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Veröffentlicht am 19.04.2019

Ella Martin in Schottland

Canterbury Symphony
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Ella Martin braucht ein wenig Abstand. Ihre Beziehung zu Detective Inspector Alex Drake kriselt und eine Trennung ist nicht ausgeschlossen. Von daher kommt sie der Bitte ihres Freundes und Pub-Besitzers ...

Ella Martin braucht ein wenig Abstand. Ihre Beziehung zu Detective Inspector Alex Drake kriselt und eine Trennung ist nicht ausgeschlossen. Von daher kommt sie der Bitte ihres Freundes und Pub-Besitzers Canny sehr gerne nach, seine Tante Flora in einer Wohngemeinschaft in Schottland zu besuchen. Tante Flora hat ihren Neffen um Hilfe gebeten, denn scheinbar wird in der Wohngemeinschaft gestohlen. Die Leiterin jedoch bezichtigt die alte Dame langsam dement zu werden. Ella soll daher hinfahren und nach dem Rechten sehen. Schnell wird Ella klar, Tante Flora ist keineswegs dement, sondern sehr fit. Doch statt langer Spaziergänge und gemütlichen Schreibabenden sieht sich Ela nicht nur mit Diebstählen konfrontiert. Auch ein möglicher Mord steht auf einmal im Raum. Doch wer könnte dafür verantwortlich sein? Etwas zu verbergen, scheinen viele der Personen rund um Scorrybreac House, doch wer trachtet auch Ella nach dem Leben?

Ella Martin erlebt in Canterbury Symphony bereits ihr 5. Abenteuer. Um ihrem Freund und Pubbesitzer Canny einen Gefallen zu tun, zeitgleich aber auch etwas Abstand zu DI Alex Drake zu gewinnen, begibt sich Ella auf Spurensuche nach Schottland. Die Autorin Gitte Edelmann beschreibt echt einfühlsam, wie es Ella geht, die ich als Leserin nun bereits bei ihrem 5. Abenteuer begleiten durfte. Aber auch die Landschaftsberichte und –beschreibungen zauberten ein sehr schönes Kopfkino, so dass man in den Krimi eintauchen und sich wohlfühlen kann. Der Krimi ist sehr ruhig und kommt ohne blutige Szenen aus. Es handelt sich um einen Cosy Crime. In diesen Büchern geht es eher ruhig und beschaulich zu. Wortwitz steht ebenso im Vordergrund wie ländliche Beschreibungen.

Ella versucht, sich vorsichtig in die Wohngemeinschaft zu integrieren. Befragt alle Bewohner und Mitarbeiter nach ihren Beobachtungen und kombiniert. Als Leserin schaute ich Ella über die Schulter und konnte mir selbst meine Gedanken machen. Leider hatte ich viel zu schnell eine/n Verdächtige/n, welche/r am Ende sogar stimmte. Nichtsdestotrotz freute ich mich über das Wiedersehen mit Ella und auch wenn das Buch ein abgeschlossenes Ende aufweist, hoffe ich doch, dass es noch weitergehen wird mit Ella Martin.

Die Geschichte kann man unabhängig von den anderen Bänden lesen. Der Fall ist in sich abgeschlossen, lediglich die zwischenmenschlichen Beziehungen, gerade zwischen Ella und Alex ziehen sich wie ein roter Faden durch die Bücher.

Fazit:
Ein schönes Wiedersehen mit Ella Martin, die es dieses Mal nach Schottland verschlagen hat. Der Fall war etwas leicht zu durchschauen, dennoch hatte ich viel Spaß, gemeinsam mit Ella durch Schottland zu wandern.

Veröffentlicht am 19.04.2019

Freiheit, Frieden, Menschenrechte und Demokratie

Lady Liberty
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Camille St. Laurent hat nur einen Wunsch. Als Journalistin arbeiten und anerkannt werden. Doch als Frau hat man es schwer, gerade in Paris im Jahre 1885. Doch dann bietet sich ihr eine einmalige Chance. ...

