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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2017

Der Titel stimmt so nicht

Ein Sommer in Corona del Mar
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Gleich vorneweg, die Urteile bezaubernd und unwiderstehlich kann ich nicht nachvollziehen. Es ist keineswegs eine lockere Geschichte wie das Coverbild vielleicht vermuten lässt. Auch das Thema Freundschaft ...

Gleich vorneweg, die Urteile bezaubernd und unwiderstehlich kann ich nicht nachvollziehen. Es ist keineswegs eine lockere Geschichte wie das Coverbild vielleicht vermuten lässt. Auch das Thema Freundschaft wird meiner Meinung nach nur in eine Richtung strapaziert. Ungefähr ab der Buchmitte mußte ich mich zum Lesen quälen.
Mia und Lorrie Ann leben bis zum 18. Lebensjahr in Corona del Mar einem Küstenstädtchen in Kalifornien. Mia ist stolz Lorrie Ann als Freundin zuhaben. Sie ist das krasse Gegenteil zu ihr. Mia muß mit Stiefvater, Halbbrüdern und alkoholsüchtiger Mutter zurechtkommen, bei Lorrie ist das ganz anders. Sie kommt aus gutem Haus, hat Geld, unter anderem auch als erste den Führerschein. Sie machen praktisch alles zusammen so nach dem Motto Gegensätze ziehen sich an. Lorrie hilft Mia und Mia hilft Lorrie. So stehen sie beispielsweise Mias heimliche Abtreibung mit 15 gemeinsam durch, denn Lorrie hat schon den Führerschein und kann sie fahren. Ab der Mitte des Buchs geht es umgekehrt. Lorrie entgleitet so langsam ihr Leben und Mia gelingt es sich deutlich positiv von ihrem Elternhaus abzusetzehn. Von da an bricht mir die Geschichte mit der Freundschaft. Sie wird nur noch mühsam aufrechterhalten mehr von Mia, für die ihre Freundin noch sehr lange auf einem hohen Sockel steht.
Es ist sicher interessant was die beiden Freundinnen so erleben, aber für mich war die Geschichte leider nichts.

Veröffentlicht am 03.03.2017

Ende und Anfang, Tom, Karin und Livia

In jedem Augenblick unseres Lebens
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Das Buch ist meiner Meinung nach in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil geht bis Seite 95 und ist wahnsinnig berührend, Geburt und Tod, Krankheit, verschiedene Krankenhäuser, entgültige Lebensbedrohung.Der ...

Das Buch ist meiner Meinung nach in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil geht bis Seite 95 und ist wahnsinnig berührend, Geburt und Tod, Krankheit, verschiedene Krankenhäuser, entgültige Lebensbedrohung.Der Leser wird emotional hin und her geworfen. Zudem wird sehr schön beschrieben, in schwedischen Krankenhäusern geht es auch nicht anders zu als in Deutschland. Überall Hektik, Vorschriften und dann doch wieder Personal, daß sich darüber wegsetzt.
Der zweite Teil ist sehrsprunghaft. Wir erfahren wie Tom und Karin sich kennengelernt haben. Dann auch , wie Tom jetzt zurecht kommt. Er muß sich mit Beerdigung, Vaterschafterklärungen und Sorgeberechtigung herumschlagen, dann schreibt er ja auch noch an der Rede für Karin. Sehr tapfer kümmert er sich um seine kleine Tochter, die beiden Mütter helfen ihm.Seinem Vater geht es auch sehr schlecht und trotzdem erlebt Tom immer wieder kleine Zeichen, daß das Leben weiter geht.
Für mich war das Buch nicht leicht zu lesen, vor allem durch den sprunghaften Stil, der auch fließend zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewechselt hat.
Als Witz emfpnde ich es, daß Tom regelrecht um seine Tochter kämpfen muß. Es ist doch eigentlich klar, daß sie seine Tochter ist.

Bevor man den ganzen Bürokram anlaufen läßt, hätte doch eigentlich auch ein Vaterschaftstest gereicht.




