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Veröffentlicht am 05.05.2018

Sehr interessante und spannende Mondwelt

Artemis
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Ich gehöre zu den wenigen, die Andy Weir ersten Roman „Der Marsianer“ noch nicht kennen und bin deshalb relativ offen und ohne große Erwartungen an den Roman herangegangen. Andy Weir entführt den Leser ...

Ich gehöre zu den wenigen, die Andy Weir ersten Roman „Der Marsianer“ noch nicht kennen und bin deshalb relativ offen und ohne große Erwartungen an den Roman herangegangen. Andy Weir entführt den Leser nach Artemis, der einzigen Stadt auf den Mond. Dort lebt Jazz, eine junge Frau und Schmugglerin. Ein neuer Auftrag verspricht einen guten Gewinn, also lässt sie sich auf das illegale Geschäft ein, nichts ahnend, dass sie damit nicht nur sich in Gefahr bringt.
Da ich das Buch als gekürzte Hörbuchfassung gehört habe, bezieht sich meine Rezension darauf.
Mit der Protagonistin Jazz hatte ich so meine Probleme. Sie ist Mitte 20, benimmt sich aber auch oft wie ein Teenager, z.B. handelt sie oft ohne die Konsequenzen zu bedenken oder sie sind ihr egal. Ihre Entscheidungen konnte ich oft nicht ganz nachvollziehen. Außerdem fährt sie sehr schnell aus ihrer Haut. Für mich ist sie deshalb kein einfacher Charakter, mit dem ich sofort mitfühlen konnte.
Durch einen Briefwechsel zwischen Jazz und Calvin, der im Roman immer wieder eingestreut wird, hat es der Autor aber auch geschafft, eine einfühlsamere Seite von Jazz zu zeigen. Und sie gewinnt dadurch mehr an Tiefe. Am Ende kann man eine Entwicklung von Jazz erkennen ohne dass sie ihre typische Art verliert.
Was mir aber besonders gut an dem Roman gefallen hat, war Artemis. Andy Weir hat diese Stadt einfach wunderbar geschrieben, für jede Kleinigkeit hat er eine logische Erklärung. Die Technik, das Design, ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Denn ich liebe Science Fiction Literatur, wo der Autor sich auch auf die Details konzentriert und nicht nur auf die Handlung, denn genau diese Zukunftswissenschaft macht für mich das Genre aus. Und das ist Andy Weir sehr gut gelungen.
Mir hat der Roman, bis auf einige Schwächen bei der Protagonistin sehr gut gefallen. Dazu zählt auch die Sprecherin Gabrielle Pietermann, die sehr gut zur aufbrausenden Protagonistin passte. Pietermann betonte sie sehr gut, ohne zu übertreiben.

Veröffentlicht am 20.04.2018

Gute Idee, oberflächlich umgesetzt

Blood Destiny - Bloodfire
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„Blood Destiny“ ist eine neue Gestaltwandlerreihe aus dem Lyx Verlag. Zu Anfangs sei gleich erwähnt, dass diese Gestaltwandler nichts mit der Reihe von Nalini Singh aus dem gleichen Verlag gemeinsam haben. ...

„Blood Destiny“ ist eine neue Gestaltwandlerreihe aus dem Lyx Verlag. Zu Anfangs sei gleich erwähnt, dass diese Gestaltwandler nichts mit der Reihe von Nalini Singh aus dem gleichen Verlag gemeinsam haben. Es ist eine vollständig andere Welt, die Helen Harper hier vorstellt.
Im Mittelpunkt steht Mackenzie Smith, eine junge Frau, die seit Kindertagen bei einem Gestaltwandlerrudel in Cornwall lebt. Eigentlich ist es verboten, dass magische Wesen zu den die Gestaltwandler zählen, Menschen aufnehmen und diese so von ihren Geheimnissen wissen. Aber Mack bildet nicht nur deshalb eine große Besonderheit. Sie ist eine starke Kämpferin und fühlt im Kampf ein Blutfeuer in sich, dass sie kaum zähmen kann. Der Mord an ihrem Rudelführer, der fast wie ein Vater für Mack war, ändert alles. Die Bruderschaft, eine Art Gestaltwandlerpolizei taucht auf und Mack muss alles tun, damit sie nicht als Mensch enttarnt wird.
Die Idee und der Plot gefielen mir sehr gut. Leider fand ich die Umsetzung mangelhaft. Zum einen die Protagonistin, sie ist jung, aber sie verhält sich so unüberlegt, egoistisch (sie meint sie tut alles fürs Rudel, aber es ist nur ihre Rache, die zählt) und oft nicht nachvollziehbar für mich. Dazu kommt, dass die Autorin für mich alles sehr oberflächlich beschreibt. Da ist zum Beispiel der Handlungsort Cornwall und der Turm, wo alle leben. Ich konnte es mir kaum vorstellen. Auch die Gesellschaftsstruktur der Gestaltwandler blieb mir fremd, wieso schlafen sie in großen Schlafräumen, gibt es traditionelle Familien, gibt es Kinder? Daneben gibt es in dieser Welt scheinbar alle Fantasiewesen, die man sich vorstellen kann, Feen, Wichtel, Gottheiten, aber woher sie kommen, was sie auf der Erde machen, keine Ahnung. Aber Mack scheint das auch nicht zu interessieren, sie muss sich alle Infos im Internet suchen. Ich weiß bis jetzt auch nicht was die Gestaltwandler den ganzen Tag so machen, außer Feen und andere Wesen davon abzuhalten Unsinn anzustellen. Da zählt dann auch nur die Methode „hau drauf und frag nachher“.
Das ist wirklich schade, denn das Buch ist wirklich spannend geschrieben, aber mir einfach zu oberflächlich. Kann sein, dass man in den Folgebänden mehr erfährt, aber ich vermute eigentlich nicht, dafür legt die Autorin einfach zu wenig Liebe ins Detail. Wer eine Geschichte mit vielen spannenden Kämpfen und wenig Hintergrundinformation braucht, der ist mit dieser Reihe gut beraten.

Veröffentlicht am 26.03.2018

Authentische Atmosphäre

Der Mann, der nicht mitspielt. Hollywood 1921: Hardy Engels erster Fall
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Hardy Engel, Deutscher, ist nach Hollywood gekommen, um als Schauspieler zu arbeiten. Da es mit der Kariere nicht so richtig klappt, verdient er sich seinen Unterhalt als Privatdetektiv. Er wird von Pepper ...

Hardy Engel, Deutscher, ist nach Hollywood gekommen, um als Schauspieler zu arbeiten. Da es mit der Kariere nicht so richtig klappt, verdient er sich seinen Unterhalt als Privatdetektiv. Er wird von Pepper Murphy engagiert die Schauspielerin Virginia Rappe zu finden. Sie ist seit ein paar Tagen verschwunden. In San Francisco findet Hardy sie bei einer Party von Fatty Arbuckle. Virginia geht es schlecht und kurz darauf ist sie tot. Hardy ist damit in einen der größten Skandale der 20er Jahre in Hollywood verstrickt.
Hardy Engel entdeckt immer mehr wie tief der Sumpf in Hollywood ist, keiner scheint wirklich an der Wahrheit interessiert zu sein. Dennoch er gibt nicht auf um rauszufinden wie und warum Virginia Rappe sterben musste. In Deutschland war Polizist und Soldat, für diesen Fall braucht er alle seine Erfahrungen und Kenntnisse.
Der Autor Christof Weigold hat sich für sein Buch einen bekannten Skandal aus Hollywood der frühen Jahre ausgesucht, bekannt als der Arbuckle Skandal. Um diesen Skandal hat er seine komplizierte Geschichte gesponnen. Viele verschiedene Fäden spinnen die Geschichte. Immer wieder wird Hardy aber auch der Leser auf falsche Fährten gelockt. Irgendwann fand ich es aber zuviel. Kaum einer der Charaktere war sympathisch, alle hatten irgendwie Hintergedanken und wenig Interesse am Schicksal einer jungen toten Frau. Es wird über Leichen gegangen. Trotz der Grausamkeiten ging mir das nicht nahe. Ich wollte auch wissen, was nun wirklich passiert ist, aber das Schicksal der einzelnen ging mir nicht nahe. Schade, denn der Autor fängt ansonsten sehr gut die Atmosphäre dieser Zeit ein. Man lernt einiges über die Hintergründe der Studiobosse, ihre Macht, Drogen, Alkohol und das Frauen nur nach ihrem Äußeren beurteilt werden.
Ich habe das Hörbuch des Roman gehört. Uve Teschner, den ich schon aus anderen Hörbüchern kenne, macht einen sehr guten Job. Er betont die verschiedenen Charaktere sehr gut, ohne zu übertreiben. Was mich störte waren die Pausen, vor allem mitten in Dialogen. Ich weiß nicht genau an was das lag, vielleicht hatte mein MP3-Player zwischen den einzelnen Kapiteln kurz Pause machen musste, aber warum macht man einzelne Abschnitte mitten im Dialog?
Insgesamt ein interessantes und auch spannendes Hörbuch, was aber verstrickter ist, als wirklich notwendig und auch die Charaktere hätten meiner Meinung etwas mehr Abwechslung verdient. Ich bin trotzdem gespannt, welchen nächsten Fall Hardy Engel bestreiten muss.

Veröffentlicht am 22.03.2018

Großartige vielschichte Welt

Die Klinge des Schicksals
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Das Buch ist schon ein echter Hingucker, in dunklen Tönen gehalten mit leichter Prägung und auch der Buchschnitt ist in dunklem Rot, richtig schön. Auf den Innenseiten der Buchhülle sind Karten des Reiches ...