Camille St. Laurent hat nur einen Wunsch. Als Journalistin arbeiten und anerkannt werden. Doch als Frau hat man es schwer, gerade in Paris im Jahre 1885. Doch dann bietet sich ihr eine einmalige Chance. Sie soll über die Ankunft, den Aufbau und die Einweihung der Freiheitsstatue berichten.
In Amerika angekommen, stellt ihr der Zeitungsverleger Joseph Pulitzer einen irischen Kollegen zur Seite. Dieser interessiert sich nicht nur für die Freiheitsstatue. Vielmehr beschäftigt ihn ein ungeklärter Mord, der wohl mit dem Sockelbau für die Freiheitsstatue in Verbindung steht. Als ein weiterer Mord geschieht, begeben sich Camille und Patrick in tödliche Gefahr…

Noch heute gilt die Freiheitsstatue, die 1984 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde, als ein Symbol der Freiheit, des Friedens, der Menschenrechte, Abschaffung der Sklaverei und Demokratie. Trotz ihres Alters hat sie nichts von ihrem Charme und ihrer Faszination eingebüßt. Diese Stärke wird von Annabelle Tilly in diesem Roman eingefangen und dem Leser mitgegeben. Ich hatte zunächst Zweifel, wie die Geschichte auf mich wirken würde und war jedoch nach wenigen Seiten in einem Lesesog, der mit nicht nur mitriss, sondern zudem immer mehr begeisterte.
Als Leserin durfte ich zunächst Camille kennenlernen, die in Paris eine sehr moderne Einstellung zur Rolle der Frau hat und damit oft aneckt. Die Reise nach Amerika bietet ihr die Chance, sich zu beweisen. Zeitgleich wurde Patrick vorgestellt, der als Reporter arbeitet, dabei aber nicht in alt-hergebrachten Ansichten verankert ist, sondern auch durchaus über den Tellerrand blickt und sich für Schwächere einsetzt.
Natürlich steht Lady Liberty im Fokus des Romans und doch gibt es viele weitere Schauplätze, die sich rund um die Dame ranken. In dem Buch vereinen sich Krimi, historischer Roman sowie eine kleine Liebesgeschichte und bietet damit viel Abwechslung. Mir hat das Buch sehr gefallen. War ich noch zu Beginn etwas skeptisch, wich die Skepsis bald und machte der Begeisterung Platz. Es machte Spaß, New York durch die Augen einer Pariserin zu entdecken, mit ihr durch die Straßen zu bummeln und die Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Fazit:
Eine spannende Reise nach Amerika, bei der man nicht nur Lady Liberty, sondern auch New York City im 19. Jahrhundert ein wenig besser kennenlernen kann und dabei bestens unterhalten wird. Ein Buch zum Eintauchen, Entspannen, Entdecken und Mitfiebern.

Veröffentlicht am 15.04.2019

Ein nichtalltägliches Buch

»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«
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Hans Fredenbeck, Vollblutbeamter, der mehr mit seiner Arbeit als mit seiner Frau verheiratet ist, gewährt dem geneigten Zuschauer oder Leser einen Einblick in seinen Alltag. In einem schier unendlich erscheinenden ...

Hans Fredenbeck, Vollblutbeamter, der mehr mit seiner Arbeit als mit seiner Frau verheiratet ist, gewährt dem geneigten Zuschauer oder Leser einen Einblick in seinen Alltag. In einem schier unendlich erscheinenden Monolog, bei dem er aber immer wieder das Publikum anspricht, sich zwischendurch aber auch einmal verliert, berichtet er von dem, was ihn alles beschäftigt. Zwischen Aktenzeichen, Dienstverordnungen, Briefen, Faxen und statistischen Erhebungen grübelt er über die Bedeutung eines Eintrags in seinem Kalender nach. SHz. Was mag das wohl bedeuten? Hat es überhaupt eine Bedeutung?

