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Veröffentlicht am 03.07.2019

Auf der Spur des Nachtbringers

Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis
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Positiv:

Der dritte Teil der Reihe rund um Elias, Laia und Helena hat eine wunderbare Mischung aus Romantik, Spannung, Magie, alten Prophezeiungen und actionreichen Szenen. Sabaa Tahir hat es mal wieder ...

Positiv:

Der dritte Teil der Reihe rund um Elias, Laia und Helena hat eine wunderbare Mischung aus Romantik, Spannung, Magie, alten Prophezeiungen und actionreichen Szenen. Sabaa Tahir hat es mal wieder geschafft mich mit ihrem wunderbaren Schreibstil in die komplexe und detailreiche Welt des Martialenimperiums zu zaubern. Elias muss sich nun voll und ganz in Zwischenstatt einbringen und seinem Schicksal des Seelenfängers nachgeben, während Laia verzweifelt versucht den Nachtbringer aufzuhalten und der Blutgreif Helena schwer mit der Kommandatin und dem Imperator Marcus zu kämpfen hat. Drei völlig unterschiedliche Geschichtsstränge, die am Ende alle zusammenführen und sich in einem fulminanten Finale bündeln. Zahlreiche unerwartete Geheimnisse werden gelüftet und neue Charaktere (wie Musa) eingeführt. Beeindruckend finde ich es, wie es die Autorin es schafft jeden einzelnen Charakter einzigartig und vielschichtig zu zeichnen, ohne dabei den Fokus zu verlieren. Genau diese Fähigkeit macht den Charme des Buches aus. Besonders ist mir hierbei Helena ans Herz gewachsen. Ich konnte mich gut in sie und ihre Gefühle hineinversetzen und habe sie für ihr gutes Herz in meines geschlossen. Für mich ist sie der Star in diesem Teil. Sehr passend finde ich es auch, wie Sabaa Tahir es schafft, romantische und prickelnde Szenen einzubauen ohne, dass diese kitschig oder überladen wirken. Da kann sich so manch andere/r AutorIn eine Scheibe von abschneiden! Ein besonders großes Lob geht von mir an die Entwicklung der Charaktere und ihre magischen Fähigkeiten. Mit jedem Kapitel merkt man wie sich die einzelnen Protagonisten in positive oder negative Richtungen entwickeln und sich ihr Charakter „formt“. Selbst Nebencharaktere kriegen Platz für ihre Geschichten, Auftritte und Hintergründe, und zwar so, dass man selbst mit dem größten Antagonist sympathisiert. Trotz der sehr komplexen, einzigartigen und detailverliebten Welt, hatte ich nie das Gefühl „überschüttet“ zu werden. Positiv erwähnenswert ist hierbei die Innengestaltung des Buches, die zum Teil zur Orientierung der Geschichte hilfreich war. Das Ende war eine geballte Ladung Action und Spannung, gepaart mit einem miesen Cliffhanger, der einen mit Fragen und Ideen für den nächsten Teil zurück lässt.


Negativ:

Der Anfang der Geschichte war leider etwas schwerfällig. Mir fiel es durch den langen Zeitraum zwischen dem zweiten und dritten Band sehr schwer in die Geschichte zu kommen. Ich hätte mir an mancher Stelle auch ein Personenverzeichnis gewünscht, weil dies den Einstieg, aber auch die Erinnerung an bestimmte Charaktere erleichtert hätte. Ich muss auch zugeben, dass sich der Geschichtsstrang rund um Elias etwas zog. Dadurch, dass er selber nicht wusste in welche „Welt“ er gehörte, hatte ich den Eindruck, dass ich selber auch „umherschwamm“ und Schwierigkeiten hatte anzudocken. Das war schade, weil seine Geschichte und seine Rolle als Seelenfänger elementar für die Geschichte war.

Fazit:

Ein toller dritter Band einer einzigartigen Reihe mit minimalen Kritikpunkten! Ohne die Vorgängerbände gelesen zu haben, würde ich die Bücher allerdings nicht lesen.

Veröffentlicht am 03.10.2018

Liebesgeschichte im Märchen-Kleid

Cinder & Ella
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Der Inhalt...

Bücherverrückt, hübsch, charismatisch, beliebt – so hätte sich Ella bestimmt früher betitelt. Doch seit einem tragischen Unfall, bei dem ihre Mutter starb, ist alles anders. Ella zieht zu ...

