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Veröffentlicht am 09.03.2025

eine Geschichte voller Liebe zur Literatur

Die Bibliothek der verlorenen Geschichten
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Domenico Dara nimmt uns in seinem Buch mit in das fiktive Dorf Timpamara in Kalabrien. Dort lebt und liebt man Literatur, viele Namen erinnern an literarische Figuren und allen ist es eine Herzensangelegenheit ...


Domenico Dara nimmt uns in seinem Buch mit in das fiktive Dorf Timpamara in Kalabrien. Dort lebt und liebt man Literatur, viele Namen erinnern an literarische Figuren und allen ist es eine Herzensangelegenheit schöne Geschichten und Bücher vor der Presse der Papierfabrik zu retten.

„Über all in Timpamara, auf Fensterbrettern und Bänken, auf Kofferräumen und Müllsäcken, ja sogar auf den Hüten der Damen, konnte eine Seite aus einem Roman landen. Wenn sie jemand aufhob, sie las, und wenn sie ihm nicht gefiel, warf er sie nicht weg, sondern legte sie irgendwo ab, im Blumenkasten auf dem Bürgersteig oder, mit einem Stein beschwert, auf einer Stufe, damit jemand anderes sie aufhob…“ (S.12)

Einer von ihnen ist Astolfo Malinverno, leidenschaftlicher Leser und Bibliothekar. Das beschauliche Bücherleben von Astolfo gerät ins Wanken, als er unerwartet neben seiner Aufgabe als Bibliothekar auch noch zum Friedhofswärter ernannt wird. Pflichtbewusst übernimmt er die Tätigkeit und wird mit den Geschichten der Verstorbenen und Hinterbliebenen konfrontiert. Ein namenloses Grab mit einem Foto hat es ihm besonders angetan, er verliebt sich in das Bild der unbekannten Frau, die ihn an Emma Bovary erinnert und er beginnt nach ihrer Geschichte zu suchen.

Auf der Suche begegnet er Ofelia, die der Unbekannten ähnlichsieht und einem Tontechniker, der die Stimmen der Verstorbenen aufnimmt.
Wird Astolfo die Geschichte der unbekannten Frau finden?

„Wir sind es, die entscheiden, was wahr ist und was nicht, wir allein.“ (S.38)

„Die Bibliothek der verlorenen Geschichten“ ist eine Hommage an die Literatur. Domenico Daro erzählt behutsam von der Macht der Bücher und der Liebe, überwindet die Grenzen zwischen Literatur und Realität und nimmt den Lesenden mit an einen besonderen Ort. Ich mag Geschichten, die die Liebe zum Buch widerspiegeln und der Autor bringt viele kleine und große Hinweise auf wunderbare Werke der Literatur in seine Erzählung ein, die Atmosphäre des Buches ist stark von der Liebe zu Büchern geprägt. Lebhafte Beschreibungen der Charaktere und Orte, die rätselhafte Suche nach der Geschichte einer unbekannten Frau und gediegene Figuren … alles wunderbare Zutaten für eine besondere Geschichte, die bestimmt viele Buchmenschen begeistern wird.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

eine schöne Geschichte über das Leben und wie es ist ein Mensch zu sein,

Ich und die Menschen
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„Dieses Buch… spielt genau hier, auf der Erde. Es handelt vom Sinn des Lebens und von überhaupt nichts. Es handelt davon, was passieren muss, damit man auf die Ewigkeit verzichtet und sich der Sterblichkeit ...

„Dieses Buch… spielt genau hier, auf der Erde. Es handelt vom Sinn des Lebens und von überhaupt nichts. Es handelt davon, was passieren muss, damit man auf die Ewigkeit verzichtet und sich der Sterblichkeit überlässt. Es handelt von Liebe und toten Dichtern und Erdnussbutter mit ganzen Nüssen. Es handelt von Materie. Und Antimaterie, von allem und nichts, von Hoffnung und Hass. … Es handelt davon, wie man ein Mensch wird.“ (S.11)
 
Andrew Martin, Mathematikprofessor aus Cambridge, erscheint eines Tages wie ausgewechselt. Nicht nur, dass er unbekleidet unterwegs ist und damit ziemliches Aufsehen erregt, alle Lebensmittel, die nicht Erdnussbutterbrote sind, verursachen bei ihm Übelkeit, ebenso kann er mit den meisten Lebewesen, seine Frau Isobel und sein Sohn Gulliver eingeschlossen, wenig anfangen. Lediglich mit Newton, dem Hund der Familie, kommt er irgendwie klar.
 
