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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2025

Berührende Fantasy mit Gänsehaut-Garantie

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin
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Bei „Thirteen Witches“ handelte es sich um eine berührende Fantasiegeschichte mit Gänsehaut-Garantie, die sich insbesondere auf die zwischenmenschlichen Aspekte konzentriert. So werden Freundschaft, die ...

Bei „Thirteen Witches“ handelte es sich um eine berührende Fantasiegeschichte mit Gänsehaut-Garantie, die sich insbesondere auf die zwischenmenschlichen Aspekte konzentriert. So werden Freundschaft, die Bedeutung von Familie und der Prozess des Erwachsenwerdens auf intelligente und einfühlsame Weise beleuchtet. Doch auch Gruselfans kommen hier voll auf ihre Kosten.

Rosies Beziehung zu ihrer Mutter ist nicht gerade einfach. Das Mädchen wird von ihr kaum beachtet, geschweige denn geliebt. Die beiden leben eher nebeneinander her, als wären sie Fremde im eigenen Zuhause. Ihre Mutter wirkt wie ein Schatten, ohne Wünsche, ohne Ziele, ohne Gedächtnis. Sie vergisst ihre Tochter jederzeit aufs Neue. Eines Tages lernt Rosie den Grund dafür kennen, der ihre Welt auf den Kopf stellt. Ihre Mutter wurde von einer Hexe verflucht und ihrer Erinnerung beraubt. Kurz darauf gerät sie selbst ins Visier der Erinnerungsdiebin.

Die Schilderung der Mutter-Tochter-Beziehung hat mich von Anfang an mitgerissen. Auf welche Weise Rosie in ihrem Alltag versucht, Normalität herzustellen, ist bittersüß und traurig. Gleichzeitig droht die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Keim zu zerbrechen. Während sich Rosie krampfhaft an das Vergangene festhalten will, ist diese bereit für Veränderung, für das Erwachsenwerden. Die Charaktere, ob Mensch oder Geist, werden allesamt authentisch geschildert, sodass man sich sehr gut in sie hineinversetzen kann.

Dafür entspringen jedoch die Hexen, die Mondgöttin und alle anderen mystischen Personen einer anderen Welt. Sie werden sehr atmosphärisch dicht, geradezu poetisch und im Falle der Hexen auch gruselig dargestellt. Durch Rosies Fähigkeiten wird schließlich auch ganz konkret die Liebe zum Buch, zum Geschichten-Erfinden realisiert.

Dieser erste Band einer Trilogie wird überwiegend sehr fesselnd und anschaulich erzählt. Lediglich der Mittelteil zieht sich etwas, als Rosie nach und nach die ganze Hintergrundgeschichte erzählt bekommt und aufdeckt. Sicher ist es notwendig, ihr dieses Wissen zu vermitteln, aber insgesamt kam es dann doch etwas trocken herüber. Das Ende ist wieder deutlich stärker und atmosphärisch sehr ansprechend, auch wenn ich mir das Finale dann doch ein klein wenig actionreicher gewünscht hätte, poetisch ist es in jedem Fall.

Das Buch erzählt eine abgeschlossene Handlung rund um die Erinnerungsdiebin, jedoch werden einige Geheimnisse aufgedeckt, die neugierig auf die nächsten zwei Bände machen. Wer düstere, emotionale Fantasy mit einem Hauch Grusel liebt, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen!

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Witzige und kindgerechte Geschichten

Disney Vorlesebuch: Die schönsten Jahreszeiten-Geschichten
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Dieses Vorlesebuch aus der beliebten Disney-Reihe ist eine wunderbare Ergänzung für unsere Gute Nacht-Bibliothek. Wir haben bereits mehrere Bände, und unsere fast vierjährige Tochter liebt sie, ohne übrigens ...

Dieses Vorlesebuch aus der beliebten Disney-Reihe ist eine wunderbare Ergänzung für unsere Gute Nacht-Bibliothek. Wir haben bereits mehrere Bände, und unsere fast vierjährige Tochter liebt sie, ohne übrigens die ursprünglichen Filme zu kennen. Auch dieses hier wurde sofort begeistert in Empfang genommen. Am besten gefällt ihr die Cars-Weihnachtsgeschichte und die Olaf-Sommergeschichte, aber auch viele andere möchte sie immer wieder hören.

Wie gewohnt enthält das Buch zu verschiedenen Disney-Originalen je eine Geschichte. In diesem Fall wurden die Geschichten nach den vier Jahreszeiten ausgewählt und sortiert: Frühling (Vaiana, 101 Dalmatiner), Sommer (Bambi, Eiskönigin), Herbst (Micky Maus, Die Schöne und das Biest), Winter (Susi und Strolch, Winnie Puuh, Cars).