Veröffentlicht am 28.02.2017

Ich nicht weiß-mein Vater,wir und die Demenz

Unter Tränen gelacht
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Ich war gespannt auf dieses Hörbuch, da ich Jahre zuvor auch schon Demenz in der eigenen Familie erleben konnte.
Frau Tietjen erzählt ohne zu beschönigen, die guten und die schlechten Erlebnisse mit ihrem ...


Ich war gespannt auf dieses Hörbuch, da ich Jahre zuvor auch schon Demenz in der eigenen Familie erleben konnte.
Frau Tietjen erzählt ohne zu beschönigen, die guten und die schlechten Erlebnisse mit ihrem zunehmend dementen Vater in seinen letzten zweieinhalb Jahren. Man mag Borchard Schniewind sofort. Er ist ein sehr netter gebildeter Mann, der als Architekt tätig war. Freundlich bleibt er bis zu letzt. Man kann noch richtig dazu lernen. Diese Gedichte, die er liebend gerne rezidiert, konnte ich auch mal. Ob ich das heute noch könnte? Es wwerden sehr schön die Anfangsschwierigkeiten erklärt, die man eigentlich noch gar nicht richtig wahr haben will. Auch das Problem ausländische Haushaltshilfe kommt vor. In Herrn Schniewinds Fall sind es zwei Lettinnen, deren "Deutsch" er übernimmt. "Ich nicht weiß" zieht sich durch die ganze Zeit und wirkt irgendwie drollig. Auch sonst ist er ein sehr lustiger Kerl geblieben. In Anlehung an seinen Beruf, sagt er gerne Reißbrett-Scheißbrett und grinst in sich hinein. Bald geht das aber auch nicht mehr mit den Lettinnen und Frau Tietjen und ihre Schwester sehen sich gezwungen, sich nach einem Seniorenheim umzuschauen. In Hamburg landet der Herr Schniewind schließlich in einem sehr netten Heim. Bettina besucht ihn jeden Tag und man erfährt so manches über Heime, gute und schlechte Pfleger. Im Heim geht es lustig zu, es wird viel gefeiert.
Irgendwann dreht das Schicksal den Spieß um und es geht nicht mehr so gut. Bettina und ihr Vater machen eine Odysse durch die Krankenhäuser, da er immer wieder an Lungenentzündungen leidet. Eines Tages stehen sie vor der Frage nochmal Leben
verlängern mit Antibiotika oder einfach nur ein Schmerzmittel.

Alles in Allem sehr sehr beeindruckend wie Frau Tietjen ihre Schwierigkeiten und die der Familie beschreibt, vom ersten Schlag "Diagnose Demenz" bis zuletzt. Als Laie erfährt man einiges, was im Umgang mit Dementen besser vermieden wird oder auch, was immens wichtig ist. Man kriegt ansatzweise ein Gefühl für die Arbeitslast des Pflegepersonals.Gut fand ich auch, daß sich in Herrn Schniewinds Heim mit den Dementen immer beschäftigt wurde.
Ich denke aber auch, daßein gutes Pflegeheim immer auch vom Geld abhängig ist. In jeder Hinsicht, ob es jetzt die Bezahlung des Personals angeht oder auch wie teuer die Pflegeplätze sind. Die wirklich guten können sich denke ich nur wenige Leute leisten. Das Gros muß froh sein, wenn es überhaupt unterkommt.

Veröffentlicht am 22.02.2017

Spannend, interessant, geheimnisvoll

Black Rabbit Hall - Eine Familie. Ein Geheimnis. Ein Sommer, der alles verändert.
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Die Geschichte ist spannend, interessant, auch zum Teil irritierend und der Schreibstil läßt einen mittendrin sein. Egal ob mit Amber und ihrer Familie oder mit Lorna und Jon. Man kann die Geheimnisse ...