Der Inhalt...

Bücherverrückt, hübsch, charismatisch, beliebt – so hätte sich Ella bestimmt früher betitelt. Doch seit einem tragischen Unfall, bei dem ihre Mutter starb, ist alles anders. Ella zieht zu ihrem Vater und dessen neuer Familie in einen anderen Bundesstaat, weit weg von ihren Freunden, ihrem alten Leben und ihren Büchern. Der einzige Lichtblick: Cinder, Ellas Internetbekanntschaft. Die beiden haben sich durch ihren Buch-Blog kennen- und lieben gelernt. Cinder macht Ellas erste Zeit an der neuen Schule halbwegs erträglicher. Doch dann kommt alles anders als geplant und das Chaos nimmt seinen Lauf...

Meine Meinung...

Angelehnt an das Märchen Aschenputtel entführt uns Kelly Oram in die Welt von Ella. Ella ist seit einem Unfall mit Narben übersäht und muss an einem Gehstock geklammert laufen, um sich überhaupt auf den Beinen halten zu können. Mir hat Ella vor allem zu Anfang sehr gut gefallen. Ella wirkte nach Außen hin tough, unnahbar und kühl. Sie hat trotz ihrer tragischen Vergangenheit nicht den Kampfgeist und ihren Humor verloren. Man merkt natürlich schnell, dass hinter ihrer coolen Fassade, ein gebrochener Mensch steckt. Und genau DAS machte Ella in meinen Augen so authentisch und real. Ella muss mit vielen Veränderungen umgehen: Da haben wir zunächst ihren Vater aka „Ich-hab-mich-vor-Jahren-aus-dem-Staub-gemacht“. Im ersten Moment hat man wenig Sympathien für ihn. In mir drinnen brodelte das Wort „Rabenvater“, das unbedingt ausgesprochen werden wollte, doch halt – man sollte bei Ellas Dad nicht zu schnell urteilen, vor allem weil er sich sichtlich Mühe gab, seine Fehler wieder gut zu machen. Seine beiden Stieftöchter Juliette und Ana konnte man zunächst mit einem Wort beschreiben: Grässlich! Zwei verzogene, oberflächliche und zickige Mädchen, die hübsch und beliebt waren und die gesamte Schule unter Kontrolle hatten. Doch auch hier lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen... Mit Jennifer, der neuen Ehefrau von Ellas Vater bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Ich fand, dass sie zu viel Raum in der Geschichte eingenommen hat. Vor allem ihre tragische „Storytime“ am Ende, fand ich leider zu viel des Guten und schlichtweg unnötig. Ich schätze da wollte Kelly Oram noch ein wenig Drama mit ins Buch bringen – bei mir vergebens. Da hätte ich mir lieber noch einen stärkeren Blick auf die Stiefschwestern oder Kaylee gewünscht. Apropos Kaylee: Das blonde und machtgierige Sternchen vom roten Teppich hat ja für ordentlich Wirbel in der Geschichte gesorgt. Puh! Ich glaube, wenn ich so eine Kaylee in meinem Leben hätte würde ich schnellstens die Biege machen! Der arme Cinder tat mir ganz schon leid, wie er unter ihren Fittichen (und denen des Managements) stand... Wo wir auch beim zweitwichtigsten Charakter angekommen wären: Cinder. Oder eher Brian. Ich mochte ihn ab dem ersten Moment an! Ich gebe es ungern zu, aber ich mag männliche Buchcharaktere, die ein großes Ego haben und Sprüche klopfen. Mal ehrlich, wer mag Männer mit Selbstbewusstsein denn nicht? Und wenn sie dann auch noch einfühlsam und emotional wie Brian sind. Hach! Ich mochte die Gespräche zwischen ihm und Ella wahnsinnig gerne. Sowohl bei den Telefonaten, als auch bei den Chats haben die Funken nur so gesprüht. Kelly Oram hat hier einen guten Job gemacht und eine schöne und knisternde Atmosphäre zwischen den beiden erschaffen. Auch wenn ich mir fast noch mehr solcher Gespräche gewünscht habe (vor allem per Chat und Mail - ich liebe Email-Romane!).

