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Veröffentlicht am 26.06.2018

Ein wunderbarer Sommerroman

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
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Eigentlich bin ich kein so großer Fan von sogenannter „Frauenliteratur“, wo die Geschichte für mich einfach zu schnell vorhersehbar ist. Aber für dieses Buch wurde so viel Werbung vom Verlag gemacht, außerdem ...

Eigentlich bin ich kein so großer Fan von sogenannter „Frauenliteratur“, wo die Geschichte für mich einfach zu schnell vorhersehbar ist. Aber für dieses Buch wurde so viel Werbung vom Verlag gemacht, außerdem hat die Autorin so gute Kritiken, dass ich neugierig wurde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Einerseits ist die Handlung schon sehr vorhersehbar, aber anderseits wurde ich so gut unterhalten, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Die Protagonistin Annika, Lehrerin für Musik und Geographie, ist ein Charakter, der für mich nicht sofort sympathisch war. Sie hat ihre Macken und das ist gut. Sie lebt ein geregeltes Leben, wohnt in einer 2er WG mit einer guten Freundin, hat zwei sehr nette Nachbarn und arbeitet an einem Gymnasium in sehr guter Lage. Sie macht ihren Job gut, aber auch nicht mehr. Annika liebt ihr ruhiges Leben und fällt aus allen Wolken, als sie in eine Problemschule versetzt wird. Erst suhlt sie sich im Selbstmitleid, bis sie anfängt alles dran zu setzen, dass nächste Schuljahr wieder in ihrem geliebten Gymnasium zu lehren. Dabei soll ihr, ihre Schulschwarm Tristan helfen und ihr Nachbar Sebastian. Aber alles entwickelt sich anders als geplant und dann steht sie mitten in einer Menage a trois.
Obwohl mir schon relativ früh klar war, wohin sich die Geschichte entwickelt, konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen. Der Schreibstil von Frau Hülsmann nahm mich sofort gefangen. Man ist direkt dabei wie sich die Protagonistin weiter entwickelt, wie sie zum Teil nicht immer die richtige Entscheidung trifft, aber auch wie sie über sich hinaus wächst. Dabei merkt man auch, dass die Autorin Hamburg sehr liebt. Nach dem Lesen des Romans hätte ich am liebsten sofort dort hingezogen. Die Atmosphäre des Romans ist trotz aller Schwierigkeiten, die Annika bestehen muss, positiv, hell und passt perfekt in den Sommer. Er enthält nur wenige Überraschungen und er ist trotzdem nicht langweilig. Für mich eine grandiose schriftstellerische Leistung. Ich glaube, ich werde ein Hülsmann Fan.

Veröffentlicht am 15.06.2018

Interessantes Thema und sehr schön illustriert

Heute schlaf ich anderswo
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Dies ist ein schönes Kinderbuch zu einem Thema, was vielleicht auf den ersten Blick nicht unbedingt ein wichtiges Thema ist. Aber jeder der Kinder hat, weiß, dass manchmal ein bisher unwichtiges Thema ...

Dies ist ein schönes Kinderbuch zu einem Thema, was vielleicht auf den ersten Blick nicht unbedingt ein wichtiges Thema ist. Aber jeder der Kinder hat, weiß, dass manchmal ein bisher unwichtiges Thema für die Kleinen lebenswichtig wird. So auch bei meiner 5 jährigen Tochter, bei der es plötzlich sehr wichtig ist, auch mal bei Freunden zu übernachten. Sie traut sich aber nicht und möchte nur, dass die Freunde zu ihr kommen.
Da passte das Buch über Jojo, dem es genauso geht gerade perfekt. Jojo ist ein selbstbewusster Junge, der im Kindergarten Freunde hat und auch gerne im Mittelpunkt steht. Nur als ihn seine Freundin Ida fragt, ob er bei ihr übernachten will, traut er sich nicht und sagt mit einer Ausrede ab. Jojo schwankt zwischen der Angst ohne seine Eltern die Nacht verbringen zu müssen und der Aussicht eine spannende Nacht mit seiner Freundin zu verbringen. Aber als ihm Ida ihren Geheimtrick zeigt, ein Kuscheltuch mit Mamageruch, kann er sich eine Nacht ohne Eltern sehr gut vorstellen.
Dieses Buch gefiel meiner Tochter und mir gleichermaßen. Jojo ist ein sympathischer Junge, der seine Angst nicht zeigen will, aber dann doch über seinen Schatten springt. Seine Gefühle sind kindgerecht und nachvollziehbar beschrieben. Ich glaube, meine Tochter konnte sich gut in ihn hinein versetzen.
Dazu passen auch sehr gut die schönen Illustrationen, die farbenfroh, aber eher in gedeckten Farben sind. Dadurch sticht es aus der großen Masse an Kinderbüchern heraus, die oft aus hellen Farben mit weißen Flächen bestehen. Das ist vielleicht ungewöhnlich, aber uns hat es gefallen. Ein großes Plus für mich ist, dass es nicht in den typischen geschlechterspezifischen Farben gestaltet ist. Auch bei den Protagonisten wird nicht, wie so oft, in diese typisch Mädchen, typisch Junge Falle.
Für meine Tochter und mich ein Kinderbuch, was alles hat, ein Thema, was Kinder im Kindergartenalter sehr beschäftigt, ansprechende Illustrationen und natürlich eine spannende Geschichte mit realistischen Charakteren.

Veröffentlicht am 12.06.2018

Neue und extravagante Modelle

Happy Feet
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Das Cover finde ich einfach einladend, tolle grüne Socken, eine schöne lachende Frau. Das drückt genau den Titel „Happy“ aus, Fröhlichkeit. Und das zieht sich durch das gesamte Buch, die Fotos von den ...

Das Cover finde ich einfach einladend, tolle grüne Socken, eine schöne lachende Frau. Das drückt genau den Titel „Happy“ aus, Fröhlichkeit. Und das zieht sich durch das gesamte Buch, die Fotos von den fertigen Socken sind professionell, bunt und haben mich zum losstricken eingeladen.
Es werden sehr unterschiedliche Sockenmodelle vorgestellt, welche mit Lochmuster, mehrfarbige Muster, Zopfmuster und andere. Danebn gibt es noch Stulpen, Overknees und Hausschuhe. Alles sehr abwechslungsreich. Wahrscheinlich gibt es kaum jemanden, dem alles gefällt, aber es findet jeder sich ein paar interessante Muster für sich. So wie ich auch.
Das Buch beginnt mit einem guten Überblick wie Socken aufgebaut sind, wie man die Größe ermittelt und kleine Tipps und Tricks. Leider diskriminiert das Buch Menschen mit großen Füßen, denn alle Sockenanleitungen werden höchstens in Größe 41 angegeben. Das ist wirklich schade, denn ich stricke sehr gerne auch Socken für meinen Mann. Das ist auch mein größter Kritikpunkt. Ansonsten inspiriert mich mal mehr Extravaganz zu versuchen und neue Wolle zu testen. Deshalb ist dieses Buch auch interessant für alle, die schon einige Sockenbücher im Schrank stehen haben.

Veröffentlicht am 07.06.2018

Anders als erwartet

Die Worte, die das Leben schreibt
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Auch, wenn der Klappentext hauptsächlich auf Magdalena und ihre ungewöhnliche Gabe eingeht, sie sieht auf dem Körper anderer Menschen verschiedene Ereignisse aus deren Leben geschrieben, ist sie nur eine ...