Die Geschichte ist spannend, interessant, auch zum Teil irritierend und der Schreibstil läßt einen mittendrin sein. Egal ob mit Amber und ihrer Familie oder mit Lorna und Jon. Man kann die Geheimnisse von Black Rabbit Hall richtig fühlen, was sich besonders bei Lorna und ihrem Gefühl für das Anwesen zeigt. Der Schreibstil ist klasse, jederzeit vor Or,t kann man sich alles bis ins kleinste vorstellen. Es wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die Geschichte von Lorna und Jon und Amber und ihre Familie in den Endsechzigern.
Zur Geschichte: Lorna und Jon sind unterwegs in Cornwall um eine passende Hochzeitslocation zu finden. Eigentlich ist der Tag schon fast zu Ende, aber Lorna will noch nach Pencraw Hall, daß sie von früher her zu kennen glaubt. Tatsächlich erreichen sie das Anwesen. Alles stellt sich als alt und herunter gekommen dar. Lorna fühlt sich zu dem Gebäude extrem hingezogen. Sie will nicht nach London zurück und noch das Haus näher kennenlernen. Es gibt eine skurrile Haushälterin und die alte Mrs. Alton.
In der anderen Zeitebene erleben wir die Familie Alton und ihre Beziehung zu Black Rabbit Hall, erleben wie die Kinder groß werden und es einen Riesenknall gibt, der vor allem Amber die älteste Tochter fast mit einem Schlag erwachsen macht.
Es ist so spannend, es gibt soviele Fragen! Wer ist Caroline, Lucian, warum benimmt sich Toby so?
Am Ende kann Lorna das Geheimnis, warum es so so zu dem Anwesen zog, klären. Sie die adoptierte Tochter findet ihre Mutter und muß dafür bis New York reisen. Wer ist ihre Mutter und was hat das ganze mit der Familie Alton zu tun.
Am Ende der Geschichte ist Lorna glücklich. Aus welchem Grund müssen sie lieber Leser selber herausfinden.
TOP-Leseempfehlung



Veröffentlicht am 16.02.2017

Gislip erzählt

Gislip - Frauchen übt noch
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Gislip-Note 1, Elli-Anna-Note 1, die anderen Mitwirkenden meistens 2, ein paar wenige Note 6*.
Gislips frühe Kindheit verläuft nicht schön, geboren in einer Welpenfabrik, kommt sie nach einiger Zeit zu ...

Gislip-Note 1, Elli-Anna-Note 1, die anderen Mitwirkenden meistens 2, ein paar wenige Note 6*.
Gislips frühe Kindheit verläuft nicht schön, geboren in einer Welpenfabrik, kommt sie nach einiger Zeit zu einer Familie, die überhaupt nicht zurecht kommt mit ihr. Sie landet im Tierheim.
Das ist ihr Wendepunkt, denn Elli-Anna, nicht Eliana, entdeckt sie.
Ein munteres Hundeleben beginnt. Fortan gibt es eine Rudelleiterin und eben Gislip, die ihr Frauchen verehrt. Auch wenn die spezielle Hundeerziehung die Elli-Anna anwendet sie zuerst etwas verwirrt, kapiert sie es recht schnell. Dann kommen so nach und nach die anderen Akteure Fräulein Rottenmeier, Fritz, Rhonda und die Humanis Filip Abereggen, Fritzens Herrchen, Sie werden alle mit kleinen amüsanten und lehrreichen Geschichten vorgestellt. Fritz, der Pitbull benimmt sich plötzlich, Fräulein Rottenmeier klaut den Wuschel, Tante Clara stirbt. Elli-Anna ist das One and only für Gislip, sie steht ihrem Frauchen treu zur Seite und entdeckt den Vater ihrer Kinder und den von Elli-Annas Kinder, die weiß aber noch nichts davon. Fritz kann in seinen letzten Tagen noch Großes bewirken.
Das alles ist sehr einfühlsam, witzig und auch lehrreich geschrieben. Man erfährt einiges über Hundeerziehung, eben nicht die mit Leckerli, Gislips Ansichten über die Humanis sind sehr interessant.
Es wird schweizerisch geschimpft, viel gelacht und es ist auch Grund zum Trauern. Wenn sie wissen wollen, ob die Sache mit den Welpen von Gislip und Elli-Anna geklappt hat, müssen sie das Buch unbedingt lesen. Interessant, daß man in der Schweiz sowas wie einen Berechtigungsschein braucht wenn man sich einen Hund zulegt. Auch der Tierschutz kommt nicht zu kurz!
Rundum, eigentlich ein Muß für jeden Hundefan und auch für den "normalen" Leser, es gibt einiges Wissenswerte und viel Amüsantes!