Mit manchen Charakteren bin ich leider nicht warm geworden: Rob war für mich ein wandelndes Störbild. Ich war mir nie so ganz sicher, ob man ihm trauen kann. Außerdem war ich irritiert darüber wie einfach er mit Ella auf die Freunschafts-Base gewechselt ist. Ich traue dem Braten immer noch nicht... Auch Vivian war so eine Nummer. Ihren Charakter fand ich außergewöhnlich und cool. Vivien war anders, knallig und tough. Vor allem fand ich es toll, dass sie Ella so unterstüzte und aus ihrer Komfortzone holte, aber die Freundschaft der beiden hat mir trotzdem etwas sauer aufgestoßen. Vielleicht interpretiere ich auch zu viel rein, aber ich finde die Message alá „Freak und Freak gesellt sich gerne“ unpassend. Ich hätte es passender gefunden, wenn Ella zunächst in den Freundeskreis der Stiefschwestern eingebunden worden wäre und dann Vivien kennengelernt hätte.

Die Anspielungen auf das Märchen Aschenputtel waren wirklich gelungen. Die Namen der Hauptprotagonisten, die „bösen“ Stiefschwestern, die Schuh-Szene – ein Hauch Cinderella war immer vorhanden und hat sich gut in die Geschichte eingefügt. Auch wurden viele Situationen im Buch sehr realitätsgetreu gezeigt. Das Auf und Ab von Ellas Gefühlen, die Situation in der Schule und die Hänselei ihrer Mitschüler, die Blicke... All das passiert alltäglich Millionen von Menschen, die nicht wie der „Durchschnitt“ aussehen und handeln und deswegen ausgegrenzt und geärgert werden. Ein wichtiges Thema das hier angesprochen und thematisiert wir.

Was mich minimal gestört hat waren die Phrasen, mit denen zum Teil um sich geworfen wurde. „Wahre Schönheit kommt von innen!“ oder „Du musst dich selber lieben, damit dich andere lieben können!“. Die Message ist ja wahr und richtig so, aber ich hätte mich gewünscht, dass das ganze etwas anders verpackt worden wäre, anstatt die schon x-Mal in anderen Büchern gelesenen Phrasen durchzukauen.

Das Fazit...

In den Grundzügen ist es eine süße und etwas andere Liebesgeschichte mit genau dem richtigen Maß an Märchen! Allerdings blieb mir das Buch etwas zu sehr an der Oberfläche und hat sich Phrasen und Stereotypen zu Nutze gemacht – auch wenn die Message dahinter gut gemeint und richtig ist. Da hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle allerdings mehr Innovation gewünscht.

Veröffentlicht am 21.07.2018

Alles was ich höre ist Arschloch

King of New York
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Der Inhalt...

Im Büro gibt der erfolgreiche Geschäftsmann Max King den Ton an. Zuhause hat allerdings seine frisch eingezogene 14-jährige Tochter Amanda die Hosen an. Für ein Leben außerhalb der Arbeit ...

Der Inhalt...

Im Büro gibt der erfolgreiche Geschäftsmann Max King den Ton an. Zuhause hat allerdings seine frisch eingezogene 14-jährige Tochter Amanda die Hosen an. Für ein Leben außerhalb der Arbeit und seiner kleinen Familie hat Max keine Zeit – für die Liebe erst recht nicht! Doch dann trifft er auf Harper, eine neue Angestellte in seiner Firma, die zufällig im selben Gebäude wohnt wie er. Immer wieder treffen sie aufeinander und merken schnell, dass es zwischen ihnen gewaltig funkt. Doch kann eine Beziehung zwischen Angestellten und Chef überhaupt funktionieren?

Meine Meinung...

