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Veröffentlicht am 19.01.2026

Raffinierter Raub im Hafen von Gran Canaria

Jagd unter Palmen
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"Die Jagd selbst ist nicht so gefährlich wie das Teilen der Beute." (Alexander Kulitsch)
Ihr letzter Fall hat der Stuttgarter Kriminalhauptkommissarin Sofia Bittner hart zugesetzt. Körperlich ist sie bei ...

"Die Jagd selbst ist nicht so gefährlich wie das Teilen der Beute." (Alexander Kulitsch)
Ihr letzter Fall hat der Stuttgarter Kriminalhauptkommissarin Sofia Bittner hart zugesetzt. Körperlich ist sie bei dem Schusswechsel gerade noch mal glimpflich davongekommen. Die Verletzung und das daraus resultierende Trauma verfolgen sie jedoch weiterhin. Aus diesem Grund hat die 50-Jährige ihren Vorruhestand in Anspruch genommen, um sich im Häuschen ihrer Großeltern auf Gran Canaria zu erholen. Nur hatte sie nicht damit gerechnet, schneller wieder in einen Fall verwickelt zu werden, als ihr lieb ist. Sofia trifft am Flughafen auf Jefe Garcia, den Polizeichef von Gran Canaria. Dort ereignete sich ein Diebstahl bei einem Passagier, und dieser fragt sich, wie es zu ihrem energischen Auftreten kommt. Er hat zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keine Ahnung, dass er die LKA-Beamtin schneller als gedacht wiedersehen wird. Um einen schwierigen Raubüberfall zu klären, müssen die beiden plötzlich kooperieren.

Meine Meinung:
Ich kenne den Autor bisher nur von seinen Kriminalromanen aus meiner Heimatstadt Stuttgart, diesmal jedoch geht es nach Gran Canaria. Sofort spüre ich, dass der Autor ein Faible für diese Insel hegt. Selbst ich, die ich diese Insel noch nicht kenne, bin von den Beschreibungen fasziniert. Egal ob die Straßennamen, die Besonderheiten der Inselbewohner und der Insel selbst oder die Gastronomie. Bei allem überkommt mich sofort das Gefühl, mit Sofia Bittner mitten im Urlaub auf den Kanaren zu sein. Die erwartete Ruhe, auf die sie gehofft hatte, wird gleich am Flughafen zerstört. Da ein Passagier bestohlen wurde, bietet Sofia sofort ihre Hilfe an. Dort lernt sie dann auch den örtlichen Polizeichef, Jefe Garcia, kennen. Ein ganzer Kerl, würde man sagen. Und bei ihrer ersten Begegnung demonstriert er auch diese Männlichkeit. Mein unmittelbarer Eindruck war, dass er kein echtes Interesse daran hat, sich mit Sofias Anliegen auseinanderzusetzen. Vermutlich dachte er, da komme so eine selbstgefällige deutsche Kommissarin, die glaube, sie sei etwas Besseres als er. Zunächst versucht Sofia, sich einzugewöhnen, doch sie gerät immer wieder in Schwierigkeiten. Vor allem, als sie zufällig ein Gespräch aufnimmt und es sie aufmerksam werden lässt. Als sie diese beiden verfolgt und beobachtet, gerät dabei sie fast selbst noch in Gefahr. Als im Hafen jedoch ein spektakulärer Raubüberfall geschieht, wird Garcia klar, dass er Sofias Hilfe und Expertise braucht. Ein Krimi, der neben spannungsgeladenen und actionreichen Szenen auch noch durch andere Aspekte überzeugt. Besonders hervorzuheben sind die großartigen Eindrücke des Settings, der kurzweilige Humor und die zahlreichen Wendungen, die mich bis zum Ende dieses Krimis fesseln. Ich hoffe, es gibt noch mehr Krimis, in denen die beiden Ermittler Bittner/Garcia demonstrieren, was sie zusammen erreichen können. Ich jedenfalls bin schon jetzt überzeugt von ihnen und gebe 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Rache beendet die Ohnmacht der Wut

Der Tote an der Alster
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"Man muss von Staatswegen bisweilen strafen, soll aber nie sich rächen, oder seiner üblen Laune freien Lauf lassen." (Friedrich von Raumer)
Hamburg 1906:
In einer Suite des noblen Grandhotels „Vier Jahreszeiten“ ...