Carsten Heymann organisiert 20 Jahre nach dem Abi ein Klassentreffen. Natürlich steht auch Marina auf seiner Telefonliste. Marina, mit der er vor 20 Jahren ein kleines Techtelmechtel hatte. Doch auch wenn das Telefonat zunächst locker und lustig beginnt, triftet es schon bald in tragische Sphären ab. Denn Marina hat so einige Schicksalsschläge hinter sich, nicht nur mit ihrem Ex-Mann Holger.

Das erste Theaterstück macht es seinem Leser nicht einfach. Der schier endlose Monolog wirkt zeitweise ermüdend, so dass ich das Stück nicht in einem Zug lesen konnte. Ich könnte es mir aber gut auf der Bühne vorstellen, bei dem es etwas locker, aktiver präsentiert wird. Fredenbek hat eine ganz eigene Art entwickelt, bei der sich verstaubtes Beamtentum mit trockenem Humor paart. Diese Mischung gefiel mir sehr gut, weswegen ich es mir auch gut auf einer Bühne vorstellen könnte.

Das zweite Stück ist unabhängig vom ersten und besteht vorwiegend aus einem Dialog in Form eines Telefonats. Zwischendrin einige Regieanweisungen oder Einwürfe von Mitreisenden. Marina freut sich zunächst über den Anruf von Carsten, wird aber bald melancholisch und triftet gedanklich in die Vergangenheit ab. Leser und Zuhörer bleiben am Ball, wollen wissen, wie es weiter geht, was Marina erlebt hat und wie es jetzt mit Carsten weiter geht, zumal das Telefonat immer wieder unterbrochen wird. Der Text lässt sich deutlich leichter und schneller lesen. Kurze Sätze und die Dialogform lassen einen schnellen Lesefluss zu und so ist man bald durch mit dem Stück, das man eigentlich gar nicht so schnell beenden wollte.

Fazit:
Auch wenn mich der einzigartige Humor von Hans Fredenbek begeistern konnte, gefällt mir das zweite Stück doch etwas besser. Auf der Bühne könnte ich mir beide Stücke sehr gut vorstellen, das zweite sogar als richtigen Roman. Der Autor versteht es, geschickt mehrere Komponenten miteinander zu verknüpfen und dabei authentisch zu bleiben. Witz und Tragik gehen hier Hand in Hand.

Veröffentlicht am 04.04.2019

Monsterstarke Freundschaft

Fjelle und Emil - Monstermäßig beste Freunde
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Emil ist eigentlich ein ganz normaler kleiner Junge. Er geht mit seinen Freunden in die örtliche Grundschule und doch gibt es etwas, das ihn zu einem besonderen kleinen Jungen macht. Emils bester Freund ...

Emil ist eigentlich ein ganz normaler kleiner Junge. Er geht mit seinen Freunden in die örtliche Grundschule und doch gibt es etwas, das ihn zu einem besonderen kleinen Jungen macht. Emils bester Freund heißt Fjelle und Fjelle ist ein Monster.

Aber ein liebes Monster, das die Gefühle der Menschen in seiner Nähe verstärkt wiederspiegelt. In dem kleinen Örtchen Flusenbek kennt jeder Fjelle und Emil und so ist es auch kein Problem, wenn die beiden zusammen zur Schule gehen.
Bis eines Tages ein neuer Direktor an die Schule kommt. Dieser hat eine starke Abneigung gegen Fjelle und möchte ihn von der Schule, am besten sogar aus Flusenbek, verbannen. Um das zu Erreichen denkt er sich jede Menge Gemeinheiten aus und Fjelle und Emil müssen beweisen, dass Freundschaft über alles geht.

Das Buch ist zauberhaft geschrieben. Fjelle ist ein tapsiges Monster, das vor allem Petersilie liebt. Er tut niemandem etwas und ist der beste Freund von Emil. Durch die Gemeinheiten des neuen Direktors jedoch, wird die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt. Die Geschichte spricht unterschwellig viele Themen an, die auch schon Kinder in der Grundschule beschäftigen, auch wenn sie das bewusst nicht merken. Neben Gewalt, Lügen, Mobbing und Ausgrenzung, werden auch Toleranz und Freundschaft ein den Raum geworfen. Fjelle und Emil stehen dabei im Vordergrund und müssen sich beweisen.

