telefone nicht abgehört werden dürfen.

Das Buch liest sich sehr flüssig, ab der Hälfte wollte ich es wirklich nicht mehr weglegen. Es baut eine Grundspannung auf, die gut ist, mir aber auch nicht das Blut in den Adern gefrieren ließ. Dafür war ich zu sehr in meiner Beobachterrolle und wollte wissen, ob meine Vermutungen und Befürchtungen sich bewahrheiten.

Den Preis von 12,99 € finde ich für ein so kurzes Buch recht hoch. Hätte ich das Buch nicht gewonnen, hätte ich wohl darauf gewartet, dass es in der Onleihe verfügbar ist. Das Cover und der schwarze Schnitt sorgen dafür, dass das Buch sofort auffällt.

Die Fortsetzung, die im Februar 2016 kommen soll, knüpft zwar an eine Figur aus diesem Thriller an, soll aber wohl auch eigenständig zu lesen sein.

Fazit: Ein interessanter Thriller, aus dem man aber auch mehr hätte machen können.

Reihenfolge:
1. Blood on snow. Der Auftrag
2. Blood on snow. Das Versteck

Veröffentlicht am 05.05.2018

würdiges Finale der Trilogie

Feel Again
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Sawyer studiert Fotografie und betrachtet vieles gerne durch die Linse ihrer Kamera. Dazu passt auch, dass sie Menschen nicht gerne an sich heranlässt. Das musste schon ihre Mitbewohnerin Dawn erfahren ...

Sawyer studiert Fotografie und betrachtet vieles gerne durch die Linse ihrer Kamera. Dazu passt auch, dass sie Menschen nicht gerne an sich heranlässt. Das musste schon ihre Mitbewohnerin Dawn erfahren (siehe die Vorgängerbände). Daraus resultiert auch, dass sie viele Affairen hat, aber keinen Typen an sich heranlässt. Ähnlich beginnt es auch mit Isaac. dem Nerd, den sie auf einer Feier küsst, damit er bei den Mädels besser ankommt. Beide freunden sich enger an und als Sawyer Isaac fragt, ob sie für ihre Abschlussarbeit eine Dokumentation darüber machen darf, wie er vom Nerd zum Bad Boy wird, sagt er zu. Doch Sawyer hat nicht damit gerechnet, dass durch die enge Zusammenarbeit Gefühle in ihr hochkommen könnten, von denen sie eigentlich nichts wissen will.

Auch beim Abschluss ihrer Again-Trilogie bleibt Mona Kasten ihrem Stil treu, durch den ich das Buch einfach nicht gerne aus der Hand gelegt habe. Für mich hat sie hier mit Sawyer und Isaac die stärksten Charaktere ihrer Reihe geschaffen, die viel Gepäck mit sich herumtragen, denen man das aber nicht sofort anmerkt. Bei beiden war ich eher überrascht, was da alles zutage kam und wie gut gerade Isaac dann doch mit seiner Situation umgeht.

Gut gefallen hat mir an dieser Trilogie insgesamt, dass die anderen Mitglieder der Clique, um die es in den ersten beiden Bänden ging, immer wieder auftauchen und man so ein bisschen erfährt, wie es mit ihnen weitergeht. Für mich gab es in diesem Bereich zwar keine Überraschungen, aber damit hätten sie in den Folgebänden vermutlich auch zu viel Raum eingenommen.

Für mich hat sich die Trilogie von Band zu Band gesteigert, was ich nach Band 1 nicht gedacht hätte. Dazu hat aber auch beigetragen, dass die Figuren (zumindest für mich) von Band zu Band interessanter und vielschichtiger wurden.

Fazit: Ein würdiger Abschluss dieser Trilogie, die ich Fans des Genres einfach nur empfehlen kann.

Reihenfolge:
1. Begin again
2. Trust again
3. Feel again

Veröffentlicht am 05.05.2018

positiv überrascht

Trust Again
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Nachdem Dawn von ihrem Ex ziemlich mies betrogen wurde, hat sie den Männern abgeschworen. Dass Spencer ziemlich mit ihr flirtet und noch dazu ein ziemlich heißer Kerl ist, macht die Sache nicht besser, ...

Nachdem Dawn von ihrem Ex ziemlich mies betrogen wurde, hat sie den Männern abgeschworen. Dass Spencer ziemlich mit ihr flirtet und noch dazu ein ziemlich heißer Kerl ist, macht die Sache nicht besser, aber sie bleibt standhaft - bis sie herausfindet, dass er nicht nur der Womanizer ist, für den sie ihn hält, sondern auch eine sehr weiche und soziale Seite hat. Ab da gerät ihr Entschluss stark ins Wanken...

Bisher kenne ich es bei Trilogien, bei denen es um verschiedene Figuren einer Familie oder eines Freundeskreises geht, so, dass sie oft stark anfangen und Band 2 dann schon sehr nachlässt. Insofern bin ich an "Trust again" mit der Erwartung herangegangen, dass der Stil von Mona Kasten vermutlich ähnlich gut ist wie bei "Begin again", der Rest aber vielleicht etwas dürftiger ist. Vielleicht hat diese Haltung mich vor einer Enttäuschung bewahrt, aber auf jeden Fall fand ich "Trust again" fast noch besser als "Begin again", mindestens aber gleich gut.

