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Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein herausragender historischer Roman mit faszinierender Alternativgeschichte

Die Iden von Rom
1

„Die Iden von Rom“ erzählt eine alternative Version der Ereignisse rund um Gaius Iulius Caesar und zwar so packend, dass man kaum glauben kann, wie mühelos historische Fakten, politische Intrigen und fiktive ...

„Die Iden von Rom“ erzählt eine alternative Version der Ereignisse rund um Gaius Iulius Caesar und zwar so packend, dass man kaum glauben kann, wie mühelos historische Fakten, politische Intrigen und fiktive Wendungen ineinandergreifen.

Peinkofer nimmt die bekannten Figuren der römischen Geschichte und zeigt, wie alles hätte anders kommen können, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Genau diese Mischung aus historischer Nähe und kreativer Freiheit macht das Buch zu einem echten Highlight.

Schon der Einstieg fiel mir unglaublich leicht. Der Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch und gleichzeitig so klar, dass man sofort in die Welt Roms eintaucht. Die Namensliste am Anfang war ein echter Bonus – übersichtlich, hilfreich und perfekt für ein Werk mit so vielen historischen Persönlichkeiten. Ich war von Anfang an gefesselt und habe die Abschnitte teilweise in einem Rutsch gelesen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie intensiv die politischen Machtspiele dargestellt werden. Jeder verfolgt seine eigenen Ziele, jeder spinnt Intrigen, und die großen Namen – Cicero, Brutus, Cassius, Cleopatra und viele mehr – wirken dadurch unglaublich lebendig. Die Atmosphäre aus Misstrauen, Ehrgeiz und politischem Kalkül ist so dicht, dass man regelrecht spürt, wie die Lage sich mit jeder Seite weiter zuspitzt.

Die alternative Entwicklung der Geschichte fand ich unfassbar spannend. Vielleicht hat mich das Buch auch deshalb so begeistert, weil ich kaum etwas an der historischen Darstellung auszusetzen hatte und weil die Abweichungen später so logisch und konsequent eingebaut sind. Das Ende von Cicero hat mich trotz Vorwissen getroffen, und auch die Entwicklungen rund um Cleopatra waren heftig, aber absolut folgerichtig. Nichts wirkte überzogen oder nur fürs Drama.

Ein besonderes Highlight waren für mich die Frauenfiguren. Über das gesamte Buch hinweg zeigt sich, dass auch sie im Hintergrund die Fäden ziehen. Subtiler als die Männer, aber nicht weniger wirkungsvoll.

Ich bin begeistert. „Die Iden von Rom“ ist spannend, klug konstruiert, historisch fundiert und gleichzeitig mutig in seiner alternativen Erzählweise. Der Lesefluss wird nie durch Erklärungen gebremst, die Figuren sind vielschichtig, und die politischen Intrigen sind so fesselnd, dass man kaum aufhören kann zu lesen. Für mich ein absolutes Highlight und eine klare Fünf-Sterne-Empfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 05.02.2026

Cheerleading trifft New Adult

Cheer for Love
3

Ella reist nach einer schmerzhaften Trennung für ihr Auslandssemester in die USA und begegnet dort Hudson, einem charismatischen Footballspieler, der sie sofort aus dem Gleichgewicht bringt. Zwischen beiden ...

Ella reist nach einer schmerzhaften Trennung für ihr Auslandssemester in die USA und begegnet dort Hudson, einem charismatischen Footballspieler, der sie sofort aus dem Gleichgewicht bringt. Zwischen beiden entsteht eine intensive (körperliche) Verbindung, die Ella zwingt, sich ihren alten Verletzungen, neuen Gefühlen und der Frage zu stellen, ob sie bereit ist, wieder zu vertrauen.

Die Grundidee des Buches hat mich sofort begeistert. In vielen New-Adult-Romanen verliebt sich die Protagonistin in den typischen männlichen Sportler aber hier steht mit Ella endlich einmal eine junge Frau im Mittelpunkt, die selbst für ihren Sport brennt. Ihr Cheerleading ist nicht nur ein hübsches Detail, sondern ein echter Teil ihrer Identität. Auch das Setting – neues Land, neue Uni, neue Menschen – hat mich direkt überzeugt und neugierig auf die Geschichte gemacht.

