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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2019

Jäger und Gejagte

Der Blütenjäger
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„Der Blütenjäger“ ist der 4. Band der Autorin Catherine Shepherd um die Ermittlerin Laura Kern. Der Thriller spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart ermittelt Laura Kern an einem Fall, der Gänsehaut ...

„Der Blütenjäger“ ist der 4. Band der Autorin Catherine Shepherd um die Ermittlerin Laura Kern. Der Thriller spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart ermittelt Laura Kern an einem Fall, der Gänsehaut bereitet. Es werden mehrere junge Frauen gefunden, die in Abendgarderobe im Wald erschossen aufgefunden wurden. Ihre festliche Kleidung lässt Jagdunfälle sehr schnell ausschließen. Neben den Leichen liegt jeweils ein recht aktuelles Foto der Toten, aufgenommen in einer Diskothek sowie eine Blume.
In einem anderen Erzählstrang, der vor 20 Jahren spielt, erfahren wir vom tragischen Tod der sechsjährigen Emma, die an ihrem Geburtstag im Wald erschossen wird. Als Tatverdächtiger gilt ihr achtjähriger Bruder.
Verbindendes Element der beiden Handlungen ist die Psychologin Dr. Niemeyer, die beim Mord an Emma deren traumatisierten Bruder behandelt und versucht, dass dieser seine Erinnerung an das tragische Unglück wieder erlangt. In der Gegenwart fungiert Dr. Niemeyer als psychologische Beraterin, die versucht ein Profil des Täters zu erstellen.
Die Autorin lässt wohldosiert Informationen aus Laura Kerns Privatleben einfließen und gibt Hinweise, weshalb Laura in manchen Situationen besonders empfindlich reagiert. Sie hat als Kind traumatische Erfahrungen erleben müssen. Es ist für das Verständnis nicht nötig, dass man die vorhergehenden Bände gelesen hat. Aber wie immer bei Serien, empfiehlt es sich für den vollen Lesegenuss, die Reihenfolge einzuhalten.
Ich habe den Thriller als ungekürzte Lesung gehört. Die Sprecherin Beate Rysopp versteht es trefflich die Spannung hoch zu halten ohne dass ihre Stimme jemals aufdringlich wirkt. Ich werde auf jeden Fall wieder Hörbucher hören, die sie eingelesen hat.
Von der Handlung her möchte ich nicht mehr ausführen. Es ist Catherine Shepherd einmal mehr gelungen, mich mit einer gänzlich neuartigen Geschichte, in ihren Bann zu ziehen. Ich habe schon sehr viele Thriller gelesen und inzwischen bin ich recht anspruchsvoll geworden, weil sich manche doch in der Handlung ähneln, so dass die Lösung vorhersehbar ist. Das ist hier ganz und gar nicht der Fall.
Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen und ich empfehle ihn mit 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.06.2019

Am Hofe von Katharina der Großen

Die Zarin und der Philosoph
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In ihrem Roman „Die Zarin und der Philosoph“ entführt uns die Autorin Martina Sahler nach St. Petersburg an den Hof von Katharina der Großen. Der Roman spielt in den Jahren von 1761 bis 1775.
Der preussische ...

In ihrem Roman „Die Zarin und der Philosoph“ entführt uns die Autorin Martina Sahler nach St. Petersburg an den Hof von Katharina der Großen. Der Roman spielt in den Jahren von 1761 bis 1775.
Der preussische König Friedrich ll. schickt mit dem Philosophen Stephan Mervier einen Spion an den russischen Hof, um das Umfeld von Katharina der Großen und ihre Handlungen auszuspionieren. Stephan wird begleitet von seiner Ehefrau Johanna, geborene Caselius, die bereits großen Erfolg als Kunstmalerin in Paris feiern durfte.
Katharina hat in Sonja ein Ziehkind an den Zarenhof aufgenommen. Sonja ist sehr intelligent und lernbegierig, so wie man sich eine leibliche Tochter der Zarin vorstellen würde. Weitere wichtige Figuren sind Graf Grigori Orlow, der Liebhaber von Katharina und Grigori Potemkin. In Stefan Merviers Umfeld finden sich unabhängige Geister wie Autoren und Publizisten.
Im Roman kommen zahlreiche historisch verbürgte Figuren und Ereignisse vor. Die Haupthandlung wird jedoch von fiktiven Figuren bestritten.
Ich habe bei der Lektüre sehr schnell in die Handlung hinein gefunden. Die Figuren sind nachvollziehbar charakterisiert. Ich fühlte mich jedoch sehr oft als Zuschauer am Rande. Es geht um sehr viel Politik und eigentlich auch um Ungerechtigkeiten des einfachen Volkes, wie die ungerechte Behandlung von Leibeigenen. Gerade da habe ich etwas vermisst, mehr von der Lebenswelt der einfachen Menschen mitzubekommen. So konnte mich das Buch trotz spannender Handlung nicht so durchgehend mitnehmen, wie ich es mir gewünscht hätte. Vielleicht auch, weil mich die Geschichte der fiktiven Figuren einfach nicht so interessiert hat.
Weil der Schreibstil ausgesprochen schön zum Lesen ist, vergebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 19.05.2019

Viel Spannung, viele Fälle, nicht alles aufgelöst

10 Stunden tot
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„10 Stunden tot“ ist der 4. Band der Serie um den Ermittler Fabian Risk und seinem Team. Da ich die bisherigen Bände sehr gerne gelesen habe, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Mit gleich zwei ...


„10 Stunden tot“ ist der 4. Band der Serie um den Ermittler Fabian Risk und seinem Team. Da ich die bisherigen Bände sehr gerne gelesen habe, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Mit gleich zwei Mordfällen setzt der Krimi ein, so dass man gleich mitten im Geschehen ist. Die Spannung ist von Anfang an geweckt und lässt auch nicht nach. Später kommen dann noch mehr Verbrechen hinzu.
Da mir die Protagonisten zum großen Teil aus den ersten drei Bänden bekannt waren, war ich auch sehr gespannt, wie sich ihr Leben weiter entwickelt. Auch in diesem Bereich wird die Spannung durch häufige Perspektivwechsel und kurze Kapitel durch das ganze Buch hinweg hoch gehalten.

Insgesamt waren es mir aber etwas zu viele Fälle, die teilweise miteinander verwoben sind, aber auch für sich alleine stehen. Die zahlreichen Figuren sind in ihrer Handlungsweise ausführlich charakterisiert und die familiären Beziehungen sind anschaulich dargestellt. Ob die Anhäufung von massiven persönlichen Problemen in einer Behörde allerdings wirklich realistisch ist, wage ich zu bezweifeln. Aber da ich mich durch den Krimi unterhalten lassen möchte und kein Fachbuch über die Schwedische Polizeiarbeit lese, ist das in Ordnung.

Als Fortsetzung der Serie habe ich dieses Buch sehr genossen und die zahlreichen offenen Enden machen mich auch gespannt auf den 5. Teil. Insgesamt finde ich es aber schade, dass gerade der Fall, der mich am Anfang am meisten beeindruckt und gepackt hat, noch nicht wirklich zu einem Ende gebracht wurde.

In einer Serie ist es immer interessant, wenn man etwas vom familiären Hintergrund der Figuren erfährt. In diesem Fall ist es mir aber zu viel davon. Auch in einer Serie sollte für mich jeder Band für sich selber stehen können, so dass man ein einzelnes Buch verstehen und genießen kann. Das ist meiner Meinung nach hier nicht wirklich der Fall. Ohne Vorwissen aus den anderen Bänden wird man Probleme haben, alles zu verstehen. Und auf der anderen Seite sind es für mich zu viele Cliffhanger, so dass das Buch für mich nicht wirklich abgerundet wirkt.

Von mir erhält dieses Buch eine Leseempfehlung für Leser der ganzen Reihe. Als Einstieg in die Risk- Krimis von Stefan Ahnhem ist es nicht geeignet. Da würde ich unbedingt die vorgesehene Reihenfolge einhalten. Von mir erhält das Buch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 01.05.2019

Sehr rasanter, brutaler Thriller

Lazarus
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In „Lazarus“ führt das Autorenpaar Lars Kepler die Serie um den Ermittler Joona Linna und den Serientäter Jurek Walter oder dessen Nachfolger fort. Der Thriller lässt sich sehr gut ohne Vorkenntnisse ...


In „Lazarus“ führt das Autorenpaar Lars Kepler die Serie um den Ermittler Joona Linna und den Serientäter Jurek Walter oder dessen Nachfolger fort. Der Thriller lässt sich sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die Figuren werden klar genug eingeführt, so dass man eine gute Vorstellung von den Beziehungsgeflechten gewinnt.
Ich möchte nicht viel zum Inhalt verraten, nur so viel: Das Buch ist durchgehend sehr spannend, aber auch sehr brutal. Wenn eine Situation auf mehrere Arten ausgehen kann, wählen die Autoren fast immer eine noch tragischere. Für mich war es manchmal fast etwas viel, sodass ich ganz schnell weitergelesen habe, damit ich mir nicht zu lange vorstellen musste, wie sich jetzt eine bestimmte Situation für die Beteiligten anfühlt.
Der Täter ist durch und durch böse, manipulativ und von maximaler technischer Versiertheit, so dass er auch mit ausgeklügelten technischen Möglichkeiten von ganzen Teams nicht überlistet werden kann. Auch das war für mich teilweise schwer nachvollziehbar, aber ich habe den Thriller gelesen, um mich unterhalten zu lassen und genau das hat mir das Buch auch gegeben.
Wie es bei einer Serie zu erwarten ist, endet die Handlung mit einigen Cliffhängern, so dass man sich schon auf die nächste Folge freut.
Von mir erhält „Lazarus“ 4 Sterne und eine Empfehlung für Leser, die brutale, spannende Bücher lieben.

Veröffentlicht am 04.02.2019

Dresden zu Beginn der Fünfziger Jahre

Roter Rabe. Ein Fall für Max Heller
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Der 4. Band der Serie um den Dresdner Polizisten Max Heller beginnt im Jahre 1951 mit einer Urlaubsreise an die Ostsee. Max verbringt mit seiner Frau Karin und seiner Pflegetochter Anni ein paar schöne ...

Der 4. Band der Serie um den Dresdner Polizisten Max Heller beginnt im Jahre 1951 mit einer Urlaubsreise an die Ostsee. Max verbringt mit seiner Frau Karin und seiner Pflegetochter Anni ein paar schöne Ferientage, unmittelbar bevor Karin eine weit aufregendere Reise antritt. Sie fährt nach Westdeutschland, wo sie ihren Sohn Erwin besucht, den sie schon viele Jahre nicht mehr gesehen hat. Max und Töchterchen Anni bleiben in Dresden bei Frau Marquardt, die zunehmend an Altersdemenz leidet.
Unglücklicherweise wird Max ausgerechnet während dieser Zeit mit einem sehr komplizierten Fall betraut. Es kommt zu zahlreichen Todesfällen, die auf den ersten Blick wie tragische Unglücksfälle oder Selbstmorde wirken. Heller ermittelt mit seinen Kollegen Werner Oldenbusch und Peter Salbach. Hinweise führen das Ermittlerteam in Richtung Spionage. Es soll ein „Amerikaner“ im Spiel sein, der für den Westen spionieren soll.
Die Handlung ist sehr komplex, die Aufklärung der Todesfälle geht, der Zeit geschuldet recht gemächlich vor sich. Es erscheinen Hinweise in Zeitungen, die Heller einiges Kopfzerbrechen bereiten. Ich fand es sehr spannend, den Ermittlungen zu folgen, obwohl es mir einiges an Konzentration abverlangte. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, wunderbar eingelesen von Heikko Deutschmann. Ich denke, dass ich die Max Heller Bände in Zukunft eher als Buch genießen werde, weil die Handlung doch recht kompliziert ist. Ich musste sehr vieles mehrfach hören, bis ich es wirklich verstanden hatte.
Die einzelnen Ermittlungsstränge führen am Ende zusammen, wobei einiges auch noch etwas unklar bleibt und vielleicht im nächsten Fall nochmal aufgegriffen wird.
Sehr gut gefallen mir die meisten der Figuren. Sie sind sehr lebensnah beschrieben und man bekommt Familie Heller richtig gern. Auch die Protagonisten bei der Polizei, Werner Oldenbusch und Peter Salbach sind sehr glaubwürdig charakterisiert. Man spürt ihre Erwartungen und Ängste der Menschen angesichts des im Raume stehenden Kalten Krieges sehr gut.
Mit hat das Hörbuch sehr gut gefallen. Die Handlung war durchwegs spannend. Das Buch ist abgerundet und macht Lust auf den nächsten Band. Von mir eine Empfehlung mit 5 Sternen.