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Veröffentlicht am 10.09.2024

Spannend, atmosphärisch und komplex

RAUCH
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Eine Clique von fünf Freunden aus Studientagen reist auf die Westmännerinseln zum Begräbnis einer Freundin aus dem Studentenwohnheim. Besonders Trausti, der inzwischen in den USA lebt, freut sich über ...

Eine Clique von fünf Freunden aus Studientagen reist auf die Westmännerinseln zum Begräbnis einer Freundin aus dem Studentenwohnheim. Besonders Trausti, der inzwischen in den USA lebt, freut sich über das Wiedersehen und es ist seine Perspektive, aus der auf der einen Zeitebene erzählt wird. Die zweite Zeitebene spielt einige Tage später und die Ereignisse werden dem Leser aus Idunns Sicht geschildert, die Rechtsmedizinerin, die von Reykjavik auf die Inseln reist, um zwei Tote zu untersuchen.

Es entstehen Diskussionen und Spannungen innerhalb der Clique und Misstrauen und Chaos nehmen während der Tage im Ferienhaus immer mehr zu. Es kommt zu Handlungen, die auf der zweiten Zeitebene zu polizeilichen Ermittlungen führen. Idunn und ihr Team haben es mit verwirrenden Erkenntnissen zu tun. Und Idunn, die von den Westmännerinseln stammt und gehofft hatte, nicht mit ihrer Familie konfrontiert zu werden, macht die Begegnung mit Alexandra zu schaffen, ihrer Halbschwester.
Die beiden Zeitebenen im Abstand einiger Tage wechseln sich ab und erhöhen so die Spannung ganz erheblich. Obwohl klar ist, dass die Ermittlungen mit der Clique zu tun haben müssen, erschließt sich dem Leser zunächst nicht, was genau vorgefallen ist.

Yrsa Sigurdardóttirs Schreibstil ist fesselnd und eindringlich und auch die Westmännerinseln und das unberechenbare Wetter dort werden von der Autorin wieder eindrücklich beschrieben. Wie immer in ihren Island-Romanen, spielen Natur und Wetter eine wichtige Rolle und tragen zur bedrohlichen Stimmung bei.

Die Geschichte ist gekonnt konstruiert, komplex, voller Wendungen und Überraschungen bis zum Ende. Mir hat der Thriller sehr gut gefallen, er hat mich bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Sehr spannend, düster, komplex und überraschend

Bis in alle Endlichkeit
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Das düstere Cover mit dem auffällig in Rot dargestellten Titel passt zum Buch. Sehr gut gefällt mir, dass der Einband direkt bedruckt wurde und ein Schutzumschlag sich so erübrigt.

Privatdetektiv Lee ...

Das düstere Cover mit dem auffällig in Rot dargestellten Titel passt zum Buch. Sehr gut gefällt mir, dass der Einband direkt bedruckt wurde und ein Schutzumschlag sich so erübrigt.

Privatdetektiv Lee Crowe findet früh am Morgen vor einem Hochhaus in einer heruntergekommenen Gegend San Franciscos eine tote junge Frau auf dem Autodach einer Luxuslimousine. Er macht Fotos, um sie an die Medien zu verkaufen. Er lässt keine Gelegenheit aus, Geld zu verdienen, obwohl er gerade einen großen Auftrag beendet, der sich über Wochen erstreckt hat. Seine Methoden hierbei zeichnen das Bild eines professionellen und cleveren Ermittlers, der hartnäckig und ohne Skrupel sein Ziel verfolgt.
Sein nächster Auftrag kommt von der Mutter der toten jungen Frau. Sie kann nicht glauben, dass ihre Tochter Selbstmord begangen hat, wie die Polizei schnell schlussfolgert. Lee nimmt Ermittlungen auf, die sich zuerst mühsam gestalten, viele Fragen aufwerfen und allmählich Unglaubliches zu Tage fördern.

