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Veröffentlicht am 25.02.2026

zwischen Illusion und Wahrheit

Spiel des Lügners
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In Spiel des Lügners werden wir in ein Casino voller Illusionen entführt, in dem Geheimnisse und Wahrheiten der Einsatz sind. Lola St. James will das magische Turnier des Lügners gewinnen, um für den Dieb ...

In Spiel des Lügners werden wir in ein Casino voller Illusionen entführt, in dem Geheimnisse und Wahrheiten der Einsatz sind. Lola St. James will das magische Turnier des Lügners gewinnen, um für den Dieb ein magisches Artefakt zu stehlen. Ihr Einsatz: ein tödliches Geheimnis.

Der Einstieg war super leicht und flüssig, ich war direkt gefangen. Der Heist-Vibe in Kombination mit dem magischen Casino Setting hat mir unglaublich gut gefallen. Ständig fragt man sich gemeinsam mit Lola, was Wahrheit und was Lüge ist. Dieses Spiel mit Wahrnehmung und Täuschung sorgt für eine dauerhaft spannungsgeladene Atmosphäre.

Die Charaktere sind greifbar, sympathisch und vielseitig. Lola überzeugt als schlagfertige, mutige Protagonistin, die zunehmend an dem zweifelt, was sie über ihre Vergangenheit zu wissen glaubt. Der Lügner bleibt zunächst unnahbar und unberechenbar, zeigt sich im Verlauf aber verletzlich. Ihre Dynamik lebt von Misstrauen, Anziehung und dem gemeinsamen Drang nach Wahrheit, das hat mir besonders gut gefallen.

Die Story entwickelt sich langsam mit kontinuierlichen Spannungsbogen. Einige Wendungen lassen sich erahnen, dennoch fiebert man mit Lola mit. Magie, Täuschung, und die Frage nach Vertrauen stehen im Vordergrund, während Lola zunehmend ins Wanken gerät. Als Schattenbrüder bringen der Dieb und der Lügner nicht nur Geheimnisse, sondern auch eine intensive Dynamik mit. Die Dreieckskonstellation mit Lola sorgt für knisternde Spannung und emotionale Konflikte. Das Ende hat einige Überraschungen parat und macht Lust auf Band 2.

Kleiner Kritikpunkt ist das Magiesystem. Die Illusionen, die magischen Würfel sind zwar faszinierend, bleiben jedoch etwas oberflächlich erklärt. Auch über den Fluch der Schattenbrüder hätte ich gern mehr erfahren. Hier hätte der Welt noch etwas mehr Tiefe gutgetan.

Fazit: Eine gute YA Romantasy mit Caraval und Six of Crows Vibes. Voller Magie, knisternder Spannung und gefährlicher Spiele. Und die Frage bleibt, gibt es die perfekte Lüge? Ich werde Band 2 auf jeden Fall lesen.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Potenzial ungenutzt

Royal Houses – Haus der Drachen
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Kerrigan ist Halb-Fae und wird deswegen strukturell diskriminiert. Um Teil der Gesellschaft zu werden dient sie am Berg dem Haus der Drachen. Sie steht kurz vor ihrem Abschluss und hofft von einem herrschenden ...

Kerrigan ist Halb-Fae und wird deswegen strukturell diskriminiert. Um Teil der Gesellschaft zu werden dient sie am Berg dem Haus der Drachen. Sie steht kurz vor ihrem Abschluss und hofft von einem herrschenden Haus gewählt zu werden. Zeitgleich findet am Berg das berühmte Drachenturnier statt, doch niemand hat mit der Teilnahme von Fordham aus dem verstoßenen Haus der Schatten gerechnet.

Mir ist der Einstieg etwas schwergefallen, da ich eine andere Story erwartet habe. Man wird mit Namen bombardiert, ohne diese genauer zu erklären. Sodass man sehr schnell den Überblick verliert. Klar darf das Worldbuilding komplex sein und klar hebt man sich Sachen für die Folgebände auf, es sollte aber dennoch verständlich sein. Hier fehlen leider viele Beschreibungen und Erklärungen, sodass sich das Buch stellenweise, wie ein zweiter Band anfühlt, dessen ersten Teil man nicht kennt. Zudem werden Szenen wild aneinandergereiht, ohne einen wirklichen roten Faden oder Sinn zu haben. Hinzu kommen Perspektiven die absolut keinen Mehrwert liefern. Das Turnier, das Haus der Drachen und die Drachen selbst rücken komplett in den Hintergrund, sodass ich die Rolle der Drachen und den Sinn des Turniers nicht verstehe.

