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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2017

wunderschöne, facettenreiche Geschichte - die Illustration konnte nur zum Teil begeistern

Das Weihnachtsgespenst
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Charles Dickens Geschichte „Das Weihnachtsgespenst“ war mir bislang nur in seinen beiden Filmversionen, mit Mickey Mouse oder mit Bill Murray bekannt. Zum Inhalt der Geschichte, die wohl jeder in groben ...

Charles Dickens Geschichte „Das Weihnachtsgespenst“ war mir bislang nur in seinen beiden Filmversionen, mit Mickey Mouse oder mit Bill Murray bekannt. Zum Inhalt der Geschichte, die wohl jeder in groben Zügen als „Der Geist der Weihnacht“ kennt, muß wohl gar nichts weiter verraten werden.

Schon lange wollte ich den Originaltext lesen, der mich sehr erfreut hat. Die Originalgeschichte ist selber viel detailierter, facettenreicher und tiefsinniger erzählt und erfreute mich beim Lesen zusätzlich durch Wortwitz, schöne Sätze und Aussprüche. Die angegebene Altersempfehlung von 10-12 Jahren empfinde ich als für viele eher zu niedrig angesetzt, denn es handelt sich schon um einen anspruchsvollen Text, der wahrscheinlich den jüngeren Lesern zuviel abverlangt.

Die farbigen ganzseitigen Bilder, ganz so, wie das Titelbild, fand ich äußerst ansprechend, die Zeichnungen mit Sprechblasen leider überhaupt nicht. So etwas erwarte ich in einem Comic und nicht in einer ansonsten sehr schönen Ausgabe eines litararischen Klassikers. Bedauerlicherweise befanden sich diese Zeichnungen in der Überzahl und standen für mich im Verlaufe des Buches immer mehr dieser wunderschönen Geschichte im Weg. Aber zum Glück hat da jeder einen eigenen Geschmack...

Fazit: wunderschöne, facettenreiche Geschichte - die Illustration konnte nur zum Teil begeistern

Veröffentlicht am 07.10.2017

meisterliche k.u.k. Leckereien, auch für Hobbybäcker perfekt erklärt und fotografiert

Das große k. u. k. Mehlspeisenbuch
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Die Konditorei „Der Zauner“ in Bad Ischl feiert dieses Jahr den 175. Geburtstag; in diesem Buch wird ein wenig der Geschichte des Traditionshauses erzählt und die besten, eigenen Rezepte preisgegeben.

Diese ...

Die Konditorei „Der Zauner“ in Bad Ischl feiert dieses Jahr den 175. Geburtstag; in diesem Buch wird ein wenig der Geschichte des Traditionshauses erzählt und die besten, eigenen Rezepte preisgegeben.

Diese sind unterteilt in die Kapitel:
- Kuchen, Strudel & Gebäck, z.B. Apfel-, Nußstrudel, Bienenstich, Mandel-Schokokuchen, Vanillebrezen, Brombeerdatschi mit Pistazienstreusel, Waldvierteler Apfel-Mohnkuchen

- Schnitten & Rouladen, z.B. Bananenschnitten, Holländer-Cremschnitten, Kardinalschnitten

- Torten, z.B. Cassistorte, Eierlikörtorte, Maroni-Oberstorte, Erdbeer-Baisertorte, Weincremetorte mit Himbeeren, Zauner-Trüffeltorte, glasierte Festtagstorte

- Parfait & Gekühltes, z.B. Cappuccino-Parfait, geeister Kaiserschmarren mit Rhabarber-Himbeer-Ragout, Sisi-Parfait (Vanilleparfait mit Himbeeren)

- Kleine Desserts, z.B. Schokokrapferl mit Schlag, Eclairs mit verschiedenen Füllungen, Millefeuille mit Nougatmasse und Kumquat, Original Ischler Törtchen, Nuss-Ischler

- Warme Süßspeisen, z.B. Schokokoch mit Schlag, Schlosserbuben mit Karamellsauce, Mohn-Nuss-Nudeln, Kaiseromelette mit Weinsabayon, Salzburger Nockerln

- Weihnachten, z.B. weihnachtlich garnierter Rotweingugelhupf, Adventsstrudel, Mandelspritzgebäck, Orangen-Mokka-Brezerl, Vanillekipferl, Schokolebkuchenbusserl

- Grundrezepte, z.B. Brandteig, Strudelteig, leichte Bisquitmassen, Lebkuchenteig, Schokosauce, Pariser Creme, Mohnfülle

Am Ende des Buches finden sich ein Rezept-Register sowie ein Glossar, in dem ein paar typisch östereichische Wörter ins Deutsche übersetzt werden.

