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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.08.2017

Senden Sie LEBEN oder STERBEN an 7997

Marthas Widerstand
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ACHTUNG: Rezension kann Spoiler enthalten!

Der Inhalt...

7 Tage bis Martha möglicherweise zum Tode verurteilt wird. 7 Tage bis das Volk gemeinsam darüber abstimmt, ob sie leben oder sterben soll. Marthas ...

ACHTUNG: Rezension kann Spoiler enthalten!

Der Inhalt...

7 Tage bis Martha möglicherweise zum Tode verurteilt wird. 7 Tage bis das Volk gemeinsam darüber abstimmt, ob sie leben oder sterben soll. Marthas Chancen werden von Tag zu Tag geringer, denn die Umfragen zeigen deutlich, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was, wenn das genau Marthas Plan ist?

Meine Meinung...

Anfangs war ich noch vollends begeistert. Die Grundidee war grandios! Es zeigte genau den Knackpunkt unserer Gesellschaft: Egoismus, Manipulation, Mediengeilheit, Voyeurismus und nur auf sein eigenes Wohl bedacht zu sein. Wir ergötzen uns am Leid anderer Leute; schauen im Fernsehen zu wie sie sich quälen und freuen uns auch noch darüber. Hier in dem Buch ist das alles noch drastischer dargestellt: mögliche Mörder oder Vergewaltiger kommen direkt nach der Tat in den Todestrakt. Die Bevölkerung bestimmt über ihr Schicksal, über Tod auf dem elektrischen Stuhl oder Freispruch – zumindest wenn man das nötige Kleingeld hat. Das Ganze wird in einer großen TV-Show ausgeschlachtet und die Mörder genaustens unter die Lupe genommen. Beweise suchen? Fehlanzeige. Demokratie sieht jedenfalls anders aus. Den dystopischen Flair (obwohl... Dystopie? Sind wir wirklich so weit davon entfernt?) fand ich ganz große klasse – und das wichtigste: authentisch! „Was?!“, werden jetzt die Ersten rufen, „das wird es noch niemals bei uns geben!“. Wer's glaubt wird selig... (Wenn ein gelbhaariger paranoider und selbstverliebter alter Sack Präsident werden konnte, liegt auch dieses Rechtssystem hier nicht in allzu großer Ferne... Merkt euch meine Worte...)
Auch die Grundkonstellation - Leute aus den Kratzern gegen die Leute von „Oben“ - fand ich gut gewählt. Wie gesagt: Den Anfang fand ich fesselnd und absolut mitreißend. Doch mit dem Fortlauf der Geschichte häuften sich leider auch Logikfehler und Unstimmigkeiten. Außerdem verlor sich der Fokus ab Mitte der Geschichte. Das Augenmerk lag viel zu sehr auf Martha und ihre Beziehung zum (vorerst) mysteriösen jungen Mann mit der Kapuze. Zumal ich ihre Beziehung als mehr als unnötig und lieblos empfand. Warum zum Teufel kann es kein Jugendbuch mehr geben, ohne dass zwei hormongesteuerte Teenies die Welt retten wollen? Eigentlich hätte nur noch ein andere Verehrer gefehlt und schon wäre das Dreiecksgeflecht perfekt gewesen... Die Charaktere fand ich allesamt wirklich gut gezeichnet und realitätsnah. Und bis auf Marthas Freund, konnte ich auch zu allen eine Art Beziehung aufbauen; bei ihm hab ich mich allerdings vermehrt gefragt was er tat um Martha zu helfen – nichts ist wohl die Antwort darauf. Gehörte das alles zu einem größeren Plan? Würde es sich alles aufklären? Jein würde ich sagen. Damit kommen wir schon zu meinem nächsten Kritikpunkt: Das Ende. Ich war sehr zwiegespalten als ich das Buch zugeklappt habe. Einerseits waren die letzten Kapitel an Spannung kaum zu überbieten, andererseits bot das Ende kaum Überraschungen, wirkte sogar leicht überzogen und unglaubwürdig. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und muss sagen, dass wir mit unseren Spekulationen meistens recht hatten. Und bei einem Buch solchen Genres finde ich es besonders enttäuschend wenn das Ende nichts Besseres zu bieten hat als ein „Ich hab es doch gewusst!“. Ich bin der Meinung, dass hier viel Potenzial auf der Strecke geblieben ist. Die Grundidee hätte besser ausgefeilt sein müssen. Ich hätte gerne mehr Hintergrundinformationen gehabt und mehr über das System erfahren wollen; seit wann es existiert, wieso weshalb warum und vor allem die Frage, wer dahinter steckt. Als Leser wird man leider mit einem wenig überraschenden und überdramatischen offenen Ende unbefriedigt zurückgelassen.