Die Texte sind gerade so lang, dass mein Kind nicht das Interesse verliert und aufmerksam bleibt. Die vielen farbenfrohen und großformatigen Bildern verdeutlichen anschaulich das eben Gelesene. Zudem eignen sie sich als zusätzlicher Gesprächsanlässe, um bestimmte Szenen oder Emotionen noch besser zu erklären.

Mich stört jedoch, dass auch hier wieder eine Geschichte auftaucht, die wir bereits aus anderen Disney-Vorlesebüchern kennen. „Mickeys Camping-Ausflug“ ist zwar lustig und kommt sehr gut an, aber insgesamt haben wir sie nun in drei Versionen im Regal stehen. Wer also bereits Bücher aus dieser Reihe hat, sollte wahrscheinlich überprüfen, ob sich eventuell die ein oder andere Geschichte doppelt.

Trotzdem kann ich diesen Band uneingeschränkt als liebevolle Gute-Nacht-Lektüre empfehlen. Die Geschichten haben die perfekte Länge, sind wunderschön illustriert und in einer kindgerechten, einfachen Sprache verfasst. Ein tolles Vorlesebuch für kleine Disney-Fans!

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Mehr als Schwarz und Weiß

Super-GAU
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Diese Graphic Novel hat mich tief beeindruckt. Obwohl sie schnell gelesen ist, hallt ihre Wirkung lange nach. Die Geschichte ist dabei weder reißerisch noch deprimierend, vielmehr erzählt sie auf bittersüße, ...

Diese Graphic Novel hat mich tief beeindruckt. Obwohl sie schnell gelesen ist, hallt ihre Wirkung lange nach. Die Geschichte ist dabei weder reißerisch noch deprimierend, vielmehr erzählt sie auf bittersüße, teils humorvolle und überaus authentische Weise von menschlichen Schicksalen.

Im Mittelpunkt stehen weniger die Ereignisse rund um Fukushima selbst, sondern vor allem die Lebenswege verschiedener Menschen, die überwiegend eher lose mit der Katastrophe verbunden sind. Der Super-GAU dient vielmehr als Hintergrund bzw. Rahmen der alles verknüpft und die Grundstimmung prägt. Die Tragödie wird in Radio- und Fernsehnachrichten immer wieder aufgegriffen, ist aber nur zu Beginn und am Ende der Graphic Novel direkter Teil der Handlung.

Mit fortschreitender Handlung entfalten sich neue Verknüpfungen zwischen den Figuren, wodurch frühere Szenen eine tiefere Bedeutung erhalten. Die Charaktere sind mit all ihren Ecken und Kanten eindrucksvoll und lebendig gezeichnet. Besonders die komplexe Beziehung zwischen Lea und ihrer Mutter sowie die berührende Dynamik zwischen Ignacio und Josie bleiben nachhaltig im Gedächtnis. Im Grunde werden aber alle Schicksale nur angedeutet. Genauere Details werden bewusst ausgespart.

Der Zeichenstil ist sehr grob, aber dadurch nur noch atmosphärischer. Wie bei einem Manga üblich sind alle Illustrationen schwarz-weiß, wodurch aber die Stimmung noch weiter verstärkt wird. Ich finde es auch toll, dass die Autorin mutig genug ist, die Emotionen ihrer Bilder einfach für sich stehen zu lassen. Bea Davies verzichtet vollständig auf die Erklärungen einer Erzählstimme und lässt die Bilder sowie die Dialoge für sich sprechen. Dadurch entsteht ein Raum für eigene Interpretationen, der die emotionale Tiefe noch verstärkt.

Auch die hochwertige Buchgestaltung verdient Anerkennung: Der Schriftzug „Super-GAU“ ist reliefartig geprägt und verleiht dem Cover eine besondere Haptik.

Ein bewegendes Werk, das mit seiner leisen, aber eindringlichen Erzählweise nachwirkt. Eine klare Empfehlung für alle, die tiefgründige Geschichten schätzen.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Ein Funke der Hoffnung

Lichterloh - Stadt unter Ruß
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Diese Geschichte und ihre Botschaft brennen lichterloh. Anfangs war ich etwas skeptisch, ob mir diese düstere Welt gefallen würde, doch dann wurde ich von Cleo und ihrer Leidenschaft einfach mitgerissen. ...

Diese Geschichte und ihre Botschaft brennen lichterloh. Anfangs war ich etwas skeptisch, ob mir diese düstere Welt gefallen würde, doch dann wurde ich von Cleo und ihrer Leidenschaft einfach mitgerissen. Für mich hat das Buch absolut zurecht 2022 den Literaturpreis der Hamburger Kulturbehörde im Bereich Kinder- und Jugendbuch gewonnen.