Die Rezepte sind alle sehr gut erklärt und ein schönes, ganzseitiges Foto zeigt die fertig zubereitete Leckerei. Es wurde großen Wert auf besonders hochwertige Zutaten gelegt und die Kalorien sinnvollerweise ganz außer Acht gelassen. Schon beim Durchblättern läuft einem das Wasser im Mund zusammen und ich bin froh, dass die guten Anleitungen ein Nacharbeiten leicht machen.
Mich sprechen besonders der Bienenstich die Vanillebrezen, die Maroni-Oberstorte, die Weincremetorte mit Himbeeren und eigentlich alle warmen Süßspeisen an. Die Rezeptauswahl finde ich insgesamt sehr ansprechend und gelungen; man muß sich einfach von vorne nach hinten durchprobieren...

Veröffentlicht am 05.10.2017

Information und Workbook: achtsam atmen, entspannen und leichter leben

Ich atme ein, ich atme aus
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Zu Beginn erzählt Dr. Danny Penman von einem persönlichen Erlebnis, seinm Absturz mit einem Gleitflieger, bei dem er die Macht des aufmerksamen Atmens erkannte und anwendete bis die Rettungskräfte ihn ...

Zu Beginn erzählt Dr. Danny Penman von einem persönlichen Erlebnis, seinm Absturz mit einem Gleitflieger, bei dem er die Macht des aufmerksamen Atmens erkannte und anwendete bis die Rettungskräfte ihn erreichten.
Er erläutert die Jahrtausende alte Kunst des Atmens, also eines ganz bewußten und aufmerksamen Atmens gegen Schmerzen, Angst, Stress, Depressionen oder um den Augenblick besonders zu genießen. In mehreren Kapiteln widmet der Autor sich verschiedenen Aspekten ( Atmen, Achtsamkeit, Glück, Neugier, Verspieltheit, Bewußtheit und Einsicht), vermittelt schrittweiseWissen und Übungen dazu. So lernt man im Laufe des Buches neben der richtigen Atemtechnik auch durch Atem- und Aufmerksamkeitsübungen, verschiedene Meditationen und Gedanken über den Atem zu meditieren, Frieden mit sich selbst und der Welt zu schließen oder Gewohnheiten wegzuatmen – oder zumindest den Weg, um dieses zu erreichen.

Die Übungen haben unterschiedliche Längen und Schwierigkeitsgrade; doch bei allen hat mir die verspielte Art, sich etwas bewußt zu machen sehr gut gefallen. Schon alleine die verschiedenen vorgestellten Übungen und Wege sprechen durch ihre kreativen Darstellungen sehr an und bereits das erstmalige Lesen dieses Buches läßt den Alltag vergessen und ganz ruhig und aufmerksam atmen. Seitdem schnappe ich mir immer wieder das Buch und schlage es willkürlich auf, lese ein wenig und vertiefe mich in eine der Übungen, die allesamt nicht zeitaufwendig, aber wirksam sind und jedesmal eine kleine Auszeit vom Alltag bieten.

Das Buch bietet so viel interessanten und hilfreichen Inhalt, dass ich es nicht mehr missen möchte.

Veröffentlicht am 04.10.2017

schöner Streifzug durch die Welt der Spiralen

Spiralen – ein Spaziergang
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Claudia Molnar gibt zunächst einen Überblick über verschiedene Formen der Spirale: die archimedische, die logarithmische, die fermatsche, die Lituus-Spirale und die Triskele. Man begegnet diesen Spiralen ...

Claudia Molnar gibt zunächst einen Überblick über verschiedene Formen der Spirale: die archimedische, die logarithmische, die fermatsche, die Lituus-Spirale und die Triskele. Man begegnet diesen Spiralen in der Natur, Kunst, Mathematik, Religion und vielen anderen Zusammenhängen.
Schöne Fotos und Erläuterungen lassen den Leser die vorgestellten Spiralen neu entdecken, ob bei einem Kolibrischwärmer mit aufgerollter Zunge, einem Schneckenkönig, Pflanzen- oder Gartenaufbau, Brunnen, einer archimedischen Schneckenpumpe, Kräuterspiralen oder auch bei Theater- oder Tanz-Spiralen, Grabmalen und anderen Betrachtungen.

Dieser Streifzug durch die Natur und Umwelt hat mir sehr gut gefallen, nicht nur das genaue Betrachten der hier gezeigten Variationen der Spirale, sondern auch das stille Innehalten und nun bei Spaziergängen für diesen Aspekt ein offenes Auge zu haben.