Besonders gelungen fand ich den Sportanteil insgesamt. Sowohl Ellas Cheerleading als auch Hudsons Football spielen eine wichtige Rolle und bilden ein glaubwürdiges, lebendiges Umfeld für die Handlung.

Hudson mochte ich als Figur sehr, weil er nicht nur der ambitionierte College-Sportler ist, der von einer Profikarriere träumt, sondern jemand, der auch akademische Ziele verfolgt und nach dem College weiterstudieren möchte.

Allerdings hatte ich mit Ella als Protagonistin zunehmend Schwierigkeiten. Für mich wirkt ihr Verhalten Hudson gegenüber oft unentschlossen und teilweise sogar spielerisch. Sie kann sich lange nicht entscheiden, was sie eigentlich will. Das steht im Kontrast zu dem Bild, das das Buch sonst von ihr zeichnet: stark, cool, reflektiert. Dieses Hin und Her führt zu unnötigem Drama, das sich für mich etwas gewollt angefühlt hat. Das ist mir persönlich oft einfach ein bisschen zu anstrengend.

Dazu kommt, dass viele Entwicklungen sehr vorhersehbar waren. Natürlich gehört ein gewisses Maß an Erwartbarem zum Genre, aber hier war es für meinen Geschmack etwas zu offensichtlich.

Trotz dieser Kritikpunkte war Cheer for Love für mich insgesamt ein sehr schöne und mitreißende Story. Die sportliche Atmosphäre, das schöne Setting und der Schreibstil machen das Buch zu einer Empfehlung für alle, die Sport-Romance lieben und vielleicht nicht so schnell von Protagonisten genervt sind, wie ich

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 22.12.2025

Starke Themen, schwache Umsetzung

Two steps away - London Hearts 2
3

Two Steps Away erzählt die Geschichte von Pippa, die nach Jahren wieder auf ihre Jugendliebe Ben trifft. Damals hat er ihre Gefühle nicht erwidert und ist überstürzt nach Amerika gegangen, was bei beiden ...

Two Steps Away erzählt die Geschichte von Pippa, die nach Jahren wieder auf ihre Jugendliebe Ben trifft. Damals hat er ihre Gefühle nicht erwidert und ist überstürzt nach Amerika gegangen, was bei beiden Spuren hinterlassen hat. Nun arbeiten sie gezwungenermaßen wieder zusammen und müssen sich nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit ihren eigenen Unsicherheiten, Erwartungen und Verletzungen auseinandersetzen. Parallel dazu kämpft Pippa mit dem enormen Druck ihrer Eltern und ihrem Wunsch, beruflich wie privat endlich ihren eigenen Weg zu gehen. Unterstützt wird sie dabei von ihrer WG, ihren Freundinnen und den beiden warmherzigen Omas, die immer wieder als moralischer Kompass dienen.  

Das Buch hatte definitiv starke und schöne Momente wie die Darstellung der Elternbeziehung. So schmerzhaft sie ist, so stimmig ist sie auch. Die Szenen mit den Eltern erklären viel von Pippas Verhalten, ihrem Perfektionismus und ihrer Angst zu scheitern.

Auch die Omas und ihre Rolle in all dem hat mir persönlich gut gefallen. Ein absolutes Highlight. Warmherzig, humorvoll, liebevoll – sie bringen Tiefe und Leichtigkeit zugleich in die Geschichte. Ihre Regeln sind charmant und geben dem Roman eine besondere Note.

Und auch Ben als Figur/ Love interest mochte ich, auch wenn ich ein wenig gebraucht habe, um ihn greifen zu können. Seine Entwicklung, seine Einsicht in die Fehler der Vergangenheit und seine Loyalität haben überzeugt. Auch dass er Brillenträger ist, finde ich erfrischend, weil es selten vorkommt.

Und was man auch nicht vergessen darf: Trotz aller noch folgender Kritikpunkte hat die Chemie zwischen Ben und Pippa für dich funktioniert, und das Happy End fühlte sich verdient an.


