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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2018

Phasenweise lang

Zu nah
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Als die Wissenschaftlerin und Dozentin Eleanor Costello erhängt aufgefunden wird, deutet alles auf Selbstmord hin. Die engagierte Ermittlerin des Dubliner Police Departments Frankie Sheehan soll den Fall ...

Als die Wissenschaftlerin und Dozentin Eleanor Costello erhängt aufgefunden wird, deutet alles auf Selbstmord hin. Die engagierte Ermittlerin des Dubliner Police Departments Frankie Sheehan soll den Fall überprüfen. Sie kann durch ein winziges Detail beweisen das Eleanor Costello ermordet wurde. Gemeinsam mit ihrem Team konzentrieren sie sich auf diesen Fall. Kurze Zeit gibt es die nächste Tote. Auch der Ehemann von Eleanor Costello ist verschwunden, der ein Verhältnis mit der zweiten Toten gehabt haben soll. Die Ermittler tappen im Dunkeln, alle Spuren verlaufen im Sand.

Zusätzlich wird Frankie, die Ermittlerin, von eigenen Ängsten geplagt. Sie wurde bei ihrem letzten Einsatz schwer verletzt und ist gerade wieder in den Dienst zurückgekehrt. Aber während des Lesens merkt man deutlich die Ängste sind noch da. Zusätzlich wird sie durch die anstehende Gerichtsverhandlung gegen ihren Peiniger belastet. Hier lässt uns die Autorin in die Gedanken und Gefühle der Ermittlerin schauen. Alles das führt dazu, dass es im Buch aus meiner Sicht zu unnötigen Längen kommt. Das ist der Moment, wo die Spannung deutlich nachlässt und mich überlegen lies, ob ich das Buch überhaupt weiterlesen will. Aber dann mit fortschreitendem Geschehen kam doch wieder Spannung auf. Plötzlich wurde die Handlung rasant, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Trotz allem lässt sich das Buch flüssig lesen, lediglich der Spannungsbogen hat immer mal wieder einige Schwächen.

Von mir gibt es eine bedingte Leseempfehlung und für den gelungenen Schluss dann doch noch drei Lesesterne.

Veröffentlicht am 24.04.2018

Unterhaltsam

Das wilde Herz der Lady Gwen
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Lady Gwen, jüngste Tochter von Lord Gavin, ist mit ihren Schwestern verzweifelt. Margaret, die älteste Schwester soll den sehr viel älteren Earl of Fellonshire heiraten. Die wichtigsten Gründe dafür sind ...

Lady Gwen, jüngste Tochter von Lord Gavin, ist mit ihren Schwestern verzweifelt. Margaret, die älteste Schwester soll den sehr viel älteren Earl of Fellonshire heiraten. Die wichtigsten Gründe dafür sind politischer Natur. Der Vater verspricht sich durch die Verbindung politische Sicherheit und Stabilität für die Region und für die dort lebenden Menschen. Jedoch ist der Earl schon sehr viel älter als Margaret und sie hofft auch auf einen Kandidaten, in den sie sich verlieben kann. Gwen, die sehr viel impulsiver und selbstbewusster als ihre Schwestern ist, will aus diesen Gründen die Hochzeit um jeden Fall verhindern. Dazu ersinnt sie einen waghalsigen Plan in der Hoffnung, dass der Earl Margaret dann einfach nicht mehr will. Doch es klappt nicht alles so, wie sie es sich gedacht hatte. Im Gegenteil, es kommt sogar heraus, dass sie die Verursacherin des Desasters war. Plötzlich ist sie diejenige die den Earl heiraten soll und sie weiß nicht, wie sie dieser Situation entkommen soll.

Gerade die für damalige Verhältnisse unkonventionelle und natürliche Art von Gwen machen das Buch so lesenswert. Mit ihrer Natürlichkeit und Unverblümtheit habe ich sie direkt in mein Herz geschlossen. Klar, es gab Momente, da konnte ich bei ihrer Naivität nur mit dem Kopf schütteln. Aber das wiederum führte dann eben auch zu wirklich merkwürdigen und komischen Situationen. Durch den angenehmen und lockeren Schreibstil liest sich das Buch in einem Rutsch weg.
Ein tolles Buch mit einem wunderbaren
Unterhaltenswert, welches ich sehr gerne empfehle und verdiente vier Lesesterne vergebe.

Veröffentlicht am 15.04.2018

Mordsfinale in Greetsiel mit Hoffnung auf mehr

Mordsfinale. Ostfrieslandkrimi
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Edith und Hark von der dynamischen Rentnergang aus Greetsiel sind glücklich und zufrieden. Endlich hat es mit dem ersehnten Platz in der Seniorenresidenz "Haus Friesenglück" geklappt. Beide haben den Einzug ...

Edith und Hark von der dynamischen Rentnergang aus Greetsiel sind glücklich und zufrieden. Endlich hat es mit dem ersehnten Platz in der Seniorenresidenz "Haus Friesenglück" geklappt. Beide haben den Einzug geschafft und genießen den Abend. In der abendlichen Stille werden sie durch laute Schreie, einem dumpfen Schlag und lautes Poltern an der Wand zum Nachbarzimmer erschreckt. Die alarmierte Hausdame betritt die Nachbarwohnung und alarmiert sofort den Arzt. Dieser stellt nach einer kurzen Untersuchung fest, es kann sich nur um Selbstmord handeln und ordnet den sofortigen Abtransport der Leiche an. Das geht Edith und Hark zu schnell. Per Telefon verständigen sie ihre Freunde Frido und Magda, die ihrerseits sofort Tammo Anders und Fenna Stern von der Kripo Greetsiel informieren. Denen ist schnell klar, hier stimmt so einiges nicht. Je tiefer sie im Haus Friesenglück nach Spuren suchen, umso offensichtlicher wird, hier treibt jemand ein böses Spiel, denn der Tod der alten Dame ist offensichtlich nicht der einzige ungeklärte Todesfall.

Dieses Mal lässt Ulrike Busch ihre Ermittler in einer Seniorenresidenz tätig werden. Das ist ein Thema, mit dem wir uns alle früher oder später auseinandersetzen müssen. In dem Fall war es dann auch ganz besonders interessant, wie schwer es ist, in einer guten Einrichtung einen Platz zu bekommen. Und freie Plätze gibt es eben nur dann, wenn jemand verstirbt. Ulrike Busch hat hier ein mögliches Szenarium interessant und spannend umgesetzt. Dabei bleibt der Humor nicht auf der Strecke. Da ich ja bereits das fünfte Mal zu Besuch in Greetsiel weilte, war es wieder eine besondere Freude alle alten Bekannten zu treffen. Auch bei den Protagonisten geht das Leben weiter und so freut es mich besonders, dass die Hochzeit von Tammo und Fenna kurz bevorsteht. Nur das Thema der Hochzeitsreise, eine besondere Überraschung für Tammo, bleibt für den Leser offen und lässt nur allzugern auf einen weiteren Ausflug nach Greetsiel mit Tammo und Fenna hoffen.

Für mich war auch dieser unblutige, aber dafür wieder wunderbar unterhaltsame Krimi von Ulrike Busch ein Hochgenuss. Mit viel Abwechslung und Spannung lässt sie ihre Protagonistin agieren. Auch die Nebenschauplätze und Figuren sind anschaulich und lassen einem beim Lesen direkt dabei sein.

Von mir gibt es eine ausgesprochene Leseempfehlung, auch für die vorangegangenen Bücher und verdiente fünf Lesesterne.

Veröffentlicht am 10.04.2018

Spannender Rügenkrimi mit ernstem Hintergrund

Wer ohne Schuld ist
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Anna Schwanitz will die Chance, die sich geboten hatte, auch nutzen. Sie möchte als Hoteldirektorin des Grandhotel "Bellevue" auf Rügen wieder zu altem Glanz verhelfen und vor allem aus den roten Zahlen ...

Anna Schwanitz will die Chance, die sich geboten hatte, auch nutzen. Sie möchte als Hoteldirektorin des Grandhotel "Bellevue" auf Rügen wieder zu altem Glanz verhelfen und vor allem aus den roten Zahlen bringen.

Voller Zuversicht macht sie jeden Morgen ihren Rundgang und hat so viele Ideen um das gesteckte Ziel zu erreichen. Jedoch gibt es einige kleinere Haken. Der Altbesitzer des Hotels hat lebenslanges Wohnrecht im Haus und funkt ihr mit seinen Freunden jeden Tag dazwischen. Doch dann ertrinkt beim großen traditionellen Saison-Anbaden einer dieser Alt-Hoteliers. Nur kurze Zeit später stürzt die junge Journalistin Mia Rösler vom Dachterasse des Bellevue. Kurz zuvor hatte sie noch verkündet, einem großen Geheimnis auf der Spur zu sein und alles öffentlich zu machen.