Ich habe mich seit langem mal wieder für eine Leserunde beworben und war sehr gespannt auf das neue Werk aus dem Lyx-Verlag. Der Klappentext reizte mich sehr, da ich Büro-Liebeleien meist nicht abgeneigt bin, auch wenn ich zugeben muss, dass es auf den ersten Blick stark nach „Einheitsbrei“ klang. Was hab ich bekommen? Mal kurz überlegen... Achja! Eine bockige Teenagerin – pardon Frau - die gelegentlich zur heißen Sexgöttin und dann zum zickigen Kleinkind mutiert und einen machtgeilen Familienvater, der gern mal beim Sex die Neandertaler-Keule schwang.
Fangen wir doch mal mit jenem Familienvater an. Max scheint sehr liebevoll im Umgang mit seiner Familie (Schwestern) und vor allem seiner Tochter zu sein. Ich mochte die Vater-Tochter-Gespräche zwischen ihm und Amanda sehr. Überhaupt war Amandas offene Art und ihre charmanten Kuppel-Versuche ein kleiner Lichtblick im Buch. Ansonsten erfährt man von Max eigentlich kaum etwas. Eigentlich gibt es nur Szenen im Büro, bei denen er distanziert und eher kalt wirkt, Zuhause und – wer hätte das gedacht – beim Sex mit Harper. Dort merkt man schnell, dass Max gerne die Oberhand hat: Er knurrt, zerrt, drückt, befiehlt, manipuliert und lässt keine Widerworte zu. Sexy? Wohl kaum. Eher beängstigend. Tatsächlich wirkten manche Sexszenen genau aus diesem Grund weniger erotisch, sondern gleichen – in meinen sehr kritischen Augen bei diesem Thema - mehr einer Vergewaltigung. Auch die wenigen anfänglich liebevollen Szenen, enden damit, dass sie miteinander schlafen, und er Harper herumkommandiert. Und da haben wir sie auch schon: Harper. Unsere kleine bockige Harper, die jauchzend in ihren Vorurteilen, Klischees und Verurteilungen badet und sich pudelwohl und im Recht dabei fühlt. Harper war anstrengend. Sehr anstrengend. Seeeeehr anstrengend. Eigentlich hab ich mich die ganze Zeit gefragt, wie ein gestandener Mann wie Max, auf eine solche „Frau“ wie Harper abfährt. Das Schlimmste waren aber ihre voreiligen Schlüsse, die ihr Handeln stark beeinträchtigt haben. Aber gut. WENN die Geschichte wenigstens durch Einfallsreichtum hätte punkten können, hätte ich vielleicht bei Harper ein Auge zudrücken können. Doch was bekomme ich? Eine Story, wie schon tausendfach gelesen, mit einer Menge Zufällen, flachen Charakteren, kaum Humor und Liebesszenen, die zwar okay geschrieben sind, aber von der Vorgehens- und Sprachweise wenig ansprechend dargestellt wurden. Was hat sich die Autorin bei der ständigen Verwendung des Wortes „Arschloch“ bitte gedacht? Ist da bei der Übersetzung was schief gegangen? War das Absicht?
Ich erwarte in diesem Genre wahrlich kein Meisterwerk, aber ich habe schon die Hoffnung, dass ich eine Buch bekomme, dessen Story von hinten bis vorne nicht der totale Einheitsbrei ist. Zumal Themen, wie Harpers Beziehung zu ihrem Vater, die Spannung eingebracht hätten, nur im Sande verlaufen und schnell und unspektakulär abgefertigt werden. Auch das Ende ist einfach nur eine Katastrophe. Es reicht ja nicht nur, dass Max und Harper nach einem riesigen Drama (das letztendlich nur ein laues Lüftchen war), urplötzlich zueinander finden und alles toll und fröhlich ist – nein. Das „Glück“ der beiden findet auch noch einen weiteren Höhepunkt, den ich aber nicht nenne, da ich ungern spoilern möchte. Wenn ich ganz ehrlich bin, ärgert es mich, dass ich überhaupt meine Zeit mit diesem Buch vergeudet habe... Für mich war es eins der schlechtesten, die ich in diesem Genre gelesen habe!

Das Fazit...

Verschwende deine Zeit nicht und lies lieber ein gutes Buch! 1,5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 20.03.2018

Astronauten unter sich

Mein Sommer auf dem Mond
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Der Inhalt...

Ein Sommer auf Rügen – klingt nach einem tollen Urlaub? Nicht für Franziska – genannt Fritzi. Die muss nämlich ihren Sommer im Sonnenhof verbringen, einem Therapiezentrum für Kinder und ...

Der Inhalt...

Ein Sommer auf Rügen – klingt nach einem tollen Urlaub? Nicht für Franziska – genannt Fritzi. Die muss nämlich ihren Sommer im Sonnenhof verbringen, einem Therapiezentrum für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen. Also doch kein entspannter Urlaub! Vor allem nicht, als Fritzi ihre drei Mitinsassen auf der Station kennenlernt: Basti, der lässige Sprücheklopfer, Tim, der Sportler und Mädchenschwarm und Sarah, die schüchterne Träumerin. Alle Vier erleben einen Sommer, den sie so schnell nicht vergessen werden...

Meine Meinung...

