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Veröffentlicht am 09.03.2017

hinreißend schön und inspirierend

Traumhafte Landgärten durch die Jahreszeiten
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In „Traumhafte Gärten durch die Jahreszeiten“ erläutert Martina Meidinger den phänologischen Kalender, bei dem mit Ausnahme des Winters die Jahreszeiten dreigeteilt betrachtet und anhand von „Zeiger“pflanzen ...


In „Traumhafte Gärten durch die Jahreszeiten“ erläutert Martina Meidinger den phänologischen Kalender, bei dem mit Ausnahme des Winters die Jahreszeiten dreigeteilt betrachtet und anhand von „Zeiger“pflanzen einteilt werden. Diese Einteilung in zehn Zeitabschnitte gefällt mir ausgesprochen gut, da sie durch die Einbeziehung der Zeigerpflanzen das regionale Klima konkret miteinbezieht, z.B. erfolgt der Rosenschnitt während der Forsythienblüte im Erstfrühling.

Anhand dieser Einteilung werden Blüte, Pflanz- und Gartenarbeiten, Ernte und Überwinterungsmaßnahmen im Laufe des Jahres betrachtet und durch viele wunderschöne Fotos und Beschreibungen der vorgestellten fantasievollen Gärten ergänzt, wobei der Leser Einblick in insgesamt elf Gärten erhält: vier davon werden im Verlauf des Jahres präsentiert. Schon alleine die Beschreibungen der leidenschaftlichen Gärtner, wie sie ihren Garten gestalten, welche Vorlieben sie haben und wie sie ihren Garten einteilen und gestalten, fand ich sehr inspirierend. Ich liebe diese Art von üppigen Garten, die so liebevoll und persönlich gestaltet wurden und dadurch so einzigartig sind, die manchmal etwas verspielt oder romantisch sind, bestimmte Pflanzenvorlieben oder Leidenschaften in den Vordergrund stellen – eben Gärten mit Charme und Seele, die nicht komplett am Reißbrett geplant werden, sondern sich im Laufe des Gärtnerlebens mit diesen zusammen weiter entwickeln und genaugenommen niemals „fertig“ sein können.

Im Buch findet man unzählige Gestaltungs- und Dekorationsideen, durch Fotos von Evi Pelzer wunderschön in Szene gesetzt sowie ebenso zahlreiche Anregungen und Pflegehinweise im Jahresverlauf um sein eigenens privates Paradies phantasievoll gestalten zu können.

Veröffentlicht am 08.03.2017

interessante, ausgewählte Privatgärten und Designerstücke

Gärten des Jahres
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Dieses Buch beinhaltet die 50 schönsten Privatgärten, die von einer renommierten Jury ausgewählt und prämiert wurden. Gegen eine Teilnahmegebühr konnten Planungsbüros, Garten- und Landschaftsarchitekten, ...

Dieses Buch beinhaltet die 50 schönsten Privatgärten, die von einer renommierten Jury ausgewählt und prämiert wurden. Gegen eine Teilnahmegebühr konnten Planungsbüros, Garten- und Landschaftsarchitekten, ihre Arbeiten einreichen; einige der Profis sind mit mehreren Arbeiten vertreten.

Gezeigt wird eine große Vielfalt unterschiedlichster Privatgärten. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts, der verwendeten Materialien und der Auswahl der Pflanzen runden die 50 Gartenporträts mit Grundriss ab. Hierbei hätte ich mir das ein oder andere Mal auch ein Foto des Gartens vor der Neugestaltung gewünscht um den Unterschied zum vorherigen Zustand, der manchesmal als verwahrlost bezeichnet wurde, betrachten zu können.

Der kleinste vorgestellte Garten weist eine Größe von 190qm auf, zwei andere liegen im Bereich um die 220qm, es gibt auch einzelne bis 500 qm. Der größte Garten umfasst 25 ha, wobei „nur“ 49.000qm neu angelegt wurden, der zweitgrößte Garten bemißt sich auf 15.000qm – die meisten Gärten liegen im mittleren Bereich mit Tendenz zur Größe eines Parkes. Da sieht man im Hintergrund schon mal einen Tennisplatz und weitläufige Rasenflächen; bei einem Foto ( S. 48) habe ich mich gefragt, ob es sich um eine kreisrunde sandbefüllte Terrasse oder einen Teil eines privaten Golfplatzes handelt – und ein Schwimmbad oder Schwimmteich findet sich in mehr als der Hälfte der gestalteten Gärten; das wirkte auf mich schon sehr uniform.

Gerade die Gestaltung kleinerer Gärten hatte mich besonders interessiert, denn ich würde sie zum einen als lebensnaher und zum anderen auch als größere Herausforderung zur kreativen Gestaltung ansehen. Gärten, die man umgangssprachlich eher als inszenierte Parkanlage bezeichnen würde, hätte ich nicht in diesem Umfang im Buch erwartet. Wahrscheinlich verbinde ich eine andere, volksnähere Vorstellung mit dem Begriff „Privatgärten“ als Landschaftsgärtner oder Gartenarchitekten und doch hätte mir vor dem Lesen klar sein müssen, dass dieses Buch einen ganz anderen Schwerpunkt setzt.

Einzelne Bauerngärten oder buntere, nicht nur mit dem Lineal geplante Gärten gibt es in diesem Buch auch zu bestaunen, obwohl der Schwerpunkt eindeutig auf Designerstücken mit klaren Linien, Schwimmbad bzw. Schwimmteich oder riesigen Rasenflächen mit mehreren gleichmäßig verteilten Terrassen liegt.

Die aufgezeigten Gärten mit Erläuterungen zum Plan und evtl. Einbeziehen vorhandener Elemente sowie vielen Fotos fand ich sehr interessant, anschaulich und zum Teil auch inspirierend; wer ein großes Gartengrundstück sein eigen nennen darf oder einfach nur schön inszenierte Gärten betrachten möchte, findet hier eine Fülle an Ideen.

Veröffentlicht am 07.03.2017

spannender, gut recherchierter Roman um den Stromkrieg

Die letzten Tage der Nacht
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Graham Moore erzählt in „Die letzten Tage der Nacht“ die Geschichte des Stromkrieg zwischen Edison und Westinghouse. Der junge und unerfahrene Anwalt Paul Cravath wird von Westinghouse ausgewählt um seine ...

Graham Moore erzählt in „Die letzten Tage der Nacht“ die Geschichte des Stromkrieg zwischen Edison und Westinghouse. Der junge und unerfahrene Anwalt Paul Cravath wird von Westinghouse ausgewählt um seine Interessen im Rechtsstreit um das Glühbirnenpatent zu vertreten, da er so unbescholten scheint und Westinghouse davon ausgeht, dass fast jeder in der Stadt auf einer Lohnliste Edisons steht oder ihm sonstwie verbunden ist. Manchesmal fehlt es Paul an Erfahrung und ihm unterlaufen auch Fehler, aber er gibt sein Bestes und begleitet den Fall bis zum Schluß.

Aber es geht nicht nur um diesen Rechtsstreit, sondern auch darum, was einen antreibt und, dass es passieren kann, sich zusehr an einem Punkt zu verbeissen und Wichtiges außer Acht zu lassen.
Sehr interessant schildert Moore die einzelnen Charaktere und ihre Motivation: Westinghouse erschafft Dinge, Tesla Ideen und Edison ein Imperium – drei miteinander absolut inkompatible Herangehensweisen mit Wissenschaft, Industrie und Geschäft umzugehen ( S.139). Ausgesprochen spannend fand ich die Beschreibung Teslas und seiner Eigenheiten.

Die einzelnen Kapitel sind recht kurz gehalten und ihnen ist jeweils ein passendes Zitat einer Berühmtheit vorangstellt, was mir sehr gut gefällt.

Der Roman ist sehr fesselnd geschrieben; man mag ihn gar nicht mehr aus der Hand legen. Von Beginn an hatte ich den Eindruck, dass sehr gut recherchiert wurde und der Kampf um das Monopol sachlich korrekt erzählt wird. Im Anhang wird genau aufgelistet, welche Begebenheiten etwas verändert, ergänzt oder gekürzt wurden, wobei es sich eher um Kleinigkeiten handelt.


Fazit: Ein toller Roman, der die Geschichte des Stromkrieges zwischen Edison und Westinghouse korrekt, spannend und interessant vermittelt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Recherche
Veröffentlicht am 07.03.2017

Ihre Forschungsergebnisse kennt man größtenteils, ihre Namen häufig nicht...

Aus Liebe zu den Pflanzen
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Stefano Mancuso, selber rennomierter Pflanzenforscher, der unter anderem auch schon „Die Intelligenz der Pflanzen“ beschrieben hat, widmet sich in „Aus Liebe zu dem Pflanzen“ zwölf leidenschaftlichen Botanikern, ...

Stefano Mancuso, selber rennomierter Pflanzenforscher, der unter anderem auch schon „Die Intelligenz der Pflanzen“ beschrieben hat, widmet sich in „Aus Liebe zu dem Pflanzen“ zwölf leidenschaftlichen Botanikern, Genetikern, Philosophen, Landwirten, und Pflanzenliebhabern, denen dank ihrer Beobachtungsgabe, Neugier sowie ihrem Forschergeist entscheidende Entdeckungen gelangen. Manusco stellt diese Entdecker aus fünf Jahrhunderten vor, wobei einige dabei sind, dessen Forschungen und Schlußfolgerungen, aber nicht unbedingt ihre Namen den meisten von uns bekannt sein dürften.

Vorgestellt werden z.B. George Washington Curver, der erste dunkelhäutige Uniabsolvent der USA, der u.a. die Fruchtfolge und den vielfältigen Einsatz von Erdnüssen erkannt und entwickelt hat, oder Nikolai Iwanowitsch Wawilow, der Vater der Samengutbank oder Ephraim Wales Bull, der Züchter der Concord-Traube oder Marcello Malpighi, der Begründer der Pflanzenanatomie. Aber auch Forschungen bekannter Universal-/ Gelehrter wie Goethe, Leonardo da Vinci oder der Familie Darwin finden sich in diesem höchst interessanten Buch.

Manusco versteht es, dieses Wissen gut verständlich und spannend zu vermitteln, läßt miteinfliesen, wie einzelne Entdeckungen oder Versuchsreihen zum Ergebnis führten, aber auch, welchen Schwierigkeiten, Vorurteilen und gegensätzlichen Meinungen die Entdecker ausgesetzt waren. Manche waren als spleenig verschrieen, wie z.B. Charles Harrison Blackley, der Erforscher des Heuschnupfens, der zu seinen vielen Selbstversuchen auch direkt die Form der heutigen Allergietests entwickelt hat. Mich hat zutiefst beeindruckt, mit welchem Eifer er geforscht hat, ohne auf sein eigenes Befinden Rücksicht zu nehmen. Aber auch finanzielle Aspekte, aus Zeiten bevor es einen Patentschutz gab, fand ich sehr interessant; manchesmal hat eben nicht der Entdecker und Erforscher die Lorbeeren ernten können...
Leider ist dieses wunderbare Buch nur 170 Seiten stark und man hat es viel zu schnell durchgelesen. Im Vorwort erklärt Stefano Manusco warum in diesem Buch nur über männliche Entdecker berichtet wird, verspricht aber, dass bei genügend Interesse an „Aus Liebe zu den Pflanzen“ ein weiteres folgen wird über das Leben von Frauen und Männern, die die Pflanzen lieben. Ich bin auf jeden Fall dabei und warte nun auf diese Fortsetzung.

Veröffentlicht am 04.03.2017

Achten Sie auf die Bedürfnisse der Stauden, die Sie pflanzen

Das große kleine Buch: Wo wächst`s am besten?
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Zunächst werden die vier Klimazonen Österreichs kurz unterschieden und typische Stauden zugeordnet zum pannonischen Raum, dem Alpenvorland, dem alpinen und dem illyrischen Raum.
Betont wird, dass die Bodenbeschaffenheit ...

Zunächst werden die vier Klimazonen Österreichs kurz unterschieden und typische Stauden zugeordnet zum pannonischen Raum, dem Alpenvorland, dem alpinen und dem illyrischen Raum.
Betont wird, dass die Bodenbeschaffenheit mindestens genauso wichtig ist wie die klimatischen Bedingungen.

Danach werden die verschiedenen Bodenarten ( Sand, Ton, Schluff und Lehm) unterschieden und ansatzweise wird auf Möglichkeiten der Bodenverbesserung eingegangen. Es folgen kurze Kapitel zu unterschiedlichen Standorten mit einer Liste sich dort wohlfühlender Stauden: sonnig, schattig, am Teichufer und für außergewöhnliche Standorte wie Frostlöcher/Kaltluftseen in Tälern, pralle Sonne, Gebirge/Trockensteinmauern, unter flachwurzelnden Bäumen oder in feuchten Schattenlagen.

Ich muß gestehen, dass ich andere Erwartungen an dieses Buch hatte. Zum einen war mich nicht bewußt, wie intensiv in diesem kleinen Buch auf die klimatischen Unterschiede eingegangen wird, zumindest gibt der Titel dieses nicht preis, und zum anderen hatte ich nicht mit der einfachen Unterscheidung zwischen sonnig, schattig, Steingarten gerechnet. Diese Unterschiede waren mir schon vorher bewußt und z.B. Sumpf- oder Teichpflanzen würde ich nicht an einen anderen Standort verbannen; wer kommt schon auf die Idee Sumpfdotterblumen, Sumpf-Schwertlilien oder andere Sumpfpflanzen in den Steingarten oder Sukkulenten in den Sumpf zu setzen? Vielmehr war ich davon ausgegangen, dass auch die Bodenbeschaffenheit anhand von Zeigerpflanzen besprochen würde und gerade diese Zeigerpflanzen in Zusammenhang mit dort gut gedeihenden Pflanzen gebracht würden. Die einzelnen Listen der Stauden mit unterschiedlichen Bedürfnissen fand ich interessant und die, die mir nicht bekannt waren, ließen sich leicht im Internet finden, wobei es mir schon gefallen hätte, wenn es im Buch einzelne kleine Fotos dazu gegeben hätte.

Das Buch ist ganz nett, enthält für mich aber weniger neue Informationen als ich erhofft hatte. Der beste Tipp war, auf die Pflanzschildchen zu achten, die in den Töpfen stecken, wenn man die Pflanzen im Gartenmarkt kauft; ich denke auch, dass man den dort angegebenen Standort beherzigen sollte.