Das Fazit...

Es ging grandios an, nahm stetig ab um am Ende in einen unglaubwürdigen Showdown überzugehen. Schade, die Geschichte hatte großes Potenzial was nicht ganz genutzt wurde. Aber die Grundidee ist spitze! 3,5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 07.01.2017

Satz mit X, das war wohl nix

Mondprinzessin
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Der Inhalt...

An ihrem Geburtstag bemerkt Lynn auf ihrem Unterarm ein merkwürdiges Sternenbild. Kurz darauf, wird sie von dunklen Kriegern mit leuchtenden Schwerter heimgesucht – Wächtern des Mondes. ...

Der Inhalt...

An ihrem Geburtstag bemerkt Lynn auf ihrem Unterarm ein merkwürdiges Sternenbild. Kurz darauf, wird sie von dunklen Kriegern mit leuchtenden Schwerter heimgesucht – Wächtern des Mondes. Doch was wollen sie von ihr? Aus einer weiteren brenzligen Situation rettet sie Juri, der sie in eine ganz andere und magische Welt führt...

Die Charaktere...

Lynn hat mich ehrlich gesagt sehr genervt. Das Problem war eigentlich, dass sie ständig irgendetwas zum meckern gesucht hat und liebend gerne in Selbstmitleid badete – ganz ehrlich? Das will keiner lesen. Ich fand sie dadurch ziemlich anstrengend und unsympathisch. Auch konnte ich ihr Desinteresse ihrer neuen Familie und ihrem Leben gegenüber überhaupt (!) nicht nachvollziehen! Mir hätten zig tausend Fragen über diese neuartige Welt unter den Nägeln gebrannt – vor allem als Mondprinzessin! Besonders Faras Verhalten hätte mich, an ihrer Stelle, mehr als stutzig und vor allem neugierig gemacht. Aber sie tut das alles mit einem Achselzucken ab und flirtet lieber weiter mit ihrem Leibwächter. Juri ist in meinen Augen wie jeder andere männliche Protagonist auch: Charmant, frech und gutaussehend. Ich sage nur: Gähn. Insgesamt konnte mich kein einziger Charakter überzeugen. Sie waren mir alle zu glatt und 0815; sie alle wirkten wie aus tausend anderen Mainstream-Büchern abgekupfert. Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass viel aus gängigen Jugendbüchern (wie z.B. Selection) abgeschaut wurde. Schade eigentlich... Die – natürlich wieder mal vorhandene – Liebesgeschichte zwischen Juri und Lynn entwickelt sich für meinen Geschmack viel zu schnell: von 0 auf 100 in sieben Sekunden! Und auch hier bedient sich die Autorin wieder mal gängigen Klischees: ein Eifersuchts-Drama - bei dem Juri einem Kerl der sich an Lynn „ranmachen“ wollte (und die sich dann in holder Jungfrau-Manier an ihn klammern konnte), die Zähne ausprügelt - zeigt den beiden wie sehr sie sich lieben. Nach Schema F und schon tausendfach gelesen... Ganz im Ernst? Das ist langweilig. Und ich weiß ich wiederhole mich, aber DAS findet man echt in jedem zweiten Buch!!! Ich fand die Entwicklung zwischen ihnen einfach nur unglaubwürdig. Nach zwei Wochen von wahrer Liebe zu sprechen ist in meinen Augen einfach lächerlich. Eigentlich ist es ziemlich traurig, dass meine liebsten Charaktere in dem ganzen Buch, Schutzgeister, und damit Tiere, waren :D Aber es ist wahr, dass ich mit Tia und Kiara am meisten anfangen konnte – einfach weil ich auch unbedingt einen Schutzgeist haben wollte! Am liebsten einen Pinguin...