"Man muss von Staatswegen bisweilen strafen, soll aber nie sich rächen, oder seiner üblen Laune freien Lauf lassen." (Friedrich von Raumer)
Hamburg 1906:
In einer Suite des noblen Grandhotels „Vier Jahreszeiten“ wird ein Mord verübt. Der Verstorbene, der für ein Geschäft aus Stuttgart angereist war, soll der Kaufmann Eugenius Oppenheimer sein. Es ist seltsam, dass alle seine Papiere fehlen, aber man geht von Raubmord aus. Als Kommissar Hauke Sötje dem Verstorbenen ins Gesicht blickt, wird ihm klar, dass man die Vergangenheit nicht loswerden kann. Bei dem Toten handelt es sich um seinen Widersacher, den Grafen von Lahn. Aber wie will er das beweisen? Während die anderen den Verbrecher im Hotel suchen, macht sich Hauke auf eine eigene Spurensuche. Er begegnet dabei erneut Verrat und Spionage und zunehmend auch einer Spur zu seiner eigenen Vergangenheit. Dass die Verbrecher nicht einmal vor seiner Familie Halt machen, wird für Hauke zum Albtraum. Immer mehr beunruhigende Vorfälle ereignen sich, bis Hauke erkennt, dass es um die Revanche, sein damaliges Schiff geht.

Meine Meinung:
Das große Finale dieser historischen Krimiserie wird diesmal in zwei Bänden ausgetragen. Aus diesem Grund endet der Schluss mit einem Cliffhanger. Es wurde, wie all die anderen dieser Bücher, wieder mit viel Liebe zum Detail erstellt. Für jedes Kapitel gibt es erneut einen eigenen realen Zeitungsausschnitt, für den die Autorin umfangreiche Recherchen in Archiven durchgeführt hat. Bisher kenne ich alle Bücher dieser Serie und bin jedes Mal beeindruckt, wie gut man durch diese Krimis in die damalige Zeit abtauchen kann. In den vorangegangenen Kriminalromanen kommt der tote Graf von Lahn bereits schon mal vor. Er stellte für den Kommissar bereits damals eine Gefahr dar und bereitete ihm Schwierigkeiten. Aber weshalb wurde der Graf nun getötet? Hauke Sötje entdeckt das erst schrittweise. Die beunruhigenden Vorfälle häufen sich und deshalb bringt er seine Familie in Sicherheit. Ehefrau Sophie ist ihm deshalb böse, weil er viele Dinge vor ihr verschweigt. Einige Details aus Haukes Vergangenheit werden nun im Stadthaus auch bei seinen Kollegen und Vorgesetzten Roscher bekannt. Informationen zum Untergang der Revanche, während er als Kapitän fungierte und der einzige Überlebende war. Er hat damals seine Strafe verbüßt und wurde sogar in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Jedoch gibt er sich immer noch selbst die Schuld, die nun wieder hochkommt. In den vorangegangenen Bänden lässt sich vieles über Haukes Vergangenheit nachlesen. Aber wer sind die Verbrecher, die Hauke und sogar seiner Familie schaden wollen? Der Autorin gelingt es exzellent, uns mit viel Spannung in das Hamburg des Jahres 1906 eintauchen zu lassen. Wir erleben die besonderen Situationen dieser Zeit und vor allem Haukes innere Zerrissenheit, die hier gut zur Darstellung kommt. Aufgrund der zahlreichen Wendungen in diesem Krimi wurde das Finale auf zwei Bücher verteilt. Jedenfalls hatte ich wieder das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Daher vergebe ich 5 Sterne und obendrein eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Backen mit einer Prise Liebe

Zimtsternküsse verboten
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"Vertrauen ist der Schlüsselwort für alle Beziehungen. Ob in der Freundschaft oder der Liebe, ohne Vertrauen kann nichts echtes entstehen." (Pinterest)
Sylvie ist die Bäckerin von Sternmoos. Sie liebt ...