James Kestrel schreibt bildhaft und fesselnd, schafft eine düstere Atmosphäre um Lees Ermittlungen, vermittelt aber auch die Schönheit der Küstenlandschaft nördlich von San Francisco. Erzählt wird aus Lees Ich-Perspektive, die Figurenzeichnung ist gelungen und wird immer komplexer, auch durch die Thematisierung seiner persönlichen und beruflichen Niederlagen in der Vergangenheit. Der gelegentliche schwarze Humor seiner Gedanken lockert die beklemmende Geschichte etwas auf und trotz seiner Abgebrühtheit kann er noch schockiert werden, wie sich im Lauf der Geschichte herausstellt.
Andere Charaktere, hauptsächlich die Reichen und Mächtigen, entsprechen ihren Klischees, sind aber durchaus glaubwürdig.
Die wissenschaftlichen Aspekte des Thrillers fand ich unvollständig erklärt, da blieben bei mir Fragen offen. Trotzdem habe ich diese durchgehend spannende Geschichte, die noch vor dem Bestseller „Fünf Winter“ entstanden ist, gern gelesen und wurde gut unterhalten. Ich vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.09.2024

Mehr als ein Gedankenspiel?

Das Smartphone
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Paulas Leben gerät aus den Fugen, als sie ihr altes Handy beim Kauf eines 'neuen' Gebrauchten in Zahlung gibt und der Händler darauf eine Spyware entdeckt. Am nächsten Tag ist der Mann tot. Paula wird ...

Paulas Leben gerät aus den Fugen, als sie ihr altes Handy beim Kauf eines 'neuen' Gebrauchten in Zahlung gibt und der Händler darauf eine Spyware entdeckt. Am nächsten Tag ist der Mann tot. Paula wird von der Polizei verdächtigt und wird mit unerwarteten Entwicklungen konfrontiert.

Die Charaktere werden gut beschrieben und sind glaubhaft, wobei einer der Protagonisten es dem Leser nicht leicht macht, seine Zuverlässigkeit einzuschätzen. Die Handlung beginnt spannend und fesselnd und entwickelt ein hohes Tempo. Man merkt dem Autor seine Erfahrung als Drehbuchschreiber an, ich konnte mir alle Szenen bildhaft vorstellen. Marc Mellers Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen.

Die Geschichte ist komplex und hat mich mit vielen wissenschaftlichen und technischen Details überrascht, die ausführlich und auch wiederholt geschildert werden, wodurch die Spannung immer wieder ausgebremst wird. Dennoch fand ich die Gefahren von Künstlicher Intelligenz, die epigenetische Daten verarbeitet, von Konzernen missbraucht werden und so auch für die Gesellschaft ungeahnte Konsequenzen haben könnte, gut recherchiert, sehr interessant und auch erschreckend.

Die Handlung wird für mich durch zu viele Zufälle voran getrieben, es gibt meiner Meinung nach unnötige Nebenstränge und manchmal konnte ich das Vorgehen der Protagonistin Paula nicht nachvollziehen.
Das Cover in schwarz und rot mit einer türkis dargestellten Frequenz ist ein Hingucker, wobei ich den Untertitel für irreführend halte. Trotzdem hat mich 'Das Smartphone' gut unterhalten und ich habe das Buch gern gelesen.

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Veröffentlicht am 21.08.2024

Was kostet Dich die Wahrheit?

Scandor
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Ursula Poznanskis neues Buch beeindruckt schon mit dem auch haptisch außergewöhnlichen Cover, genau so kann ich mir Scandor vorstellen, den innovativen unfehlbaren Lügendetektor.

Philipp und Tessa gehören ...

Ursula Poznanskis neues Buch beeindruckt schon mit dem auch haptisch außergewöhnlichen Cover, genau so kann ich mir Scandor vorstellen, den innovativen unfehlbaren Lügendetektor.

Philipp und Tessa gehören zu den Teilnehmern an einem Wettbewerb, bei dem Scandor getestet werden soll. 100 Kandidaten stellen sich der Herausforderung, jederzeit unbedingt ehrlich zu sein, dem Gewinner winkt ein Preisgeld von 5 Millionen Euro. Wer ausscheidet, muss sich seiner größten Angst stellen.