Die Geschichte...

...kann leider auch nicht punkten. Es ist wirklich traurig, wie wenig die Idee ausgearbeitet wurde. Es wirkt fast so, als ob die Autorin selber keine Ahnung hatte, wie sie die Welt in der sich Lynn und Juri befanden logisch erklären sollte. Es ist einfach nur schade, dass man so gut wie NICHTS über dieses andere Leben auf dem Mond und die Zusammenarbeit mit den anderen Planeten erfährt. Einfach schade, da so ziemlich viel Potenzial verschenkt wurde... Auch hier wird hin und wieder bei anderem abgeschaut und wahrlich nicht mit Klischees gegeizt: Brautschau mit hübschen Prinzen? Erinnert doch sehr an Selection, oder? Aber wir wissen ja alle schon von Anfang an: Am Ende wird es nur den einen geben – und der ist kein Prinz... Logikfehler? Ach, über die kann man doch getrost mal hinwegsehen, wenn... ja, wenn die Geschichte ansonsten in IRGENDEINER Weise überzeugen könnte. Kann sie aber nicht, ergo fallen diese „ kleinen Fehlerchen“ auch auf und, für mich, ins Gewicht. (Aus was für einem Grund entscheidet sich eine Jugendliche eigentlich dazu mit einem Langstock kämpfen zu lernen?! In meinen Augen ein eher ungewöhnliches Hobby...Warum macht sie nicht Kickboxen oder so, falls sie unbedingt lernen will sich zu verteidigen? Aber gut, klar, dann könnte sie sich ja auch nicht gegen Mondkrieger mit komischen Lichtschwertern wehren... Ist ja logisch...) Schade, finde ich es auch, dass manche Personen, die auf der Erde eine Rolle in Lynns Leben gespielt haben, gar nicht mehr zur Sprache kommen. Da drängt sich die Frage auf, was mit ihnen passiert ist, ob sie sich wundern wo Lynn steckt, und was deren Verschwinden überhaupt für eine Auswirkung auf der Erde hat. Aber auch von diesen Fragen wird nichts beantwortet, wie so ziemlich von alle Fragen die ich mir während des Lesens gestellt habe. Das Ende war weit weniger „schmalzig“ als gedacht. Ehrlich gesagt, war ich ein bisschen glücklich darüber, dass es kein Happy End war, wenngleich die Geschichte mit einem solchen Ende einfach unfertig und abgehackt wirkt. Schon hart, wenn die lang ersehnte Spannung auf die letzten 12 Seiten geballert wird...

Der Schreibstil...

...war so leid es mit tut das zu sagen, noch das Beste an dem ganzen Buch. Sehr bildhaft, locker und leicht. So wie ich es mag. Positiv anzumerken, ist noch die Innengestaltung des Buches: Sehr liebevolle kleine Illustrationen (vielleicht ein bisschen zu Sternchen-lastig für meinen Geschmack), die das Buch innen sehr aufwerten.

Das Fazit...

Sorry, aber das war leider nichts! So etwas hab ich gefühlt schon tausendfach gelesen. Die Hintergründe der Fantasy-Welt sind viiiiiel zu wenig herausgearbeitet und die Liebesgeschichte kann auch nicht punkten. Leider nur 1,5 Sterne von mir!

Veröffentlicht am 17.09.2016

Es gibt nicht nur eine Art Spaghetti zu essen

Die einzige Art, Spaghetti zu essen
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KurzRezi: Die einzige Art Spaghetti zu essen





Der Inhalt...