"Vertrauen ist der Schlüsselwort für alle Beziehungen. Ob in der Freundschaft oder der Liebe, ohne Vertrauen kann nichts echtes entstehen." (Pinterest)
Sylvie ist die Bäckerin von Sternmoos. Sie liebt Weihnachtsplätzchen, vor allem Zimtsterne, nach Omas Rezept gebacken. Aus diesem Grund will sie für den Weihnachtsmarkt eine besonders große Anzahl produzieren. Darüber hinaus sind Sylvie und Marika seit ihrer Schulzeit beste Freundinnen. Damals haben sie sogar einen Freundinnenkodex erstellt, der sich nun jedoch zu Sylvies größtem Hindernis entwickelt. Denn sie liebt Simon bereits, seit sie Kinder waren. Doch eines Tages ist er mit Marika zusammen und für sie wird er für alle Zeiten tabu sein. Da der Kodex besagt: Weil Simon Marika das Herz gebrochen hat, darf Sylvie keine Beziehung mehr zu ihm haben. Zu diesem Zeitpunkt hat sie jedoch noch keine Ahnung davon, dass Marika heimlich Lügen über sie verbreitet, weshalb insbesondere Simon eine verzerrte Wahrnehmung von ihr hat. Auch die Gefühle lassen sich nicht einfach abstellen, und Simon möchte endlich seine große Liebe Sylvie für sich gewinnen. Wäre da nicht Marika, die ihnen ständig einen Strich durch diese Verbindung macht. Wird es für die beiden trotzdem ein glückliches Ende geben?

Meine Meinung:
Auf dem Cover fallen mir sofort die Zimtsterne ins Auge, die Bäckerin Sylvie in der Sternmooser Backstube für den Weihnachtsmarkt backt. Es handelt sich für mich um den fünften und letzten Band dieser Buchreihe über den Weihnachtsmarkt in den Bergen. Diesmal geht es um eine sehr komplizierte Liebesgeschichte. Was kann man schon tun, wenn man zwischen zwei Fronten steht? Einerseits die große Liebe, andererseits die beste Freundin, der man nicht wehtun möchte. Dass ihre beste Freundin allerdings hinter ihrem Rücken ein falsches Spiel spielt, sie anlügt, intrigiert und sogar Sylvie manipuliert, damit rechnet sie nicht. Wie kann man auch so falsch in einer Freundschaft sein, nur weil man wahrscheinlich neidisch ist? Doch noch schlimmer ist, dass sie Simon im ganzen Dorf schlechtmacht. Simon ist ein ganz feiner, sympathischer und herzlicher Kerl, der bei Frauen eher schüchtern ist. Auch Sylvie ist sympathisch und vielleicht ein wenig naiv, was Marika betrifft. Marika hingegen ist ein durchtriebenes Schlitzohr; ihr ist ganz genau bewusst, was sie tut. Sie ist hinterhältig, manipulativ und zudem noch unehrlich. Die Intrigen und zahlreichen Einfälle der Autorin erwecken diese Geschichte jedoch zum Leben. Nur damit die beiden keine Beziehung eingehen, hatte ich nicht erwartet, dass Marikas Intrigenspiel sogar gegen Sylvie gerichtet ist. Wie kann jemand so falsch sein, dass er nicht einmal seiner Freundin ihr Glück gönnt? Gleichzeitig läuft einem beim Eintauchen in Sylvies Backstube das Wasser im Mund zusammen. Wenn alle Einwohner Ihre Zimtsterne lieben, müssen Sie schon etwas ganz Besonderes sein. Am liebsten würde ich gleich ins Buch hüpfen, um sie zu probieren. Damit ihr Sylvies Zimtsterne nachbacken könnt, gibt es am Ende des Buches zwei Rezepte. Mit einem davon wird die besondere Note der Zimtsterne erzielt. Ich gebe dieser Geschichte 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Köstliche Liköre und ein unerwartetes Auftauchen

Schneeflocken, Likör und zweite Chancen
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"Es gibt Augenblicke, in denen in unserem Leben Widrigkeiten auftauchen, die wir nicht verhindern konnen. Doch alles hat seinen Grund. Erst nachtraglich begreifen wir, warum es sie gegeben hat.“ (Paulo ...