Kerrigan ist zwar mächtig, wird aber oft unterschätzt und mit Vorurteilen konfrontiert. Ihre neugierige und aufmüpfige Art hat mich am Anfang sehr gestört, dies legt sich allerdings im Laufe der Geschichte. Fordham kann ich nicht einschätzen, was aber auch an der Er-Erzähler Perspektive liegt. Er ist nett und überkommt seine Vorurteile, doch sein wirklicher Plan bleibt blass. Grundsätzlich mochte ich die Dynamik zwischen Ker und Fordham, allerdings handelt es sich hier eher um den Aufbau einer Freundschaft als um eine Love Story. Weswegen ich einige Punkte nicht gefühlt habe und inszeniert finde. Auch die generellen Emotionen wechseln so abrupt, dass ich es nicht authentisch finde.

Die Idee der Story hat Potenzial wurde aber nicht gut umgesetzt. Die Handlung zieht sich teilweise sehr, war langweilig und durch die Random Aneinanderreihung von Szenen schlecht aufgebaut. Zudem ist der deutsche Klappentext komplett irreführend und schlecht übersetzt. Hier sollte man sich doch den originalen durchlesen.

Wer Romantasy in Band 1 erwartet, dürfte eher enttäuscht werden. Sehr wahrscheinlich Romantasy in den Folgebänden, doch Band 1 liest sich eher wie High Fantasy mit aufbauender Freundschaft und Mystery. Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen, weswegen ich die Folgebände nicht lesen werde.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

düster und voller Spannung

Night Blood - Ruf der dunklen Magie
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Nightblood – Ruf der dunklen Magie von Lilyan C. Wood verführt uns in eine düstere Parallelwelt mit verschiedenen Fabelwesen. Im Zentrum stehen hier bei aber vor allem die Vampire.

Als die Hobbyfotografin ...

Nightblood – Ruf der dunklen Magie von Lilyan C. Wood verführt uns in eine düstere Parallelwelt mit verschiedenen Fabelwesen. Im Zentrum stehen hier bei aber vor allem die Vampire.

Als die Hobbyfotografin Charlie auf dem Friedhof der Burgruine Rauheneck verunglückt und direkt in das Grab des Vampirs Alexandru stürzt, löst sie unwissentlich einen jahrhundertealten Fluch auf. Plötzlich findet sie sich in Noapte wieder, einer düsteren, mittelalterlichen Welt, in der Monster real sind. Zu ihrer Überraschung entpuppt sich Alexandru nicht nur als gefährlich gutaussehend, sondern auch als rechtmäßiger Thronerbe. Doch in Noapte herrscht Krieg um den Thron und Charlie steht vor einer Entscheidung, die ihr Leben für immer verändern könnte. Wird sie Alexandru helfen, den Tyrannen zu stürzen und seinen Platz als König zurückzuerobern oder lässt sie eine Welt im Dunkeln zurück, die vielleicht genauso sehr ihr Schicksal ist wie seines?

Vom ersten Moment an wird man direkt ins Geschehen reingeworfen.Die düstere Atmosphäre hat mich sofort gepackt. Alleine in den ersten drei Kapitel hatte ich mehrfach Gänsehaut, weil der Schreibstil und die Beschreibungen einfach so eindringlich sind. Auch wenn ich mit dem Schreibstil erst warm werden musste.

Mit Charlie konnte ich gut mitfühlen, besonders in der Szene, in der sie versehentlich in die Parallelwelt stürzt. Ihre Angst und Panik haben sich komplett auf mich übertragen. Auch danach konnte ich ihre Reaktionen nachvollziehen. Sie versucht zu verstehen, was passiert ist, verarbeitet alles Schritt für Schritt und behält dennoch ihren starken Willen. Zudem mag ich es, dass sie sich selbst schützen möchte, anstatt sich auf andere verlassen zu müssen. Charlie ist mutig, wissbegierig und loyal und riskiert alles um zu helfen.

Alexandru konnte ich anfangs nicht einschätzen. Wie Charlie dachte ich erst, sie sei für ihn nur Mittel zum Zweck. Er ist misstrauisch und zurückhaltend, hat aber das Herz am richtigen Fleck und riskiert ebenso alles für sein Volk und Charlie. Seine Vergangenheit und seine innere Zerrissenheit haben ihn mir schnell sympathisch gemacht.

Die Nebencharaktere finde ich spannend und liebenswert (ein paar zumindest).

Das Setting generell ist sehr atmosphärisch, düster, bedrohlich und voller Spannung. Man fragt sich, wieso Charlie Alexandru erwecken konnte und wie Alexandru seinen Thron zurückbekommt. Die Mischung aus unserer (Menschen)Welt und Noapte, der Heimat der Nachtblüter, ist faszinierend. Neben Vampiren gibt es Dämonen, Kobolde, Geister, Werwölfe und zahlreiche weitere Wesen. Besonders das mittelalterliche Flair in Noapte konnte ich mir bildlich sehr gut vorstellen.
Der Spannungsbogen bleibt kontinuierlich hoch, man fiebert die ganze Zeit mit Charlie und Alexandru mit. Der Endkampf war richtig intensiv, einige Wendungen habe ich kommen sehen, andere haben mich überraschen können. Der Romance-Anteil ist sehr schön eingearbeitet, leicht Slow Burn angehaucht. Es war schön zu sehen, wie Alexandru sich Schritt für Schritt öffnet und die Anziehung immer stärker wurde.

Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Vor allem bei Charlie und ihrer spannenden Entwicklung, die mir teilweise auch etwas zu schnell und einfach ging. Ein kurzer Ausblick „Was geschah danach?“ wäre zudem ein schöner Abschluss gewesen.

Fazit:

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, weil ich es einfach nicht weglegen konnte. Es ist ein starker Einzelband mit kleineren Schwächen. Insgesamt aber sehr düster und spannend mit tollen Charakteren. Ich kann es definitiv empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Verfällst du dem Musenrausch?

Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)
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Inhalt:
Wandas Leben ist von einem schrecklichen Unfall geprägt, durch den sie nicht nur sich selbst und ihre Freunde verliert, sondern auch ihre Leidenschaft und Inspiration zum Malen. Nach einer Schicht ...

Inhalt:
Wandas Leben ist von einem schrecklichen Unfall geprägt, durch den sie nicht nur sich selbst und ihre Freunde verliert, sondern auch ihre Leidenschaft und Inspiration zum Malen. Nach einer Schicht im Museum spürt sie jedoch zum ersten Mal seit Langem wieder das Bedürfnis, den Pinsel in die Hand zu nehmen. Als sie das Bild beendet, sitzt plötzlich ein fremder Mann in ihrem Wohnzimmer: Neo, der behauptet, ihre Muse zu sein. Eigentlich dürfte Wanda Neo gar nicht sehen, und schon gar nicht sollte diese unerklärliche Verbindung zwischen ihnen existieren, die es ihnen nicht erlaubt, sich mehr als ein paar Meter voneinander zu entfernen.
Auf der Suche nach Antworten wird Wanda in Neos göttergleiche Welt hineingezogen. Eine Welt voller Farben, Kunstwerke, Magie und magische Wesen, in der immer mehr Geheimnisse und Intrigen ans Licht kommen. Wanda bleibt nichts anderes übrig, als loszulassen und sich auf die Magie und Neos Welt einzulassen. Doch schon bald stellt sich die Frage, wem sie vertrauen können und wer wirklich mit offenen Karten spielt.

Meinung:
„Musenrausch“ ist der Auftakt einer Urban-Fantasy-Trilogie mit einer originellen und spannenden Idee – Chef‘s kiss Malou! Allein das Cover und der Farbschnitt sind schon ein echter Hingucker und machen neugierig auf das Buch.
Der Leser ist direkt im Geschehen drinnen und fühlt sofort mit Wanda mit. Sie hat immer noch mit dem Unfall zu kämpfen und einige emotionale Narben. Während sie am Anfang eine innere Wut hat und eher zurückgezogen ist, setzt sie sich im Laufe der Geschichte mit ihren inneren Struggles auseinander und überrascht einen mit ihrer Entschlossenheit. Neo ist dagegen eher aufgeweckt, voller Fantasie und liebt ein kleines bisschen das Waghalsige. Doch auch er trägt tiefgehende Narben mit sich. Die Dynamik zwischen unsren beiden Protagonisten war super, ebenfalls die Tension. Leicht und authentisch entwickelt sich die Beziehung zwischen Wanda und Neo. Da aus beiden Sichtweisen erzählt wird, konnte man mit ihnen fühlen, mitfiebern und ihre Charakterentwicklung miterleben. Auch die anderen Figuren, die wir kennenlernen, sind individuell und ein bisschen twisted. Auch wenn gewisse Charaktere der Story eine Vielsichtigkeit geben, war ich über ein bestimmtes Kapitel doch etwas verwirrt.

Das Setting ist ebenfalls zauberhaft. Am Anfang sind wir in Hamburg und nach und nach kommen die Fantasy-Elemente zum Tragen. Man verliert sich gerne in Neos Welt. Sie entsteht als eine Art Parallelwelt mitten in und über Hamburg. Dabei war alles so bildreich gestaltet, dass ich fast erwartet habe, den Nachtmarkt wirklich über Hamburgs Dächern zu sehen. Wir haben verschiedene Handlungsorte, die alle spannend und detailreich sind. Allein das Archiv und Neos Zimmer; es hat sich angefühlt, als wäre ich selbst dort. Auch jetzt noch kann ich es mir so gut vorstellen: voller Farben, Chaos, Magie und Kunstwerken. Auch die mythologischen Aspekte find ich richtig gut. Für mich persönlich hat die Story jedoch erst im letzten Drittel so richtig Fahrt aufgenommen. Es wurde spannend, es gab viele Wendungen und man hat einfach nur mit den Charakteren mitgefiebert und mitgefühlt, ich vor allem mit Neo. Dafür war mir die erste Hälfte des Buches etwas zu langatmig. Der Weg zum Ziel wurde mehr beschrieben als die Handlung am eigentlichen Ziel. Daher hatte ich leider nicht das Bedürfnis, unbedingt weiterlesen zu müssen, obwohl alles so fantastisch dargestellt wird. Man konnte es mit allen Sinnen spüren. Die Atmosphäre ist wirklich super! Zudem ist der Schreibstil so poetisch (dass ich ein paar neue Wörter in mein Repertoire aufnehmen musste (pssss!)). Aber Malou Bichons Schreibstil ist trotzdem super locker und flüssig, mit so viel Hingabe zum Detail und bildreicher Sprache. Zudem kann sie einen ziemlich hinters Licht führen.

Fazit:
Das Buch hat mich überrascht. Die Idee ist einfach genial und auch die Fantasy-Elemente sind super eingebunden und beschrieben. Man spürt die Leidenschaft und die die Inspiration. Endlich mal eine Story mit Originalität. Allerdings gab es für mich ein paar kleine Dinge, die mich nicht so packen konnten. Wanda fand ich manchmal nicht nachvollziehbar. Die Lösung eines Problems der beiden, habe ich nicht ganz verstanden. Die Intention bestimmter Kapitel habe ich zwar verstanden, auch in Hinsicht auf den Rest der Story, aber für mich war es teilweise random. Ich konnte nichts damit anfangen. Das Ende hat sich für mich persönlich auch nicht wie ein rundes Ende für Wanda und Neo angefühlt. Ja, die Story kam jetzt endlich richtig in Fahrt und man möchte weiterlesen, allerdings sind Wanda und Neo in Band 2 ja nicht mehr die Hauptprotagonisten, höchstens mit ein paar Kapitel aus ihrer Sicht. Daher war das Ende für mich persönlich nicht ganz stimmig. Dennoch bin ich gespannt auf Band 2 „Nymphentraum“ und kann „Musenrausch“ klar weiterempfehlen! Daher gebe ich 3,5 (eher 3,75) Sterne.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

düstere Romantasy mit Omen und Weissagungen

The Knight and the Moth
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Kurz zum Inhalt:
Seit knapp 10 Jahren dient Sybil als Weissagerin in der Kathedrale von Aisling. Seitdem hat sie keinen Namen mehr – nur noch eine Nummer, Sechs – und lebt im Dienst der Äbtissin, genau ...