Was ist passiert? Hat eine Überdosis Primzahlen die Verwandlung des Mathematikers herbeigeführt oder treibt ihn der große Wille zur Lösung der Riemannschen Vermutung zielstrebig in den Wahnsinn?
Oder gibt es gar eine völlig andere Erklärung? 
 
Antwort: ja, die gibt es. Aber ich werde sie hier nicht munter ausplaudern und so womöglich den Spaß an der Geschichte ruinieren. Auf keinen Fall.
Für „Ich und die Menschen“ gilt: nur selbst lesen bereitet Vergnügen!
 
Mit der ihm eigenen Lässigkeit erzählt Matt Haig eine kluge, wunderbare Geschichte, die leicht und mitunter witzig, jedoch nicht platt daherkommt. Er erzählt vom Leben, vom Miteinander und von der Liebe und wie es ist, all das zu lernen und zu verstehen. Haig verbindet nicht nur Fußball und Liebesgedichte, sondern auch die großen und kleinen Fragen und Momente des Lebens zu einer schönen Geschichte, die ein wenig wie ein Blick in den Spiegel erscheint, ergänzt mit 97 klugen Ratschlägen an einen Menschen, die durchaus beherzigenswert sind.

Ich liebe die Art und Weise von Matt Haig Geschichten zu erzählen und lasse mich immer wieder gerne von ihm in seine Welt mitnehmen. „Ich und die Menschen“ hat für mich nicht die Wucht und hallt nicht nach wie die Mitternachtsbibliothek, aber es hat eigene Momente, die wunderbar sind. Es bietet kurzweilige Unterhaltung, ist eine schöne Geschichte mit einer nicht neuen, jedoch allzeit erwähnenswerten Botschaft und ich empfehle das Buch sehr gern für gemütliche Lesestunden.

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Veröffentlicht am 01.03.2025

eine besondere, wunderbare Geschichte

Die Bücher, der Junge und die Nacht
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Die Bücher, der Junge und die Nacht / Kai Meyer

In den 1930er Jahren lebt Jakob Steinfeld als Buchbinder in Leipzig, er hat das Handwerk von seinem Vater übernommen und ist ein Fachmann auf seinem Gebiet, ...

Die Bücher, der Junge und die Nacht / Kai Meyer

In den 1930er Jahren lebt Jakob Steinfeld als Buchbinder in Leipzig, er hat das Handwerk von seinem Vater übernommen und ist ein Fachmann auf seinem Gebiet, leider sehen er und sein Freund Grigori sich immer mehr den Auswirkungen des aufkommenden Nationalsozialismus ausgesetzt. Als eine junge Frau ihn bittet ihr Buch „Das Alphabet des Schlafes“ zu binden lehnt Jakob zunächst ab, nachdem er Juli jedoch näher kennengelernt hat, übernimmt er den Auftrag. Die junge Frau verschwindet unauffindbar nach einer gemeinsamen Nacht, zurück bleibt nur das Buch.
 
1943 wird das Graphische Viertel bombardiert. Ein Junge wird durch einen geheimnisvollen Fremden, der sich Mercurio nennt, aus einem brennenden Haus gerettet – jedoch muss er dafür ein bestimmtes Buch aus der Bibliothek des Hauses holen. Der Junge findet „Das Alphabet des Schlafes“ und begibt sich mit dem Fremden auf eine abenteuerliche Reise.
 
1971 wird Robert Steinfeld, der Sohn von Jakob von seiner Kollegin Marie zu einer Bibliotheksauflösung eingeladen. Robert ist 37 und spürt beruflich vergessene Bücher auf. In der Bibliothek findet er Bücher, die in Steinfelds Buchbinderei gebunden wurden – jedoch zu einem Zeitpunkt, als es das Geschäft gar nicht mehr gab. Robert möchte erfahren, was es mit diesen Büchern auf sich hat, und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über seine Herkunft und die Vergangenheit seiner Familie.
 