"Es gibt Augenblicke, in denen in unserem Leben Widrigkeiten auftauchen, die wir nicht verhindern konnen. Doch alles hat seinen Grund. Erst nachtraglich begreifen wir, warum es sie gegeben hat.“ (Paulo Coelho)
Gemeinsam führen Lotta und Paul die Likörbrennerei „Kupferkessel“. Um auf den Sternmooser Weihnachtsmarkt vorbereitet zu sein, haben die beiden hart gearbeitet und neue Likörvariationen entwickelt. Paul hat während einer kurzen Pause beim Skifahren einen schweren Unfall und fällt für mehrere Wochen aus. Lotta hatte nie damit gerechnet, dass Pauls Bruder Lukas erscheint und sie aktiv unterstützt. Pauls Erscheinen stellt für Lotta keine einfache Situation dar, war er doch ihre große Liebe, die eines Tages einfach abgehauen und in die Schweiz gegangen ist. Dort realisierte er seinen Traum als Mediziner, allerdings blieben seine echten Gefühle für Lotte bei ihm stets präsent. Lotta kennt allerdings den tatsächlichen Grund für sein Verschwinden nicht. Lukas wird zu einer großen Hilfe für Lotta, und obwohl sie sich dagegen sträubt, kommen bei ihr ebenfalls alte Gefühle wieder hoch. Haben die beiden eine Chance, und kann sie ihm verzeihen, wenn sie den wahren Grund erfährt?

Meine Meinung:
Wie in den anderen Ausgaben dieser Reihe "Der kleine Weihnachtsmarkt in den Bergen" fühle ich mich sofort wieder wohl im schönen Südtiroler Bergdorf Sternmoos. Auch dieses Mal wird das Cover wieder entsprechend der Thematik gestaltet. Der Schreibstil ist dabei flüssig, locker und unterhaltsam. Es ist großartig, dass zwei Jugendfreunde sich zusammenschließen, um eine Likörbrennerei am Leben zu erhalten. Die von Lotta und Paul entwickelten Ideen und Varianten für Likör lassen einem sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen. Selbstverständlich ist auch in diesem Text der alljährliche Weihnachtsmarkt das zentrale Thema. Es ist für mich nachvollziehbar, dass Lotta nach Pauls Unfall alles über den Kopf wächst. Es ist nur gut, dass Pauls Mutter ihren Sohn Lukas um Hilfe bittet. Ich kann nachvollziehen, dass Lotta nicht gerade begeistert ist, ihre große Liebe wiederzusehen. Er hat Lotta und Paul ja schließlich nie von dem wahren Grund abzuhauen, berichtet. Nur die Frage bleibt, ob sie Lukas nun vertrauen, wenn er sagt, dass er sie immer geliebt hat. Ein weiteres Mal erfahren wir von einer herrlichen, weihnachtlichen Liebesgeschichte, deren Höhepunkt auf dem Weihnachtsmarkt stattfindet. Außerdem haben wir mit Lotta und Lukas sympathische Hauptfiguren, die liebevoll, fleißig und warmherzig sind. So können Schicksalsschläge, wie zum Beispiel Pauls Unfall, letztendlich zu etwas Positivem führen. Das verschneite Bergdorf Sternmoos eignet sich hervorragend als Kulisse und versetzt einen sofort in Weihnachtsstimmung. Vor allem die zahlreichen Likörvarianten, die sich die Autorin ausgedacht hat, haben mich beeindruckt. Wie etwa den Schneeflockenlikör, der dem Titel seinen Namen verleiht. Ich gebe dafür 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Der gefährliche Aufbruch nach Kanada

Als die Freiheit starb – Rebellion
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"Vor zwei Jahren wurden die Bürgerrechte und die Bewegungsfreiheit in der amerikanischen Republik zunehmend eingeschränkt und Diskriminierung und Unterdrückung weiter vorangetrieben." (Buchauszug)
Nach ...