Kurz zum Inhalt:
Seit knapp 10 Jahren dient Sybil als Weissagerin in der Kathedrale von Aisling. Seitdem hat sie keinen Namen mehr – nur noch eine Nummer, Sechs – und lebt im Dienst der Äbtissin, genau wie ihre Weissagerinnen Schwestern. Unter Schleiern verborgen, ertrinkt Sechs Tag für Tag in der Quelle der Kathedrale, um dort zu träumen und Omen zu weissagen. Als der neue Knabenkönig Benji mit seinen Rittern zu einer Weissagung kommt, ändert sich jedoch alles. Eine nach der anderen verschwinden Sybils Schwestern. Um das Geheimnis zu lüften und sie zu finden, bleibt Sybil nur, auf die Hilfe des mysteriösen Ritter Rodrick Myndacious zu vertrauen und zum ersten Mal die Welt außerhalb der Kathedrale zu betreten.

Meinung:
Es war mein erstes Buch von Rachel Gillig und ich mag ihren Schreibstil total gerne. Er ist locker, angenehm und flüssig zu lesen. Der Einstieg fiel mir allerdings etwas schwer, da man direkt in die Geschichte hineingeworfen wird und vieles zunächst verwirrend wirkt, vor allem das System der Weissagerinnen, die nur Zahlen tragen als Namen, und die Welt namens Traum. Nach ein paar Seiten fand ich jedoch gut hinein und konnte mich die Story einlassen. Die Welt ist spannend, voller Omen, Magie und Anderswesen, mit einer teils düsteren und fesselnden Atmosphäre.
Die Charaktere sind allesamt gut beschrieben, auch wenn manche nur kurz auftauchen. Besonders Sybil (Sechs) entwickelt sich stark: Anfangs möchte sie vor allem der Äbtissin gefallen und eine gute Weissagerin sein, doch durch den Knabenkönig und seine Ritter und das Verschwinden ihrer Schwestern beginnt sie, an allem zu zweifeln – an ihrer Welt, ihrem Glauben, an allem, was sie kennt und ausmacht. Für die Suche nach den Weissagerinnen schließt sie sich dem König an, dabei sind Benji und die beiden Ritter Rory und Maude Schlüsselpersonen. Auf der Suche wächst Sybil über sich hinaus, deckt grausame Wahrheiten auf und entdeckt ihre eigene Stärke und sich selbst.

Rory ist ein super Charakter, der mich sofort in den Bann gezogen hat. Er ist sehr sensible, einfühlsam und auch ein Stückweit eher zurückhaltend, gleichzeitig auch clever und stark. Vielleicht auch nicht unbedingt der perfekte Ritter. Die Anziehung zwischen ihm und Sybil gefiel mir sehr, ein authentischer, subtiler Slow-Burn. Der Romancanteil steht jedoch nicht im Fokus der Story. Auch Maude und Benji haben mir gefallen. Beide bekommen ihre Hintergrundgeschichte und sind tiefgründig aufgebaut. Man konnte nur mit den Charakteren mitfiebern. Mein Highlight: der Gargoyle, er war so lustig, putzig und ein treuer Begleiter.
Im Laufe der Geschichte begegnen die vier verschiedenen Omen, die oft düster, aber auch kreativ und spannend gestaltet sind. Zudem lernen wir verschiedenen Ort Traums kennen. Die Handlung entwickelt sich dadurch stetig weiter, mit einigen überraschenden Plottwist, die mich manchmal sprachlos gemacht haben.
Ich hätte mir dennoch an manchen Stellen mehr Tiefgang gewünscht, vor allem bei den Omen, der Magie, den Anderswesen und auch der Welt selbst. Zudem gab es im Mittelteil ein paar Längen, da die Ereignisse zu schnell vorbeigegangen sind.
Das Ende ist für mich schlüssig, auch wenn ich mich frage, was in Band 2 passieren soll, ohne dass sich die Handlung zu sehr in die Länge ziehen soll. Neugierig bin ich aber definitiv.

Fazit:
Es ist ein schönes abwechslungsreiches Buch mit einer Welt und Magie, die ich so noch nicht gelesen habe. Die Charaktere sind angenehm, spannend und tiefgründig. Perfekt für alle, die mal Lust auf etwas Neues abseits der üblichen Romantasy-Stories haben. Jedoch sollte man konzentriert lesen, um die vielen Details und das Foreshadowing nicht zu verpassen.

Danke an Lyx und das Lesejury-Team für die tolle Leserunde und das Rezensionsexemplar.
Falls sich jemand noch über den letzten Abschnitt unterhalten möchte, hit me up, weil ich nicht gescheckt hatte, dass ich nur bis donnerstags Zeit hatte (anstatt bis sonntags), meine Meinung zu dem Abschnitt zu kommentieren. Sorry dafür!

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