Anna Schwanitz ahnt Schlimmes und es wird noch viel katastrophaler. Die Berichterstattung über das Hotel ist verheerend, es werden immer mehr Zimmer storniert. Um die drohende Insolvenz des Hauses zu verhindern, versucht Anna selbst zu ermitteln.

Schon beim Lesen merkt man, es gibt bereits einen ersten Fall um und mit Anna Schwanitz. Gestört hat es mich nicht, im Gegenteil, ich bin mir sicher, diesen werde ich auf jeden Fall auch lesen. Interessant an diesem Buch fand ich, dass die Autorin sich mit einem Thema befasst, über das kaum jemand etwas weiß. Bei der Aktion "Rose" die im Februar 1953 auf Rügen stattfand und sich mit der Enteignung der Hotel- und Pensionsbesitzer befasste, geschah viel Unrecht. Was ist damals genau geschehen? Haben die Alteigentümer die Häuser wieder zurück bekommen? Wer war der Verräter, der damals alle irgendwie ans Messer geliefert hatte?

Spannend und vor allem interessant fand ich diesen Krimi. Der Autorin gelingt es den aufgebauten Spannungsbogen beizubehalten und vor allem zu steigern. Ich war von diesem Krimi begeistert, vor allem von der Protagonistin und werde auf jeden Fall auch den ersten Fall von Anna Schwanitz lesen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und verdiente vier Lesesterne.

Veröffentlicht am 09.04.2018

Tolle Ermittlerin

Das Mädchen am Strand
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Lena Lorenzen hat sich ein paar Tage frei genommen. Diese möchte sie auf Amrum gemeinsam mit Erck, ihrer gerade erst wieder gefundenen Jugendliebe verbringen. Da erreicht sie ein Anruf von ihrem Chef. ...

Lena Lorenzen hat sich ein paar Tage frei genommen. Diese möchte sie auf Amrum gemeinsam mit Erck, ihrer gerade erst wieder gefundenen Jugendliebe verbringen. Da erreicht sie ein Anruf von ihrem Chef. Er bittet sie, sich trotz ihrer freien Tage um den Fall der verschwundenen 14jährigen Maria Logener zu kümmern. Eigentlich ist das nicht ein Fall für das LKA, aber der Fall wäre von höherer Brisanz, da die Eltern von Maria einer ultrareligiösen Freikirche angehören.

Zwei Tage später wird Maria am Strand mit aufgeschnittenen Pulsadern tot aufgefunden. Für die örtliche Polizei ist klar, es muss sich um Suizid handeln. Lena hat da ihre Zweifel und beginnt zusammen mit ihrem Kollegen Johann Grassman zu ermitteln. Viele Aspekte sind unklar. Maria wurde von ihrer Schwester als vermisst gemeldet, nicht von ihren Eltern. Diese verhalten sich beim ersten Gespräch äußerst unkooperativ, halten aber einen Selbstmord ihrer Tochter für ausgeschlossen. Je mehr die Kommissare versuchen in das Leben von Lena einzudringen, umso tiefer werden die Geheimnisse um Lena und auch um die Gemeinschaft der Freikirche. Auch die Mitschüler und die Bewohner des Ortes verschweigen so einiges und versuchen viele Dinge unter den Tisch zu kehren.
Mir hat dieser Krimi unwahrscheinlich gut gefallen. Das lag zum Einen daran, dass mir die ermittelnde Kommissarin Lena Lorenzen ungemein sympathisch war. Sie ließ sich bei ihren Ermittlungen niemals die Zügel aus der Hand nehmen und verstand es gut, sich durchzusetzen. Zum Anderen wurde aber auch bei ihr klar, dass sie nicht nur Polizisten ist, sondern auch ein Privatleben mit eigenen Problemen hat. Das machte sie in meinen Augen sehr menschlich. Nicht nur die gerade erst wieder gewonnene Jugendliebe und ihre Bedenken, wie es mit Erck weiter gehen soll, sondern auch ihr schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater, zu dem sie vor Jahren den Kontakt abgebrochen hat.

Zusätzlich zog sich durch dieses Buch eine durchgehende Spannung, die es einem schwer machte, das Buch aus der Hand zu legen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.