Die beiden jungen Leute lerne ich bereits beim Bewerbungsgespräch kennen, sie sind authentisch gezeichnete liebenswerte Protagonisten, aus deren jeweiligen Sicht erzählt wird und denen ich gespannt durch den Wettbewerb folge. Die kleinste unbedacht ausgesprochene Unwahrheit führt zum Ausscheiden und es wird schnell deutlich, wie anstrengend jede Begegnung mit anderen Menschen wird, wenn auf jedes geäußerte Wort geachtet werden muss.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft, alle wichtigen Charaktere wecken bei mir Interesse und Gefühle, der Schreibstil ist angenehm zu lesen und 'Scandor' fesselt von Anfang bis Ende. Selbst die Struktur der Geschichte trägt zur Spannung bei, denn jedes Kapitel beginnt mit der Anzahl der noch vorhandenen Kandidaten und es werden auch Momente des Ausscheidens mancher Teilnehmer beschrieben.

Es gibt Begegnungen im Wettbewerb, die Protagonisten wie Leser gleichermaßen verblüffen und Fragen aufwerfen und die Auflösung am Ende hat mich wirklich überrascht. Ursula Poznanski ist ein packendes spannendes Buch gelungen, das Jugendlichen wie Erwachsenen gefallen wird.

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Veröffentlicht am 17.08.2024

Spannend und komplex

All das Böse, das wir tun
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Die junge Amala wird am Tor ihres Elternhauses entführt, es gibt keine Lösegeldforderung, keine Kontaktaufnahme des Entführers, keine Ermittlungsergebnisse. Ihre Tante Francesca, eine Anwältin, geht Prozesse ...

Die junge Amala wird am Tor ihres Elternhauses entführt, es gibt keine Lösegeldforderung, keine Kontaktaufnahme des Entführers, keine Ermittlungsergebnisse. Ihre Tante Francesca, eine Anwältin, geht Prozesse durch, an denen sie beteiligt war und stößt auf den Fall des 'Persers', den sie vor 30 Jahren erfolglos verteidigt hat. Der Mann soll mehrere Mädchen entführt und getötet haben, starb im Gefängnis und war wahrscheinlich unschuldig. Ist der wirkliche 'Perser' zurück? Francesca beginnt zu ermitteln und bekommt bei ihrer Suche nach Amala bald Hilfe von dem undurchsichtigen Gerry aus Israel.

Auf einer zweiten Zeitebene, 30 Jahre früher, ist die Protagonistin Itala Corruso mit dem Fall des vermutlichen Serienmörders junger Mädchen beschäftigt, der 'der Perser' genannt wird. Itala, ihre Kollegen, eigentlich ihr gesamtes Umfeld sind korrupt, die beschriebenen Ereignisse und die derbe Sprache fand ich ziemlich abstoßend. Das Wissen um die Vergangenheit ist jedoch notwendig, um die Entwicklung in der Gegenwart zu verstehen.
Der immer deutlich gekennzeichnete Wechsel zwischen den Zeitebenen, verschiedene Perspektiven und Cliffhanger an den Kapitelenden tragen zur Spannung bei und erfordern auch Konzentration beim Lesen.

'All das Böse, das wir tun' überzeugt mit einer komplexen Handlung, wobei besonders die Szenen aus Amalas Gefangenschaft erschrecken und berühren. Die Figurenzeichnung lässt die Charaktere lebendig werden, außergewöhnlich ist Gerry mit seinen geistigen Fähigkeiten und anderen Besonderheiten, ein äußerst interessanter Protagonist.
Sandrone Dazieris Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen, gelegentlich empfand ich Beschreibungen jedoch als zu ausführlich und detailliert. Insgesamt hat mich der durchgehend spannende Thriller mit dem düsteren in Schwarz und Rot gehaltenen passenden Cover gut unterhalten, mir aber nicht so gefallen wie die Trilogie um Dante Torre und Colomba Caselli.

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