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Veröffentlicht am 06.05.2021

Wenn die Sehnsucht Tod verspricht

Wenn die Sehnsucht Tod verspricht
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Nachdem ich vom 3. Band bzw. vom Ende des 3. Bandes leicht enttäuscht war, musste ich trotzdem das Ende lesen. Mein innerer Monk wollte einfach wissen, wie es ausgeht. Band 3 endete absolut erwartend und ...

Nachdem ich vom 3. Band bzw. vom Ende des 3. Bandes leicht enttäuscht war, musste ich trotzdem das Ende lesen. Mein innerer Monk wollte einfach wissen, wie es ausgeht. Band 3 endete absolut erwartend und ich hatte so gehofft, dass es nicht so endet. Deswegen war ich schon enttäuscht, dass es genauso endet.
Dass die Autorin gerne bei Klischees in die Vollen greift, ist nichts neues. Wenn du eine Prinzessinnen-Geschichte lesen möchtest, die alle Klischees mitnimmt und absolut berechnend abläuft, dann machst du mit dieser Buchreihe wirklich nichts falsch.
Und ja, auch bei dem 4. und letzten Band der Reihe ist es wieder so. Klischees ohne Ende und auch genauso vorhersehbar. Aber und das ist ein ganz dickes Aber, denn ich ziehe den Hut vor der Autorin in dieser Hinsicht. Sie zieht es durch bis zum letzten Satz. Sie versucht gar nicht erst etwas zu ändern oder eine unerwartete Wendung reinzubauen. Es läuft, wie es laufen muss und dadurch liest es sich natürlich und nicht gewollt. Und genau deswegen mag ich die vier Bücher wirklich gerne.
Ich mag die Geschichte, den Ablauf und auch die Klischees. Sie passen einfach perfekt zusammen und machen das Buch rund.

Es gibt allerdings einen Knackpunkt, den ich absolut nicht gut heiße. Achtung, hier spoiler ich kurz!! Gewalt an Frauen ist nicht in Ordnung. Ja, es gibt dem Charakter vielleicht eine gewisse Boshaftigkeit und rückt den Charakter in ein gewisses Licht. Aber das kann man auch anders darstellen. Ich finde es “daneben” es so in die Geschichte einzubauen, dass mal “die Hand ausrutscht”. Das darf nicht sein! Psychische Brutalität ist eine Sache, damit hatte ich in dem Buch schon gerechnet bei dem Charakterwandel. Auch nicht okay eigentlich. Aber, dass da physische Gewalt noch dazu kommt, hätte in meinen Augen nicht sein müssen.
Cecilia ist ein starker Charakter, der in den vorherigen 3 Bänden viel durchgemacht hat und eigentlich hätte wachsen müssen. Dass sie das mit sich machen lässt, passt nicht. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass sie sich nicht gewehrt hat. Ich habe sie für schlauer gehalten. Aber die Geschichte ist, wie sie ist und lässt sich nicht ändern.

Den Schreibstil der Autorin mag ich nach wie vor unheimlich gerne. Sie schreibt flüssig und sehr gut lesbar. Es macht mir unheimlich Spaß, ihren Worten zu folgen. Ich hoffe sehr, dass sie nach diesen Büchern weiter schreibt und vor allem bin ich auch gespannt, wo die Reise hingeht. Mit der “Cecilia”-Reihe hat sie eine unheimlich gute Buchreihe auf den Markt geworfen. Zu toppen wird schwierig, aber ich bin mir sicher, dass sie etwas gleichwertiges erschaffen wird.

Dieses Buch sollte man auf keinen Fall einzeln lesen, da die Bücher aufeinander aufbauen.
Das Ende dieser Reihe war für mich okay. Klar, man kann es sich wieder denken wie es ausgeht. Aber es ist wunderbar, wie es kommt. Ein sehr würdiges Ende.

Eine absolute Leseempfehlung für alle 4 Bücher.

Veröffentlicht am 06.05.2021

Vollendet

Vollendet - Die Flucht (Band 1)
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Von dem Buch wurde im Vorfeld so extrem geschwärmt, dass meine Messlatte extrem hoch gelegt habe. Es ist halt nicht immer vom Vorteil, wenn man sich von fremden Meinungen beeinflussen lässt. Trotzdem habe ...