Es gab aber auch Aspekte, die für mich nicht funktioniert haben und teilweise echt schwierig sind, wenn sie in Büchern so dargestellt werden.


Zu Beginn mochte ich die WG und ihre Freundschaft aber diese Sympathie ist mir sehr schnell verloren gegangen und konnte auch nicht mehr zurück gewonnen werden. Die Mädchen erscheinen in einigen Szenen nicht als gute Freundinnen, sondern als übergriffig sowohl Pippa als auch Ben gegenüber. Sie lassen die beiden die Gespräche nicht unter vier Augen führen und verhalten sich dabei extrem unangenehm und unreif. Vor allem aber, dass sie es an Bedingungen knüpfen, dass Ben Pippa auf ein Date einladen „darf“ fand ich sehr fragwürdig. Hier wird Emanzipation nicht als das vermittelt, was sie sein sollte, sondern als herunter machen von Männern.

Hinzukommt die Art, wie in der Darstellung von Sexualität in dem Buch. Hier hatte ich die größten inhaltlichen Bedenken.  
- Die Sexszene wirkte für mich gewollt und nicht organisch.  
- Besonders störend war Pippas Gedanke, sie würde „hundert Jahre Emanzipation über Bord werfen“, wenn sie sich hingibt.  Für mich vermittelt das ein falsches Bild: Selbstbestimmte Sexualität ist Emanzipation und Hingabe bedeutet nicht, feministische Werte zu verraten.  
Da das Buch sich selbst als feministisch einordnet, finde ich diese Darstellung widersprüchlich und problematisch.

Hinzukommen sehr viel Zufälle, die zusammenspielen müssen, damit sich Ben und Pippa immer wieder begegenen und das Ende hätte gerne auch ein wenig runder sein dürfen. Auch werden die Motivationen mancher Figuren (z.b. der Eltern) nicht ganz klar.

Two Steps Away hat stark begonnen, mit einem wunderschönen Cover, einer warmen Nebenfigurenwelt und einer spannenden Ausgangssituation. Doch im Verlauf haben einige problematische Darstellungen – besonders rund um Sexualität, Feminismus und die WG-Dynamik – die Leseerfahrung leider getrübt.  

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 01.12.2025

Was sich ein Streifenschwein wünscht

Mister O'Lui feiert Weihnachten
2

Im Bilderbuch „Mr. O`Lui feiert Weihnachten“ erlebt das kleine Streifenschwein Rupert sein erstes Weihnachten. Zu erst versteht es nicht, was genau hier vorgeht, als der Biberbär mit den Vorbereitungen ...

Im Bilderbuch „Mr. O`Lui feiert Weihnachten“ erlebt das kleine Streifenschwein Rupert sein erstes Weihnachten. Zu erst versteht es nicht, was genau hier vorgeht, als der Biberbär mit den Vorbereitungen zu Weihnachten beginnt. Mit den Besuch der uns bekannten Freunde der beiden, erfährt Rupert von den Wünschen der anderen und findet gefallen an den Weihnachtswünschen der anderen. Als am Weihnachtsmorgen lediglich Rupert all seine Wünsche und auch die Wünsche der anderen erfüllt bekommt, fühlt er sich schlecht und erlebt die Freunden von Weihnachten, als er seine Geschenke mit den anderen teilt und so erlebt, was der wahre Kern von Weihnachten ist.

Absolutes Highlight auch in diesem Buch ist wieder die bildliche Gestaltung! In ihrem Stil und Gestaltung erschafft sie eine so warme und einladende Welt, in der man sich von Anfang an gut abgeholt und wohl fühlt.

Inhaltlich finde ich es schön die Thematik Weihnachten mal abgesehen vom religiösen Aspekt näher zu bringen. Das Buch vermittelt die wahren Werte von Weihnachten auf eine herzerwärmende Art und Weise. Rupert, für den es sein erstes Weihnachten ist, begegnet dem Fest auf eine kindlich, begeisterte Weise, die fast ansteckend ist. Mr. O`Lui hingegen kommt hier etwas erwachsen rüber und bleibt fast eher sachlicher. Diesen Kontrast finde ich fast schon etwas schade, denn es braucht diesen Kontrast nicht, um den gleichen Inhalt erfolgreich zu vermitteln.