Das Grundthema ist zwar auch hier "good Girl trifft bad Boy", beide haben ihre Päckchen zu tragen, aber gleichzeitig ist Dawn einfach eine starke Frau, die weiß, was sie will und Spencer auch erst mal die eine oder andere Abfuhr erteilt. Doch auch bei Spencer fand ich erstaunlich, was da über seine Hintergründe herauskam - damit hätte ich nicht wirklich gerechnet.

Wie erwartet, ist der Stil von Mona Kasten gleichermaßen flüssig zu lesen wie schon bei Band 1. Hier habe ich irgendwie noch mehr mit Dawn mitfühlen können, positiv wie negativ, weshalb ich das Buch weniger aus der Hand legen mochte.

Fazit: Endlich eine Trilogie, die nicht bei Band 2 abflaut.

Reihenfolge:
1. Begin again
2. Trust again
3. Feel again

Veröffentlicht am 05.05.2018

mehr dahinter als vermutet

Begin Again
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Allie ist für ihr Studium in eine andere Stadt gezogen und ist erst mal auf Wohnungssuche. Klar ist das zu Beginn des Semesters nicht einfach und so landet sie erst mal in der Wohnung von Kaden, dessen ...

Allie ist für ihr Studium in eine andere Stadt gezogen und ist erst mal auf Wohnungssuche. Klar ist das zu Beginn des Semesters nicht einfach und so landet sie erst mal in der Wohnung von Kaden, dessen Mitbewohner gerade ausgezogen ist. Auch wenn er bei Allie nicht den besten Eindruck hinterlässt, bleibt ihr erst mal nichts anderes übrig, als bei ihm einzuziehen. Da Kaden von Allie als Mitbewohnerin auch nicht so wirklich begeistert ist, stellt er Regeln für das Zusammenleben auf - die allerdings mit der Zeit ziemlich aufweichen...


Für mich klang die Handlung erst mal nach einem normalen College-Roman, good Girl trifft bad Boy. Das trifft zwar auch zu, aber dabei bleibt es nicht. Mona Kasten hat es raus, dass ihre Romane nicht nur Klischees bedienen, sondern mehr können. Allie und Kaden haben beide ihre Pakete zu tragen, lassen sich davon aber nicht unterkriegen. Dazu fand ich wirklich gut, dass Allie kein Mäuschen ist, dass sich von Kaden das Leben erklären lässt, sondern schon ihren eigenen Kopf behalten hat.

Auch vom Stil her liest sich das Buch sehr flüssig, wobei ich hier wenig Probleme hatte, es zwischendurch aus der Hand zu legen. Genauso gerne habe ich dann später weitergelesen. Es ist ein Buch, das den Alltag der Protagonisten genauso gut vermitteln kann wie die Wendungen, die ihr Leben mitunter nimmt.

Fazit: Ein toller Trilogie-Auftakt, der Lust auf mehr macht.

Reihenfolge:
1. Begin Again
2. Trust Again
3. Feel Again

Veröffentlicht am 05.05.2018

Was geschah wirklich?

Das Paket
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Nachdem die Psychotherapeutin Emma Stein in ihrem Hotelzimmer vergewaltigt und auf dem Kopf geschoren wurde, lebt sie in Angst und verlässt deshalb ihr Haus nicht mehr. Ihr Mann versucht immer wieder, ...

Nachdem die Psychotherapeutin Emma Stein in ihrem Hotelzimmer vergewaltigt und auf dem Kopf geschoren wurde, lebt sie in Angst und verlässt deshalb ihr Haus nicht mehr. Ihr Mann versucht immer wieder, sie dazu zu bringen, sich Hilfe zu holen, doch nachdem die Polizei ihr nach der Tat vermittelt hat, dass sie ihr nur bedingt glaubt, will sie mit niemandem näher darüber reden. In dieser Situation bittet ihr Postbote Emma, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen. Emma ist von dieser Frage schon nicht begeistert - und als sie dann sieht, dass sie den Namen des Nachbarn noch nie gehört hat, bereut sie es, dass das Paket nun in ihrem Haus steht.


Der Stil von Sebastian Fitzek sorgt jedes Mal wieder dafür, dass ich seine Bücher nur dann zur Hand nehme, wenn ich auch wirklich Zeit zum lesen habe - weglegen ist bei ihnen immer schwierig. So war es auch bei "Das Paket". Viele Kapitel sind kurz und enden mit Cliffhangern.

Bei der Hauptfigur Emma war ich das ganze Buch über hin- und hergerissen, ob ich sie bemitleiden soll oder ob ich sie anstrengend finden soll. Natürlich hat sie viel durchgemacht und gerade der Punkt, dass ihr die Polizei nicht wirklich geglaubt hat, macht ihr Verhalten sehr nachvollziehbar. Gleichzeitig hat sie oft etwas anstrengendes an sich und sieht sich sehr als armes Mäuschen, dem keiner glaubt

Sebastian Fitzek hat hier wieder eine Handlung erbaut, deren Lösung am Ende zumindest mich sehr erstaunt hat, die in sich aber vollkommen logisch und klar war. Dass ich davor viele Verdächtige hatte, die ich aber alle mit der Zeit ausschließen konnte, dürfte so von ihm gedacht sein. Abgesehen davon finde ich es bei Fitzek einfach gut, dass seine Thriller in sich abgeschlossen sind.

Fazit: Spannung, eine rasante Handlung mit vielen Wendungen - man bekommt bei Fitzek, was man erwartet.