Schon wieder umgezogen steht Liv vor dem Nichts: Keine Freunde, zu viel auf den Hüften, und dann ist da auch noch ihre Mutter... Doch prompt ...

KurzRezi: Die einzige Art Spaghetti zu essen





Der Inhalt...

Schon wieder umgezogen steht Liv vor dem Nichts: Keine Freunde, zu viel auf den Hüften, und dann ist da auch noch ihre Mutter... Doch prompt tritt die quirlige Nessie in ihr Leben und nimmt die schüchterne Livie unter ihre Fittiche. Bei einem Auftritt der stadtbekannten Coverband, verliebt sie sich Hals über Kopf in den Keyboarder mit der Sonnenbrille – ohne zu wissen, dass dieser, Leander, blind ist! Hat ihre Liebe so überhaupt eine Chance? Und warum klopft Livs Herz wenn sie dem Frauenheld Felix in die Augen sieht? Das Gefühlschaos nimmt seinen Lauf...




Meine Meinung...

Olivia, oder viel mehr Liv, hatte eigentlich das Zeug zur Lieblingsprotagonistin, denn sie war keins dieser Mädchen, das eigentlich unheimlich gut aussah, aber sich selber gerne als hässlich oder zu dick bezeichnete, obwohl sie das einfach mal NICHT waren. Ich kenne diese Sorte Mädchen leider zur Genüge... Nein, Livie war ein bisschen moppelig, schüchtern, und hatte durchaus Talent dafür sich in peinliche Situationen zu verstricken – deutliche Parallelen zu mir sind auf jeden Fall zu erkennen ^^ Ihr seht: Eigentlich war sie normal und sympathisch. Aber eben nur eigentlich... Denn nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass wir doch nicht so ähnlich sind wie gedacht. Spätestens zum Ende hin hat sie, wegen der fiesen Nummer die sie abgezogen hat, deutliche Sympathiepunkte verloren. So leid es mir in diesem Moment auch tat. Nessie, schnell Livies beste Freundin und Vertraute, war ein toller Gegenpol zu Livies ruhigem und schüchternen Charakter. Nessie war laut, frech und hatte ein loses Mundwerk! Und ich fand es toll! Teilweise hab ich mir sogar gewünscht einen Tick mehr aus ihren Leben zu erfahren (denn das ist nicht gerade uninteressant!) und mehr von ihr und ihren Gefühlen mitzubekommen. Ein Buch aus ihrer Sicht wäre sicherlich total spannend! Leander und Felix, unsere kleinen männlichen Dreamboys, könnten unterschiedlicher nicht sein. Leander, der etwas ruhigere und musikalisch angehauchte Junge, der seit Geburt an blind ist, und Felix, der taffe und Motorradfahrende Mechaniker mit einer eher groben aber sehr liebenswerten Art. Ich konnte Livies Zwiespalt gut verstehen: Mit Felix konnte sie die Abenteuer erleben, die Leander durch seine Blindheit verwehrt wurden, doch bei ihr und Leander sprühen förmlich die Funken... Ich hatte ja die große Befürchtung, dass es ein ständiges Hin und Her zwischen den beiden gibt (so etwas kann sich wahnsinnig lange hinziehen gähn) – doch siehe da, man hat schnell gemerkt in welche Richtung Liv und ihr Herz schipperten. Ich mochte beide Jungs gerne, denn jeder hatte seine Vorzüge. Auch wenn ich ein ganz kleines bisschen mehr auf Felix Seite war – ja, jetzt kriege ich wahrscheinlich Haue vom Leander-Fanclub grins Ich fand Felix einfach wahnsinnig charmant, und trotz seiner eher grobschlächtigen Art hatte auch er ein Herz aus Gold. Leander hatte natürlich hauptsächlich ein großes Herz und gefühlvolle Zeilen auf Lager, doch manchmal hat mir bei ihm ein bisschen was von Felix Unbeschwertheit gefehlt. Trotzdem waren beide sehr sympathisch und hatten einen guten Sinn für Humor!

