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Veröffentlicht am 27.03.2018

Über:falsche Fährten, Himelhochjauchzend und zu Tode betrübt, Katz und Maus-Spiel

Ostseerache
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Ostsee. Vergangenheit. Alter Mordfall. Neuer Mordfall.
Flora kommt nach einigen Jahren zurück in ihr Heimatdorf und wird nicht mit offenen Armen empfangen. Eine alte Geschichte die ihr nachgesagt wird. ...

Ostsee. Vergangenheit. Alter Mordfall. Neuer Mordfall.
Flora kommt nach einigen Jahren zurück in ihr Heimatdorf und wird nicht mit offenen Armen empfangen. Eine alte Geschichte die ihr nachgesagt wird. Doch stimmen die alten Behauptungen!? Und dann noch ein neuer Mord im kleinen beschaulichen Ort. Wenn es nach den Einwohner des kleinen Ostsee- Bauern-Dorfes geht, liegt es auf der Hand, wer der Mörder ist. Dennoch hüllen sich alle in Schweigen und verstecken sich hinter ihren Toren des kleinen Dorfes unweit der Ostsee.
Pia Korritkis Möglichkeit zwei Fälle zu lösen. Verknüpfte Stories oder doch zwei völlig unterschiedliche Morde?

Der bereits dreizehnte Fall von Pia Korritki ist erneut lesenswert, nicht zuletzt weil Pia eine moderne normale junge Frau und Mutter verkörpert, die die Verbindung zwischen Familie und Job versucht erfolgreich zu meistern.

Der Mord an einer jungen Frau scheint vorerst eher unspektakulär, denn erst der Hintergrund und die Verknüpfung zu einem alten Fall von vor 12 Jahren macht es interessant zu kombinieren und selbst zu ermitteln. Einige Handlungen des Buches scheinen anfänglich sofort "enttarnt" zu sein, andere falsche Fährten machen Kopfzerbrechen und sind merkwürdig inszeniert. Man fragt sich des Öfteren "was soll das denn jetzt?", denn diese kleinen Wegirritationen werden nicht weiter verfolgt. Trotzdem bleibt man dran am Fall und muss dauernd wissen, was wohl weiter passiert.
Neben dem Ermitteln wird das Privatleben von Pia Korritki dargestellt. Sie lebt, liebt, leidet, wird mit allen Facetten Frau- und Muttersein konfrontiert. Hier scheint mir die Story zu extrem wie schmal der Grad zwischen Himmelhochzauchend und zu Tode betrübt sein kann. Oder macht es das gerade aus? Die Autorin wird sich hierzu den roten Faden bereits gesponnen haben.

Der Schluss spannend und spektakulär beschrieben, die Fälle erfolgreich gelöst und das Privatleben zumindest so ergreifend traurig geschildert, dass man wissen möchte, wie es denn weitergeht im nächsten Band.

Was mich gestoert hat, ist das Katz und Mausspiel mit Feind Lohse , der im Knast-sitzend solchen Einfluss auf das Privatleben von Frau Korritki nimmt, dass man leicht Kopfschüttelnd und Naserümpfend denkt: "ok, wozu soll das jetzt gut sein?" Ich bin mir sicher das Frau Almstaedt weiß wozu das gut sein soll, denn sicherlich wird uns Herr Lohse bald wieder begegnen.

Eva Almastaedts Krimis haben Wiedererkennungswert, lesen sich hervorragend und fliegend schnell, sind authentisch (mit kleinen Ausnahmen), norddeutsch Ostsee-nah und sind reich an unterschiedlichen Figuren und Charakteren.
Wenngleich dieses Buch mir nicht sooooo sonderlich zugesagt hat und die vergangenen Bände weitaus mehr Lesefieber ausgelöst haben, kann ich jedem Bücher- und Krimifan die Krimireihe von Eva Almstaedt ans Herz legen. Ich persönlich würde jedoch jedem Interessierten empfehlen bei Band 1 zu beginnen.