Von dem Buch wurde im Vorfeld so extrem geschwärmt, dass meine Messlatte extrem hoch gelegt habe. Es ist halt nicht immer vom Vorteil, wenn man sich von fremden Meinungen beeinflussen lässt. Trotzdem habe ich versucht so unvoreingenommen wie möglich an das Buch zu gehen.
Das Thema des Buches ist schon krass. Für mich selber nicht neu, da ich diese Art Bücher schon öfters gelesen habe. Es ist ein Thema, welches sehr sehr grausam ist. Organhandel in einer erweiterten Version kann man schon sagen. Dennoch findet ich es immer wieder spannend, wie es umgesetzt wird und wie jeder Autor / jede Autorin das Thema behandelt.
Und umgesetzt hat der Autor das mega gut und man kann auch schon sagen, dass er sehr grausam ist.
Gerade der letzte Teil des Buches, wo es so richtig zur Sache und ins Detail geht. Und genau das kann er wirklich richtig gut.

Es ist das erste Buch, welches ich von dem Autor gelesen habe und es wird sicherlich nicht das letzte Buch sein. Gerade mit diesen Details, die eigentlich nicht viele Worte hatten, hat er mich in seinen Bann gezogen. Er hat mit diesen wenigen Worten so viele tiefe Details beschrieben. Das hat mich wirklich beeindruckt. Was es jetzt genau ist, werde ich hier aus Spoilergründen nicht verraten. Generell fand ich seinen Schreibstil ganz okay. Es hat mich jetzt nicht unbedingt extrem gefesselt, aber es lies sich wirklich gut lesen. Bis eben diese eine Stelle kam, mit der mich wirklich von sich überzeugte.

Geschrieben ist es aus verschiedenen Sichten, die sich immer wieder abwechseln. Hauptsächlich von den drei Protagonisten Connor, Risa und Lev. Es schleichen sich hier und da aber auch kurze Kapitel aus anderen sichten dazu. Sowas mag ich ja sehr gerne lesen. Also wenn außenstehende Charaktere auch mal aus ihrer Sicht erzählen dürfen.

Es kommen noch drei weitere Bücher zu dieser Reihe dazu. Aber ob ich weiterlesen werde weiß ich nicht. Für mich ist es ein abgeschlossenes Buch. Ich hab auch irgendwie die Befürchtung, dass sich die Geschichte im zweiten Buch wiederholen könnte, was es dann wieder langweilig machen könnte. Vielleicht lasse ich mich hier irgendwann eines besseren belehren.

Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Und die Schwärmereien im Vorfeld durchaus berechtigt.
Große Empfehlung!

Veröffentlicht am 18.04.2021

König und Meister

König und Meister
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Nein, bei dem Buch handelt es sich um kein Fantasy. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die ganze Zeit darauf gewartet habe, dass irgendein Fantasy-Element passiert. Ich glaube, das liegt an dem Cover. ...

Nein, bei dem Buch handelt es sich um kein Fantasy. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die ganze Zeit darauf gewartet habe, dass irgendein Fantasy-Element passiert. Ich glaube, das liegt an dem Cover. Ich weiß auch nicht, denn für mich ist es einfach ein Fantasy-Cover. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich es nicht mag. Ich finde es sogar extrem schön und irgendwie auch passend, wenn man den Inhalt erst mal gelesen hat.
Genauer gesagt handelt es sich bei diesem Buch um ein Mysterythriller, und zwar um einen richtig spannenden sogar. Mal ein Thriller, der in eine andere Richtung geht, als ich sonst lese. Finde ich großartig. Es kommt ohne Blut aus, allerdings mit etwas Psychokram. Es ist eben ein Thriller und damit schon schwierig für manche Leser.
Das Buch hat mich richtig begeistern können und vor allem auch überraschen. Die Zusammenhänge einzelner Elemente sind wirklich sehr gut gemacht und ich habe richtig mit gerätselt, warum gerade das jetzt so passiert und welche Zusammenhänge das haben könnte. Es ist schon etwas komplex und das mag ich unheimlich gerne. Man merkt beim Lesen, dass die Autorin ein Ziel vor Augen hat, dass sie versucht zu verschleiern. Klar, irgendwann werden die Zusammenhänge logisch, aber am Anfang eher nicht. Wie schon gesagt, sehr genial gemacht.