"Vor zwei Jahren wurden die Bürgerrechte und die Bewegungsfreiheit in der amerikanischen Republik zunehmend eingeschränkt und Diskriminierung und Unterdrückung weiter vorangetrieben." (Buchauszug)
Nach der Befreiung des Frauenlagers durch die Freedom Fighters suchen sie Zuflucht in den Bergen. Nur Maria Broadus wurde nicht gefunden; sie wurde weggebracht, um weiterhin ein Druckmittel gegen Derek zu besitzen. Adriana möchte nun jedoch unbedingt ihren Sohn Anthony finden, ihn befreien und dann mit ihm zu ihrem Bruder nach Kanada fliehen. Sie erhält Hilfe vom Techniker Sam, der ein ähnliches Schicksal wie sie erfahren hat. Als die SAR das Versteck der Freedom Fighters entdeckt, kommt es zum Eklat. Dennoch schaffen es viele, zu fliehen. Sie planen zusammen mit Leona, Randy und Sam Anthonys Befreiung in Montana und die darauf folgende Flucht nach Kanada. Aber einer verfolgt Adriana weiterhin und erschwert ihr Leben. Was treibt ihn an, weshalb verfolgt er sie so verbissen, und wird es ihnen gelingen, nach Kanada zu Mateo zu fliehen?

Meine Meinung:
Band 2 mit dem Titel „Als die Freiheit starb – Rebellion“ setzt direkt dort an, wo der erste Band aufgehört hat. Sie setzt dort an, wo den Frauen nach der Befreiung endlich ein Durchatmen möglich ist. Natürlich ist der Unterschlupf der Freedom Fighters sehr beengt, weshalb man zügig arrangieren muss, dass die Frauen nach Hause kommen können. Adriana ist da anders, sie braucht weiterhin Unterstützung, da man bei Anthony nur seinen Aufenthaltsort kennt. Währenddessen verschärft sich die Situation für die US-Bürger, da die Regierung weitere Sanktionen gegen ihre Familien verhängt hat. Es sieht so aus, als wäre es nur eine Frage der Zeit, bis die Bevölkerung das nicht mehr hinnehmen wird. Die SAR hat jedoch weiterhin alles unter Kontrolle und sucht gezielt nach Derek Broadus und den Rebellen. Mateo, der Bruder von Adriana, hilft seiner Schwester mittlerweile, wo er kann, um alles für ihre Ankunft in Kanada vorzubereiten. Adriana ist jedoch noch nicht über ihre Trauer hinweg, und der zusätzliche Schicksalsschlag bei der Befreiung hat sie stärker getroffen, als sie angenommen hatte. Nachdem sie jedoch nun erfahren haben, dass Anthony in Montana in einem Kinderlager ist, hält sie nichts mehr. Die vier ahnen noch nicht, dass ihre Befreiung und Flucht schwieriger sein wird als erwartet. Es sieht ganz danach aus, als hätte Stan einen sorgfältig durchdachten Plan zur Verfolgung von Adriana ausgearbeitet. Weshalb geht er nur so verbissen gegen ihre Flucht vor? Auf ihrem Weg nach Kanada werden sie noch einige Überraschungen erleben. Der zweite Teil dieser Trilogie bietet uns eine Menge Spannung. Meiner Meinung nach übertraf dieser Teil den ersten Band, da er mit deutlich mehr Abwechslung, Action und Spannung aufwartet. Dennoch empfehle ich jedem, zunächst Band 1 zu lesen, um die Zusammenhänge besser nachvollziehen zu können. Die Autorin bietet zwar einige kurze Zusammenfassungen, doch um ein besseres Verständnis der angespannten Verhältnisse zu erlangen, empfiehlt sich die Lektüre der gesamten Trilogie. Die Darstellung der Protagonisten ist erneut äußerst kraftvoll. Aber noch beeindruckender ist für mich der Einblick in die Welt des Autismus, den uns die Autorin gewährt. Sie kann hier selbstverständlich ihre ganz eigene individuelle Erfahrung einbringen, ebenso wie die Trauer über den Ehemann. In jeder Phase des Lesens spürt man, wie sie selbst durch schwere Zeiten gegangen ist. Für alle, die – wie ich – keine Vorliebe für Dystopien haben, ist dieses Werk garantiert ein Genuss. In dieser Trilogie steckt sehr viel, was bereits jetzt in den USA schiefgeht. Ich freue mich sehr auf den dritten Band und vergebe erneut 5 Sterne.

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