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Veröffentlicht am 18.03.2026

Der beste historische Roman von Sabine Weiß

Der Schrein der Könige
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Die Autorin ist dafür bekannt, dass sie hervorragende historische Romane schreibt, die vor allem eins sind: in allen Einzelheiten korrekt und umfangreich recherchiert. „Der Schrein der Könige“ ist aber ...

Die Autorin ist dafür bekannt, dass sie hervorragende historische Romane schreibt, die vor allem eins sind: in allen Einzelheiten korrekt und umfangreich recherchiert. „Der Schrein der Könige“ ist aber viel mehr und weit davon entfernt, die Leser nur belehrten zu wollen. Die vielen Ereignisse, Überraschungen und Wendungen nehmen den Leser mit in eine Welt, die krimigleich an Spannung kaum zu überbieten ist. Dieses Buch legt man so schnell nicht mehr weg!
Besonders gut gelungen ist die Verpackung der vielen Informationen in Zwiegespräche, kindliche Neugier und andere Handlungsereignisse, so dass sie sich perfekt in die Handlung einfügen.
Hervorragend auch die Ausarbeitung der Charaktere. Man kann sich die Handelnden sehr gut vorstellen und alle ihre Handlungen als folgerichtig nachvollziehen. Besonders die inneren Zweifel, z.B. was man an der Erziehung seines Sohnes falsch gemacht hat, ist super zu v erstehen.
Schwer zu verstehen ist die Auswahl der Überschriften. Klar ist, dass es sich um die Figuren auf dem Schrein handelt. Aber warum welcher Name zu welchem Kapitel?
Hilfreich ist das Glossar am Ende des Buches, das nächstes mal gerne noch etwas umfangreicher ausfallen darf und die weiterführende Literaturliste.
Wie immer ist auch die Titelgestaltung sehr gut gelungen, und es macht Spaß, mal wieder ein gebundenes Buch in der Hand zu halten.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Der beste Krimi von Sabine Weiß

Höllische Küste
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Diesmal nimmt die Autorin in „höllische Küste“ ihre Lesergemeinde mit in die faszinierende Welt des Fallschirmspringens. Das macht Spaß, und schon nach wenigen Seiten kann man eintauchen in die unendliche ...

Diesmal nimmt die Autorin in „höllische Küste“ ihre Lesergemeinde mit in die faszinierende Welt des Fallschirmspringens. Das macht Spaß, und schon nach wenigen Seiten kann man eintauchen in die unendliche Freiheit, die das Fliegen eröffnet.
Und dann geht der Krimi los, wie immer flott erzählt, flüssig zu lesen und wie stets hervorragend recherchiert. Interessant, wer diesmal der Bösewicht ist, der Hauptverdächtige jedenfalls nicht. Dieser neue Krimi ist besonders spannend, und der Leser fiebert eigentlich durchgehend mit, wenn es darum geht, weitere Morde zu verhindern. Unterhaltung pur! Bravo!
Natürlich gibt es auch eine Wiederbegegnung mit allen bekannten Figuren, allen voran der Kommissarin Liv Lammers, ihrer Tochter Sanna und ihrer Großmutter Elise, ebenso wie der ganzen Polizeicrew. Ein gutes Stück Romantik ist ebenfalls zu finden.
Die Buchgestaltung ist auch wieder sehr ansprechend.
Insgesamt wohl der beste Krimi, den Sabine Weiß geschrieben hat.

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Veröffentlicht am 27.09.2024

Beklemmende Milieu- und Charakterstudie

Die Leuchttürme der Stevensons
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Wer die historischen Romane von Sabine Weiß kennt, wird von dem neuen Roman vielleicht überrascht sein. Schon das Cover signalisiert, dass es sich hier, wenn auch um einen historischen Roman, um etwas ...

Wer die historischen Romane von Sabine Weiß kennt, wird von dem neuen Roman vielleicht überrascht sein. Schon das Cover signalisiert, dass es sich hier, wenn auch um einen historischen Roman, um etwas gänzlich anderes handelt. Waren die bisherigen Romane vor allem unterhaltsame Werke mit hervorragend recherchierten Fakten zu einem bestimmten Thema, handelt es sich diesmal um eine Milieu- und Charakterstudie, die etwas schwerer zu lesen ist, manchmal beklemmende Gefühle hervorruft und innehalten lässt, anstatt in einem Rutsch durchzulesen.
Beschrieben wird das Elternhaus und die Entwicklung von Louis Stevenson, Sohn eines Leuchtturmbauers, der Ingenieurwissenschaften studieren muss und in die Fußstapfen seines Vater treten soll, jedoch viel mehr Spaß an Literatur und am Schreiben hat. Es geht um die inneren und äußeren Kämpfe, die Louis mit seinem Vater, v.a. aber mit sich selbst austrägt.
Das religiös, fast puritanisch geprägte Zuhause des Protagonisten lässt, geprägt von Erzählungen über die Qualen des Jenseits in Fegefeuer und Hölle, die einen angeblich erwarten, wenn man nicht genau das tut, was die Eltern von einem erwarten, Eigenständigkeit nicht zu. Sonntägliche Gottesdienste, Bibellesungen und Gebete sind allgegenwärtig, es wird mit Schuldgefühlen gearbeitet. Auf diese Weise werden die Flügel des jungen Louis gestutzt, bevor er sie zum ersten Mal ausbreiten kann. Eingeschnürt in ein enges Korsett der Gesetze, die für diese Familie gelten, ist jeder Versuch, sich selbst zu finden, zum Scheitern verurteilt.
So verwundert es nicht, dass Louis in Selbstzweifeln versinkt, sich nichts zutraut, sich für einen schlechten Menschen hält, glaubt, nichts zu können und zu nichts zu taugen, die Vorlesungen schwänzt, ziellos umherstreift, in Depressionen verfällt und Erleichterung in Feierexzessen, Alkohol und Drogen sucht. Dass er am Ende doch noch sein Ziel erreicht und ein hervorragender Autor wird, spricht für seine Charakterstärke.
Das alles ist hervorragend erzählt und beschrieben, ohne Übertreibungen, ohne Pathos, ohne erhobenen Zeigefinger. Der Leser wird gefangengenommen von den Gefühlen des Protagonisten und den beschriebenen Verhältnissen.
Zugleich erleben wir die Schönheiten Schottlands und erfahren viel über Geschichte und die damaligen Gefahren beim Leuchtturmbau.
Ein Glossar, Karten und zahlreiche zusätzliche Informationen am Ende des Buches sind eine erfreuliche Zugabe.
Es ist mit Abstand das beste Buch, das Sabine Weiß geschrieben hat.