Das Grundgerüst der Geschichte fand ich super interessant und gut umgesetzt. Man merkt, dass sich die Autorin ausführlich mit dem Thema Blindheit auseinander gesetzt hat. Außerdem hat der locker-leichte Schreibstil einen gut durch die Seiten geführt. Im Grunde gefiel mir auch der Verlauf der Geschichte – mit kleinen Kritikpunkten: Zwischenzeitlich war mir das Thema Sex zu präsent. Es lag nicht generell an den Szenen (die sehr schön und anschaulich beschrieben wurden), sondern viel mehr an der Häufigkeit dieser Stellen. Ich hatte das Gefühl, dass die eigentliche Geschichte auf der Strecke blieb. Deswegen, und wegen der Sache die sich Liv geleistet hat, konnte ich mich mit dem Ende auch nicht hundertprozentig anfreunden, wenn mich auch der Epilog wieder vollständig überzeugen konnte! Ein schöner Abschluss! Leider muss ich gestehen, dass ich trotz vieler positiver Aspekte nicht hundertprozentig in die Geschichte eintauchen konnte. Die Charaktere waren nett, die Geschichte interessant und der Verlauf spannend – doch trotzdem hatte ich immer noch eine gewisse Distanz zum Buch. Das ist aber ganz allein meine eigene Sache und kein Kritikpunkt an dem Buch.




Das Fazit...

Empfehlenswert für Fans von sommerlichen Liebesgeschichten mit einen Spritzer Erotik. Eine süße Geschichte und auch wenn sie mich nicht hundertprozentig überzeugen konnte, habe ich Livs Liebeschaos gerne gelesen. Insgesamt ein guter Debütroman.

Veröffentlicht am 21.07.2018

Alles was ich höre ist Arschloch

King of New York
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Der Inhalt...

Im Büro gibt der erfolgreiche Geschäftsmann Max King den Ton an. Zuhause hat allerdings seine frisch eingezogene 14-jährige Tochter Amanda die Hosen an. Für ein Leben außerhalb der Arbeit ...

Der Inhalt...

Im Büro gibt der erfolgreiche Geschäftsmann Max King den Ton an. Zuhause hat allerdings seine frisch eingezogene 14-jährige Tochter Amanda die Hosen an. Für ein Leben außerhalb der Arbeit und seiner kleinen Familie hat Max keine Zeit – für die Liebe erst recht nicht! Doch dann trifft er auf Harper, eine neue Angestellte in seiner Firma, die zufällig im selben Gebäude wohnt wie er. Immer wieder treffen sie aufeinander und merken schnell, dass es zwischen ihnen gewaltig funkt. Doch kann eine Beziehung zwischen Angestellten und Chef überhaupt funktionieren?

Meine Meinung...

