Anschauliche Darstellung der russischen Geschichte
Eine Geschichte RusslandsDer Autor Orlando Figes nimmt seine Leser in diesem umfangreichen Werk mit auf die Reise von den Anfängen Russlands (das damals noch nicht so hieß) bis ins Jahr 2022, das mit dem Putins Angriffskrieg auf ...
Der Autor Orlando Figes nimmt seine Leser in diesem umfangreichen Werk mit auf die Reise von den Anfängen Russlands (das damals noch nicht so hieß) bis ins Jahr 2022, das mit dem Putins Angriffskrieg auf die Ukraine eine sogenannte "Zeitenwende der europäischen Geschichte" einläutete,
Figes erläutert kenntnisreich und sehr anschaulich die wechselhafte Geschichte Russlands. Er stellt gut dar, warum das Riesenreich in Eurasien kein einheitliches Staatsgefüge sein kann und warum sich auch über die Jahrhunderte kein echtes russisches Nationalgefühl ausbilden konnte. Russland ist und war schon immer ein Vielvölkerstaat, dessen Herrscher sich in autokratischen Systemen ausleben konnten, weil es keine starke Gegenpole innerhalb der Gesellschaft gab. Gegenpole gibt es heute viele, aber sie sind nicht stark genug um den Herrschenden etwas adäquates entgegenzusetzen. Figes stellt dar, dass das russische Volk nie eine unabhängige Denkweise entwickeln konnte und auch nicht entwickeln musste, weil immer eine (mehr oder weniger) starke Führungsperson (die Zaren, Lenin, Stalin, Chruschtschow, Breschnew, usw.) da war, der es folgen konnte oder musste.
"Eine Geschichte Russlands" ist ein gut zu lesendes Grundlagenwerk zur Historie eines großen Landes. Wer dieses Buch gelesen hat, der versteht zumindest ansatzweise die Grundlagen, auf denen die Denkweise der Herrschenden in Russland beruhen. Für Leser, die mit der russischen Geschichte nicht so vertraut sind, sind die unzähligen Namen wichtiger Personen - insbesoondere der früheren Historie des Landes - etwas verwirrend. Dennoch ein sehr lesenswertes und gerade in diesen Zeiten wichtiges Buch.