Das Setting ist auch sehr schön gemacht. Das kleine Dorf, wo eigentlich jeder jeden kennt. Das Haus und der große Baum… Klingt schon sehr paradiesisch, wenn da nicht die unheimlichen Begegnungen wären.
Ada ist ein großartiger Charakter. Ich habe sie unheimlich gerne begleitet und bin ihr zur Seite gestanden. Vielleicht ist sie mir auch so sympathisch, weil ihre Familienwelt nicht so heil und perfekt ist. Sie hat ein riesiges Päckchen zu tragen und das nimmt sie mit viel Selbstbewusstsein. Und als die dann noch diesen einen jungen Mann trifft. Hachz, ich fand das wirklich richtig schön und habe es ihr gegönnt. Also ja, es kommt sogar eine kleine Liebesgeschichte vor. Aber und hier ein ganz dickes Aber, es läuft nur so nebenher und nimmt keinen großen Einfluss auf die Geschichte.

Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr, sehr gerne. Es ist nicht das erste Buch von ihr, welches ich gelesen habe und es wird auch sicherlich nicht das Letzte sein. Sie schreibt einfach richtig gut und saugt mich jedes Mal in die Geschichte ein. Mit diesem Buch hat sie bewiesen, dass sie nicht nur Science Fiction schreiben kann, sondern auch Mysterythriller.

Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 18.04.2021

Offline ist es nass, wenn’s regnet

Offline ist es nass, wenn's regnet
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Ja, was ist? Würdest du loslaufen? Für mich würde sich die Frage gar nicht stellen. Ich würde loslaufen. Aber ich liebe wandern und bin gerne in der Natur unterwegs. Mich stört es nicht, wenn das Handy ...

Ja, was ist? Würdest du loslaufen? Für mich würde sich die Frage gar nicht stellen. Ich würde loslaufen. Aber ich liebe wandern und bin gerne in der Natur unterwegs. Mich stört es nicht, wenn das Handy kein Netz hat. Vielleicht habe ich deswegen sehr hohe Erwartungen an das Buch gehabt.
Ich kann mich absolut in die Haut von der Protagonistin Mari versetzen. Die digitale Welt ist krass und kann schon sehr belastend werden. Immer perfekt sein, das Level halten und immer präsent. Man muss mithalten oder sogar besser sein. Und genauso geht es Mari und ich fühle es einfach. Und dann bietet sich eine Möglichkeit, die sie ergreift und damit ihr Leben in eine andere Richtung schieben kann. Ob es das wirklich letztendlich so ist, erfahren wir leider nicht. Das finde ich echt schade, weil mich schon interessiert, wie es Mari nach der Wanderung ergeht. Ob sie, das was sie mitgenommen hat, auch in ihrem Leben umsetzen kann bzw. wird. Das Buch endet am Ziel der Wanderung. Auf dem Berg, der das Ziel für die Wanderung war.

Mari geht aber nicht nur für sich selber, sondern noch für jemand anderes. Das wird im Klappentext nicht erwähnt und deswegen möchte ich es auch nicht. Aber kurz was dazu: Es ist herzzerreißend und ein wunderschöner Grundgedanke. Es hat nichts mit Social Media zu tun. Und eigentlich ist es auch der schönere Aspekt, warum Mari überhaupt unterwegs ist.