Veröffentlicht am 03.10.2017

Mal ganz nett zu lesen, aber für die meisten doch eher realitätsfern

Willkommen bei großartigen Gastgeberinnen
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Manuela von Perfall hat für dieses Buch 20 Gastgeberinnen aus Adel und Jetset, Unternehmersgattinnen oder -erben besucht, die dem Leser einen kleinen Einblick in ihr Domizil und ihre Ansprüche an sich ...

Manuela von Perfall hat für dieses Buch 20 Gastgeberinnen aus Adel und Jetset, Unternehmersgattinnen oder -erben besucht, die dem Leser einen kleinen Einblick in ihr Domizil und ihre Ansprüche an sich selber, ihre Gäste, Dekoration sowie Tipps für Feste inklusive No Gos und Verhaltensregeln geben. Nebenbei finden sich einzelne Angaben zum beruflichen Werdegang, zur Erbfolge, zu eigenen Projekten oder Schirmherrschaften.

Jede der vorgestellten, professionellen Gastgeberinnen parliert über ihre Planungen von Feiern und erstellt auch in einer Tipp-Box Listen mit den wichtigsten Informationen.
Nun weiß ich, dass es in den vorgestellten Kreisen ein No Go sein soll, zur Einladung einen Blumenstrauss mitzubringen, den man entweder am Tag vor oder nach der Feier vorbeischicken läßt. Oder, dass es bei vorgestellten Gastgeberinnen ein NoGo ist, einen Caterer zu beauftragen, denn das erledigt die eigene Köchin. Ein Kindergeburtstag wurde vorgestellt, bei dem die Jungen im Kindergartenalter, vielleicht auch noch Erstklässler, mit gestärktem Hemd am dekorierten Tisch sitzen, den man ganz leicht mit ein paar KPM-Vasen dekoriert, damit die Kinder von Klein auf guten Geschmack lernen. Es wird mit Gästen und Freunden aus der Prominenz kokettiert; aber wer braucht schon Tipps, mit wem er Margret Thatcher, Sean Connery, Jil Sander oder Mick Jagger vergesellschaften könnte oder dass man „Partys, von denen man nicht mehr wegkommt, sicherheitshalber meiden“ sollte. „Dazu gehören beispielsweise Einladungen auf Boote, Inseln“...
Manche der Gastgeberinnen geben auch einzelne bodenständigere Tipps, z.B. dass man in der Gästetoilette schöne Handtücher, gutes Toilettenpapier und vielleicht das Lieblingsparfum eines Gastes plazieren solle. Die Regel, bei Tisch 70% der Gespräche zu hören und 30% beizutragen wurde mehrmals genannt oder verschiedene Ansichten, wie man die Gästeliste zusammenstellt, Einladungen mit Kleidungsordnung formuliert und die Sitzordnung regelt.

Zum Ende des Buches kamen für mich die Highlights: Da wurden Gastgeberinnen vorgestellt, die von sich selber sagen „Ich bin mir für nichts zu schade“ und für ihre Gäste selber kochen, manchmal auch nur eine improvisierte Kleinigkeit, wie einen Bratapfel oder, die in den Wald gehen um in der Natur höchstpersönlich Dekorationsmaterial zu sammeln. Da gibt es sogar Fotos eines Empfanges mit lockerer Kleidung, ganz ohne Zwang oder eintrainierten KuK-Ritualen.

Auf den letzten Seiten finden sich einzelne "Geheimrezepte" der vorgestellten Gastgeberinnen, z.B.
Krebstierfond, Tafelspitz, Osterschinken in Brotteig mit weißem Spargel mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise, Quittengellee, souffliertes Schokoladentörtchen mit Eierlikör, Käsekuchen à la Monika oder Fürst-Pückler-Eis.

Ich muß gestehen, dass ich keine dieser bunten Illustrierten lese und die meisten der Gastgeberinnen mir vollkommen unbekannt waren. Es war interessant, mal in ihren repräsentierenden Alltag zu schauen; wirkliche Tipps konnte ich für meinen Alltag aber beim Lesen nicht mitnehmen, wohl aber die Erkenntnis, dass ich in unglaublicher Freiheit lebe und glücklich bin, nicht solchen Zwängen zu unterliegen. Ich koche für meine Gäste gerne selber, Kindergeburtstage müssen bunt und kreativ sein, Spaß machen und nicht steif sein, und als Dekoration benötige ich weder Antiquitäten noch Luxusartikel. Dennoch leben wir Gastfreundschaft und gemeinsame schöne Stunden mit Freunden, ganz zwanglos und mit hohem Wohlfühlfaktor.

Fazit: Mal ganz nett zu lesen, aber für die meisten doch eher realitätsfern