Dies war mein erstes Buch von Popescu, auch wenn es bestimmt nicht mein Letztes gewesen sein wird! Da psychische Erkrankungen (leider) auch in meiner Familie aktuell sind, hat mich dieses Buch natürlich besonders gereizt. Mir war schon von Beginn an klar, dass das Thema nur oberflächlich behandelt werden kann, aber mehr habe ich von einem Jugendbuch auch nicht erwartet. Trotzdem finde ich, dass es Popescu gelungen ist ein sehr tiefgründiges und zugleich leichtes Buch zu schreiben, das einem das Thema psychische Erkrankungen ein Stück weit näher bringt.
Die Charaktere haben mich umgehauen! Vor allem Basti und seine frechen Underdog-Sprüche und seine Gedankenwelt haben es mir innerhalb von Sekunden angetan. Doch auch die kratzbürstige Fritzi und die anderen Astronauten der McFly waren wirklich toll gezeichnet. Auch wenn die Autorin hin und wieder mit Stereotypen spielt, schaffte sie es trotzdem eine einzigartige und mitreißende Geschichte zu schreiben. Ich muss dazu sagen, dass ich mich vor Beginn der Lektüre in einer kleinen Leseflaute befunden habe, doch dieses Buch hat es geschafft mich aufzuwecken und aus dieser Flaute zu katapultieren. Das schafft zum einen der tolle und schräge Nerd-Humor, zum anderen auch der Schreibstil, mit dem ich mich direkt heimelig auf Rügen gefühlt habe und meine Reiselust geweckt wurde. Auch, dass moderne Themen (z.B. soziale Medien) aufgegriffen und kritisch durchleuchtet wurden, hat mich positiv gestimmt. Generell haben viele Themen wie Vertrauen, Freundschaft, Liebe etc. in dem Buch Platz gefunden, ohne, dass es überladen wirkte. Grundsätzlich finde ich es auch gut, dass es in sich geschlossen ist und ein sehr offenes Ende hat, aber – und ja hier kommt leider ein aber – bleiben dadurch auch noch viele Fragen offen. Es mag Leute geben, die das gut finden, weil sie sich dann selber die weitere Geschichte ausmalen können... ich gehöre aber eher weniger dazu. Mich macht es ganz wuschig nicht zu wissen, was aus Isa und Fritzi wird, oder ob Bastian klar kommt, oder Tim sich seinen Freunden stellt. Man sieht schon: Tausend Fragen, die (leider) ungeklärt bleiben! Allerdings macht gerade das offene Ende die Geschichte gleich noch viel spannender und reizvoller – ich bin eindeutig in einem Zwiespalt! Auf jeden Fall gibt es dadurch Potenzial für einen zweiten Teil im Sonnenhof ;) Die Perspektive der Erzählenden fand ich gut gewählt. Zwar war es in einem Hinblick schade, weil ich mir zwischendurch gewünscht habe, auch Tims und Sarahs Sicht und ihre Gedanken näher kennen zu lernen, allerdings konnte man so auch, hinsichtlich ihrer Krankheit, Detektivarbeit leisten und munkeln, was die beiden wohl in den Sonnenhof trieb. Ein kleiner Kritikpunkt: Ich kann nicht genau sagen wieso, aber zum Ende hin ist die, sehr stark gestartete, Geschichte etwas abgeflaut, obwohl Sarah nochmal einen kleinen Höhepunkt (oder soll ich lieber Tiefpunkt sagen?) gesetzt hat, der einen hat tief durchatmen lassen.

Das Fazit...

Insgesamt ist „Mein Sommer auf dem Mond“ ein wirklich gelungenes und überraschend tiefgründiges Jugendbuch, mit tollen Charakteren und einem offenen Ende, das mich persönlich leider ein bisschen zwiegespalten zurücklässt. Trotzdem ein tolles Lesevergnügen!

Veröffentlicht am 01.02.2018

Apokalypse im Schnee

Wie Wölfe im Winter
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Der Inhalt...

Im tiefsten Schnee kämpft Lynn mit ihrer Familie in Yukons Einöde ums blanke Überleben. Ein Grippevirus hat den Großteil der Menschheit ausgelöscht. Die Welt, wie man sie vorher kannte, ...

Der Inhalt...

