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Veröffentlicht am 20.03.2026

Verrat im Schatten des Ceasar - ein packender Wettlauf durch das antike Rom

Die Iden von Rom
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1. Einleitung und Zusammenfassung
Rom im Jahr 44 v. Chr.: Die Stadt brodelt vor politischen Intrigen. Im Zentrum der Geschichte steht der junge Quintus, der eher unfreiwillig in die gefährlichen Machenschaften ...

1. Einleitung und Zusammenfassung
Rom im Jahr 44 v. Chr.: Die Stadt brodelt vor politischen Intrigen. Im Zentrum der Geschichte steht der junge Quintus, der eher unfreiwillig in die gefährlichen Machenschaften rund um den mächtigsten Mann der Welt gerät: Gaius Iulius Caesar. Als Caesar an den legendären Iden des März ermordet wird, findet sich Quintus plötzlich in einem Netz aus Verrat, geheimen Bruderschaften und tödlichen Geheimnissen wieder. Er muss nicht nur um sein eigenes Überleben kämpfen, sondern auch die Wahrheit hinter der Verschwörung aufdecken.
Michael Peinkofer, der für seine packenden historischen Romane und Fantasy-Epen bekannt ist, liefert mit „Die Iden von Rom“ (auch unter dem Titel „Die Bruderschaft der Runen“ in ähnlichem Stil bekannt, hier jedoch fokussiert auf das antike Rom) einen eigenständigen, atmosphärisch dichten Thriller ab, der eines der bekanntesten Ereignisse der Weltgeschichte neu beleuchtet.
2. Meine Meinung
Das Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert, vor allem durch die unglaubliche Atmosphäre. Peinkofer schafft es, das antike Rom nicht wie ein trockenes Museumsstück wirken zu lassen, sondern wie eine lebendige, schmutzige und pulsierende Metropole.
Besonders hervorzuheben ist die Authentizität der Figuren. Quintus ist kein unfehlbarer Superheld, sondern ein nahbarer Protagonist mit Ecken und Kanten. Durch Peinkofers einfühlsamen Schreibstil gelingt es mühelos, sich in Quintus’ Ängste und moralische Zwickmühlen hineinzuversetzen. Man spürt förmlich den Staub der römischen Straßen und das Herzklopfen in den dunklen Gassen, wenn die Verfolger näher kommen.
Der Spannungsbogen ist klassisch und effektiv aufgebaut: Nach dem historischen Attentat zieht das Tempo massiv an, und die Geschichte entwickelt sich zu einer packenden Jagd. Peinkofer kombiniert dabei geschickt belegte historische Fakten mit fiktiven Elementen, was dem Buch eine hohe Originalität verleiht. Auch die Nebencharaktere sind vielschichtig gezeichnet, sodass man bis zum Schluss rätselt, wer Freund und wer Feind ist. Der Lesespaß ist durchgehend hoch, da der Stil flüssig, modern und dennoch passend zum historischen Setting ist.
3. Fazit
„Die Iden von Rom“ ist ein fesselnder Pageturner, der zeigt, dass Geschichte alles andere als langweilig ist. Michael Peinkofer verbindet präzise Recherche mit emotionaler Tiefe und einer Prise Krimi-Spannung. Wer Romane liebt, bei denen man tief in die Gedankenwelt der Hauptpersonen eintauchen kann und gleichzeitig ein packendes Abenteuer sucht, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Eine absolute Leseempfehlung für Fans von gut recherchierten historischen Thrillern!

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Veröffentlicht am 06.09.2025

Zwischen Genialität und Chaos – Pagans im Zwiespalt

Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter
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Ich habe mich sehr gefreut, Pagans lesen zu dürfen, denn der Klappentext klang vielversprechend: Ein alternatives Weltmodell, verschiedene Stämme mit eigenen Regeln, Bräuchen und Religionen – und das alles ...

Ich habe mich sehr gefreut, Pagans lesen zu dürfen, denn der Klappentext klang vielversprechend: Ein alternatives Weltmodell, verschiedene Stämme mit eigenen Regeln, Bräuchen und Religionen – und das alles eingebettet in ein düsteres, urbanes Setting wie London. Die Grundidee ist definitiv spannend und hebt sich vom Mainstream ab. Leider konnte mich die Umsetzung jedoch nur bedingt überzeugen.
Einstieg & Weltmodell
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir schwer. Ein klassischer Prolog oder eine einführende Orientierungshilfe fehlte, sodass ich zunächst wenig Zugang zur Welt fand. Die erklärenden Auszüge, die wohl das Weltmodell vermitteln sollten, empfand ich als wenig aufschlussreich. Deshalb achtete ich beim Lesen verstärkt auf Details, um ein besseres Verständnis für die Logik der Welt zu entwickeln – doch selbst bis weit in die Mitte des Buches blieben mir viele Zusammenhänge unklar.
Sprache & Stil
Der Schreibstil ist sprachlich sehr anspruchsvoll, teilweise sogar überkünstelt. Es wirkt, als wolle der Autor seine Wortgewandtheit unter Beweis stellen – was grundsätzlich legitim ist –, doch bei mir führte das zu einer gewissen Distanz zur Handlung. Die Sprache schwankt zwischen hochtrabend und derb: Begriffe wie Aedieths Waffe „Lungenlocher“ oder das Auto namens „Straßenficker“ wirken eher unfreiwillig komisch als atmosphärisch oder glaubwürdig.
Hinzu kamen einige Übersetzungsprobleme in der deutschen Fassung. Begriffe wie „Darkweb“ wurden einfach direkt ins Deutsche übersetzt („Dunkelweb“), was sehr unnatürlich klang und mich als Leserin aus der Geschichte riss. Solche Übersetzungsfehler begegnet man ungern, vor allem in einem Buch, das stilistisch ohnehin schon fordernd ist.
Charaktere & Handlung
Auch zu den Hauptfiguren – insbesondere Aedieth und Drustan – konnte ich leider keine tiefere Verbindung aufbauen. Ihre Persönlichkeiten blieben für mich eher schemenhaft, was es erschwerte, emotional mitzufiebern. Das galt auch für andere Figuren, deren Beziehungen und Hintergrundgeschichten teilweise angerissen, aber nicht ausreichend vertieft wurden.
Die Story wirkte insgesamt stark zerstückelt. Es gab mehrere parallel verlaufende Handlungsstränge:
1. Die mysteriösen Morde an Stammesmitgliedern, die wie Ritualtötungen inszeniert sind,
2. der Zwischenfall mit dem versuchten Menschenopfer und der anschließenden Explosion,
3. die Episode mit den Kindern aus dem Kinderheim (Fischtattoo),
4. der Skeið-Wettstreit,
5. die politischen Spannungen innerhalb der Stämme,
6. die Geschichte um Fengyr und
7. schließlich Mercias familiäre Vergangenheit mit ihrem Bruder – der sich am Ende als Auslöser der Morde entpuppt –,
8. sowie Aedieths „Pflegekind“, dessen Vater sie selbst getötet hat.
Diese Fülle an Themen wurde zwar ambitioniert miteinander verwoben, doch wirkte es auf mich stellenweise eher wie ein Sammelsurium interessanter Einfälle, das nicht konsequent ausgearbeitet wurde. Viele Aspekte wurden nur oberflächlich angerissen oder plötzlich wieder fallengelassen, was der inneren Logik der Geschichte und insbesondere dem Spannungsbogen nicht gutgetan hat.
Fazit
Pagans überzeugt mit einer kreativen Grundidee und einem außergewöhnlichen Setting, doch bei der Ausführung hätte ich mir mehr Struktur, Tiefe und Klarheit gewünscht – sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Wer Freude an komplexen, sprachlich herausfordernden Fantasyromanen hat und bereit ist, sich aktiv in eine fremde Welt hineinzudenken, wird vielleicht einen Zugang zu diesem Buch finden.
Für meinen persönlichen Geschmack war das Leseerlebnis eher anstrengend als fesselnd. Ich vergebe daher 2,5 von 5 Sternen.

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