Frage: wie großartig kann ein Buch bitte sein?
Antwort: maximal großartig im Falle von „Die Bücher der Junge und die Nacht“!

Erneut nimmt uns der Autor mit nach Leipzig in das Graphische Viertel voller Buchhandlungen, Verlage und Buchbindereien. Er erzählt eine Geschichte voller Geheimnisse und verknüpft persönliche Schicksal mit historischen Ereignissen. Das Buch verbindet mehrere Zeitebenen zu einer fesselnden Erzählung über die Verbindung von Menschen und Bücher und der Suche nach der Wahrheit. Ich kann kaum beschreiben, wie sehr mich das Buch bewegt und gefesselt hat. Es ist nicht nur eine hervorragende Geschichte über Roberts Suche nach der eigenen Identität, es ist eine großartige Erzählung über die Macht der Bücher.
 
Und natürlich haben mich die Beschreibungen der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte berührt; Jakobs Freund Grigori steht stellvertretend für viele Schicksale, dieser wunderbare, loyale, großherzige Mensch, der alles aufgeben muss, um Leib und Leben zu retten. Ganz leise und dadurch umso eindringlicher veranschaulicht das Buch die Anfänge und die Auswirkungen des Nationalsozialismus.
 
„Weil die Menschen nicht genug Bücher lesen. Erst wenn sie wirklich verstehen, wie es sich anfühlt, ein anderer zu sein, werden sie aufhören, sich gegenseitig Schlimmes anzutun.“ (S.116)
 
„Die Bücher, der Junge und die Nacht“ ist ein besonderes, sehr lesenswertes Buch und ich wünsche mir, dass es gelesen, verstanden und beherzigt wird!
 
„Zugleich aber war sie Jakobs stille Hoffnung, dass Menschen, die Bücher so sehr liebten wie er, trotz all des Chaos da draußen nicht aussterben würden.“ (S. 45)
 
Ein großartiges Buch und eine ganz besondere Geschichte! Ganz, ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.03.2025

eine Geschichte voller Phantasie

Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen
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Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen ist der erste Teil einer neuen Reihe von Katherine Rundell. In den Ferien besucht Christopher seinen Großvater in Schottland. Dort entdeckt ...

Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen ist der erste Teil einer neuen Reihe von Katherine Rundell. In den Ferien besucht Christopher seinen Großvater in Schottland. Dort entdeckt er ein geheimnisvolles Schriftstück, dass ihn auf eine Reise führt, die sein Leben sowie die gesamte Welt verändern wird und er erfährt, dass sein Großvater den Übergang zwischen der magischen und nichtmagischen Welt behütet.

Christopher entdeckt das Archipel, eine Inselgruppe in einer verborgenen Dimension, die parallel zu unserer existiert und auf dem mythischen Wesen wie Zentauren, Greifen und Einhörner leben. Doch diese friedliche Welt wird durch einen mysteriösen Feind bedroht, der die Fabelwesen jagt und tötet und das Gleichgewicht der Welten steht auf dem Spiel. Auf dem Archipel begegnet er Mal, die einen fliegenden Mantel besitzt und gemeinsam begeben sie sich auf die Mission, die Ursache der Bedrohung aufzudecken und die magischen Wesen und das Archipel zu retten.

Auf ihrer Reise begegnen sie fantastischen Kreaturen, stellen sich mächtigen Widersachern, enthüllen uralte Prophezeiungen und erleben phantastische Abenteuer. Werden sie die Fabelwesen retten können?

Katherine Rundell hat mich in eine Welt voller Wunder und Gefahren und voller einzigartiger Wesen entführt und ich habe den Besuch dort sehr genossen. Lebhaft und spannend erzählt sie die Abenteuer von Christopher und Mal und so ist es nicht nur eine Geschichte über Mut und Magie, sondern auch über Freundschaft, Verantwortung und Zusammenhalt.

Sowohl die wunderschöne Karte als auch die Beschreibungen der einzelnen Fabelwesen machen das Buch zu etwas besonderem, es steckt innen und außen viel Liebe in dieser Geschichte, die ich sehr gerne für Menschen aller Altersklasse, die viel Phantasie haben und in wunderbare Welten reisen möchten, empfehle.


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Veröffentlicht am 01.03.2025

Captain Future - mein allerliebster Weltraumheld

Captain Future
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Ich bitte um, Beachtung, dass es mit dem Lesen dieser Rezension zusätzlich die sensationelle Captain Future Titelmelodie als Ohrwurm gibt!
🎼 Uuuuuu huu hu huuuuuuu 🎵 Uuuuuuuu huuuu hu huuuuuu 🎶
 
Sensationell ...


Ich bitte um, Beachtung, dass es mit dem Lesen dieser Rezension zusätzlich die sensationelle Captain Future Titelmelodie als Ohrwurm gibt!
🎼 Uuuuuu huu hu huuuuuuu 🎵 Uuuuuuuu huuuu hu huuuuuu 🎶
 
Sensationell futuristisch hat Edmond Hamilton die Serie in den 1940er Jahren geschaffen und bei uns ist sie spätestens seit Anfang der 1980er Jahre bekannt, als die japanischen Zeichentrickserie im Fernsehen zu sehen war – inklusive ikonischem Titelsong.
 
Captain Future, der eigentlich Curtis Newton heißt, ist ein Wissenschaftler und Abenteurer, der mit dem Androiden Grag, dem Roboter Otto und dem lebenden Gehirn Simon Wright mit seinem Raumschiff „Comet“ durch das Sonnensystem reist, spannende Abenteuer erlebt und knifflige Rätsel löst. Noch immer hat der mutige Weltraumheld eine große Fangemeinde und die darf sich nun über eine Captain Future Graphic Novel freuen, die die Geschichte „Der Herrscher von Megara“ erzählt.

Die Regierung des Weltraums ruft Captain Future zu sich, um ihn auf eine Mission zum Planeten Megara zu schicken, auf dem sowohl die ursprüngliche Lebensform Primos sowie ehemalige Kriminelle nach dem Verbüßen ihrer Haftstrafe leben und arbeiten. Megara wird von einer unbekannten Epidemie heimgesucht, die Bewohnenden verwandeln sich in unkontrollierbare Monster.
Die Weltraumregierung bittet Captain Future nach Megara zu reisen, um dort den Ursprung der Krankheit zu finden und den Frieden zu sichern – und fordert ihn auf, Agent Joan Landor mitzunehmen. Der Captain ist überhaupt nicht begeistert, aber Widerstand ist zwecklos und so macht er sich mit Otto, Grag, Simon Wright und Joan auf den Weg nach Megara.
Dort angekommen treffen sie auf Colonel Ezella, einen alten Freund von Captain Future, der inzwischen auf Megara lebt. Auch er weiß nicht, woher der Virus kommt, der scheinbar willkürlich alle Lebensformen befällt.
 
Die Crew erforscht den Planeten und findet letztlich die Ursache für die Mutationen – jedoch sind zu dem Zeitpunkt Joan, Ezella und Curtis bereits infiziert. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, wird Captain Future den Ursprung der Krankheit finden und seine Freunde, den Planeten Megara und sich selbst retten? Und wer ist der blinde Passagier an Bord der Comet: Freund oder Feind?
 
Großartig! Ich bin maximal begeistert von dieser sensationellen Graphic Novel, von dem spannenden Abenteuer und dem Wiedersehen mit Captain Future und seiner Crew! Unzählige Details und Kleinigkeiten machen das Lesen zu einem großen Vergnügen. Die Graphic Novel ist eine moderne Adaption und bleibt dennoch dem Klassiker treu, es finden sich zeitgemäße Details, die sich jedoch harmonisch in die Geschichte einfügen. Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen, die Bilder wieder und wieder betrachtet und immer neue wunderbare Kleinigkeiten entdeckt.
 
Das Buch ist ein Muss für Fans von Curtis Newton & Friends, großartige Science-Fiction – zurecht noch immer populär und beliebt! Ganz große Leseempfehlung!

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