Auch, wenn der Klappentext hauptsächlich auf Magdalena und ihre ungewöhnliche Gabe eingeht, sie sieht auf dem Körper anderer Menschen verschiedene Ereignisse aus deren Leben geschrieben, ist sie nur eine von drei Protagonisten in diesem ungewöhnlichen Roman. Das ist zum anderen Richard, ehemaliger Lehrer, der bei seiner Tante aufwuchs und nun in Paris nach Beweisen sucht, dass seine Mutter ihn geliebt hat. Die dritte Person ist Neil, Richards Sohn, der zwar erfolgreich im Studium ist, aber seine Liebe sucht und Probleme mit seinem Vater hat.
Alle drei Charaktere sind miteinander verbunden, wie genau wird erst nach und nach im Roman klar. Die Handlung wechselt zwischen diesen drei Menschen und manchmal brauchte ich etwas Orientierungszeit, vor allem was die Zeitebenen betraf. Ich wusste nicht immer genau, was vor oder nach des Handlungsstranges des jeweils anderen Protagonisten passierte.
Auch wenn das Buch für mich eher eine Charakterstudie ist, als große Actionhandlung, habe ich das Lesen sehr genossen. Das lag zum großen Teil an dem oft schon poetischen Schreibstil der Autorin. Dies wird vielleicht nicht jeden gefallen. Aber ich war überrascht, wie gut ich mich auf diese Geschichte und deren ungewöhnlichen Stil einlassen konnte, obwohl ich sonst eher nicht so der große Literaturtyp bin. Auch die Charaktere sind ungewöhnlich und machen es einen nicht einfach. Sie haben Ecken und Kanten und ihre Entscheidungen waren für mich nicht immer einfach nachzuvollziehen.
Für mich insgesamt ein Roman, von dem man am besten nicht den Klappentext liest, denn dieser weckt falsche Erwartungen. Und sich einfach auf das Ungewöhnliche einlassen. Ein wenig enttäuscht hat mich das Ende, wo ich als Leser mit meinen Vermutungen und Überlegungen abrupt allein gelassen wurde. Dennoch war es ein Lesevergnügen für mich.

Veröffentlicht am 27.05.2018

Überraschend, Vielschichtig, Herausfordernd

Der dunkle Wald
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Diese Rezension bezieht sich auf das Hörbuch.
Selten habe ich so lange für ein Hörbuch gebraucht. Das lag nicht allein an der Länge, da hatte ich schon ganz andere Kaliber, sondern vor allem an der Vielschichtigkeit ...

Diese Rezension bezieht sich auf das Hörbuch.
Selten habe ich so lange für ein Hörbuch gebraucht. Das lag nicht allein an der Länge, da hatte ich schon ganz andere Kaliber, sondern vor allem an der Vielschichtigkeit des Romans. Wie auch schon im ersten Band darf man sich als Leser/Hörer mit einer Vielzahl von wissenschaftlichen Ideen und Theorien auseinandersetzen. Für mich wahnsinnig interessant, aber auch anstrengend immer zu folgen. Besonders zu Beginn hatte ich große Probleme die Namen und Personen zu zuorden. Ich könnte mir vorstellen, dass das beim Lesen einfacher ist, als beim hören, da ich die Namen nicht vor mir sah und mir auch selten vorstellen konnte wie sie geschrieben werden. Ich konzentrierte mich dann einfach auf die Protagonisten. Aber auch die verschiedenen Handlungsstränge und Abzweigungen, die ich anfangs nicht nachvollziehen konnte, forderten mich zu Beginn sehr heraus und ich kam nur langsam voran. Aber irgendwann ist der Knoten geplatzt und ich konnte Cixin Liu vielschichtigen Science Fiction Welt folgen.
Im Mittelpunkt steht hier das „Wandschauer-Projekt“ und mittels Kälteschlaf der Wandschauer und Wandbrecher über mehrere Jahrhunderte verfolgt werden kann. Der Autor hält viele Wendungen und Überraschungen bereit, so dass man als Leser die Handlung auf keinen Fall voraussehen kann. Ich konnte beim Hören nur staunend folgen. Das Ende hat mich vollends überrascht und ich kann den dritten Teil kaum erwarten, der ja leider noch sehr lange auf sich warten lässt.
Der Sprecher Mark Bremer macht einen sehr guten Job. Ich mag seine Stimme und vor allem verstellt er diese nicht künstlich, wenn er zwischen den Protagonisten wechselt. Er spricht das Hörbuch unaufgeregt, aber dennoch gut betont.
Eine Kritik hätte ich an die Übersetzerin, denn manchmal ist weniger mehr. Irgendwie bin ich immer an dem Wort „Wandschauer“ hängen geblieben, die wörtliche Übersetzung von „Wallfacer“. Für mich klingt es merkwürdig, da hätte ich es besser gefunden einfach die englische Übersetzung zu lassen oder vielleicht das chinesische Wort?
Für mich eine Reihe, bei der sich Naturwissenschaft und Philosophie gekonnt die Hand geben.