Ich habe mich seit langem mal wieder für eine Leserunde beworben und war sehr gespannt auf das neue Werk aus dem Lyx-Verlag. Der Klappentext reizte mich sehr, da ich Büro-Liebeleien meist nicht abgeneigt bin, auch wenn ich zugeben muss, dass es auf den ersten Blick stark nach „Einheitsbrei“ klang. Was hab ich bekommen? Mal kurz überlegen... Achja! Eine bockige Teenagerin – pardon Frau - die gelegentlich zur heißen Sexgöttin und dann zum zickigen Kleinkind mutiert und einen machtgeilen Familienvater, der gern mal beim Sex die Neandertaler-Keule schwang.
Fangen wir doch mal mit jenem Familienvater an. Max scheint sehr liebevoll im Umgang mit seiner Familie (Schwestern) und vor allem seiner Tochter zu sein. Ich mochte die Vater-Tochter-Gespräche zwischen ihm und Amanda sehr. Überhaupt war Amandas offene Art und ihre charmanten Kuppel-Versuche ein kleiner Lichtblick im Buch. Ansonsten erfährt man von Max eigentlich kaum etwas. Eigentlich gibt es nur Szenen im Büro, bei denen er distanziert und eher kalt wirkt, Zuhause und – wer hätte das gedacht – beim Sex mit Harper. Dort merkt man schnell, dass Max gerne die Oberhand hat: Er knurrt, zerrt, drückt, befiehlt, manipuliert und lässt keine Widerworte zu. Sexy? Wohl kaum. Eher beängstigend. Tatsächlich wirkten manche Sexszenen genau aus diesem Grund weniger erotisch, sondern gleichen – in meinen sehr kritischen Augen bei diesem Thema - mehr einer Vergewaltigung. Auch die wenigen anfänglich liebevollen Szenen, enden damit, dass sie miteinander schlafen, und er Harper herumkommandiert. Und da haben wir sie auch schon: Harper. Unsere kleine bockige Harper, die jauchzend in ihren Vorurteilen, Klischees und Verurteilungen badet und sich pudelwohl und im Recht dabei fühlt. Harper war anstrengend. Sehr anstrengend. Seeeeehr anstrengend. Eigentlich hab ich mich die ganze Zeit gefragt, wie ein gestandener Mann wie Max, auf eine solche „Frau“ wie Harper abfährt. Das Schlimmste waren aber ihre voreiligen Schlüsse, die ihr Handeln stark beeinträchtigt haben. Aber gut. WENN die Geschichte wenigstens durch Einfallsreichtum hätte punkten können, hätte ich vielleicht bei Harper ein Auge zudrücken können. Doch was bekomme ich? Eine Story, wie schon tausendfach gelesen, mit einer Menge Zufällen, flachen Charakteren, kaum Humor und Liebesszenen, die zwar okay geschrieben sind, aber von der Vorgehens- und Sprachweise wenig ansprechend dargestellt wurden. Was hat sich die Autorin bei der ständigen Verwendung des Wortes „Arschloch“ bitte gedacht? Ist da bei der Übersetzung was schief gegangen? War das Absicht?
Ich erwarte in diesem Genre wahrlich kein Meisterwerk, aber ich habe schon die Hoffnung, dass ich eine Buch bekomme, dessen Story von hinten bis vorne nicht der totale Einheitsbrei ist. Zumal Themen, wie Harpers Beziehung zu ihrem Vater, die Spannung eingebracht hätten, nur im Sande verlaufen und schnell und unspektakulär abgefertigt werden. Auch das Ende ist einfach nur eine Katastrophe. Es reicht ja nicht nur, dass Max und Harper nach einem riesigen Drama (das letztendlich nur ein laues Lüftchen war), urplötzlich zueinander finden und alles toll und fröhlich ist – nein. Das „Glück“ der beiden findet auch noch einen weiteren Höhepunkt, den ich aber nicht nenne, da ich ungern spoilern möchte. Wenn ich ganz ehrlich bin, ärgert es mich, dass ich überhaupt meine Zeit mit diesem Buch vergeudet habe... Für mich war es eins der schlechtesten, die ich in diesem Genre gelesen habe!

Das Fazit...

Verschwende deine Zeit nicht und lies lieber ein gutes Buch! 1,5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 20.03.2018

Astronauten unter sich

Mein Sommer auf dem Mond
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Der Inhalt...

Ein Sommer auf Rügen – klingt nach einem tollen Urlaub? Nicht für Franziska – genannt Fritzi. Die muss nämlich ihren Sommer im Sonnenhof verbringen, einem Therapiezentrum für Kinder und ...

Der Inhalt...

Ein Sommer auf Rügen – klingt nach einem tollen Urlaub? Nicht für Franziska – genannt Fritzi. Die muss nämlich ihren Sommer im Sonnenhof verbringen, einem Therapiezentrum für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen. Also doch kein entspannter Urlaub! Vor allem nicht, als Fritzi ihre drei Mitinsassen auf der Station kennenlernt: Basti, der lässige Sprücheklopfer, Tim, der Sportler und Mädchenschwarm und Sarah, die schüchterne Träumerin. Alle Vier erleben einen Sommer, den sie so schnell nicht vergessen werden...