Cleos Welt ist gezeichnet von Ruß und Asche. Dennoch hat sie nie ihren Lebensmut verloren und möchte, dass sich für die Bewohner in Rußstadt endlich etwas ändert. Bewundernd blickt zu den Schornsteinfegern auf und träumt von dem Unmöglichen, eines Tages selbst dieser Gilde beizutreten. Doch dann ist sie Zeugin eines verheerenden Brandes. Um das Schlimmste zu verhindern, bricht sie das Gesetz und eilt zu Hilfe. Überraschenderweise entkommt sie einer harten Straße, stattdessen muss sie als Lehrling zur Schornsteigerfegerin feststellen, dass es eigentlich noch sehr viel schlimmer um ihre Welt steht.

Das Buch fesselt von der ersten Seite. Cleo war mir zudem sofort sympathisch. Sie ist authentisch, mutig und voller Feuer. Auch die anderen Lehrlinge wie die taffe Emilia, der arrogante Leander und der schüchterne Tamino wurden vielschichtig und spannend dargestellt. Zudem spiegelt die Geschichte viele aktuelle gesellschaftliche Themen wider, wie soziale Ungleichheit, Ausbeutung, Umweltzerstörung, Hoffnung und den unbändigen Willen zur Veränderung.

Hervorzuheben sind zudem die tolle Covergestaltung und die clevere Klappenbroschur-Bindung, die sich quasi um das Buch schlingt. Man kann den hinteren Teil jedoch auch wegknicken, sodass er nicht beim Lesen stört. Diese Geschichte hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen, und ich freue mich bereits auf die beiden Folgebände, die noch in diesem Jahr erscheinen sollen. Eine absolute Empfehlung!

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Schnitzeljagd durch die Bücherwelt

Tinte, Staub und Schatten: Das Buch der Verlorenen
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Für alle, die Bücher lieben und sich von fantastischen Abenteuern verzaubern lassen möchten, ist dieser Auftakt einer Dilogie ein absolutes Muss. Die Geschichte entführt auf eine faszinierende Reise voller ...

Für alle, die Bücher lieben und sich von fantastischen Abenteuern verzaubern lassen möchten, ist dieser Auftakt einer Dilogie ein absolutes Muss. Die Geschichte entführt auf eine faszinierende Reise voller Geheimnisse, packender Wendungen und unerwarteter Gefahren, bei der Rache, Verrat, Freundschaft und die Suche nach der Wahrheit im Mittelpunkt stehen.

Minna verlor ihre Mutter als sie gerade einmal fünf Jahre alt war. Elf Jahre später beschließt sie, ihr Versprechen einzulösen und das Mysterium ihres Verschwindens aufzuklären. Aus diesem Grund wird das Mädchen der Lehrling des grummeligen Büchersuchers Raban. Bald schon findet sie das Unglaubliche heraus: ihre Mutter lebt. Um sie aus der Spiegelwelt zu befreien, muss Minna das legendäre Buch der Verlorenen finden. Doch die Suche gleicht einer gefährlichen Schnitzeljagd, bei der ein Hinweis zum nächsten führt und sie letztlich immer wieder vor die Frage stellt: Wem kann sie vertrauen?

Das Buch wird überaus fesselnd und temporeich erzählt. Mit originellen Ideen und einem fantastischen Setting schafft die Autorin eine Welt voller facettenreicher Kreaturen und überraschender Wendungen. Die Charaktere sind überaus liebenswert und ungewöhnlich. So gibt es den mürrischen Raban und seinen schusseligen Sohn Gulliver, den androgynen Jascha und den frechen Bücherdieb Parzival. Lediglich Minnas Mutter im Spiegel wirkte auf mich von Anfang an eher fremd und kalt, regelrecht unwirklich. Teilweise zweifelte ich sogar, ob es sich überhaupt um die echte Mutter handelte.

Die Kapitel sind meist eher kurz und enden immer mit einem Zitat. Diese entnahm die Autorin teilweise bedeutenden Werken der Weltliteratur und sie schreckte dabei auch vor anspruchsvolleren Stoffen wie Dantes Göttlicher Komödie nicht zurück. Teilweise beziehen sich die Zitate jedoch auch auf Bücher, die nur innerhalb dieser Geschichte existieren.

Insgesamt kann ich diesen ersten Band allen empfehlen, die Bücher lieben und spannende Fantasyabenteuer mögen. Nach diesem gelungenen Cliffhanger ist für mich eines klar: Die Fortsetzung muss ich mir auf jeden Fall holen.

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