Das Buch ist schon ein echter Hingucker, in dunklen Tönen gehalten mit leichter Prägung und auch der Buchschnitt ist in dunklem Rot, richtig schön. Auf den Innenseiten der Buchhülle sind Karten des Reiches gezeichnet.
Markus Heitz habe ich durch seine Thriller kennengelernt. Ich mag seinen Schreibstil und seine sympathischen Charaktere. Schon immer wollte ich mal ein High Fantasy Buch von ihm lesen. Und da passte dies sehr gut, denn es ist eine ganz neue Welt, die er erschaffen hat, man braucht also keine Vorkenntnisse. Und es ist als eine neue Reihe aufgebaut, obwohl das Ende des Buches dafür Stoff liefert.
Es ist eine ungewöhnliche Protagonistin, die den Roman bestimmt. Danèstra , eine um die sechzigjährige Frau, Mutter von 4 Kindern und die Klinge des Schicksals. Das Schicksal oder eine höhere Macht sorgt dafür, dass Danèstra immer wieder, wenn sie schläft an einen Ort springt, um Unschuldige zu retten. Als sie zu der hochschwangeren Kalenia springt, die gerade überfallen wird, entpuppt sich dieser Auftrag als der gefährlichste nicht nur für Danèstra, sondern für das gesamte Reich.
Ich muss sagen, es war erst einmal etwas kompliziert die verschiedenen Reiche mit ihren sehr unterschiedlichen Bewohnern am Anfang zu unterscheiden. Aber das tat der Geschichte keinen Abbruch, denn es ging schon gleich richtig los und der Spannungsbogen war bis zum Ende hoch. In der zweiten Hälfte des Buches fiel es mir sehr schwer das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Mir gefiel en Grauschattierungen, es gibt kein einfaches schwarz/weiß, gut und böse. Beide Seiten sind grausam und Danèstra ist zwischen allen Stühlen. Sie ist wirklich ein sympathischer Charakter, die auch Schwächen zeigt, trotz ihrer Kraft und Aufgabe. Aber auch ihre Begleiter wuchsen mit ans Herz und ich war am Ende sehr traurig, sie verlassen zu müssen. Vielleicht ändert Markus Heitz doch seine Meinung und es gibt weitere Romane mit dieser Welt, denn er hat sich so viel Mühe bei der Gestaltung der Welt gemacht, da wäre es schade, wenn es nur einen Roman darüber gibt.
Es hat richtig Spass gemacht den Roman zu lesen. Die verschiedenen Handlungsstränge sorgen für Abwechslung und Spannung. Immer wieder wurde ich überrascht von unvorhergesehenen Wendungen. Es ist zum Teil sehr düster und brutal, viele verschiedene Horrorgestalten finden hier ein Zuhause. Es wird nie langweilig. Der Schreibstil sorgt für einen flüssigen Lesefluss. Ein großartiger Fantasyroman, den ich gerne weiter empfehle.

Veröffentlicht am 22.03.2018

Ich bin beeindruckt

Ich bin der Hass
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Dies ist mein erster Ethan Cross und ich bereue etwas vor diesem Teil nicht die ersten vier Teile gelesen zu haben. Das werde ich nachholen. Die Reihe lebt vor allem von den Protagonisten. Ackermann und ...

Dies ist mein erster Ethan Cross und ich bereue etwas vor diesem Teil nicht die ersten vier Teile gelesen zu haben. Das werde ich nachholen. Die Reihe lebt vor allem von den Protagonisten. Ackermann und Marcus sind wirklich ein außergewöhnliches Brüder und Ermittlerpaar. Ihre ganz eigene Geschichte finde ich spannender als der eigentliche Fall, obwohl der auch einige Highlights bietet.
Ein neuer Serientäter verängstigt die Menschen. Er nennt sich der Gladiator und hat es auf junge Frauen abgesehen. Marcus und sein Team versuchen ihn zu schnappen, was schwieriger ist als gedacht. Informationen erhoffen sie sich von einem anderen Serientäter Demon. Dieser soll in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt werden. Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen, gelingt Demon die Flucht.
Nach und nach zeigt sich welcher absurder und grausamer Plan hinter allem steckt und selbst Marcus Team kommt an seine Grenzen. Neben der komplexen Handlung, die meiner Meinung manchmal etwas viele Abzweigungen hatte, die für die Geschichte nicht nötig sind, gefiel mir vor allem der Charakter Ackermann. Sein Witz, seine Ruhe und seine Intelligenz sind wirklich erfrischend. Er ist wirklich das Highlight des Romanes.
Ich habe den Roman als Hörbuch genossen, dabei hatte ich aber das Gefühl, dass zuviel gekürzt wurde. Die Sprünge in der Handlung sind oft abrupt und der Faden der Handlung manchmal für mich nicht logisch weitergeführt. Das ist wirklich schade und nahm mir etwas den Hörgenuss. Großartig war dagegen der Sprecher, der so gut die einzelnen Charaktere betonte und für eine spannende Atmosphäre sorgte.

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