Der Text ist dabei einfach gehalten, so dass ein Grundschulkind ihn problemlos lesen oder vorgelesen bekommen kann. Meine große Tochter (7) war von der Idee, mit einem Monster in die Schule zu gehen und dort gemeinsam die Schulbank zu drücken, ganz angetan. Die Gemeinheiten des Direktors mochte sie nicht, suchte nach Vergleichen in ihrer eigenen Schule und machte sich Gedanken, wie Fjelle und Emil wohl am besten reagieren sollten.
Der ganze Text wird mit schönen s/w-Illustrationen ergänzt.

Fazit:
Uns hat das Buch sehr gut gefallen. Fjelle ist zu einem Lieblingsmonster bei meiner Tochter geworden und wir freuen uns schon auf das nächste Abenteuer mit Emil und Fjelle, was hoffentlich bald erscheinen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover "Fjelle und Emil"
  • Cover "Böse Jungs"
  • Bastelspaß
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 04.04.2019

"Und wenn ich gar nicht fliegen kann?"

Die geheime Drachenschule - Der Drache mit den silbernen Hörnern
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Endlich ist Henry auf der geheimen Drachenschule angekommen. Er hat Freunde gefunden, aber noch viel wichtiger, einen Drachen, zu dem er ein magisches Band knüpfen kann. Phönix ist zeitgleich auch sein ...

Endlich ist Henry auf der geheimen Drachenschule angekommen. Er hat Freunde gefunden, aber noch viel wichtiger, einen Drachen, zu dem er ein magisches Band knüpfen kann. Phönix ist zeitgleich auch sein bester Freund und als Henry in die Übungen für Drachenball reinstolpert, ist beiden klar, das möchten sie auch machen. Aber sie brauchen ein Team.

Und während Henry noch mit seinen Freunden ein Team zusammenstellt und mit dem Training beginnt, suchen ihn plötzlich seltsame Träume heim. Ein fremder Drache, ausgerechnet ein verschollen geglaubter Blattfinger scheint um Hilfe zu rufen. Immer wieder kehren diese Träume zu Henry zurück. Aber was ist dran? Ist wirklich ein Drache in Gefahr? Und können Henry und seine Freunde ihm helfen?

Lange habe ich auf die Fortsetzung gewartet. Nachdem mir der erste Band schon sehr gut gefallen hat, war ich gespannt, wie es mit Henry und dem jungen Drachen Phönix weiter gehen wird. Jetzt war es endlich soweit und ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt. Zwar hatte ich die Geschichte sehr schnell gelesen gehabt, jedoch spricht das nur für die hohe Spannung, die dem Ganzen innewohnt. Henry ist ein durchschnittlicher Junge mit einer untypischen Begabung. Auch er hat die Probleme, die Jungs in seinem Alter so haben. Mit seinen Freunden baut er so langsam eine echte Freundschaft auf, wobei er auch noch viel lernen muss.

Zu seinem Drachen verbindet ihn eine ganz andere, besondere Art der Freundschaft. Als ihn der Hilfeschrei eines fremden Drachen ereilt, stolpert er in ein spannendes, aber auch sehr gefährliches Abenteuer.

Das Buch ist für eine Altersklasse zwischen 9 und 11 Jahren geeignet. Erwachsene Leser werden aber ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Mir hat die Geschichte wieder sehr gut gefallen. Der Text ist mit einigen e/w-Illustrationen angereichert, die den Text ergänzen. Auch gibt es wieder einen kleinen Auszug aus der Drachenheilkunde von William Mayweed.

Fazit:
Kaum hatte ich mit der Geschichte angefangen, befand ich mich in einem regelrechten Lesesog, bei dem sich Spannung mit Situationskomik abwechselte und dabei einen wichtigen Einblick in eine wahre Freundschaft, Teamgeist und Vertrauen gab. Ich freue mich schon jetzt auf eine baldige Fortsetzung.