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Veröffentlicht am 11.04.2024

Spannung mit bedrückendem Hintergrund

Gefährlicher Sog
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Der Sylt-Krimi Nummer 8 von Sabine Weiß ist das beste, das die Autorin bisher geschrieben hat. Die Hochspannung beginn auf der ersten und endet auf der letzten Seite. Man kann das Buch eigentlich nicht ...

Der Sylt-Krimi Nummer 8 von Sabine Weiß ist das beste, das die Autorin bisher geschrieben hat. Die Hochspannung beginn auf der ersten und endet auf der letzten Seite. Man kann das Buch eigentlich nicht weglegen, und auch wenn die Vernunft gesiegt hat, das Licht gelöscht und die Bettdecke hochgezogen wurde, so ist man in Gedanken doch noch lange bei der Geschichte.

Diesmal geht es um eine Jugendwohngruppe, das Schicksal der Jugendlichen, ihre Kindheitstraumata und die daraus entstandenen Störungen, die das Leben immer wieder aus den Angeln katapultieren, um die Bemühungen der Erzieher, die natürlich selbast ihre Probleme haben, ihre Richtungsstreits, was die Behandlung der Jugendlichen betrifft und die zahlreichen Höhen und Tiefen, die das alles mit sich bringt.

Der bewährte Cocktail aus hervorragender Recherche, spannender Unterhaltung und politischer Analyse setzt sich erneut fort. Besonders gelungen sind hier die Persönlichkeitsbeschreibungen, sei es der Jugendlichen, der Érzieher oder auch des Polizisten Andreas. Diese Darstellungen sind absolut glaubhaft und ideal gelungen.

So ein Thema kann natürlich nicht heiter sein, und so wird der Leser immer wieder mit Situationen konfrontiert, die bedrückend, wenn nicht sogar schockierend sind. Denn auch wenn es sich um einen Roman handelt: Auch Fiktion ist in vielen Teilen Abbild unserer Gesellschaft. Besonders gut zum Ausdruck kommt das auch am Ende in dem Gespräch mit dem Heimleiter zu Ausdruck, in dem er sich zu der ja real soeben erfolgten Freigabe von Cannabis äußert.

Im Nachwort erklärt die Autorin, dass sie mit dem Thema schon lange schwanger gegangen ist. Dass sie schon viel darüber nachgedacht hat, ist deutlich zu spüren. Sehr emphatisch ist auch die Beschreibung der Konflikte zwischen der Polizistin Liv Lammers und ihrer Tochter Sanna.

Fazit. Absolut hervorragend.

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Veröffentlicht am 09.04.2023

Schmöker für kuschelige Lesestunden

Zornige Flut
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Der Sylt-Krimi Nummer 7 von Sabine Weiß macht richtig Laune und ist wieder sehr spannend. Diesmal geht es um die Kommissarin Liv Lammers persönlich und ihre Familie, was alle Leserherzen höher schlagen ...

Der Sylt-Krimi Nummer 7 von Sabine Weiß macht richtig Laune und ist wieder sehr spannend. Diesmal geht es um die Kommissarin Liv Lammers persönlich und ihre Familie, was alle Leserherzen höher schlagen lässt, die die Schlagzeug spielende Polizistin samt Großmutter, Tochter und Hund liebgewonnen haben.

Der bewährte Cocktail aus hervorragender Recherche, spannender Unterhaltung und politischer Analyse setzt sich erneut fort. Besonderen Spaß macht die Umgangssprache der Norddeutschen, das flapsige „Ohauahauaha“, das „Schnippeln“ und die „ekelhafte Plörre“ lassen doch gleich ein Stück Heimatgefühl aufkommen. Auch Fachbegriffen wie etwa „Micromort“ werden raffiniert Definitionen beigefügt, die die Autorin den Handelnden in den Mund legt. Ferner wiederholt sie immer wieder in einem Nebensatz wichtige Details früherer Kapitel, die wieder wichtig werden, so dass der Leser der Handlung jederzeit mühelos folgen kann. So liest sich der Krimi hervorragend.

Besonderes Augenmerk hat die Autorin dieses Mal der Gesichtsweichteilrekonstruktion gewidmet, wie sie selbst im Nachwort erwähnt. Das ist in der Tat ein interessantes Thema, ebenso wie der 3D-Druck, der aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken ist. Natürlich gibt es auch wieder viele interessante Details über die Insel Sylt, die bestimmt auch viele Urlauber reizvoll finden dürften.

Die Umschlaggestaltung ist erneut perfekt gelungen. Und das Lesezeichen mit dem Logo der Autorin ist eine schöne ästhetische und praktische Beigabe.

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