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Veröffentlicht am 12.05.2021

Ein historischer Roman, bei dem ich gut entspannen konnte

Die Walfängerin von Borkum
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„Die Walfängerin von Borkum“ ist ein historischer Roman, der im Jahr 1653 auf der Nordseeinsel Borkum spielt. In dem Buch geht es um Fenja und ihren Verlobten Joris, der sein Glück als Kommandeur auf einem ...

„Die Walfängerin von Borkum“ ist ein historischer Roman, der im Jahr 1653 auf der Nordseeinsel Borkum spielt. In dem Buch geht es um Fenja und ihren Verlobten Joris, der sein Glück als Kommandeur auf einem Walfänger versuchen will. Fenja bleibt in dieser Zeit allein auf der Insel und hat mit einigen Problemen zu kämpfen, dabei ist sie aber nicht allein.
Die meisten Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Fenja hat aber leider keine so starke Persönlichkeit wie man es am Klappentext erahnen könnte. Eigentlich finde ich starke Protagonisten sehr wichtig, aber mich hat es in diesem Fall nicht sonderlich gestört. Denn Fenja hat eine äußerst willensstarke Freundin, Neele Klaas, an ihrer Seite. Joris, ihr Verlobter, hat hingegen einen starken Charakter und man wird schnell warm mit ihm. Er ist sehr nett und einfühlsam, wohingegen sein Bruder Nils, der wegen einem Unglück verbittert geworden ist, sich nicht immer von seiner besten Seite zeigt. Nils Entwicklung im Laufe der Geschichte ist sehr spannend und man bekommt erst gegen Ende des Buches heraus, wie er wirklich ist und was er von Fenja will. Die Situation zwischen den beiden Brüdern Joris und Nils ist sehr angespannt und spielt im Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle.
Die Spannung war von Anfang bis Ende da und ich wollte oft gar nicht mehr aufhören zu lesen, denn es gab einige unerwartete Wendungen. Die Zeit, in der die Geschichte spielt, war gut dargestellt. Man bekommt einen Einblick in die damaligen Umstände und die Situation auf einem Walfänger. Dieses Thema hat mich sehr interessiert, denn die Vorstellung auf kleinen Schiffen gegen einen riesigen Wal zu kämpfen ist faszinierend aber auch irgendwie beängstigend, wenn man sich selbst in der Position der Walfänger sieht.
Es gab einige Punkte, die mich während dem Lesen gestört haben. Ein sehr wichtiger Aspekt ist Fenjas Charakter. Sie ist sehr naiv und blind gegenüber den offensichtlichsten Dingen. Dass sie während dem gesamten Buch in derselben Situation feststeckt und einfach nicht sieht, was passiert, ist beim Lesen manchmal sehr anstrengend.
Ein weiterer Punkt ist der Titel. Dieser passt leider gar nicht zum Buch und das ist sehr Schade, denn vor dem Lesen habe ich mich sehr darauf gefreut zu erfahren, wie eine Frau zur damaligen Zeit eine Walfängerin werden konnte. Der Titel ist etwas sehr Wichtiges, der das Thema des Buches spiegeln sollte. Das kann man hier nicht wirklich sagen. Auch der Klappentext ist nicht so gut. Er verrät zu viel und ich würde empfehlen ihn nicht zu lesen, wenn man das Buch noch kaufen will. Zu viele wichtige Handlungen werden vorrausgenommen, was die Spannung im Buch leider ein wenig zerstört.
Das Cover dagegen ist perfekt gewählt. Es spiegelt die Stimmung, die man beim Lesen des Buches hat, perfekt wider. Man sieht, dass es in der Vergangenheit spielt und es hat irgendwie ein mystisches Aussehen. Ich habe durch das Cover direkt Lust bekommen das Buch zu Lesen.
Auch wenn es ein paar Stellen im Buch gab, die mich etwas gestört haben hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht und ich empfehle es jedem weiter, der historische Romane mag. Und trotz einiger Kritikpunkte, die ich habe, ist es ein sehr schönes und empfehlenswertes Buch.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema