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Veröffentlicht am 23.05.2017

Mörderisches Ostfriesland

Mordskuss. Ostfrieslandkrimi
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Tammo Anders und Fenna Stern sind in ein gemeinsames Büro gezogen. Tammo überlegt sich gerade, wie er mit den Frotzeleien der Kollegen über eine mögliche Beziehung zu Fenna zurechtkommen soll, da kommt ...

Tammo Anders und Fenna Stern sind in ein gemeinsames Büro gezogen. Tammo überlegt sich gerade, wie er mit den Frotzeleien der Kollegen über eine mögliche Beziehung zu Fenna zurechtkommen soll, da kommt die Mitteilung über einen Leichenfund am Pilsumer Leuchtturm gerade recht. Beide stürzen sich in diesen neuen Fall, der ein wenig ungewöhnlich ist. Die junge Frau, die gefunden wurde, logierte im nahegelegenen Hotel Friesenliebe. Dieses Hotel ist schon etwas Besonderes. Hier treffen sich Paare, die sich über eine Partnervermittlung kennengelernt haben und können so gleich prüfen, ob sie zusammenpassen. Offensichtlich hat irgendetwas nicht gepasst, sonst hätte es ja nicht das erste Opfer gegeben.
Es macht Spaß die beiden Ermittler im eigentlich beschaulichen Ostfriesland wieder zu begleiten. Da ich beide Protagonisten bereits durch ihren ersten Fall kannte, war es besonders schön zu erleben, wie sich die Beziehung zwischen ihnen beiden entwickelt hat. Tammo hat ja schon Interesse an Fenna und auch bei ihr ist zu erkennen, sie ist nicht abgeneigt. Aber es ist eben nicht so einfach seine Gefühle offen zu legen, wenn die Kollegen immer dabei sind und genau beobachten.
Schön fand ich auch, dass viele Bekannte, aus früheren Büchern unverhofft mit auftauchen. Nicht nur Onkel Frido, der im Kommissariat ein und ausgeht, auch die sympathische Journalistin Kaya Witt aus "Der blaue Stern" vermutet in diesem Mordfall die ganz heiße Story und mischt ordentlich in dem Fall mit.
Letztlich ist es Ulrike Busch auch mit diesem unterhaltsamen Krimi wieder gelungen mich ausgezeichnet zu unterhalten. Diese zwischenmenschlichen Beziehungen, die auf einem Dorf doch ganz anders sind als in der Stadt werden wunderbar dargestellt. Es gibt eine bunte Mischung verschiedener Charaktere, einige von denen hätten durchaus ein Mordmotiv. Und doch habe ich bis zum Ende nicht geahnt, wer und vor allem warum der Täter so gehandelt hatte. Mit viel Spannung und vor allem auch hier wieder mit viel Humor gefiel mir dieser Krimi von Ulrike Busch wieder ausgezeichnet. Es gibt eine unbedingte Leseempfehlung nicht nur für dieses Buch, sondern auch für alle ihre anderen Bücher. Es lohnt sich in jedem Fall. Ich vergebe verdiente fünf Lesesterne.

Veröffentlicht am 02.05.2017

Der dritte Fall um Carlotta Fiore

Die unbekannte Schwester
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Das persönliche Schicksal von Carlotta Fiore nimmt auch in diesem Buch wieder einen großen Raum ein. Sie wurde als Kind von der Operndiva Maria Fiore entführt und als deren Kind ausgegeben. Viel um die ...

Das persönliche Schicksal von Carlotta Fiore nimmt auch in diesem Buch wieder einen großen Raum ein. Sie wurde als Kind von der Operndiva Maria Fiore entführt und als deren Kind ausgegeben. Viel um die persönliche Geschichte von Carlotta konnte ich bereits in den ersten beiden Bänden erfahren.

Neu ist, dass sie jetzt mit ihrem leiblichen Vater gemeinsam in der Kripo ermitteln darf. Der erste Todesfall zu dem sie gerufen werden wird als normaler Selbstmord eingestuft. Jedoch Carlotta findet auf dem Tisch in der Wohnung des Toten einen Zettel mit ihrem Namen und dem Datum ihrer Entführung. Sie vermutet zu Recht mehr dahinter und versucht gemeinsam mit ihrem Vater Konrad Fürst in diesem Fall zu ermitteln. Erschwert wird ihre Arbeit durch ihre Kollegen, die nicht verstehen können, warum sie bei der Polizei eingestellt wurde.

In diesem Fall dreht sich im Grunde alles um Carlotta Fiore und ihre persönliche Geschichte. Viel, von dem was ich bereits wusste, wurde in kurzen Abschnitten wieder mit in die Geschichte eingebaut. Für diejenigen, die die Vorgeschichte nicht kannten, sehr hilfreich, mir war es mitunter zu viel an Wiederholungen. Zum Glück gibt es den aktuellen Fall, der sich dann natürlich auch um ihre ungewöhnliche Familie dreht. Man könnte fast den Eindruck haben in Wien dreht sich alles um Maria Fiore und ihre Tochter Carlotta.

Auch in diesem Buch handelt Carlotta als Protagonistin phasenweise völlig planlos und unkontrolliert. Sie besucht eine Therapeutin um ihre Angstzustände behandeln zu lassen, unterschlägt aber wesentliche Dinge im Therapiegespräch. Sie agiert mitunter gegen jede Regeln, so dass man beim Lesen nur mit dem Kopf schütteln kann. Die persönliche Beziehung zu ihrem Mann Hannes, den sie belügt und wesentliche Dinge verschweigt, werden immer schwieriger. Warum sie so agiert und die Menschen, die ihr wirklich wichtig sind, vor den Kopf stößt, habe ich nicht verstanden.

Letztlich bewegt sich ab einem bestimmten Punkt die Story doch extrem spannend vorwärts. Es gibt ein spannendes Finale und ein Ende, mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Ich vergebe für dieses Buch drei Lesesterne.

Veröffentlicht am 02.05.2017

Familiengeschichte mit Geheimnis

Ein Versprechen aus Liebe
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Die sechzigjährige Evie lebt seit dem Tod ihres Mannes allein in ihrem Bootshaus im malerischen Dartmouth. Von ihrem Mann hat sie zusätzlich eine prachtvolle Villa geerbt. Diese wird eigentlich immer dem ...

Die sechzigjährige Evie lebt seit dem Tod ihres Mannes allein in ihrem Bootshaus im malerischen Dartmouth. Von ihrem Mann hat sie zusätzlich eine prachtvolle Villa geerbt. Diese wird eigentlich immer dem ältesten Sohn vererbt, damit diese im Familienbesitz bleibt. Evie ist jedoch die zweite Ehefrau von Thomas David Fortescue - TDF - so nannten ihn alle. Keiner kann verstehen, warum er seinem Sohn dieses Haus vorenthalten hat. Und doch muss es einen Grund dafür geben. Das Verhältnis zwischen Evie und Charlie, dem Sohn von TDF ist ausgesprochen harmonisch. Warum hatte TDF so entschieden?
Es ist ein besonderes Frühjahr als Evie, Claude der gute alte Freund von TDF, Charlie und Ben zusammen unterwegs sind. Alles ist so harmonisch, man versteht sich gut und gemeinsam haben sie viel Spaß miteinander. Zum Glück ist Ange, die Frau von Charlie bereits zu ihren Eltern gefahren, ansonsten wäre diese Woche gänzlich anders verlaufen. Dann hätte Charlie wahrscheinlich auch niemals Jemima getroffen und sich nicht Hals über Kopf in sie verliebt. Letztendlich ist ihm als Sohn genau dasselbe passiert, wie damals seinem Vater, als der sich so in Evie verliebt hatte.
Dieses Buch beeindruckt durch die Lebendigkeit und Wärme innerhalb dieser Familie. Es machte mir viel Freude zu lesen, wie angenehm der Umgang und auch die Toleranz innerhalb der Familie ist. Und doch gibt es da diese Ungewissheit, dass vor vielen Jahren bei der Erbfolge ein Fehler gemacht wurde. Evie hat von ihrem Mann sozusagen den testamentarischen Auftrag bekommen, dieses Versäumnis wieder zu richten.
Sicher es gibt auch innerhalb der Familie diese Störenfriede, die Angst um das Eigentum und spätere Erbe haben. Ganz besonders fällt dabei Ange, die Frau von Charlie auf. Sie ist so gut charakterisiert, dass man sie schon beim Lesen als unangenehme Person empfindet und sie überhaupt nicht mag. Umso sympathischer und menschlicher ist dafür Evie, die durch ihre besonnene und ruhige Art, gut mit Konflikten umgehen kann und überaus geeignet ist, dieses Problem aus der Welt zu schaffen.
Sehr, sehr gerne empfehle ich dieses Buch weiter. Diese Familiengeschichte aus der heutigen Zeit, mit Konflikten, wie sie in jeder Familie vorkommen, ist überaus angenehm zu lesen. Je mehr man von der Familie weiß, umso mehr fiebert man zum Ende hin mit.
Von mir gibt es für dieses wunderbare Buch verdiente fünf Lesesterne und eine Leseempfehlung an alle, die solche Geschichten mögen.

Veröffentlicht am 01.05.2017

Unheimlich und bedrückend

Was du nicht siehst
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Elisabeth Günther, genannt Liz, hatte keine leichte Kindheit. Die Krankheit und der frühe Tod der Mutter haben sie traumatisiert. Dazu kommt noch ihre extreme Angst vor Nachtfaltern. Ob diese Ängste dazu ...

Elisabeth Günther, genannt Liz, hatte keine leichte Kindheit. Die Krankheit und der frühe Tod der Mutter haben sie traumatisiert. Dazu kommt noch ihre extreme Angst vor Nachtfaltern. Ob diese Ängste dazu führen, dass sie selbst Kinder- und Jugendpsychologin geworden ist, erfährt man nicht. Sie ist überaus erfolgreich und in der Lage den hilfesuchenden Menschen zu helfen. Und doch holen sie eines Tages ihre Ängste wieder ein. In ihrer Wohnung tauchen plötzlich wieder diese Nachtfalter auf. Dieses Flattern der Falter, ihr unkontrolliertes Fliegen gegen die Fenster, lassen die Ängste von damals wieder auferstehen. Auch das sie merkwürdige Briefe erhält, die dann plötzlich aus der Wohnung wieder verschwunden sind, macht die Situation nicht leichter. Es geschehen in kurzer Zeit immer mehr mysteriöse Dinge, die sie sich nicht erklären kann. Ein Toter, der in ihrer unmittelbaren Nähe gefunden wird, der Hund auf den sie aufpassen soll, verschwindet aus der Wohnung. Sie kann sich das alles nicht erklären. Hat vielleicht Hans Petersen, der gerade entlassene Sträfling in ihrer Nachbarschaft damit zu tun?

Leonie Haubrich ist es auch mit diesem Buch wieder gelungen, dass der Leser sich komplett in der Situation und den Ängsten von Liz wiederfindet. Mit einer unglaublichen Intension werden die Gefühle der Protagonistin so anschaulich beschrieben, dass ich diese fast selbst erleben könnte. Und doch kommen da auch Zweifel beim Lesen, vielleicht ist es ja doch alles nur Einbildung? Die Verunsicherung ist groß. Das Buch ist komplett aus der Sicht von Liz geschrieben. So konnte ich umso mehr die Ängste, die anwachsende Panik und auch ihre Hilflosigkeit nachvollziehen. Interessant fand ich auch die Vorgehensweise der Autorin, in dem sie uns abwechselnd die aktuellen Ereignisse und die zurückliegenden Geschehnisse erleben lies. Dadurch verstärkte sich die Spannung zusätzlich.
Beängstigend und geradezu unheimlich beschreibt die Autorin die Phobie der Protagonistin vor den Nachtfaltern, die sogar Panikattacken erleidet beim geringsten Anzeichen auf Nachtfalter. Die Worte sind so intensiv, dass ich beim Lesen selbst Angst vor diesen Faltern bekam.

Leonie Haubrich ist eine großartige Erzählerin. Wieder ist es ihr gelungen mich mit ihrem Buch absolut zu fesseln. Von mir gibt es dafür eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

Veröffentlicht am 11.04.2017

Spannend und doch anders als ich dachte

Das Mädchen im Dunkeln
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Als Dr. Karen Browning ihre Patientin Jessica kennenlernt, hat sie gleich ein merkwürdiges, beunruhigendes und vor allem ein ungutes Gefühl. Ihre Aussage "sie können mich nicht wieder hinkriegen" mit einem ...

Als Dr. Karen Browning ihre Patientin Jessica kennenlernt, hat sie gleich ein merkwürdiges, beunruhigendes und vor allem ein ungutes Gefühl. Ihre Aussage "sie können mich nicht wieder hinkriegen" mit einem geradezu bösartigen aggressiven Unterton verstärkt das Gefühl umso mehr. Dieses verstärkt sich umso mehr, als Jessica ihr von ihrem Verhältnis zu einem verheirateten Mann erzählt.

Und wir lernen die beiden Freundinnen von Karen kennen. Eleanor, die gerade Mutter von Noah geworden ist und sich auch noch um Toby, ihrem älteren Sohn, kümmert. Sie scheint mit Haushalt und Kinderpflege extrem überfordert. Bea als dritte um Bunde, trägt ein traumatisches Erlebnis mit sich, welches sie scheinbar nie überwunden hat. Das Verhältnis von Karen zu ihren Freundinnen ist für sie etwas ganz Besonderes. Alle drei kennen sich bereits seit der Schulzeit und sind immer noch sehr eng befreundet. Und doch macht Karen sich Sorgen um beide. Verstärkt wird die Besorgnis durch ihre Patientin, bei der sie das Gefühl hat - sie will ihnen alles etwas Böses.

Erzählt wird das Ganze immer aus der Sicht der jeweiligen Protagonistin. Durch den Perspektivwechsel erfahren wir von merkwürdigen Begebenheiten die den Freundinnen passieren. Eine Bedrohung wird immer deutlicher, aber woher? Wer will den Frauen Schaden zufügen und warum? Mit psychologischer Raffinesse wird die Spannung von Kapitel zu Kapitel gesteigert. Je weiter fortgeschritten die Handlung, umso klarer wird, wie jemand die Freundinnen manipuliert, gegeneinander ausspielt und für seine Zwecke benutzt.
Wie es endet, sowie die Auflösung des ganzen Falles hat mich sehr überrascht. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Insgesamt war dieser Thriller eher einer der ruhigeren, unblutigeren Art. Vielmehr fasziniert er durch die Intrigen und Geheimnisse der Protagonisten und das Geschehen drum herum.

Schlecht fand ich die vielen Schreibfehler im Buch, das war schon sehr auffällig. Trotzdem kann ich dieses spannende Buch auf jeden Fall weiterempfehlen und vergebe verdiente 4 Lesesterne.