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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2021

Bringt zum Nachdenken

Die Hütte
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Die Hütte beschreibt den Weg eines Mannes zu Gott, allerdings ist es auch für unreligiöse Leser sehr empfehlenswert, da es gute Denkanstöße gibt und Halt in einer Zeit in der vieles haltlos ist.

Mack ...

Die Hütte beschreibt den Weg eines Mannes zu Gott, allerdings ist es auch für unreligiöse Leser sehr empfehlenswert, da es gute Denkanstöße gibt und Halt in einer Zeit in der vieles haltlos ist.

Mack ist ein Mann mittleren Alters. Er ist verheiratet, hat einen Job und 4 Kinder. Alles wirkt wie ein normales Leben, allerdings leidet Mack an der „großen Traurigkeit“, was sich mit einer Depression gleich setzen lässt. Ausgelöst wurde diese durch den tragischen Verlust seiner jüngsten Tochter Missy. Diese wurde bei einem Campingausflug entführt und ermordet.
Drei Kahre danach erhält Mack einen mysteriösen Brief von Gott, der ihn an den Ort des Geschehens einlädt. Getrieben von Neugier und Wut entschließt sich Mack der Einladung zu folgen. Die Erlebnisse dieses Wochenendes mit Gott lassen ihn allerlei hinterfragen. Er vergibt, lässt Gefühle zu und söhnt sich letztendlich mit Gott aus, was dazu führt, dass all seine Beziehungen an Tiefe gewinnen und er den Verlust seiner Tochter verarbeiten und die Depression besiegen kann.

Das Buch ist wunderbar geschrieben. Man fühlt direkt mit dem Protagonisten. Vor allem die Szenen, wo Missy entführt wird, sind mir als Mutter sehr ans Herz gegangen. Beim Lesen hinterfragt man auch seine eigenen Beziehungen und lernt so einige Dinge über sich selbst.

Mich hat vor allem der religiöse Aspekt lange abgeschreckt das Buch zu lesen, aber ich bin froh es dennoch getan zu haben. Man benötigt nicht unbedingt einen Bezug zu Gott um viel Gutes aus dem Buch zu ziehen.

Veröffentlicht am 04.10.2021

Witziger Roman mit überaus guter Message

Tagebuch einer überaus glücklichen Geschiedenen
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Ich liebe dieses Buch. Es ist herrlich erfrischend und endet zum Glück nicht so, wie man es vielleicht zu Beginn erwartet.

Diane wurde von ihrem Mann verlassen, natürlich wie so oft, wegen einer Jüngeren. ...

Ich liebe dieses Buch. Es ist herrlich erfrischend und endet zum Glück nicht so, wie man es vielleicht zu Beginn erwartet.

Diane wurde von ihrem Mann verlassen, natürlich wie so oft, wegen einer Jüngeren. Nachdem sie anfangs hart damit zu kämpfen hat, entdeckt sie nach und nach das Leben völlig neu und findet ihren Platz darin.
Sie lebt mit ihrer Freundin Claudine, deren Tochter Adele und Mutter Rosanne zusammen in einem Haus und die Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Trotz allem funktioniert dieser Frauenhaushalt sehr gut.

Die Geschichte sprüht nur so von Witz, ist ehrlich, manchmal etwas klischeehaft, aber zeigt, dass es auch für Frauen um die 50 möglich ist, zu sich zu finden und ihr Leben neu zu gestalten. Es ist so wunderbar zu lesen, dass ein Leben nicht immer den gängigen Mustern entsprechen muss und trotzdem sehr reich an Liebe und Erfahrungen sein kann.

Der Schreibstil von Marie-Renée Lavoie ist unglaublich witzig und bildhaft. Es ist mir total leicht gefallen in die Geschichte rein zu kommen. An der ein oder anderen Stelle fiebert man richtig gehend mit und hofft, dass die Protagonistin nicht die falsche Entscheidung trifft.
Am Rande wird auch die französische Lebensart sehr gut heraus gearbeitet und man fühlt sich teilweise nach Frankreich versetzt.