Meine Meinung...

Dies war mein erstes Buch von Popescu, auch wenn es bestimmt nicht mein Letztes gewesen sein wird! Da psychische Erkrankungen (leider) auch in meiner Familie aktuell sind, hat mich dieses Buch natürlich besonders gereizt. Mir war schon von Beginn an klar, dass das Thema nur oberflächlich behandelt werden kann, aber mehr habe ich von einem Jugendbuch auch nicht erwartet. Trotzdem finde ich, dass es Popescu gelungen ist ein sehr tiefgründiges und zugleich leichtes Buch zu schreiben, das einem das Thema psychische Erkrankungen ein Stück weit näher bringt.
Die Charaktere haben mich umgehauen! Vor allem Basti und seine frechen Underdog-Sprüche und seine Gedankenwelt haben es mir innerhalb von Sekunden angetan. Doch auch die kratzbürstige Fritzi und die anderen Astronauten der McFly waren wirklich toll gezeichnet. Auch wenn die Autorin hin und wieder mit Stereotypen spielt, schaffte sie es trotzdem eine einzigartige und mitreißende Geschichte zu schreiben. Ich muss dazu sagen, dass ich mich vor Beginn der Lektüre in einer kleinen Leseflaute befunden habe, doch dieses Buch hat es geschafft mich aufzuwecken und aus dieser Flaute zu katapultieren. Das schafft zum einen der tolle und schräge Nerd-Humor, zum anderen auch der Schreibstil, mit dem ich mich direkt heimelig auf Rügen gefühlt habe und meine Reiselust geweckt wurde. Auch, dass moderne Themen (z.B. soziale Medien) aufgegriffen und kritisch durchleuchtet wurden, hat mich positiv gestimmt. Generell haben viele Themen wie Vertrauen, Freundschaft, Liebe etc. in dem Buch Platz gefunden, ohne, dass es überladen wirkte. Grundsätzlich finde ich es auch gut, dass es in sich geschlossen ist und ein sehr offenes Ende hat, aber – und ja hier kommt leider ein aber – bleiben dadurch auch noch viele Fragen offen. Es mag Leute geben, die das gut finden, weil sie sich dann selber die weitere Geschichte ausmalen können... ich gehöre aber eher weniger dazu. Mich macht es ganz wuschig nicht zu wissen, was aus Isa und Fritzi wird, oder ob Bastian klar kommt, oder Tim sich seinen Freunden stellt. Man sieht schon: Tausend Fragen, die (leider) ungeklärt bleiben! Allerdings macht gerade das offene Ende die Geschichte gleich noch viel spannender und reizvoller – ich bin eindeutig in einem Zwiespalt! Auf jeden Fall gibt es dadurch Potenzial für einen zweiten Teil im Sonnenhof ;) Die Perspektive der Erzählenden fand ich gut gewählt. Zwar war es in einem Hinblick schade, weil ich mir zwischendurch gewünscht habe, auch Tims und Sarahs Sicht und ihre Gedanken näher kennen zu lernen, allerdings konnte man so auch, hinsichtlich ihrer Krankheit, Detektivarbeit leisten und munkeln, was die beiden wohl in den Sonnenhof trieb. Ein kleiner Kritikpunkt: Ich kann nicht genau sagen wieso, aber zum Ende hin ist die, sehr stark gestartete, Geschichte etwas abgeflaut, obwohl Sarah nochmal einen kleinen Höhepunkt (oder soll ich lieber Tiefpunkt sagen?) gesetzt hat, der einen hat tief durchatmen lassen.

Das Fazit...

Insgesamt ist „Mein Sommer auf dem Mond“ ein wirklich gelungenes und überraschend tiefgründiges Jugendbuch, mit tollen Charakteren und einem offenen Ende, das mich persönlich leider ein bisschen zwiegespalten zurücklässt. Trotzdem ein tolles Lesevergnügen!