Was mich etwas stutzig macht ist, dass Mari auf eine krasse Tour geht wo sie absolut untrainiert ist. Ich schwanke noch zwischen viel Respekt und Ungläubigkeit. Untrainiert einen Berg hoch zu gehen, ist schon hart. Aber eine tagelange Wanderung mit Übernachtung im Zelt… Untrainiert und ohne Vorkenntnisse. Krass. Aber sie trifft relativ schnell eine kleine Gruppe, die ihr weiterhilft. Die sie aufnimmt und keine Fragen stellt. Und genau das kaufe ich der Autorin absolut ab, denn so ist es bei Wanderern. Ich habe es selber schon erlebt. Es sind besondere Menschen, die die Herzen am rechten Fleck haben. Deswegen kaufe ich es der Autorin ab, dass Mari es schaffen kann. Mari ist eine Kämpferin.

Ich mag es auch unheimlich gerne, wie die Autorin schreibt. Das Buch ist nicht spannend, aber mit ganz viel Herz. Sie schafft es mich ins Buch hineinzuziehen. Mit Mari zu wandern und vor allem auch die Emotionen von Mari mitzuerleben. Und das rechne ich der Autorin hoch an.
Das Setting ist schon fast zweitrangig. Ich muss ehrlich sagen, dass ich hier schon gerne etwas mehr gelesen haben wollen würde. Aber ganz egal. Es ist ein richtiger, echter Trail, den die Autorin nutzt und da kann man sich die Bilder zu anschauen. Es ist ein sehr schöner Trail, den ich gerade auch mal laufen würde. Wird wahrscheinlich nicht passieren, aber man kann ja träumen.

Dieses Buch kann ich jedem empfehlen. Ein absolutes Herzensbuch.

Veröffentlicht am 18.04.2021

Alles, was du fürchtest

Alles, was du fürchtest
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Als Thriller-Fan bin ich immer sehr für Thriller, die mich überraschen können. Geschichten, wo mal nicht der offensichtliche Mörder seine Opfer zerstückelt und ein Polizisten-Paar diesen Mörder versucht ...

Als Thriller-Fan bin ich immer sehr für Thriller, die mich überraschen können. Geschichten, wo mal nicht der offensichtliche Mörder seine Opfer zerstückelt und ein Polizisten-Paar diesen Mörder versucht zu finden. Okay, ab und zu ist das schon nett. Nur um zu sehen, ob man auch wirklich recht hat mit seinen Vermutungen.
Und dann kommt so ein Thriller, der mal ohne großen Blutverteilen klar kommt. Ja, es sterben Menschen und ja, es ist nicht nett erzählt. Aber hey, das gehört einfach in einen guten Thriller.
Dieser hier vereint einen Psychothriller mit einem Blut-Vergieß-Thriller. Ich möchte behaupten, dass er nichts für schwache Nerven ist. Aber einen Thriller zu finden, der auch für schwächere Nerven ist, ist verdannt schwer.

Wobei mich dieser Thriller von dem Werdegang der Geschichte nicht wirklich überrascht hat. Mir war schnell klar, wer was gemacht hat und wer der Böse ist. Es war gut gemacht vom Autor, das muss ich schon sagen. Überzeugt hat es mich allerdings nicht. Tiefer kann ich hier leider nicht werden ohne zu spoilern.

Der Autor schreibt toll, das will ich damit nicht sagen. Er konnte mich fesseln und er hat mir eine tolle Geschichte erzählt. Da es mich aber nicht überrascht hat, war es mir schon fast zu langweilig. Ich habe immer gehofft, dass er noch eine andere Richtung einschlägt und die Geschichte eine Wendung nimmt. Aber nö. Leider nicht. So schade!
Leider haben auch die Wechsel der Sichtweisen zwischen den Charakteren und die versetzten Zeitschienen nicht viel zur Spannung beigetragen. Wobei der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Zeiten wirklich gut gemacht wurde.

Die Charaktere haben mich leider auch nicht wirklich überzeugen können. Gerade die Protagonistin Kate, die schwer gebeutelt ist, aber dann doch irgendwie nicht. Klar jeder Mensch geht anders mit Situationen um, aber ich habe es ihr einfach nicht abgekauft. Leider auch der Rest der Charaktere waren mir nicht so grün.

Unterm Strich kann ich sagen, dass es ein solider Thriller ist. Ich lese einfach zu viele Thriller und beziehe es einfach darauf.
Empfehlen möchte ich das Buch aber trotzdem.