Platzhalter für Profilbild

borabora_be

aktives Lesejury-Mitglied
offline

borabora_be ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit borabora_be über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2018

Für Fans von historischen Krimis ein Muss

Höllenjazz in New Orleans
0

Im Jahre 1919 geht in New Orleans ein Mörder um, der sog. Axemann. Aus dieser wahren Begebenheit hat der Autor Ray Celestin eine spannende, fiktive Geschichte gesponnen, die viele der damals aktuelle Themen ...

Im Jahre 1919 geht in New Orleans ein Mörder um, der sog. Axemann. Aus dieser wahren Begebenheit hat der Autor Ray Celestin eine spannende, fiktive Geschichte gesponnen, die viele der damals aktuelle Themen vereinigt. Es geht um Rassentrennung, Korruption, Einwanderung, die Mafia und vieles mehr. Detective Michael Talbot wird damit beauftragt den Fall zu lösen. Zu gleicher Zeit ermittelt sein ehemaliger Partner Luca, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, wo er wegen Verbandelung mit der Mafia einsaß, sowie auch Detektiv-Assistentin Ida. Alle drei stoßen bald auf Fragmente der Wahrheit und geraten ins Visier des Täters.

Höllenjazz zeichnet ein wunderbares Bild der damaligen Zeit. Viele Einzelheiten geben dem Leser das Gefühl vor Ort dabei zu sein, wenn die sehr unterschiedlichen Ermittler versuchen den Fall zu lösen. Dadurch dass gleich 3 Personen den Mörder suchen, werden die allermeisten Leser sich mit einem der Ermittler identifizieren können. Mit dem kriminellen aber dennoch sympathischen Luca, der sich nach Ruhe sehnt. Mit der eigensinnigen Ida, die endlich selbst ermitteln möchte. Oder mit dem unglücklichen Detective Michael, der vor Allem seine Familie beschützen möchte. Jeder trägt zur Lösung des Falles bei und erlebt seine persönlichen Hochs und Tiefs währenddessen.

Durch den realen Ausgangspunkt des Axemans wird die Geschichte lebendig. Der Fall ist durchdacht und typisch für die Zeit. Höllenjazz ist eine spannende Story, für Fans von historischen Krimis ein Muss.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Politischer Umweltthriller, kein seichter Roman !

Das Eis
0

Zwei sehr gute Freunde, Sean und Tom, sichern sich ein kleines Stück Land auf Spitzbergen, das sie als begeisterte Arktisfans und Umweltaktivisten für ihre (guten) Zwecke einsetzen wollen. Politiker sowie ...

Zwei sehr gute Freunde, Sean und Tom, sichern sich ein kleines Stück Land auf Spitzbergen, das sie als begeisterte Arktisfans und Umweltaktivisten für ihre (guten) Zwecke einsetzen wollen. Politiker sowie die Geschäftspartner der beiden verfolgen jedoch anderen Ziele. Bei der Besichtigung einer nahe gelegenen Eishöhle passiert ein Unfall und Tom bleibt einige Jahre verschollen, bis das Eis ihn zufälligerweise wieder frei gibt. Nun folgt eine Untersuchung zu den Umständen des Unfalls.

Es dauert relativ lange bis man als Leser weiß, wo die Geschichte hingeht. Richtig spannend wird es ab dem zweiten Drittel, als die Hintergründe zum Landkauf deutlicher werden und auch die Beziehungen der vielen Charaktere untereinander klarer werden. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Geschichte Fahrt auf und verwandelt sich in einen politischen Umweltthriller. Kein ganz einfacher Stoff und sicherlich keine seichte Geschichte für Zwischendurch.

Ich war mir lange Zeit unsicher, ob ich den Protagonisten Sean eigentlich mag, was durchaus Absicht der Autorin ist. Durch viele kleine Hinweise und Andeutungen schwankt man ständig zwischen Sympathie und Argwohn. Ist Sean unschuldig am Unfall, wusste er um die Ziele seiner Geschäftspartner?

Das letzte Drittel ist durchaus das Beste. Spannend und voller Informationen, nach denen man am Anfang nur so lechzt um die Geschichte zu verstehen. Vieles stellt sich anders heraus, als man denkt und bringt Spannung und Überraschung rein. Letztendlich ist das Eis ein guter Thriller, der jedoch die volle Aufmerksamkeit seiner Leser verlangt.