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  • Humor
Veröffentlicht am 19.11.2025

Magie, Mutterschaft und Ragnarök

The Witch's Heart - Das Verhängnis
1

The Witch’s Heart erzählt die Geschichte der Hexe Angrboda, die in einem abgelegenen Wald Zuflucht findet. Dort begegnet sie Loki, mit dem sie eine leidenschaftliche, aber komplizierte Beziehung eingeht. ...

The Witch’s Heart erzählt die Geschichte der Hexe Angrboda, die in einem abgelegenen Wald Zuflucht findet. Dort begegnet sie Loki, mit dem sie eine leidenschaftliche, aber komplizierte Beziehung eingeht. Aus dieser Verbindung entstehen Kinder, die in den Prophezeiungen eine zentrale Rolle beim Weltuntergang (Ragnarök) spielen. Angrboda muss sich nicht nur mit ihrer eigenen Vergangenheit und den Göttern auseinandersetzen, sondern auch mit der Frage, wie weit sie bereit ist, für ihre Kinder, ihre Freundschaften und ihre eigene Zukunft zu kämpfen.

Die Handlung verwebt bekannte mythologische Figuren wie Loki, Skadi und Hel mit einer Perspektive auf Mutterschaft, Liebe, Verrat und Schicksal.

Ich liebe starke Frauen in Geschichten – und genau das bietet The Witch’s Heart. Die Darstellung von Angrboda und Skadi zeigt, wie wichtig es ist, weibliche Figuren nicht nur als Nebenrollen, sondern als treibende Kräfte einer Handlung darzustellen. Ihre Stärke, ihre Verletzlichkeit und ihre Konsequenz machen die Geschichte besonders.

Die nordische Mythologie war ohne Vorkenntnisse nicht immer leicht zu verstehen, doch mit ein wenig Recherche ließ sich vieles nachvollziehen, und es hat die Lektüre sogar bereichert.

Der Einstieg ins Buch fiel mir zunächst etwas schwer, da ich mit dem Stil warm werden musste. Doch je weiter die Handlung voranschritt, desto mehr hat mich die Geschichte gepackt. Besonders die Begegnungen zwischen Loki und Skadi waren spannend – zunächst überraschend ruhig, später aber mit einer sehr passenden Wendung, als Skadi Teil von Lokis Bestrafung wurde.

Skadi ist für mich eine der stärksten Figuren, weil sie ihre eigenen Gefühle zurückstellen kann und dennoch konsequent ihre Rache verfolgt.

Auch andere Thematiken, wie Beziehungen, Liebe und die Beziehung zu ihren Kindern werden thematisiert doch könnte hier gerne ab und an mehr ins Detail gegangen werden, um emotional mehr gepackt zu werden. Das hat mir persönlich gefehlt, ergab sich aber durch den o.g. Schreibstil wohl einfach.

Manche Passagen erschienen mir unnötig in die Länge gezogen, wodurch die Handlung wenig voranschritt und sich stellenweise sehr gezogen haben. Ich habe mich beim Lesen tatsächlich ein wenig gelangweilt, was schade ist, weil die mythologischen Elemente grundsätzlich spannend waren.

Auch das Finale ging mir zu schnell. Es fühlte sich an wie eine Aufzählung, bei der ein Tod nach dem anderen abgehandelt wurde. Gerade die Tode der Söhne hätten für mich mehr Raum und emotionale Tiefe verdient, vor allem in Bezug auf die Thematik der Kinder, die ja doch als eines der elementaren Themen des Buches zählt.

The Witch’s Heart ist ein Buch für alle, die sich für nordische Mythologie interessieren und starke Frauenfiguren lieben. Es verbindet bekannte Mythen mit einer emotionalen, modernen (aber teils distanzierten) Erzählweise und bietet spannende Charakterentwicklungen, auch wenn nicht jede Szene die gewünschte Tiefe erreicht. Wer Geschichten über Mutterschaft, Freundschaft und den Kampf gegen das Schicksal mag, wird hier fündig.

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  • Atmosphäre