Die Kernfrage „Braucht man einen Mann um glücklich zu sein?“ wird humorvoll beleuchtet und zu guter letzt auch irgendwie beantwortet.

In meinen Augen ein wunderbares Buch, abseits von gängigen Liebesgeschichten. Es ist eher die Bejahung seines selbst und auch irgendwie eine Inspiration in einer Welt, die immer noch sehr starre Lebensmuster vorgibt.

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Veröffentlicht am 22.09.2021

Diese Geschichte geht ans Herz

Für immer und ein Wort
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Nachdem Annie die Hochzeit ihres Exmannes besucht hat, ist sie am Boden zerstört. Für sie wird es nun endlich zur Gewissheit, das die Beziehung keine zweite Chance bekommt. Auf einem Wandertrip findet ...

Nachdem Annie die Hochzeit ihres Exmannes besucht hat, ist sie am Boden zerstört. Für sie wird es nun endlich zur Gewissheit, das die Beziehung keine zweite Chance bekommt. Auf einem Wandertrip findet sie in einer Letterbox ein altes Notizbuch und kann sich sofort in den Schreiber reinversetzen. Nach langem hin und her macht sie sich auf die Suche nach dem Verfasser und trifft dabei auf Jack. Er ist sehr in sich zurück gezogen und schweigsam, aber langsam nähern sich die beiden einander an.

Ich habe eine Weile gebraucht um mich an den Schreibstil zu gewöhnen, aber nach ein paar Seiten lässt es sich angenehm lesen. Die Geschichte zwischen Annie und Jack und die Spannung, die zwischen den beiden aufgebaut wird, sorgt dafür das man immer wissen will wie es weiter geht.

Allerdings würde ich es nicht als klassischen Liebesroman sehen. Es geht zwar um eine Liebesgeschichte, aber mehr noch um den Weg zweier Menschen, die ihre Probleme überwinden und die Vergangeheit versuchen zu verarbeiten.

Annie macht den größten Teil des Buches einen sehr naiven Eindruck. Sie lebt ihr Leben ausgerichtet an den Bedürfnissen anderer und weiß eigentlich gar nicht so recht, wer sie ist und was sie will. Zum Ende hin, hat man dann zumindest das Gefühl, das sie sich etwas näher kommt und versucht aus ihren toxischen Beziehungen auszubrechen und zu lernen.

Auch Jack macht einen sehr labilen Eindruck, was man ihm in seiner Situation aber nicht verdenken kann. Er scheint jedoch eher gefestigt und versucht andere zu schützen.

Mein Liebling im Buch ist Annies beste Freundin Hoola. Sie ist Lebensfreude pur, steht Annie immer zur Seite und steckt selbst viel zurück.

Alles in allem, war es eine nette Geschichte, aber mit Luft nach oben.

Veröffentlicht am 16.09.2021

Trostspender

Was bleibt, wenn wir sterben
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„Was bleibt, wenn wir sterben“ ist ein wunderbares Buch was Trost spendet und eine andere Sicht auf den Tod bietet.

Louise Brown erzählt von ihren Erfahrungen mit dem Tod, dem Umgang mit dem Verlust ihrer ...

„Was bleibt, wenn wir sterben“ ist ein wunderbares Buch was Trost spendet und eine andere Sicht auf den Tod bietet.

Louise Brown erzählt von ihren Erfahrungen mit dem Tod, dem Umgang mit dem Verlust ihrer Eltern und ihrem Job als Trauerrednerin.
Die Autorin war ursprünglich Reporterin, hat sich aber nach dem Tod ihrer Eltern und einer langen Trauerphase umorientiert und schreibt nun Reden für Trauerfeiern. Dadurch kommt sie zwangsläufig immer wider mitbekommen Thema Tod in Verbindung. Sie versucht in ihren Reden immer den Menschen abseits von Zahlen und Fakten zu skizzieren und damit den Angehörigen einen schönen Abschied zu ermöglichen.

Es werden verschiedene Bereiche angeschnitten, etwa der Umgang mit Trauer, allgemein das Thema Tod, was uns von unseren lieben bleibt und wie wir sie in Erinnerung behalten sollten, aber auch wie man zu einem normalen Leben zurück findet. Der Schreibstil wirkt dabei sehr locker und es werden immer wieder Passagen aus ihrer Arbeit eingebaut.

Ich habe auch erst kürzlich einen lieben Menschen verloren und ich konnte so viel aus dem Buch mitnehmen. Angefangen über die Erzählungen, wie Wander Autorin mit der Trauer ging. Es beruhigt zu wissen, dass manche Dinge und Verhaltensweisen nach einem Verlust ganz normal sind und auch andere Menschen ähnlich reagieren. Und das man eben nicht kurz vorm durchdrehen ist, sondern einfach nur trauert.

Der Tod ist leider in unserer Gesellschaft etwas, mit dem man sich meist erst dann auseinander setzt, wenn er bereits jemanden getroffen hat, daher überrascht uns zuweilen wahrscheinlich auch die Reaktion darauf.

Ich finde solche Bücher sollte es viel mehr geben.
Ich habe zwar etwas Überwindung gebraucht um mit dem Lesen anzufangen, aber ich bin froh, dass ich es getan habe.
Es ist eine klare Leseempfehlung, nicht nur für Betroffene, sondern auch um sich mit dem Thema im allgemeinen auseinander zu setzen.

Veröffentlicht am 09.09.2021

Inspirierender Wegweiser

Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich
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„Manchmal muss sich erst der Nebel lichten, damit wir verstehen.“

Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich hat mich tief berührt.

Das Cover ist schlicht, aber sehr schön. Auch die enthaltenen Illustrationen ...

„Manchmal muss sich erst der Nebel lichten, damit wir verstehen.“

Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich hat mich tief berührt.

Das Cover ist schlicht, aber sehr schön. Auch die enthaltenen Illustrationen gefallen mir sehr gut, sie lockern den Lesefluss etwas auf und geben ab und an Denkanstöße.

Der Roman ist wunderschön, teils poetisch geschrieben und liest sich sehr gut. Es werden sehr viele Themen besprochen, welche einen Ratgeber-Charakter haben, aber durch den wunderbaren Schreibstil, fühlt es sich dennoch wie eine Geschichte an.

Und darum geht es: Eine Frau Anfang 40 ist sich nicht mehr sicher, ob ihre Ehe und die Liebe zu ihrem Mann noch eine Chance hat. Die beiden haben sich immer weiter voneinander entfernt. Um dem entgegen zu wirken, verbringen die beiden ein Wochenende auf einer Hütte in den Bergen. Allerdings gehen sie mit unterschiedlichen Vorstellungen an diese Reise heran und so kommt es zum Streit, welcher davon mündet, dass die Frau allein los zieht um eine Wanderung zu unternehmen. Zutiefst traurig und sauer begibt sie sich in die Berge und trifft dort auf einen alten Mann, welcher sie von da an auf ihrem weg begleitet. Der Mann ist sehr aufgeschlossen und lässt sie an seiner Erfahrungen mit der Liebe teilhaben.

Man kann sich in die Frau sehr gut hineinversetzen. Man fühlt mit ihr, hat Mitleid, aber sammelt auch im laufe des Buches die Erkenntnis gemeinsam, dass es immer beide Menschen betrifft, wenn eine Beziehung nicht funktioniert, das man lernen muss den anderen zu verstehen und das der erste Impuls nicht unbedingt immer der richtige ist.
Auch der alte Mann ist sehr authentisch. Manchmal denkt man, man läuft neben ihm und hört ihm zu. Er ist sehr herzlich und über seine Art fragen zu stellen, gelingt es der Frau sich vieles auch selbst zu erschließen.

Ich lege dieses Buch jedem ans Herz, der seine Beziehung verbessern möchte, einfach einen neuen Blick darauf werfen will oder sonst gerade an einem Scheideweg steht.

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