Im tiefsten Schnee kämpft Lynn mit ihrer Familie in Yukons Einöde ums blanke Überleben. Ein Grippevirus hat den Großteil der Menschheit ausgelöscht. Die Welt, wie man sie vorher kannte, existiert nicht mehr. Es herrscht eine neue Welt ohne Moral und Nahrung. Die wichtigste Regel: Vertraue Niemandem! Bis eines Tages ein fremder Mann namens Jax auftaucht. Er wird von einer Reihe mysteriöser Leute verfolgt und Lynn und ihre Familie nimmt ihn bei sich auf. Womit sie sich in höchste Lebensgefahr bringen...

Meine Meinung...

Ich habe die Geschichte erst vor ein paar Stunden beendet und bin hin und her gerissen. Die Grundidee gefällt mich sehr gut - ich mag apokalyptische Geschichten sehr gerne. Hier gefällt es mir, dass das Ganze nicht zu abgedreht war und für vieles eine plausible Erklärung gefunden wurde. Mir hat das Setting im Schnee wahnsinnig gut gefallen, nicht nur weil ich Schnee generell toll finde, sondern weil ich finde, dass es der ganzen Geschichte einen düsteren Touch gegeben hat. Der ruppige Schreibstil tat hier sein übriges. Die Charaktere haben mir gut gefallen, vor allem Conrad fand ich sehr gelungen. Klar, er ist ein fetter und ekliger Widerling, aber ich bin der festen Überzeugung, dass er den nötigen Thrill in die Geschichte gepackt hat. Ich hab mich öfter gefragt, wie weit Conrad wohl gehen würde...
Lynns Familie hab ich schnell ins Herz geschlossen: Ihre liebevolle Mutter, der aufopfernde Jeryll (der wirklich einen Orden verdient hätte!), der schüchterne Ramsey und Ken, ihr unsensibler Bruder. Alle hatten sie ihr Päckchen zu tragen und waren gut und individuell gezeichnet. Mit Lynn hatte ich jedoch hin und wieder meine Probleme. Ich empfand sie ich manchen Situationen sehr naiv und blauäugig. Man müsste doch meinen, dass der jahrelange Kampf ums Überleben in eisiger Kälte einen abhärtet, oder? Aber Lynn, die Tag und Nacht mit ihrem Bogen durch die Wälder streift und Fallen aufstellt, ist nicht so tough, wie sie gerne wirken würde. Und so mutiert sie, bei der Begegnung mit einem ganz bestimmten Jemand, zu einem 12-jährigen Mädchen, dass noch nie zuvor das männliche Geschlecht gesehen hat. Ja okay, sie hat jahrelang mit einem ängstlichen Mauerblümchen und ihrem eigenen Bruder zusammen gehockt, aber ist das trotzdem ein Grund, den Kerl anzustarren, als sei er das achte Weltwunder? Die Liebesgeschichte hat mir zum Teil zu viel Raum eingenommen. Ich bin ganz ehrlich: Ich hätte sie gar nicht gebraucht. Vor allem weil sie einen sehr starken Kontrast zu der sonst so ruppigen Atmosphäre gebildet hat. Mit Jax war ich eher auf einer Wellenlänge. Zwar hat mir das ganze Bad Boy Image nicht sonderlich gefallen, jedoch hat seine Liebe zu unserem tierischen Helden Wolf (ganz nebenbei: was für ein einfallsreicher Name...) vieles wieder wett gemacht. Hach, ich liebe einfach jegliche Tiere in Geschichten! Ich finde es einfach immer wieder erstaunlich wie sehr ein Tier, und vor allem so ein majestätisches wie Wolf, eine Geschichte aufpeppen kann.
Der blutige Showdown hat mir gut gefallen, jedoch konnte das Ende nicht wirklich punkten. Irgendwie war es mir... zu blumig und rosig, würde ich sagen. Einerseits war es traurig, vor allem weil es wegen Jeryll zu in der Schwebe stand, andererseits... einfach sehr abgedroschen und schien eher als Ende für einen Liebesroman passend. Schade! Mich würde ja auch stark interessieren, ob noch ein zweiter Band geplant ist, oder dies ein Einzelband bleiben soll. Grundsätzliches Potenzial hätte es jedenfalls...

Das Fazit...

Ich bin hin und her gerissen! Ein paar Aspekte waren gut, ein paar weniger gut. Insgesamt also ein mittelmäßiges Werk mit Potenzial nach oben. Das Buch hat mich trotz allem gut unterhalten!