Ich hatte große Hoffnungen in dieses Buch gesetzt, vor allem wegen des Hypes und der interessanten Prämisse, doch leider konnte es mich nicht überzeugen, weshalb ich nur 1,5 ⭐ vergebe. Es hatte das Potenzial, eine tief tragische und komplexe Liebesgeschichte zu werden, wirkte jedoch oft repetitiv und zeitweise verwirrend.
Die Ausgangsidee klang zunächst vielversprechend: Morana, ähnlich wie Moana, will Triscuit töten, doch Schicksal und seine Besitzergreifung bringen die beiden zusammen. Während sie sich näherkommen, ziehen Liebe und Rache an ihren Herzen und schaffen einen Konflikt, der tragisch hätte sein können. Ich hatte mir ein chaotisches, emotionales Ende vorgestellt, in dem Liebe und Vergeltung aufeinanderprallen, doch das Buch wählte einen viel zahmeren Weg, sodass viel Potenzial für Spannung ungenutzt blieb.
Der Schreibstil konnte mich ebenfalls nicht fesseln. Die Beschreibungen waren oft zu repetitiv und überladen. Moranas „geniales IQ“ wurde ständig erwähnt, ohne dass es wirklich belegt wurde, was es schwer machte, ihr diese Eigenschaft abzunehmen. Viel Text wirkte oberflächlich, die Charaktere hatten nicht genügend Tiefe, um mich emotional zu erreichen. Tristan, mit seiner Whiskey-und-Sünde-Stimme und den blauen Augen, blieb ein sehr leerer Charakter. Morana wiederum wirkte oft frustrierend, weil sie so sehr versucht, stark und interessant zu sein, dabei aber keine Verbindung zu mir aufbaute.
Ein weiteres Problem war der Mangel an Dialogen zwischen den beiden Hauptfiguren. Tristan und Morana sprachen kaum miteinander, und wenn, dann bot es kaum Einblicke in ihre Persönlichkeit. Die endlosen inneren Monologe und wiederholten Beschreibungen ihrer Gefühle und Umgebung wirkten ermüdend und frustrierend. Zwar passt Tristans schweigsamer, brooding Typ, doch die fehlende echte Kommunikation erschwerte es mir, in ihre Beziehung zu investieren.
Wenn die Handlung einmal voranschritt, wurde sie oft durch verwirrendes Schreiben und fehlende Kohärenz getrübt. Die „Code“-Handlung, die zunächst wichtig erschien, verschwand zunehmend im Hintergrund und wirkte letztlich aufgegeben.
Nicht alles am Buch war jedoch enttäuschend. Die Chemie zwischen Morana und Tristan funktionierte in einigen Szenen, wie zum Beispiel beim Regenkuss, durchaus. Auch einige Aspekte der Mafia-Welt und die Dynamik mit Figuren wie Amara und Dante waren interessant. Besonders gut gefiel mir der Twist in Tristans Hintergrundgeschichte – er war herzzerreißend und verlieh seinem Charakter dringend benötigte Tiefe.
Trotz meiner Frustration bin ich neugierig auf den nächsten Band. Ich habe gehört, dass die Serie sich verbessert, und obwohl dieser Teil mich nicht überzeugt hat, hoffe ich, dass die Fortsetzung mehr Handlung und Charakterentwicklung bietet. Ich hoffe weiterhin auf eine packendere Geschichte, bin mir aber nicht sicher, ob ich dranbleiben werde, falls es sich nicht steigert.