Platzhalter für Profilbild

lexi3103

Lesejury-Mitglied
offline

lexi3103 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit lexi3103 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2025

“Können gefälligst alle mal meine Stiefel in Ruhe lassen?”

The Knight and the Moth
2

Ein bisschen skeptisch ging ich in dieses Buch. Ein Gothic-Romantasy-Roman, der eine düstere Atmosphere beschreibe und eine wahnsinnig tolle Geschichte erzählen soll.

Zum Gothic:
Natürlich gibt es die ...

Ein bisschen skeptisch ging ich in dieses Buch. Ein Gothic-Romantasy-Roman, der eine düstere Atmosphere beschreibe und eine wahnsinnig tolle Geschichte erzählen soll.

Zum Gothic:
Natürlich gibt es die düsteren Elemente: Gargoyles, Omen, dunkle Magie, Geheimnisse. In dem Sinne ist es wohl wirklich ein Schauerromantik-Roman. Die restlichen Features eines tatsächlichen gothischen Romans gibt es nicht wirklich. Zumal die Charaktere nicht im klassischen Sinne alle ihre Gefühle offenlegen, gibt es nur eine offensichtliche Identitätskrise a la Sybel Delling. Je weiter man voranschreitet erfährt man jedoch, dass die anderen Charaktere sich auch erst finden und neu entdecken mussten.
Ich habe etwas Schwierigkeiten, den Roman von Rachel Gillig wirklich als “Gothic Fiction” einzuordnen.

Story:
Es ist mir sehr schwer gefallen, in den Roman einzusteigen. Ich habe viele andere Rezensierende gelesen, die es wesentlich einfacher fanden. Lesende werden in die Welt der Weissagerinnen eingeführt, und doch fiel es mir schwer, mich darauf einzulesen. ImNachgang gefiel mir die Story gut. Es war kein typisches “Romantasy”, sondern schon eher High Fantasy, mit starken Elementen und World Building, wo die Karte wirklich nutzen hatte. Ich, als klassische Leserin von Englischen Originalen, tat mir eher schwer, das Buch auf Deutsch zu lesen. Die Übersetzungen waren mir teilweise sehr fremd, ich stolperte über Formulierungen, wie: “Meine Gedanken brachen sich Bahn”. Natürlich verstehe ich es, aber es führte dazu, dass ich 200 Seiten brauchte, um wirklich einzusteigen in Sybells Geschichte.
Das Ende (und ab S.200) fand ich es super. Es wurde Spannung erzeugt und ich habe mich zurecht gefunden in der Welt. Das Ende kam mir trotzdem zu schnell vor, rapide abgebrochen in einem Trope, der mir nicht gefällt. (spoiler: es ist ähnlich wie bei Powerless von Lauren Roberts.)
Dennoch fand ich die Elemente der Story endlich mal real: Sybell bekommt ihre Menstruation, sie spielt sich nicht als Heilerin der Welt auf, sogar die eine Spice-Szene war mir mal nicht “too much” sondern echt und behandelt echte Weibliche Sorgen.
Was ich auch super fand: weibliche Ritterinnen, Aufbrechen von Stereotypen. Vielleicht ist dies weniger Gothic, aber dafür ein schönes Element.

Ingesamt war “The Knight and the Moth” ein netter Versuch, ein Gothic Fiction Roman a la Shelley, Stoker und co. Zu schreiben. Er verliert sich ein wenig im Storybuilding, glänzt aber sobald man sich darauf einlässt.
Ich wünschte deshalb, ich hätte Englisch gelesen, dann wären es 5 Sterne.

PS: warum geht es nur um Schuhe und Füße in diesem Buch?

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl